◆ STADT · LA RIOJA
Haro ist die heimliche Hauptstadt des Rioja: ein kompaktes Städtchen über dem Ebro, in dem sich rund um den Bahnhof die dichteste Ansammlung über hundertjähriger Bodegas der Welt drängt. Zwischen dem barocken Glockenturm von Santo Tomás, der weiten Plaza de la Paz und den Kelleranlagen des Barrio de la Estación liegt eine Stadt, die nach Eichenfass, frisch gegrillten Pinchos und gut gelagertem Wein riecht. Wer den Rioja nicht nur trinken, sondern verstehen will, beginnt hier.
Als in den 1860er-Jahren die Reblaus die Weinberge Frankreichs verwüstete, zogen Händler aus Bordeaux südwärts über die Pyrenäen und fanden im Rioja, was sie verloren hatten: gesunde Reben, kühle Nächte, ein günstiges Klima für lange Fassreife. Haro lag goldrichtig. Mit der Eisenbahnlinie nach Bilbao bekam die Stadt 1863 einen Anschluss an die Welthäfen, und rund um den Bahnhof entstand das Barrio de la Estación, ein Viertel aus Lagerhallen und Kellern, das den Wein per Schiene exportierte. Die Franzosen brachten ihre Techniken mit, die Riojaner ihre Trauben Tempranillo, Graciano, Garnacha, und aus dieser Begegnung wuchs ein Stil, der bis heute den Ruf der Region trägt.
Die Gründungsdaten lesen sich wie eine Ahnentafel des spanischen Weins: R. López de Heredia Viña Tondonia 1877, CVNE 1879, Gómez Cruzado 1886, La Rioja Alta S.A. 1890, Bodegas Bilbaínas 1901. Diese Häuser stehen Mauer an Mauer, viele noch in Familienhand, mit unterirdischen Gewölben, in denen Zehntausende Eichenfässer und Flaschen in feuchter Stille altern. Bei López de Heredia werden Daubenhölzer noch im eigenen Betrieb zu Fässern gebunden, und der Verkaufspavillon der traditionsreichsten Bodega der Stadt stammt von Stararchitektin Zaha Hadid eine gläserne Skulptur in Form einer Karaffe, die das alte Holzpavillon von der Weltausstellung 1910 wie eine Vitrine umhüllt.
Über dem Weinviertel liegt die Altstadt, deren Mittelpunkt die Plaza de la Paz mit dem klassizistischen Rathaus bildet. Von hier zweigt die gewundene Gasse La Herradura ab, das Hufeisen, in der sich abends die Pinchos-Bars aneinanderreihen. Die Iglesia de Santo Tomás krönt das Bild mit einem plateresken Portal von Felipe Bigarny, einem der großen Bildhauer der spanischen Renaissance, und einem Barockturm, der zum Vorbild für ganz La Rioja wurde. Haro trägt all das mit der Selbstverständlichkeit einer Stadt, die seit Generationen weiß, dass Geschichte und Genuss hier dasselbe meinen.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Wein & Architektur
Vom Bahnhof aus liegen sieben historische Bodegas in Gehweite beieinander: López de Heredia mit dem Karaffen-Pavillon von Zaha Hadid, CVNE, La Rioja Alta, Muga, Bilbaínas, Gómez Cruzado und Roda. Führungen und Verkostungen brauchen fast überall eine Reservierung am besten Wochen im Voraus, denn die begehrte Cata del Barrio ist oft ein Jahr vorher ausverkauft.
Altstadt & Pinchos
Der Abend in Haro gehört dem Hufeisen: der Gasse La Herradura, die von der Plaza de la Paz abzweigt und Bar an Bar mit Pinchos säumt. Dazwischen die platereske Iglesia de Santo Tomás, das klassizistische Rathaus und der Bendaña-Palast ein dichter historischer Kern, durch den man sich von Glas zu Glas treibt.
Natur & Tradition
Sieben Kilometer hinauf zu den Felsen von Bilibio und zur Ermita de San Felices: Hier endet jedes Jahr am 29. Juni, dem Tag des Stadtpatrons San Pedro, die Prozession der Batalla del Vino, wenn sich die Stadt in Weiß und Rot mit Wein übergießt. Außerhalb des Festes ein stiller Aussichtspunkt über den Ebro und die Weinberge.
03 · Wann
Haro liegt in der Rioja Alta, höher und kühler als der Süden der Region. Die Sommer sind trocken und warm mit angenehm frischen Nächten, der Frühling und der November bringen den meisten Regen. Der Reisekalender folgt den Reben und den Festen.
04 · Häufige Fragen
Haro liegt im Herzen der Rioja Alta und beherbergt im Barrio de la Estación rund um den Bahnhof die weltweit dichteste Ansammlung über hundertjähriger Weingüter. Häuser wie López de Heredia (1877), CVNE (1879) oder La Rioja Alta (1890) haben von hier aus den Rioja-Wein berühmt gemacht und keltern bis heute in der Stadt.
Die Weinschlacht ist Haros bekanntestes Fest. Jedes Jahr am 29. Juni, dem Tag des Stadtpatrons San Pedro, zieht die Stadt in weißer Kleidung und rotem Halstuch hinauf zu den Felsen von Bilibio und zur Ermita de San Felices und übergießt sich gegenseitig mit Tausenden Litern Wein eine Tradition, die auf einen mittelalterlichen Grenzstreit zurückgeht.
Die meisten historischen Weingüter im Barrio de la Estación bieten Führungen und Verkostungen an, fast immer aber nur mit vorheriger Reservierung. Plane im Voraus: Die renommierte Cata del Barrio de la Estación ist oft schon ein Jahr im Voraus ausverkauft, und auch reguläre Touren sind in der Hauptsaison schnell vergeben.
Mit dem Zug erreichst du Haro aus Logroño in etwa 40 Minuten und aus Bilbao in rund 1 Stunde 50. Mit dem Auto führt die Autobahn AP-68 direkt an der Stadt vorbei; Logroño und Vitoria liegen je etwa 42 Kilometer, Bilbao rund 95 Kilometer entfernt.
Den Abend verbringt man auf der Pinchos-Runde, vor allem in der Gasse La Herradura nahe der Plaza de la Paz. Typisch sind kleine Häppchen mit Pilzen, Chorizo, Anchovis oder Lammfleisch, dazu ein Glas Rioja Crianza oder Reserva direkt aus den Kellern der Stadt.
Zwischen Mai und Oktober ist Haro am schönsten. Ende Juni lockt die Batalla del Vino, der September und Oktober bringen mit der Weinlese (vendimia) die stimmungsvollste Zeit. Sommer sind trocken und warm mit kühlen Nächten, der Winter ist ruhig und kalt.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Haro.
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