Stadt · Spanien

Mallorca

Hinter dem Sóller-Tunnel öffnet sich ein Tal voller Orangenbäume, und die Insel, die aus dem Flugzeug nur aus Hotelbuchten bestand, stellt plötzlich 1.400 Meter Kalkgebirge vor den Horizont.

10 Stadtviertel10 Sehenswürdigkeiten9 Hotels
Überblick

Deine Mallorca-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Die angenehmsten Monate sind April bis Juni sowie September und Oktober: mildes Wetter zum Wandern, warmes Meer im Spätsommer und weniger Andrang als in der Hochsaison. Strandurlauber finden von Juni bis September verlässlich warmes Badewetter. Im Februar lockt die Mandelblüte, und selbst im milden Winter laden Palma und die Bergdörfer zu Städte- und Wandertouren ein, auch wenn viele Strandbetriebe dann ruhen.
Über Mallorca

Reisen nach Mallorca

Mallorca ist mit gut 3.600 Quadratkilometern die größte der Balearen und rund 40 Prozent größer als das Saarland – eine Insel, die man nicht an einem Wochenende abfährt. Im Westen zieht sich die Serra de Tramuntana über 90 Kilometer die Küste entlang, seit 2011 UNESCO-Welterbe als Kulturlandschaft, mit Trockenmauerterrassen, dem 1.445 Meter hohen Puig Major und Bergdörfern wie Valldemossa, Deià und Sóller, das eine Schmalspurbahn von 1912 mit Palma verbindet. Im Süden und Südosten schneiden Felsbuchten ins helle Kalkland, von Cala Mondragó bis zum kilometerlangen Naturstrand Es Trenc; im Norden liegen die flach abfallenden Familienstrände von Alcúdia und Port de Pollença, dahinter das Kap Formentor mit seinem Leuchtturm. Dazwischen Es Pla, das Inselinnere aus Mandelhainen, Weingütern um Binissalem und Wochenmärkten wie dem von Sineu. Und in Palma die gotische Kathedrale La Seu direkt über dem Wasser, die Markthallen, die runde Burg Bellver und Uferviertel wie Portixol und Santa Catalina – eine Stadt, die längst mehr ist als der Zubringer zum Strand.

Mallorca – Karte
Reiseführer

Mallorca von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Kurz nach sieben liegt der Hafen von Port de Sóller noch im Schatten des Bergs, während oben am Coll die ersten Rennradfahrer schon in der Sonne stehen. Zur selben Zeit steigt zwei Autostunden weiter südöstlich jemand die letzten Felsstufen zu einer Bucht hinunter, um vor den Tagesgästen im Wasser zu sein, und in Palma öffnet der Fischstand im Mercat de l'Olivar. Mallorca ist all das an einem einzigen Vormittag – und genau das übersehen die, die die Insel nur vom Flughafentransfer zum Hotelstrand kennen.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Mallorca

Zwischen der Kathedrale in Palma und dem Leuchtturm am Cap de Formentor liegen rund 80 Kilometer – verteile die Klassiker auf mehrere Tage statt auf einen.

Die Kathedrale La Seu steht so dicht am Wasser, dass sie sich bei Windstille im flachen Becken des Parc de la Mar spiegelt – der Bau begann im 13. Jahrhundert auf dem Areal der früheren Hauptmoschee und zog sich über Jahrhunderte hin. Innen fällt das Licht durch eine der größten gotischen Fensterrosen überhaupt, gut zwölf Meter im Durchmesser; an klaren Morgen des 2. Februar und des 11. November wandert ihr Abbild so über die gegenüberliegende Wand, dass es sich exakt unter die westliche Fensterrose schiebt und für ein paar Minuten eine stehende Acht aus zwei Rosetten übereinander ergibt. Antoni Gaudí baute zwischen 1904 und 1914 im Chorraum um und hängte den schmiedeeisernen Baldachin über den Altar, und seit 2007 überzieht Miquel Barcelós Keramikwand die Capella del Santíssim mit Fischen, Broten und aufgeplatzten Tonflächen. Gleich nebenan liegt der Palau Reial de l'Almudaina, aus einem maurischen Alcázar hervorgegangen und bis heute königlicher Repräsentationssitz.

Auf dem Hügel westlich der Altstadt sitzt das Castell de Bellver, eine der wenigen vollständig kreisrunden Burgen Europas, ab 1300 unter Jaume II. errichtet. Der runde Innenhof mit doppeltem Arkadengang wirkt eher wie ein Kloster als wie eine Festung, vom Wehrgang siehst du die ganze Bucht von Palma bis hinüber nach Portixol, und im Inneren erzählt das Stadtmuseum die Geschichte Palmas von den Römern bis in die Gegenwart. Wer danach noch Lust auf Kunst hat, geht ins Es Baluard in der Renaissance-Bastion über dem Hafen oder hinaus nach Cala Major in die Fundació Miró: Joan Miró lebte ab 1956 auf Mallorca, sein Atelier steht dort fast so, wie er es verlassen hat.

Der zweite Sehenswürdigkeiten-Block liegt in den Bergen. In Valldemossa überwinterten Frédéric Chopin und George Sand 1838/39 in zwei Zellen der Real Cartuja – Sand schrieb daraus ihr Buch über den Winter auf Mallorca, das die Insel und ihre Bewohner ziemlich unfreundlich beschreibt und trotzdem zum bekanntesten Reisebuch über Mallorca wurde. Ein paar Kurven weiter nordöstlich klebt Deià an den Hängen, wo der Dichter Robert Graves ab 1929 lebte; sein Haus Ca n'Alluny ist heute Museum. Unterhalb der Straße schiebt sich die Felsnase Sa Foradada mit ihrem Loch ins Meer; der Weg dorthin beginnt am Landgut Son Marroig und dauert je nach Tempo 45 bis 60 Minuten pro Richtung – erkundige dich vor Ort nach den aktuellen Zugangsregeln, das Gelände ist in Privatbesitz.

