Stadt · Spanien

Oviedo

Königsstadt des 9. Jahrhunderts, Welterbe am Hang und eine Gasse, in der der Cidre aus großer Höhe ins Glas fällt.

4 Stadtviertel
Überblick

Oviedo auf einen Blick

Beste Reisezeit
Juni bis September – mildeste und trockenste Monate
Anreise
AVE Talgo Avril ab Madrid in ca. 2 Std. 43 Min.
Sprache
Spanisch; daneben Asturianisch (Bable), Stadtname Uviéu
UNESCO-Welterbe
Vorromanik & Cámara Santa der Kathedrale
Region
Asturien (Principado de Asturias), Nordspanien
Flughafen
Asturias (OVD), ca. 40–45 Min. per ALSA-Bus ins Zentrum
Über Oviedo

Reisen nach Oviedo

Oviedo war im 9. Jahrhundert die Residenz eines kleinen Königreichs, das sich zwischen Gebirge und Meer behauptete, und vieles davon steht noch. Am Hang über der Stadt der Palastbau Santa María del Naranco, unten die bemalten Wände von San Julián de los Prados und im Kern der gotischen Kathedrale die Cámara Santa. Darum herum liegt eine kompakte, autofreie Altstadt mit Bronzefiguren mitten auf dem Pflaster, einer überdachten Markthalle und einem Kunstmuseum direkt am Domplatz.

Reiseführer

Oviedo von A bis Z

Aktualisiert Oktober 2026

Oviedo ist die Hauptstadt Asturiens, und sie trägt ihr Welterbe beiläufig. Über dem Zentrum liegt der Monte Naranco mit den Königsbauten des 9. Jahrhunderts, unten zieht sich die Calle Gascona mit ihren Sidrerías durch den Abend, und dazwischen steht die Altstadt mit Kathedrale, Kunstmuseum und überdachter Markthalle.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Oviedo

Zehn Orte führt travelperfect in Oviedo, und die meisten liegen keine zehn Gehminuten vom Zentrum. Nur San Julián de los Prados und die beiden Kirchen am Monte Naranco stehen weiter draußen — zwischen den beiden Punkten unserer Auswahl, die am weitesten auseinanderliegen, misst die Luftlinie knapp 2,3 Kilometer.

Im Casco Antiguo steht die Kathedrale San Salvador, und in ihr die Cámara Santa; zwischen diesen beiden Einträgen unserer Liste liegen 20 Meter. Gut 90 Meter weiter beginnt das Museo de Bellas Artes de Asturias mit Werken von El Greco, Goya, Picasso und Dalí, und die Plaza del Fontán liegt gut 100 Meter von der Kathedrale entfernt.

Die Plaza de Trascorrales mit ihren farbigen Fassaden und der Bronzefigur La Lechera folgt 85 Meter nach der Plaza del Fontán. Ein Stück weiter stehen die Estatua de Woody Allen und das Teatro Campoamor, 80 Meter voneinander entfernt. Außerhalb dieses Kerns liegt San Julián de los Prados nach gut einem Kilometer, die beiden Naranco-Kirchen nach knapp zwei.

Sehenswürdigkeiten in Oviedo

Alle 10 Sehenswürdigkeiten
Vorromanik & Welterbe

Die vorromanischen Bauten Oviedos und das Welterbe am Monte Naranco

Bevor in Spanien die Romanik begann, entwickelte das asturische Königreich im 9. Jahrhundert eine eigene Baukunst. Vier Orte unserer Auswahl gehören dazu — zwei am Hang des Monte Naranco, einer unten in der Stadt und einer mitten im Kathedralkomplex.

Santa María del Naranco entstand unter Ramiro I. als Palastbau und wurde erst später als Kirche genutzt. Über einem niedrigen Untergeschoss liegt ein tonnengewölbter Saal, der sich an beiden Enden in offene Bogenhallen öffnet; an den Wänden sitzen gedrehte Säulen und Medaillons aus Stein. Seit 1985 trägt der Bau den Welterbe-Titel.

Gut 80 Meter weiter steht San Miguel de Lillo, von dem nur ein Teil des ursprünglichen Baus erhalten ist. An den Türgewänden sitzen Reliefs mit Zirkusszenen, die ein byzantinisches Elfenbein zum Vorbild hatten. San Julián de los Prados liegt dagegen unten in der Stadt, und seine Wände sind flächig bemalt — mit gemalter Architektur statt mit Figuren.

