Die schönsten Sehenswürdigkeiten in La Rioja
La Rioja ist klein genug, dass du die großen Orte in einer Woche sammelst – und groß genug, dass zwischen ihnen immer wieder Landschaft liegt, die selbst das Ziel ist.
Fang mit den Klöstern von San Millán de la Cogolla an, dem kulturellen Schwergewicht der Region: Im kleinen Felskloster Suso notierte ein Mönch im Mittelalter die Glosas Emilianenses, Randbemerkungen in einer frühen Form des Kastilischen – deshalb gilt das Tal als Wiege der spanischen Sprache, seit 1997 mit UNESCO-Siegel. Suso besichtigst du nur im kontingentierten Shuttle-Turnus ab dem barocken Talkloster Yuso; reserviere das Zeitfenster vorab, die Plätze pro Tag sind begrenzt. Yuso selbst zeigt Bibliothek, Kreuzgang und Reliquienschreine – zusammen ein halber Tag, der sich mit einem Mittagessen im Dorf verbinden lässt.
Santo Domingo de la Calzada ist die zweite Pflichtstation: eine Jakobsweg-Stadt, deren Kathedrale einen vergitterten Hühnerstall im Kirchenschiff beherbergt – in Erinnerung an die Legende vom gebratenen Hahn, der krähend vom Teller auferstand, um die Unschuld eines Pilgers zu beweisen. Ein lebender Hahn und eine Henne wohnen bis heute dort. In Nájera, ebenfalls am Camino, lehnt sich das Kloster Santa María la Real an eine rote Felswand; in seiner Höhlenkapelle und dem Pantheon liegen Könige von Navarra begraben, der spätgotische Kreuzgang gehört zu den schönsten Nordspaniens.
Für das Wein-Kapitel im Museumsformat fährst du nach Briones, ein Hügeldorf über dem Ebro mit Herrenhäusern aus Sandstein: Das dortige Vivanco-Museum für Weinkultur zeigt auf mehreren Etagen Pressen, Amphoren und Kunst von Picasso bis Warhol rund ums Thema Wein – auch für Leute, die keinen Tropfen trinken, eine der besten Sammlungen Europas. Das Dorf selbst ist in einer halben Stunde abgelaufen und gerade deshalb gut: Vom Aussichtspunkt an der Kirche überblickst du das Ebrotal bis zu den Conchas de Haro, dem Felsdurchbruch, durch den der Fluss die Region betritt.
Ganz anders der Südosten: Im Cidacos-Tal um Enciso haben Dinosaurier vor gut 120 Millionen Jahren Spuren im damaligen Schlamm hinterlassen – heute versteinerte Fährtenfelder, die du auf kurzen Rundwegen frei besichtigst, dazu der Erlebnispark Barranco Perdido für Familien. Und wer Berge will, fährt nach Ezcaray am Fuß der Sierra de la Demanda: ein Bergstädtchen mit Arkadenplatz und Steinhäusern, im Winter Ausgangspunkt für das kleine Skigebiet Valdezcaray, im Sommer für Wanderungen Richtung San Lorenzo, mit gut 2270 Metern der höchste Gipfel der Region.



