Im Norden und Osten kommen die großen Naturbauwerke dazu. Am Cap de Formentor führt eine schmale Straße über den Aussichtspunkt Es Colomer zum Leuchtturm an der Inselspitze – in den Sommermonaten ist sie tagsüber zeitweise für Privatfahrzeuge gesperrt und wird durch Shuttlebusse ab Port de Pollença ersetzt, die Regelung ändert sich fast jährlich, prüfe sie kurz vor der Fahrt. Bei Porto Cristo öffnen sich die Cuevas del Drach, ein Höhlensystem mit dem Llac Martel, einem der größten unterirdischen Seen der Welt; im Halbdunkel spielt ein Streichquartett von Booten aus, danach kannst du selbst übersetzen. Und in Alcúdia steht ein fast vollständiger mittelalterlicher Mauerring, direkt daneben liegen die Grabungen von Pollentia, der römischen Stadt, die hier 123 v. Chr. gegründet wurde.

Sehenswürdigkeiten in Mallorca

Alle 10 Sehenswürdigkeiten
Strände & Buchten

Die schönsten Strände und Buchten auf Mallorca

Der Norden hat den flachen Sand für Familien, der Südosten die engen Felsbuchten fürs Foto – dazwischen liegen anderthalb Autostunden.

Buchten im Südosten
Buchten im Südosten

Wer mit Kindern reist, fährt in den Norden. Die Playa de Muro und die anschließende Playa de Alcúdia bilden zusammen einen der längsten Sandstreifen der Insel, das Wasser bleibt über hundert Meter hinaus flach, und hinter den Dünen beginnt das Feuchtgebiet S'Albufera, das größte der Balearen, in dem sich morgens Reiher und Rohrsänger beobachten lassen. Ähnlich unkompliziert ist die Bucht von Port de Pollença, geschützt von zwei Landzungen und deshalb selten unruhig – der Platja de Formentor am Nordufer hat sogar Schatten, weil die Pinien bis fast ans Wasser reichen. Im Rücken steht dabei immer die Tramuntana, was den Norden optisch von den flachen Ferienorten des Südens unterscheidet.

Die Felsbuchten, für die Mallorca auf Fotos berühmt ist, liegen im Südosten zwischen Portocolom und Colònia de Sant Jordi. Im Naturpark Mondragó bilden Ses Fonts de n'Alis und S'Amarador zwei Sandbögen zwischen bewaldeten Felsarmen, mit reguliertem Parkplatz und ohne Hotelfront dahinter. Weiter südlich reihen sich Cala Llombards, Cala Santanyí und die winzigen Einschnitte Caló des Moro und Cala s'Almunia – Letztere sind über einen steilen, unbefestigten Pfad zu erreichen, haben weder Schatten noch Infrastruktur und sind an Sommertagen ab dem späten Vormittag hoffnungslos überfüllt. Entweder du bist vor acht Uhr dort, oder du fährst die zwei Kilometer weiter zur nächsten, weniger fotografierten Bucht. Cala Figuera daneben ist gar kein Strand, sondern ein Fischerhafen in einem verzweigten Fjordarm, und lohnt trotzdem den Abstecher.

Der Süden liefert das Gegenmodell zum Ferienort: Es Trenc zieht sich über mehrere Kilometer feinen Sand ohne einzige Promenade dahinter, geschützt als Teil eines Naturparks, mit kostenpflichtigen Parkplätzen am Rand und langen Zugangswegen durch Dünen und Pinien. Bring Wasser und Sonnenschutz mit, Schatten gibt es praktisch keinen, und an windigen Tagen wird der Sand zum Peeling. Direkt dahinter arbeiten die Salinen, aus denen die Flor de Sal kommt, die du danach im Supermarkt wiedererkennst. Ab Colònia de Sant Jordi legen außerdem die Boote zum Nationalpark-Archipel Cabrera ab, dessen Besucherzahl streng kontingentiert ist – wer die Cova Blava sehen will, bucht früh.

An der Tramuntana-Küste ist Baden Nebensache und Kulisse Hauptsache. Sa Calobra liegt am Ende einer zwölf Kilometer langen Serpentinenstraße mit gut zwei Dutzend Kehren, an deren berühmtester Stelle sich die Fahrbahn selbst unterquert; vom Parkplatz führt ein in den Fels gehauener Tunnel zur Mündung des Torrent de Pareis, wo Kies statt Sand liegt und die Schlucht senkrecht aufragt. Entspannter erreichst du die Bucht mit dem Ausflugsboot ab Port de Sóller. Die benachbarte Cala Tuent ist deutlich ruhiger, die Cala Deià besteht aus Steinen, zwei Fischlokalen auf dem Fels und tiefblauem Wasser. Zwei Hinweise für die ganze Insel: Die braunen Seegrasbänke am Spülsaum sind Küstenschutz und kein Schmutz, und die Flaggen an bewachten Stränden werden ernst genommen – bei roter Flagge bleibt man draußen.

Serra de Tramuntana

Serra de Tramuntana – Bergdörfer, Wanderwege und Panoramastraßen

Die Ma-10 zieht sich von Andratx bis Pollença rund hundert Kilometer durch das Gebirge und ist die eine Strecke, für die sich der Mietwagen wirklich lohnt.