Kathedrale & Camino

Die Kathedrale San Salvador und ihre Cámara Santa

Die Kathedrale San Salvador ist ein gotischer Bau mit einem einzelnen Turm über der Westfassade. Ihr ältester Raum stammt aus dem 9. Jahrhundert, und er ist der Grund, warum Pilger jahrhundertelang zuerst nach Oviedo zogen und erst danach nach Santiago.

Die Cámara Santa war ursprünglich eine Palastkapelle und steht seit 1998 auf der Welterbeliste. 1934 wurde der Raum gesprengt; was heute darin steht, wurde aus den Bruchstücken wieder zusammengesetzt, darunter die Apostelfiguren an den Pfeilern des Vorraums. Von außen merkt man dem Kathedralbau diesen Kern nicht an.

Verwahrt werden dort die Cruz de los Ángeles und die Cruz de la Victoria, deren Form bis heute im Wappen Asturiens steht, dazu die Arca Santa. Vor dem Portal beginnt der Camino Primitivo, der älteste der Jakobswege. Wer nach Santiago zieht und den Salvador auslässt, heißt es hier, besucht den Diener und lässt den Herrn stehen.

Sidra & Calle Gascona

Sidra trinken an der Calle Gascona

Asturischer Cidre ist nicht vorgeperlt, er wird belüftet. Deshalb gießt man ihn aus großer Höhe in ein weites Glas, trinkt sofort und schüttet den Rest weg — und deshalb klingt die Calle Gascona am Abend wie eine Straße voller kleiner Wasserfälle.

Escanciar heißt dieses Einschenken, und es ist weniger Schau als Technik. Der Strahl bricht sich am Glasrand, der Cidre nimmt Luft auf und schmeckt für ein paar Sekunden anders als aus der Flasche. Ausgeschenkt wird deshalb immer nur ein culín, ein Fingerbreit, und das Glas wandert zwischen allen am Tisch hin und her.

Drei der neun Adressen unserer Auswahl stehen an dieser Straße. Tierra Astur führt Grillfleisch, Käse und Schinken, die Sidrería La Manzana ihren Cachopo a la sidra, die Sidrería La Pumarada Reisgerichte und Fabada. Gegessen wird spät in Oviedo, und richtig voll werden die Häuser erst, wenn der Abend schon weit fortgeschritten ist.

Essen & Trinken

Essen in Oviedo zwischen Cachopo und Fabada

Die asturische Küche rechnet mit Hunger. Sie kommt aus einer grünen, regenreichen Landschaft mit Rindern, Bohnen und einer kurzen, kalten Küste, und auf dem Teller heißt das Fleisch, Käse und Eintopf.

Cachopo ist ein paniertes Kalbsschnitzel mit Schinken und Käse in der Mitte, und er steht auf mehreren Karten unserer Auswahl. Daneben die Fabada asturiana, der Eintopf aus weißen Bohnen mit Chorizo und Blutwurst, dazu Tortos aus Maisteig, der Pastel de Cabracho aus Drachenkopf und zum Schluss Arroz con leche.

Rund um den Campo de San Francisco wird es gehobener. Casa Fermín führt seit 1924 die klassische asturische Küche, La Corte de Pelayo setzt auf Artischocken, Ochsenschwanz-Cannelloni und Seeteufel samt großer Weinkarte, und hinter Gloria stehen Nacho und Esther Manzano vom Casa Marcial. Im Casco Antiguo kocht Ca'Suso mit Degustationsmenüs, El Raitán an der Plaza de Trascorrales traditionell.

Restaurants in Oviedo

Alle 9 Restaurants
Übernachten

Wo du in Oviedo am besten übernachtest

Sechs Häuser führt travelperfect in Oviedo, und alle liegen zentral. Die Entscheidung fällt deshalb weniger über die Lage als über die Art des Hauses — und darüber, ob du morgens am Park oder in der Altstadt aufwachen willst.

Fünf der sechs stehen im Viertel um den Campo de San Francisco. Das Hotel Fruela ist unter den gemessenen Häusern das zentrumsnächste, ein Drei-Sterne-Haus mit Spa. Das Ayre Hotel Ramiro I und das Barceló Oviedo Cervantes folgen wenige Hundert Meter weiter, das AC Hotel Oviedo Forum liegt mit seiner Dachterrasse näher am Bahnhof.

