Almería ist Andalusien ohne Maske: eine sonnengebrannte Hafenstadt am Fuß der mächtigsten Maurenfestung Spaniens, hinter der sich Europas einzige echte Wüste auftut. Diese Stadt im äußersten Südosten Andalusiens stellt ihre Schönheit nicht aus, sondern versteckt sie in schmalen Gassen, ockerfarbenen Mauern und einem klaren Licht, das Filmregisseure aus aller Welt hierhergelockt hat. Über der Altstadt thront die Alcazaba, eine gewaltige maurische Festungsanlage aus dem 10. Jahrhundert, die zu den größten ihrer Art in Spanien zählt. Von ihren Mauern und Gärten reicht der Blick über die weißen Dächer, den Hafen und das Meer. Unten in den Gassen führt der Weg zur wehrhaften Kathedrale, die zugleich als Festung gegen die Korsarenangriffe vergangener Jahrhunderte gebaut wurde, und durch die unterirdischen Luftschutzbunker aus dem Bürgerkrieg, die heute zu besichtigen sind. Das Leben spielt sich in den Tapas-Bars ab, wo es zum Getränk noch immer eine Tapa gratis dazu gibt — eine Tradition, die in Almería besonders lebendig geblieben ist. Der Geruch von frittiertem Fisch hängt über den kachelblauen Lokalen, und auf dem Mercado Central stapeln sich Gemüse aus den Treibhäusern der Region, frischer Fisch und Wurst. Um die Stadt herum öffnet sich eine Landschaft, die in Europa einzigartig ist. Die Wüste Tabernas mit ihren ausgetrockneten Flussbetten und Felsformationen diente unzähligen Italowestern als Kulisse, und noch heute kann man in den nachgebauten Western-Städten den Geist von Sergio Leone spüren. Im Osten liegt der Naturpark Cabo de Gata-Níjar mit vulkanischen Klippen, einsamen Buchten und kristallklarem Wasser — eine der ursprünglichsten Küsten des spanischen Festlands. So vereint Almería raue Geschichte, ehrliche Küche und eine Naturkulisse zwischen Wüste und Meer.