Die Serra de Tramuntana steht seit 2011 als Kulturlandschaft auf der UNESCO-Welterbeliste, und zwar ausdrücklich nicht wegen eines einzelnen Bauwerks, sondern wegen der Kombination aus Fels und Handarbeit: Über Jahrhunderte haben Bauern die Hänge mit Trockenmauern in Terrassen gelegt, Olivenbäume darauf gesetzt und ein System aus Kanälen, Zisternen und Schöpfstellen gebaut, das ohne Mörtel und ohne Pumpe funktioniert. Der Puig Major misst 1.445 Meter und trägt eine militärische Radarstation, sein Gipfel bleibt gesperrt; der höchste frei begehbare Berg ist mit gut 1.350 Metern der Puig de Massanella. Die Aussichtspunkte entlang der Ma-10 sind keine Zufallsprodukte, sondern angelegte Kanzeln – der Mirador de Ses Ànimes bei Banyalbufar auf einem alten Wachturm, der Mirador de Ses Barques über der Bucht von Port de Sóller.

Die Dörfer der Tramuntana funktionieren am besten als Perlenkette. Von Andratx aus kommen erst Estellencs und Banyalbufar, wo die Terrassen bis ans Meer treppen und aus der Malvasia-Traube wieder Wein gemacht wird, nachdem der Anbau ein Jahrhundert lang fast verschwunden war. Dann Valldemossa mit der Kartause, Deià mit seinen ockerfarbenen Häusern über der Küste, das Tal von Sóller mit den Nachbardörfern Biniaraix und Fornalutx, dessen steile Treppengassen als eines der bestgepflegten Ortsbilder Spaniens gelten. Weiter östlich liegt das Wallfahrtskloster Lluc mit der Schwarzen Madonna und dem Knabenchor Els Blauets, und ganz am Ende Pollença mit den 365 Stufen der Calvari-Treppe. Für die Strecke von Andratx bis Pollença brauchst du mit Stopps einen ganzen Tag, keine drei Stunden.

Gewandert wird hier von Oktober bis Mai, im Hochsommer ist es in den Hängen schlicht zu heiß. Die Hauptachse ist der GR221, die Ruta de Pedra en Sec oder Trockensteinroute, die auf rund 150 Kilometern von Port d'Andratx nach Pollença führt und in Etappen mit Übernachtung in bewirtschafteten Refugis begangen wird – die Betten sind begrenzt und müssen vorab gebucht werden. Wer nur einen Tag hat, nimmt den Barranc de Biniaraix, eine mittelalterliche Steintreppe, die vom Sóller-Tal in engen Kehren zum Cúber-Stausee hinaufführt, oder den Aufstieg zum Castell d'Alaró, dessen Burgruine auf einem freistehenden Felsklotz sitzt. Feste Schuhe sind Pflicht, der Kalk ist nach Regen glatt wie Seife.

Zwei Dinge solltest du beim Fahren im Kopf behalten. Erstens die Straße nach Sa Calobra, die von der Ma-10 abzweigt und rund 700 Höhenmeter in Serpentinen hinunterläuft: Sie ist eng, hat kaum Leitplanken und wird von Reisebussen und Rennradgruppen gleichzeitig genutzt – fahr sie früh am Morgen oder am späten Nachmittag, und rechne unten mit einem vollen Parkplatz. Zweitens der Torrent de Pareis, die Schlucht, die dort mündet: Ihre Durchsteigung von Escorca aus ist keine Wanderung, sondern eine ganztägige Kletterpassage mit Abseilstellen und Wassersprüngen, nach Regen lebensgefährlich und ausschließlich mit Erfahrung oder Guide zu machen. Vom Strand aus ein paar hundert Meter in die Schlucht hineinzugehen, ist dagegen problemlos und liefert schon den ganzen Eindruck.

Aktivitäten & Touren in Mallorca

Alle 8 Aktivitäten
Rundreise & Planung

Mallorca-Urlaub planen mit einer Rundreise in sieben bis zehn Tagen

Zwei Standquartiere reichen für die ganze Insel – eines im Nordwesten für die Berge und eines im Südosten für die Buchten.

Die Runde, die sich bewährt hat, beginnt in Palma: zwei Tage für Altstadt, Kathedrale, Bellver und die Uferviertel, ohne Auto, weil du in der Stadt keines brauchst. Danach in die Tramuntana, mit Standort in Sóller, Deià oder Valldemossa, von wo aus du in zwei bis drei Tagen die Ma-10, Sa Calobra, das Kloster Lluc und eine Wanderung unterbringst. Anschließend in den Norden nach Pollença oder Alcúdia für Cap de Formentor, Stadtmauer, S'Albufera und die flachen Strände. Zum Schluss der Südosten mit Mondragó, Santanyí, Portocolom und den Drachenhöhlen, bevor du über das Inselinnere mit einem Stopp in Sineu oder Binissalem zurück nach Palma fährst. Zehn Tage decken das entspannt ab, sieben mit Tempo.

Der häufigste Planungsfehler ist der tägliche Hotelwechsel. Mallorca ist klein genug, dass zwei feste Basen genügen, und groß genug, dass sich das Umziehen sonst spürbar in Fahrzeit niederschlägt. Nimm ein Quartier im Nordwesten zwischen Sóller und Pollença für Berge und Nordküste, ein zweites zwischen Santanyí und Cala d'Or für die Buchten – von beiden aus liegen die jeweiligen Ziele unter 45 Minuten entfernt. Wer nur eine Woche hat und beides sehen will, lässt lieber einen Landesteil weg, als jeden zweiten Abend zu packen. Für Familien mit kleinen Kindern ist eine einzige Basis im Norden fast immer die bessere Entscheidung, weil Strand, Berge und Ausflugsziele dort ohnehin dicht beieinanderliegen.