Das Eurostars Hotel de la Reconquista ist das einzige Fünf-Sterne-Haus unserer Auswahl und bezieht ein barockes Hospiz des 18. Jahrhunderts, knapp 350 Meter vom Zentrum entfernt. Das NH Collection Oviedo Principado ist das sechste und das einzige unserer Auswahl im Casco Antiguo, an einer halb verkehrsberuhigten Straße gegenüber der Universität.

Hotels in Oviedo

Alle 6 Hotels
Plätze & Straßenskulpturen

Ein Rundgang durch den Casco Antiguo

Die Altstadt ist autofrei und klein genug, dass du sie ohne Plan abgehst. Was sie ausmacht, steht dabei oft nicht hinter einer Tür, sondern mitten auf dem Pflaster. Von der Plaza del Fontán bis zum Teatro Campoamor misst die Luftlinie 400 Meter.

Die Plaza del Fontán ist ein Arkadenplatz mit überdachter Markthalle, vor der sich an Wochenenden ein Trödelmarkt ausbreitet. Wenige Schritte weiter liegt die Plaza de Trascorrales, farbig gefasst und autofrei, mit der Bronzefigur der Milchfrau in der Mitte — eine von vielen Skulpturen, die in Oviedo einfach auf der Straße stehen.

Zu ihnen gehört die lebensgroße Bronze von Woody Allen in der Fußgängerzone, unweit des Teatro Campoamor. Das Opernhaus von 1892 ist zugleich die Bühne, auf der die Prinzessin-von-Asturien-Preise verliehen werden. Und wer Clarín gelesen hat, erkennt in diesen Gassen das Vetusta aus dem Roman La Regenta wieder.

Aktivitäten & Touren in Oviedo

Anreise & unterwegs

Anreise nach Oviedo und unterwegs in der Stadt

Oviedo liegt zwischen dem Kantabrischen Meer und dem Kantabrischen Gebirge, und beides merkst du schon bei der Anreise. Von der Meseta kommt man über den Gebirgsrand, von Norden her aus den Hafenstädten der Küste.

Die Stadt ist der Bahnknoten Asturiens. Von Madrid führt die Linie über die Kordillere hierher, dazu kommen die Regionalzüge entlang der asturischen Küste und die Fernbusse. Der Flughafen Asturias liegt außerhalb, näher am Meer als an der Stadt, und wird von Regionalbussen angefahren.

In der Stadt selbst brauchst du nichts davon. Außer San Julián de los Prados und den Kirchen am Naranco liegt jeder Ort unserer Auswahl im Umkreis von gut einem halben Kilometer um die Mitte. Zum Naranco hinauf misst die Luftlinie knapp 1,8 Kilometer, bergauf wird daraus mehr — wer nicht laufen will, nimmt den Bus.

Weiterreisen

Weiterreisen von Oviedo durch Asturien

Oviedo liegt nicht am Meer, aber nah daran. Asturien schiebt ein grünes Band zwischen Küste und Hochgebirge, und die Hauptstadt sitzt mittendrin — ein brauchbarer Ausgangspunkt für beide Richtungen. Die drei asturischen Nachbarorte, die travelperfect führt, liegen alle an der Küste.

Nach Norden liegt die Küste mit der Hafenstadt Gijón, weiter östlich folgen Ribadesella an der Mündung des Sella und Llanes mit seinem alten Fischereihafen. Dazwischen wechseln sich Kalkklippen und kleine Sandbuchten ab, und das Grün Asturiens reicht bis an die Abbruchkante.

Nach Süden steigt das Land in die Kordillere, nach Osten hin öffnet sich der Weg zu den Picos de Europa. Von der Kathedrale aus zieht der Camino Primitivo nach Westen Richtung Galicien. Wer weiter durch Spanien reist, findet von hier aus die Verbindungen nach Madrid und ins galicische A Coruña.

Praktische Tipps

Praktische Tipps für den Aufenthalt in Oviedo

Zwei Dinge erleichtern den Aufenthalt mehr als jede Sehenswürdigkeit — zu wissen, wie in Asturien getrunken wird, und zu akzeptieren, dass es hier regnet. Der Rest ergibt sich unterwegs von selbst.

Regen gehört in Asturien zu jeder Jahreszeit; für den feinen Nieselregen gibt es ein eigenes Wort, orbayu. Eine wasserdichte Jacke ist deshalb nützlicher als ein Schirm, und Schuhe mit Profil helfen auf dem alten Pflaster der Altstadt, das bei Nässe glatt wird.

