◆ REGION · SPANIEN
Asturien ist das Spanien, das niemand auf der Postkarte erwartet: ein schmaler Streifen zwischen dem Kantabrischen Meer und den schroffen Gipfeln der Picos de Europa, in dem an einem einzigen Tag Steilküste, Hochgebirge und nebelverhangene Apfelhaine zusammenfinden. Hier gießt man Sidra aus erhobener Hand ins breite Glas, reift Cabrales-Käse in feuchten Berghöhlen und erzählt sich, dass an der Grotte von Covadonga im Jahr 722 die Reconquista begann. Diese Region trägt den Stolz des einstigen Königreichs Asturien ebenso selbstverständlich wie den Salzgeruch ihrer Fischerhäfen. Vier Orte fassen ihr Wesen zusammen: das präromanische Oviedo, das maritime Gijón, das lichtdurchflutete Llanes und das von einem Fluss durchschnittene Ribadesella. travelperfect nimmt Sie mit in das grüne Herz Spaniens.

Asturien wehrt sich gegen jedes Spanien-Klischee. Statt staubiger Ebenen und glühender Hitze findet man hier Nebelschwaden über bewaldeten Bergen, eine Küste, an der der Atlantik gegen schwarze Klippen schlägt, und Wiesen, auf denen Kühe weiden, deren Milch in den Cabrales-Käse wandert. Die Asturier sagen gern, ihre Heimat sei das wahre Spanien, weil sie nie ganz erobert wurde: An der Grotte von Covadonga schlug ein Heer unter Pelayo im Jahr 722 die Mauren zurück, ein Ereignis, das die Spanier als Beginn der Reconquista erzählen.
Aus diesem letzten christlichen Königreich blieb eine eigene Baukunst, die asturische Vorromanik. Auf dem Monte Naranco über Oviedo steht Santa María del Naranco, einst Sommerpalast König Ramiros I., mit seiner doppelten Freitreppe und den schlanken Bögen ein Bauwerk, das aussieht, als hätte es kein Vorbild und keine Nachfolge gehabt. Es zählt heute, wie die Kathedrale und die nahe Kirche San Miguel de Lillo, zum UNESCO-Welterbe und erzählt von einer Zeit, in der Asturien das Herz des christlichen Spaniens war.
Doch die Region lebt nicht nur von der Vergangenheit. In den Sidrerías gießt man den Apfelwein noch immer aus erhobener Hand ins Glas, in Gijón flanieren Familien über die muschelförmige Strandpromenade, und im August stürzen sich Tausende Kanuten den Río Sella hinunter nach Ribadesella. Asturien ist ein Spanien, das man nicht erwartet, und genau das macht es so reizvoll.
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02 · Themen-Routen
Küste & Strände
Über 300 Kilometer Atlantikküste reihen Steilklippen, Fischerhäfen und versteckte Buchten aneinander. Im Osten der berühmte Binnenstrand Gulpiyuri, ein wassergefülltes Doline-Loch hundert Meter vom Meer entfernt, dazu die geschwungene Sichel von Torimbia bei Llanes. Im Westen klettern die bunten Häuser von Cudillero den Hang hinauf, und an der Playa del Silencio drängt sich das Meer durch eine Felslücke in eine kaum fünfzig Meter lange Bucht, die als Naturdenkmal geschützt ist.
Berge & Natur
Hinter der Küste türmen sich Kalksteingipfel über 2.600 Meter auf. Von Cangas de Onís mit seiner berühmten Römerbrücke führt die Straße hinauf zur Grotte von Covadonga und weiter zu den Gletscherseen Enol und Ercina auf über tausend Meter Höhe. In Bulnes bringt eine Standseilbahn ins Bergdorf, und in den Höhlen rund um das Tal von Cabrales reift der kräftige Blauschimmelkäse der Region.
Kultur & Geschichte
Asturien war im 8. und 9. Jahrhundert das letzte christliche Königreich auf der Halbinsel, und seine Baukunst überlebte als asturische Vorromanik. Auf dem Monte Naranco über Oviedo stehen Santa María del Naranco und San Miguel de Lillo, einst Sommerpalast König Ramiros I., heute UNESCO-Welterbe. Dazu die gotische Kathedrale San Salvador und die paläolithischen Höhlenmalereien von Tito Bustillo in Ribadesella, über 25.000 Jahre alt.
Genuss & Sidra
Die asturische Küche kennt kein Maßhalten: Die Fabada, ein deftiger Eintopf aus weißen Fabes-Bohnen mit Chorizo, Morcilla und gepökeltem Schweinefleisch, wärmt von innen. Dazu fast fünfzig Käsesorten, allen voran der höhlengereifte Cabrales. Getrunken wird Sidra, naturtrüber Apfelwein, den der Wirt aus erhobener Hand in hohem Bogen ins Glas gießt, das Escanciar. Die Sidrerías der Calle Gascona in Oviedo sind die Bühne dafür.