Unterschätz die Fahrzeiten in der Tramuntana nicht. Auf der Ma-10 legst du selten mehr als 40 Kilometer in der Stunde zurück, weil die Straße kurvig ist, Radgruppen unterwegs sind und du alle paar Kilometer anhalten willst. Über die Autobahnen sieht es anders aus: Palma nach Alcúdia dauert auf der Ma-13 knapp eine Stunde, nach Cala Ratjada etwa 75 Minuten, nach Sóller durch den Tunnel eine gute halbe Stunde. Rechne für jeden Ausflugstag ein Ziel plus einen spontanen Stopp, nicht drei Ziele. Und leg Sehenswürdigkeiten mit Zeitfenstertickets – Drachenhöhlen, Kathedrale, Bahnfahrt nach Sóller – möglichst auf den Vormittag, weil die Nachmittagsslots in der Saison zuerst weg sind.

Für kürzere Reisen gibt es klare Zuschnitte. Ein langes Wochenende reicht für Palma allein, inklusive eines Tagesausflugs mit dem Zug nach Sóller und zurück mit dem Bus über Valldemossa. Vier bis fünf Tage lassen sich als reine Tramuntana-Woche denken, mit Wandern statt Baden, am besten im Oktober oder April. Und wer die Nachbarinseln anhängen will: Ab Alcúdia setzt eine Schnellfähre nach Ciutadella auf Menorca über, ab Palma fahren Schiffe nach Ibiza – beides funktioniert als Tagesausflug nur bei guter Planung und lohnt eher mit einer Übernachtung. Der Nationalpark Cabrera im Süden ist dagegen ein klassischer Tagestörn ab Colònia de Sant Jordi.

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Palma & Viertel

Palma de Mallorca und die Viertel am Wasser

Palmas Altstadt passt in einen Kreis von etwa einem Kilometer, und drei der interessantesten Viertel liegen außerhalb davon direkt am Meer.

Kathedrale La Seu
Kathedrale La Seu

Der Casco Antiguo ist ein Gassennetz aus der maurischen Zeit, in das die Christen ab 1229 Kirchen und Adelspaläste hineingebaut haben. Was diese Altstadt von anderen unterscheidet, sind die Patios: Hinter unscheinbaren Toren öffnen sich Innenhöfe mit Freitreppen, Säulen und Zisternen, von denen mehrere Dutzend tagsüber zugänglich sind – man muss nur den Kopf durch offene Portale stecken, das ist hier ausdrücklich erlaubt. Dazu die Banys Àrabs, ein arabisches Badehaus aus dem 10. Jahrhundert mit Hufeisenbögen mitten in einem Garten, der Passeig del Born als schattige Flaniermeile und der Mercat de l'Olivar, Palmas große Markthalle, in der du am Fischstand kaufst und an der Theke nebenan gleich essen kannst.

Zwischen Altstadt und Hafen liegt La Llotja, benannt nach der gotischen Handelsbörse, die Guillem Sagrera ab 1420 als Kaufmannshalle baute – gedrehte Säulen wie Palmstämme, ein Raum ohne Zwischenwände, heute Ausstellungsort. Rundherum ist das Viertel abends das Ausgehquartier der Stadt, mit Bars in Gewölben und Gassen, die sich erst nach zehn füllen. Ein paar hundert Meter westlich beginnt Santa Catalina, bis in die 1960er ein Fischer- und Handwerkerviertel, heute die dichteste Restaurantzone Mallorcas: Kern ist die Markthalle mit ihren Ständen, drumherum stehen niedrige bunte Häuser, und am Abhang zum Meer stehen die restaurierten Windmühlen von Es Jonquet, deren Flügel längst festgesetzt sind.

Weiter nach Westen kommt El Terreno, eingeklemmt zwischen dem Bellver-Wald und dem Paseo Marítimo. Das Viertel war in den 1960er- und 1970er-Jahren das Nachtleben-Zentrum der Insel, verfiel danach und wird gerade wieder entdeckt, mit Boutique-Hotels, Galerien und einem Preisniveau, das noch unter dem der Altstadt liegt. In die andere Richtung, östlich des Zentrums, liegt Portixol: früher ein Fischerhafen, heute eine Bucht mit Booten, einer Ufermole und einer Reihe von Lokalen direkt am Wasser. Von dort läuft die Promenade weiter über Es Molinar bis Ciutat Jardí – rund drei Kilometer flach am Meer, morgens voller Läufer, abends voller Radfahrer, und der beste Weg, Palma so zu sehen, wie die Stadt sich selbst benutzt.

Und dann ist da noch die Playa de Palma. Der knapp fünf Kilometer lange Sandstrand östlich der Stadt gehört mit El Arenal und den Balnearios zu Mallorcas bekanntestem und zugleich umstrittenstem Kapitel – hier liegt das, was in Deutschland Ballermann heißt, konzentriert auf wenige hundert Meter rund um das sechste Strandlokal. Wichtig für die Planung ist vor allem die Geografie: Vom Zentrum Palmas sind es gut zehn Kilometer, von den Bergdörfern der Tramuntana über eine Stunde. Wer damit nichts zu tun haben will, bekommt davon nichts mit; wer hin will, kommt mit dem Stadtbus hin. Am selben Küstenabschnitt liegt übrigens das Palma Aquarium, das an Regentagen mit Kindern zuverlässig einen halben Tag füllt.

Übernachten

Hotels auf Mallorca und die Frage nach der richtigen Gegend

Die Entscheidung fällt auf Mallorca nicht zwischen Sternen, sondern zwischen Küstenabschnitten – und die haben sehr unterschiedliche Charaktere.

