Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Mallorca
Zwischen der Kathedrale in Palma und dem Leuchtturm am Cap de Formentor liegen rund 80 Kilometer – verteile die Klassiker auf mehrere Tage statt auf einen.
Die Kathedrale La Seu steht so dicht am Wasser, dass sie sich bei Windstille im flachen Becken des Parc de la Mar spiegelt – der Bau begann im 13. Jahrhundert auf dem Areal der früheren Hauptmoschee und zog sich über Jahrhunderte hin. Innen fällt das Licht durch eine der größten gotischen Fensterrosen überhaupt, gut zwölf Meter im Durchmesser; an klaren Morgen des 2. Februar und des 11. November wandert ihr Abbild so über die gegenüberliegende Wand, dass es sich exakt unter die westliche Fensterrose schiebt und für ein paar Minuten eine stehende Acht aus zwei Rosetten übereinander ergibt. Antoni Gaudí baute zwischen 1904 und 1914 im Chorraum um und hängte den schmiedeeisernen Baldachin über den Altar, und seit 2007 überzieht Miquel Barcelós Keramikwand die Capella del Santíssim mit Fischen, Broten und aufgeplatzten Tonflächen. Gleich nebenan liegt der Palau Reial de l'Almudaina, aus einem maurischen Alcázar hervorgegangen und bis heute königlicher Repräsentationssitz.
Auf dem Hügel westlich der Altstadt sitzt das Castell de Bellver, eine der wenigen vollständig kreisrunden Burgen Europas, ab 1300 unter Jaume II. errichtet. Der runde Innenhof mit doppeltem Arkadengang wirkt eher wie ein Kloster als wie eine Festung, vom Wehrgang siehst du die ganze Bucht von Palma bis hinüber nach Portixol, und im Inneren erzählt das Stadtmuseum die Geschichte Palmas von den Römern bis in die Gegenwart. Wer danach noch Lust auf Kunst hat, geht ins Es Baluard in der Renaissance-Bastion über dem Hafen oder hinaus nach Cala Major in die Fundació Miró: Joan Miró lebte ab 1956 auf Mallorca, sein Atelier steht dort fast so, wie er es verlassen hat.
Der zweite Sehenswürdigkeiten-Block liegt in den Bergen. In Valldemossa überwinterten Frédéric Chopin und George Sand 1838/39 in zwei Zellen der Real Cartuja – Sand schrieb daraus ihr Buch über den Winter auf Mallorca, das die Insel und ihre Bewohner ziemlich unfreundlich beschreibt und trotzdem zum bekanntesten Reisebuch über Mallorca wurde. Ein paar Kurven weiter nordöstlich klebt Deià an den Hängen, wo der Dichter Robert Graves ab 1929 lebte; sein Haus Ca n'Alluny ist heute Museum. Unterhalb der Straße schiebt sich die Felsnase Sa Foradada mit ihrem Loch ins Meer; der Weg dorthin beginnt am Landgut Son Marroig und dauert je nach Tempo 45 bis 60 Minuten pro Richtung – erkundige dich vor Ort nach den aktuellen Zugangsregeln, das Gelände ist in Privatbesitz.
Im Norden und Osten kommen die großen Naturbauwerke dazu. Am Cap de Formentor führt eine schmale Straße über den Aussichtspunkt Es Colomer zum Leuchtturm an der Inselspitze – in den Sommermonaten ist sie tagsüber zeitweise für Privatfahrzeuge gesperrt und wird durch Shuttlebusse ab Port de Pollença ersetzt, die Regelung ändert sich fast jährlich, prüfe sie kurz vor der Fahrt. Bei Porto Cristo öffnen sich die Cuevas del Drach, ein Höhlensystem mit dem Llac Martel, einem der größten unterirdischen Seen der Welt; im Halbdunkel spielt ein Streichquartett von Booten aus, danach kannst du selbst übersetzen. Und in Alcúdia steht ein fast vollständiger mittelalterlicher Mauerring, direkt daneben liegen die Grabungen von Pollentia, der römischen Stadt, die hier 123 v. Chr. gegründet wurde.













