03 · Wann
Asturien folgt nicht dem Mittelmeer-Rhythmus. Das atlantische Klima hält die Region das ganze Jahr über grün, sorgt aber auch für Regen und kühle, wechselhafte Tage. Der Hochsommer ist mild statt glühend, das Meer bleibt frisch, und in den Picos de Europa kann oben Schnee liegen, während unten die Apfelbäume blühen. Wer Strände und Bergwandern verbinden will, reist im Sommer; wer Stille und satte Farben sucht, in den Übergangsmonaten.
✦ Vom Reiseziel zum Tagesplan
Asturien lässt sich nicht in zwei Tagen abhaken, denn die Region wechselt ständig das Gesicht. Eine durchdachte Reiseplanung kombiniert die präromanischen Schätze und Sidrerías von Oviedo mit dem Stadtleben und der Strandpromenade von Gijón, fügt einen Bergtag in den Picos de Europa mit den Seen von Covadonga hinzu und lässt an der Ostküste Zeit für Llanes, Ribadesella und die versteckten Buchten dazwischen. Wer einen Mietwagen nimmt, verbindet Küste und Hochgebirge an einem einzigen Tag, denn die Entfernungen sind kurz. Erzählen Sie travelperfect, wie viele Tage Sie haben, ob Sie eher wandern, baden oder genießen wollen, und wir helfen, daraus eine stimmige Route mit echten Orten und realistischen Etappen zu formen.
· Praktisch
04 · Häufige Fragen
Der regionale Flughafen Asturias (OVD) liegt bei Avilés, etwa auf halbem Weg zwischen Oviedo und Gijón, und wird saisonal direkt aus Deutschland angeflogen, sonst mit Umstieg über Madrid, Barcelona oder Bilbao. Vom Flughafen verbinden ALSA-Busse die Städte in 25 bis 45 Minuten. Vor Ort ist ein Mietwagen klar die beste Wahl, da Küste und Picos de Europa sonst schwer zu kombinieren sind. Zwischen Oviedo, Gijón und Avilés verkehren zusätzlich die Cercanías-Nahverkehrszüge.
Juni bis September sind die wärmsten und trockensten Monate und ideal, um Strände und Bergwandern zu verbinden; der Sommer ist mild statt heiß. Frühling und Herbst belohnen mit sattem Grün, weniger Besuchern und besonderem Licht, bringen aber mehr Regen. Im Winter ist die Küste mild, während in den Picos de Europa Schnee liegt, was Oviedo und Gijón zu guten Städtezielen macht.
Für die Fabada, einen kräftigen Eintopf aus weißen Fabes-Bohnen mit Chorizo und Blutwurst, für fast fünfzig Käsesorten mit dem höhlengereiften Cabrales an der Spitze und vor allem für die Sidra, den naturtrüben Apfelwein. Dieser wird beim Escanciar aus erhobener Hand in hohem Bogen ins Glas gegossen, damit er Sauerstoff aufnimmt. Die Sidrerías der Calle Gascona in Oviedo sind das beste Pflaster, um beides zu erleben.
Unbedingt. Von Cangas de Onís mit seiner Römerbrücke führt die Bergstraße zur Wallfahrtsgrotte von Covadonga und weiter zu den Gletscherseen Enol und Ercina auf über tausend Meter Höhe. An Spitzentagen in der Hochsaison gilt eine Zufahrtsregelung mit Pendelbussen, da die Bergstraße sonst überlastet ist. Wer mehr Zeit hat, fährt nach Bulnes mit der Standseilbahn oder besucht eine Cabrales-Käsehöhle.
Im Osten die Playa de Gulpiyuri bei Llanes, ein winziger Binnenstrand in einer Doline rund hundert Meter vom Meer entfernt, sowie die geschwungene Playa de Torimbia. Im Westen die Playa del Silencio, eine als Naturdenkmal geschützte Bucht hinter einer Felslücke. In Gijón die 1.550 Meter lange, muschelförmige Stadtstrand-Sichel der Playa de San Lorenzo, die direkt an die Altstadt grenzt.
Bufones sind natürliche Blaslöcher in der Steilküste: Bei höherem Seegang presst sich das Wasser durch unterirdische Felshöhlen nach oben und schießt fontänenartig in die Luft, begleitet von einem dumpfen Grollen. Die bekanntesten sind die Bufones de Arenillas östlich von Llanes bei Puertas de Vidiago. Sie sind im Herbst und Winter bei stürmischer See am eindrucksvollsten, weshalb man dort stets Sicherheitsabstand zur Kante halten sollte.
05 · Weiter im Land
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