Fünf Gegenden decken praktisch alles ab. Palma und sein Umland funktionieren das ganze Jahr, mit Stadthotels wie dem Hotel Can Cera in einem alten Stadtpalast der Altstadt, mit dem Castillo Hotel Son Vida in den Hügeln über der Stadt und mit dem Cap Rocat, einer zum Hotel umgebauten Küstenfestung des 19. Jahrhunderts an der Bucht, die heute als Adults-only-Haus geführt wird. Die Tramuntana ist die Adresse für Ruhe und Aussicht: das Belmond La Residencia in zwei Herrenhäusern oberhalb von Deià, das Jumeirah Mallorca auf der Klippe über Port de Sóller, das familiengeführte Hotel Mar i Vent in den Terrassen von Banyalbufar und das Gran Hotel Son Net, ein Herrenhaus des 17. Jahrhunderts über dem Bergdorf Puigpunyent. Der Norden um Pollença und Alcúdia ist Familienland mit flachem Wasser, der Südosten um Cala d'Or und Santanyí Buchtenland, und der Südwesten von Port d'Andratx bis Peguera das Revier für Segler und Golfer.

Die mallorquinische Spezialität ist das Landhotel. Rechtlich unterschieden werden Agroturisme, also Zimmer auf einem noch arbeitenden Hof mit Oliven, Schafen oder Wein, und Hotel Rural, ein umgebautes Herrenhaus ohne Landwirtschaft – in beiden Fällen bedeutet es wenige Zimmer, einen Pool zwischen Trockenmauern und meist ein Abendessen im Haus. Der Preis dafür: Ohne Auto bist du dort verloren, viele Häuser verlangen Mindestaufenthalte, und die guten Adressen im Inselinneren sind für Mai, Juni und September früh vergeben. Dafür bekommst du Stille, die es an der Küste im Juli nirgends mehr gibt, und einen Frühstückstisch mit Öl und Aprikosen vom eigenen Grundstück.

Zwischen Klassen wird auf Mallorca weniger über Sterne entschieden als über Zuschnitt. Adults-only-Häuser sind auf der Insel stark verbreitet – neben dem Cap Rocat etwa das Can Mostatxins, ein Boutiquehotel in zwei gotischen Stadthäusern im Norden der Insel. Am anderen Ende stehen die großen Familienanlagen im Norden und Osten mit Buffet, Pool-Landschaft und Halbpension, die für zwei Wochen mit Kindern oft die vernünftigste Rechnung ergeben. Dazwischen liegen Häuser wie das Hotel Esplèndido an der Bucht von Port de Sóller mit seinem bewusst beibehaltenen Fünfziger-Jahre-Charme. Sinnvoll ist fast immer die Kombination aus zwei Stationen: ein paar Nächte Stadt oder Berg, danach die längere Strandwoche.

Drei praktische Punkte. Erstens die Saison: Außerhalb Palmas schließen viele Hotels zwischen November und Februar ganz, während die Stadt durchgehend offen bleibt – für Winterreisen ist Palma deshalb fast immer die richtige Basis. Zweitens die Ecotasa, die balearische Übernachtungssteuer, die pro Person und Nacht ab 16 Jahren anfällt, nach Unterkunftskategorie gestaffelt ist, in der Hauptsaison am höchsten ausfällt und ab dem neunten Übernachtungstag reduziert wird; sie steht separat auf der Rechnung. Die Sätze wurden zuletzt mehrfach angepasst – die gültige Staffel veröffentlicht die Agència Tributària de les Illes Balears. Drittens das Parken: Hotels in Palmas Altstadt haben so gut wie nie eigene Stellplätze, du landest im Parkhaus. Wenn du Stadt und Insel kombinierst, hol den Mietwagen erst an dem Tag ab, an dem du Palma verlässt.

Hotels in Mallorca

Alle 9 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Essen und Trinken auf Mallorca

Die Inselküche ist bäuerlich gedacht, mit Brot, Schwein und Öl als Grundgerüst – und ausgerechnet sie prägt inzwischen die Sterneküche in Palma.

Das Grundnahrungsmittel heißt Pa amb oli: dunkles, salzarmes Bauernbrot (pa moreno), ungetoastet mit einer Ramallet-Tomate eingerieben, Olivenöl und Salz darüber, dazu Schinken, Käse oder Sobrassada. Die Sobrassada ist die streichbare, mit Paprika gewürzte Rohwurst der Insel und trägt ein eigenes Herkunftszeichen; sie schmeckt auf warmem Brot mit ein wenig Honig am besten. Dazu kommen Tumbet, ein geschichteter Auflauf aus Kartoffeln, Auberginen und Paprika, das Frit Mallorquí aus Innereien und Kartoffeln, der Reistopf Arròs Brut, die belegte Coca de Trampó ohne Käse und die Sopes Mallorquines, die entgegen dem Namen keine Suppe sind, sondern ein fast trockener Eintopf aus Gemüse und dünnen Brotscheiben. Süß endet es mit Ensaïmada, dem spiralförmigen Hefegebäck mit Schweineschmalz, und dem Mandelkuchen Gató mit Mandeleis.

In Palma hat sich daraus eine ernstzunehmende Restaurantszene entwickelt. Marc Fosh kocht in einem ehemaligen Klostergebäude in der Altstadt leichte mediterrane Küche und war der erste britische Koch in Spanien mit Michelin-Stern. DINS Santi Taura im Hotel El Llorenç erzählt mallorquinische Rezepte als Menü neu, teils nach historischen Vorlagen. Und Adrián Quetglas serviert Sterneküche im Bistroformat mit einem überschaubaren Menü zu Preisen, die für diese Kategorie ungewöhnlich zugänglich sind. Für alle drei gilt: rechtzeitig reservieren, und vorher nachsehen, ob das Haus gerade in der Winterpause ist – viele Küchen schließen im Januar oder Februar für mehrere Wochen.