Zum Monte Naranco geht es bergauf, und die Innenräume der beiden Bauten dort oben sieht man mit einer Führung. Um die Mittagszeit ist es am Hang entspannt, am späten Nachmittag wird es voller. In der Sidrería schenkt dir der Escanciador ein; bestellt wird die Flasche für den Tisch, nicht das einzelne Glas.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Oviedo – und welches zu dir passt

Beste Reisezeit & Wetter

Die beste Reisezeit für Oviedo und das Wetter im Jahreslauf

Asturien ist grün, und grün wird eine Landschaft nur auf eine Weise.

Oviedo liegt im Atlantikklima, und das bedeutet milde Winter, kühle Sommer und Regen in jedem Monat. Im Juli und August steigen die Höchstwerte auf 23 Grad, während nachts 15 bleiben; im Januar sind es 11 Grad am Tag und 3 in der Nacht. Der nasseste Monat ist der November mit 141 Millimetern — richtig trocken wird es in keinem.

Das Wetterjahr

Am verlässlichsten sind Juli, August und September: Mit 64, 70 und 79 Millimetern fällt in diesen drei Monaten weniger Regen als in jedem anderen, und die Höchstwerte liegen bei 23, 23 und 21 Grad. Der Mai ist die kühlere Alternative mit 18 Grad und 92 Millimetern. Der Juni fällt mit 129 Millimetern aus der Sommerreihe heraus.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Oviedo

Wie viele Tage braucht man für Oviedo?
travelperfect führt Oviedo als Ziel für ein bis zwei Tage. Der erste gehört der Altstadt mit Kathedrale, Kunstmuseum und den Plätzen, der zweite dem Hang des Monte Naranco und einem langen Abend in einer Sidrería.
Was sollte man in Oviedo gesehen haben?
Die Kathedrale San Salvador mit der Cámara Santa, dazu Santa María del Naranco und San Miguel de Lillo am Hang über der Stadt sowie San Julián de los Prados mit seinen bemalten Wänden. Und die Plätze der autofreien Altstadt.
Warum steht in Oviedo eine Statue von Woody Allen?
Der Regisseur wurde mit dem Prinz-von-Asturien-Preis für Kunst ausgezeichnet und hat später in der Stadt gedreht. Die lebensgroße Bronze erinnert daran und steht mitten in der Fußgängerzone, zwischen Passanten und Schaufenstern.
Was macht man in Oviedo, wenn es regnet?
Das Kunstmuseum am Domplatz, die Kathedrale mit der Cámara Santa und die überdachte Markthalle am Fontán stehen dicht beieinander in der Altstadt. Und der Abend in der Sidrería findet ohnehin unter Dach statt.
Wie trinkt man Sidra richtig?
Du schenkst dir nicht selbst ein — das übernimmt der Escanciador, die Flasche hoch über dem Kopf, das Glas tief an der Hüfte. Nach jedem Schluck wird neu gegossen, und deshalb zieht sich ein Abend in der Sidrería.
Wann ist die beste Reisezeit für Oviedo?
Juli bis September. Das ist in Oviedo kein spanischer Sommer, sondern ein atlantischer: Über 23 Grad steigt in keinem Monat das Mittel der Tageshöchstwerte, und auch im Hochsommer bleiben Regentage normal.
3 weitere Fragen
Lohnt sich der Aufstieg zum Monte Naranco?
Ja. Santa María del Naranco war kein Kirchenbau, sondern der Saal eines Königs, und San Miguel de Lillo steht so dicht daneben, dass ein einziger Weg hinauf für beide Welterbebauten reicht.
Wo übernachtet man in Oviedo am besten?
Fast egal: Von der Stadtmitte aus misst keines unserer sechs Häuser mehr als einen halben Kilometer Luftlinie. Die Wahl fällt deshalb eher über die Art des Hauses — ein Fünf-Sterne-Haus, vier Vier-Sterne-Hotels und ein Dreisternehaus mit Spa stehen zur Auswahl.
Was ist der Camino Primitivo?
Der älteste der Jakobswege. Alfons II. zog im 9. Jahrhundert von Oviedo nach Santiago, und seither beginnt diese Route vor der Kathedrale San Salvador. Sie führt durch das Bergland Asturiens und Galiciens.

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