Am Wasser wird anders gegessen. Ca's Patró March liegt auf den Felsen über der Cala Deià, du läufst die letzten Minuten vom Parkplatz oberhalb hinunter, und auf den Tisch kommt, was am Morgen gefangen wurde – reservieren ist dringend zu empfehlen, spontan bekommt man dort im Sommer selten einen Platz. An der Promenade von Port de Sóller liegen Randemar in einer alten Villa und das familiengeführte Ses Oliveres mit Fisch und Reisgerichten, oben auf der Klippe die Brasserie Cap Roig mit Blick über die ganze Bucht. Am Hafen von Port d'Andratx serviert Barlovento mallorquinische Reispfannen mit Terrasse zum Wasser. Und wer sich schnell durch vieles probieren will, geht in den Mercat 1930 am Paseo Marítimo, eine Markthalle mit Ständen statt Karte.

Getrunken wird zunehmend einheimisch. Zwei Herkunftsbezeichnungen teilen die Insel auf: DO Binissalem im Zentrum, die erste der Balearen überhaupt, und DO Pla i Llevant im Osten. Die charakteristischen Rebsorten heißen Manto Negro und Callet für Rot, Prensal Blanc für Weiß, dazu die wiederbelebte Malvasia aus Banyalbufar. Verkostungen laufen fast immer nach Voranmeldung, dann nimmt sich aber jemand eine Stunde Zeit. Als Digestif gehören die Hierbas Mallorquines auf den Tisch, ein Kräuterlikör in den Varianten dolces, mescladas und seques, dazu der bittere Palo. Zwei Alltagsregeln noch: Abendessen beginnt selten vor 20 Uhr, und mittags gibt es unter der Woche fast überall ein Menú del Día zu einem Bruchteil des Abendpreises.

Restaurants in Mallorca

Alle 9 Restaurants
Anreise & Mietwagen

Anreise nach Mallorca und unterwegs mit dem Mietwagen

Der Flughafen liegt acht Kilometer vom Zentrum Palmas entfernt, aber zwischen Terminal und Nordküste liegt eine volle Autostunde.

Der Flughafen Palma de Mallorca, offiziell Son Sant Joan, ist einer der meistfrequentierten Spaniens und wird im Sommer von nahezu jedem größeren deutschen Flughafen direkt angeflogen; im Winterflugplan schrumpft das Angebot deutlich, dann laufen die Verbindungen oft über Frankfurt, München oder Düsseldorf. Wer das eigene Auto mitnehmen will, fährt per Fähre ab Barcelona, Valencia oder Dénia nach Palma oder Alcúdia – die Nachtüberfahrten mit Kabine sind die bequemste Variante, dauern aber je nach Route und Schiff sehr unterschiedlich lange. Für den Sprung nach Menorca gibt es die Verbindung Alcúdia–Ciutadella, für Ibiza fahren Schiffe ab Palma.

Für alles außerhalb Palmas ist ein Mietwagen die praktikabelste Lösung, und dafür gelten ein paar Regeln. Buche früh, besonders für Juli und August, wo die Preise am Schalter ein Vielfaches der Vorabbuchung erreichen können. Nimm die kleinste Klasse, die dein Gepäck fasst – auf den Tramuntana-Straßen ist ein schmales Auto ein echter Vorteil, ebenso beim Parken in den Dörfern. Die Autobahnen Ma-13 Richtung Alcúdia und Ma-19 Richtung Llucmajor sind mautfrei, ebenso der Tunnel nach Sóller, für den seit 2017 keine Gebühr mehr anfällt. In Palma und den größeren Orten gelten blau markierte Kurzzeitzonen mit Parkscheinautomat; lass grundsätzlich nichts Sichtbares im Auto liegen, Aufbrüche an Ausflugsparkplätzen sind das häufigste Ärgernis der Insel.

Ohne Auto geht es besser, als der Ruf der Insel vermuten lässt. Von der Estació Intermodal an der Plaça d'Espanya in Palma fahren die Vorortzüge nach Inca, Sa Pobla und Manacor sowie die Überlandbusse des TIB-Netzes in fast alle Orte der Insel; die Tickets sind günstig, die Takte außerhalb der Hauptstrecken allerdings dünn und an Sonntagen nochmals dünner. Vom Flughafen bringt dich die Stadtbuslinie 1 ins Zentrum von Palma, dazu fahren Expressbusse direkt in die großen Ferienorte. Und dann gibt es noch den Tren de Sóller, die Schmalspurbahn von 1912 mit ihren Holzwagen, die in gut einer Stunde über den Berg fährt und in Sóller Anschluss an die Straßenbahn zum Hafen hat – das ist Verkehrsmittel und Ausflug in einem.

Beim Fahren selbst hilft ein wenig Vorwissen. Auf Landstraßen sind 90 km/h die Regel, auf Autobahnen 120, die Promillegrenze liegt bei 0,5 und für Fahranfänger niedriger, Radarkontrollen sind häufig. Im Kreisverkehr hat Vorfahrt, wer schon im Kreisel fährt; zum Verlassen wird geblinkt und rechtzeitig nach außen gewechselt. Tankstellen liegen fast alle im Flachland – füll den Tank in Andratx, Sóller, Pollença oder an der Ma-13, bevor du in die Berge abbiegst, entlang der Bergstraße findest du kaum eine. Und rechne in der Tramuntana ganzjährig mit Rennradgruppen, die teils zu zwanzigst unterwegs sind: Überholen braucht Geduld, ausreichend Abstand und eine Stelle, an der du die Gegenfahrbahn wirklich überblickst.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Aktiv & Sport

Rennrad, Wandern und Wassersport auf Mallorca

Von Februar bis April gehört die Insel den Rennradfahrern, ab Mai wechselt das Publikum – die Berge bleiben dieselben.

Cap de Formentor
Cap de Formentor

Mallorca ist das Wintertrainingslager des europäischen Straßenradsports, und das aus nachvollziehbaren Gründen: milde Temperaturen im Februar, kaum Regen im März, ein dichtes Netz gut asphaltierter Nebenstraßen und ein Gebirge, das direkt am Meer beginnt. Die berühmteste Rampe ist die Auffahrt von Sa Calobra zum Coll dels Reis, gut neun Kilometer mit rund sieben Prozent Durchschnittssteigung, an deren Kopf sich die Straße in einer Schleife selbst unterquert. Dazu kommen der lange Anstieg zum Puig Major, die alte Passstraße über den Coll de Sóller mit ihren Dutzenden Kehren und die Wellen der Formentor-Halbinsel. Im Frühjahr findet außerdem ein großes Jedermannrennen über die ganze Insel statt, in dessen Umfeld die Hotels im Norden früh ausgebucht sind. Räder mietest du in fast jedem größeren Ort, viele Hotels führen den Zusatz Bike-Hotel mit Werkstatt und abschließbarem Radraum.

Zu Fuß liegt das Beste ebenfalls in der Tramuntana, aber nicht nur auf dem Fernwanderweg. Der Barranc de Biniaraix ist die eindrucksvollste Halbtagestour der Insel, eine gepflasterte Treppenschlucht aus Trockenmauern; der Aufstieg zum Castell d'Alaró führt an der berühmten Wirtschaft Es Verger vorbei zu einer Burgruine auf einem Felsklotz; La Trapa über Sant Elm belohnt mit Blick auf die vorgelagerte Insel Sa Dragonera. Im Norden bietet die Halbinsel La Victòria bei Alcúdia leichte Küstenwege mit Kiefernschatten, im Osten führen kurze Pfade zu Buchten ohne Straßenzugang. Für Vogelbeobachtung gibt es S'Albufera, und im Inselinneren locken die Klosterberge Randa und Sant Salvador mit weiter Sicht über die Ebene.

Auf dem Wasser ist das Angebot mindestens so groß. Ab Palma starten Segeltörns und Katamaranfahrten, besonders beliebt am Abend, wenn die Bucht von Westen her rot wird. In der geschützten Bucht von Pollença sowie bei Sa Ràpita im Süden herrschen verlässliche Bedingungen für Windsurfen und Kite, entlang der Südostküste kannst du mit Guides Coasteering machen, also die Klippen schwimmend, kletternd und springend abarbeiten. Kajaks und Stand-up-Boards gibt es an fast jedem größeren Strand, geschnorchelt wird am besten in den Felsbuchten, und Taucher fahren zum Naturschutzgebiet um die Insel El Toro oder – mit begrenzten Genehmigungen – nach Cabrera. Ausflugsboote verbinden Port de Sóller mit Sa Calobra und Alcúdia mit den Nordbuchten.

Und dann gibt es noch die Nischen, die Mallorca zu einem ganzjährigen Sportziel machen. Golf funktioniert hier gerade im Winter, mit einer Reihe von Plätzen rund um Palma und im Südwesten. Klettern hat auf der Insel eine eigene Geschichte, weil das seilfreie Klettern über tiefem Wasser, das Psicobloc, an den mallorquinischen Klippen groß geworden ist. Canyoning im Torrent de Pareis und seinem finsteren Oberlauf Sa Fosca gehört zu den anspruchsvollsten Touren des Mittelmeers und ausschließlich in die Hände erfahrener Guides. Ruhiger geht es bei einer Bodega-Führung in Binissalem zu, bei einem Kochkurs auf einer Finca oder bei einer Ballonfahrt über Es Pla, für die man allerdings sehr früh aufstehen muss.

Inselinneres & Märkte

Es Pla, Weingüter und die Wochenmärkte im Inselinneren

Zwischen Palma und der Ostküste liegt eine Ebene aus Mandelbäumen, Windrädern und Dörfern, in denen kein Hotelbus hält.

Serra de Tramuntana
Serra de Tramuntana

Es Pla, die zentrale Ebene, ist der Landesteil, den Pauschalreisende höchstens vom Flughafentransfer kennen. Sineu liegt genau in der Mitte der Insel und hält seinen Wochenmarkt seit dem Mittelalter am Mittwoch ab – Gemüse, Käse, Lederwaren und in einer eigenen Ecke noch immer Nutztiere. Der größte Markt der Insel findet donnerstags in Inca statt und ist traditionell die Adresse für Leder. Sonntags baut Pollença auf dem Platz vor der Kirche auf, dienstags und sonntags Alcúdia, mittwochs und samstags Santanyí, samstags Sóller. Die Markttage liegen seit Jahrzehnten fest, verschieben sich an Feiertagen aber gelegentlich – ein Blick auf die Seite der Gemeinde vor der Fahrt kostet nichts. Geh früh: Gegen elf sind die Parkplätze voll und die guten Stände abgeräumt.

Der Wein ist der zweite Grund, ins Landesinnere zu fahren. Rund um Binissalem und Santa Maria del Camí liegt die DO Binissalem, die erste Herkunftsbezeichnung der Balearen; im Osten zwischen Felanitx, Petra und Porreres schließt die DO Pla i Llevant an. Angebaut werden vor allem einheimische Sorten, die es sonst kaum irgendwo gibt: Manto Negro und Callet für kräftige, aber nicht schwere Rote, Prensal Blanc für trockene Weiße. Die meisten Bodegas empfangen nach Voranmeldung, viele mit Führung durch Keller und Rebzeilen. Ende September feiert Binissalem mit der Festa des Vermar die Weinlese, inklusive Traubenschlacht auf dem Dorfplatz – ein Termin, für den man nichts anziehen sollte, was einem lieb ist.

Das Inselinnere hat außerdem die beiden besten Gründe, außerhalb der Saison zu kommen. Ab Ende Januar blühen für gut vier Wochen die Mandelbäume, zuerst in den geschützten Lagen um Bunyola und Santa Maria, dann in der ganzen Ebene – die Insel wird weiß und rosa, die Temperaturen liegen bei fünfzehn Grad, und die Straßen gehören dir. Fast gleichzeitig laufen die großen Winterfeste: Am 16. und 17. Januar treiben in Sa Pobla und Artà die Dimonis, kostümierte Teufelsgestalten, mit Feuer und Trommeln durch die Gassen, und rund um den 20. Januar feiert Palma seinen Stadtpatron Sant Sebastià mit Feuern und Konzerten auf den Plätzen. Beides ist kein Touristenprogramm, sondern Ortsangelegenheit, an der man teilnehmen darf.

Wer weiterfährt, findet im Osten noch eine dritte Schicht Insel. Manacor ist die zweitgrößte Stadt Mallorcas und seit über hundert Jahren für die Herstellung künstlicher Perlen bekannt, Petra ist der Geburtsort des Missionars Juníper Serra, der im 18. Jahrhundert die kalifornischen Missionen gründete, und über Felanitx thront das Bergkloster Sant Salvador. In Artà kannst du zur Wallfahrtskirche über der Stadt hinaufsteigen und ein paar Kilometer weiter die talayotische Siedlung Ses Païsses besichtigen, eine bronzezeitliche Anlage mit Zyklopenmauern; im Süden bei Llucmajor liegt mit Capocorb Vell eine zweite. Und über allem steht das Castell de Capdepera im Nordosten, dessen Mauerring einen ganzen Hügel umschließt. Für diese Ziele brauchst du kein Ticketfenster und keine Reservierung – nur ein Auto und einen Vormittag.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Mallorca – und welches zu dir passt

Palma Altstadt (Casco Antiguo)Palma Altstadt (Casco Antiguo)Ein Gassennetz aus maurischer Zeit, in das später gotische Kirchen und Adelspaläste gesetzt wurden. Kathedrale La Seu, Almudaina, die arabischen Bäder und der Mercat de l'Olivar liegen hier auf engstem Raum, dazwischen öffnen sich dutzende Innenhöfe mit Freitreppen und Zisternen.Ideal für: Kultur & Stadtbummel1–2 TageLa Llotja (La Lonja)La Llotja (La Lonja)Benannt nach der gotischen Handelsbörse, die Guillem Sagrera ab 1420 mit gedrehten Säulen wie Palmstämmen baute. Das Viertel zwischen Altstadt und Paseo Marítimo ist tagsüber ruhig und ab dem späten Abend die Ausgehzone Palmas, mit Bars in alten Gewölben.Ideal für: Abende in Palma½ TagSanta CatalinaSanta CatalinaVom Passeig del Born sind es zu Fuß keine zehn Minuten über den Paseo Mallorca hinüber, an dessen Rand Adrián Quetglas Sterneküche im Bistroformat kocht. Der Mercat de Santa Catalina ist die älteste Markthalle Palmas, eine Vormittagsangelegenheit und sonntags geschlossen; abends verlagert sich alles in die Bars der Carrer de la Fàbrica.Ideal für: Essen & Ausgehen½ TagEl TerrenoEl TerrenoZwischen dem Bellver-Wald und dem Paseo Marítimo gelegen, war El Terreno in den sechziger und siebziger Jahren das Nachtleben-Zentrum der Insel. Nach langem Dornröschenschlaf ziehen jetzt Boutique-Hotels und Galerien ein, und über allem steht die runde Burg auf dem Hügel.Ideal für: Palma mit Buchtblick½ TagPortixolPortixolEin früherer Fischerhafen östlich des Zentrums, in dem noch Boote in der kleinen Bucht liegen, während an der Mole gefrühstückt wird. Von hier läuft die Uferpromenade drei Kilometer flach über Es Molinar bis Ciutat Jardí – morgens voller Läufer, abends voller Radfahrer.Ideal für: Frühstück am Wasser½ TagSóller & Port de SóllerSóller & Port de SóllerSóller liegt in einer von Bergen geschlossenen Talmulde voller Orangen- und Zitronenterrassen, verbunden mit dem runden Naturhafen Port de Sóller durch eine Straßenbahn von 1913. Als Standquartier für die Tramuntana ist der Ort kaum zu schlagen, die Ma-10 beginnt vor der Haustür.Ideal für: Standquartier Tramuntana2–4 TageValldemossaValldemossaDas Bergdorf über dem Tal ist vor allem für die Real Cartuja bekannt, in deren Zellen Frédéric Chopin und George Sand den Winter 1838/39 verbrachten. Ringsum steigen Kopfsteingassen zwischen ockerfarbenen Häusern an, und ab dem späten Nachmittag wird es hier wieder ruhig.Ideal für: Kultur in den Bergen½–1 TagDeiàDeiàEin honigfarbenes Dorf, das sich an die Hänge der Tramuntana über der Küste legt und seit Robert Graves' Ankunft 1929 Schriftsteller und Maler anzieht. Vom Ort führt ein Weg hinunter zur steinigen Cala Deià mit ihren Fischlokalen auf dem Fels, gut eine halbe Stunde bergab.Ideal für: Ruhe & Küstenwege1–2 TagePollença & Port de PollençaPollença & Port de PollençaVom Hauptplatz führen 365 Stufen zwischen Zypressen auf den Kalvarienberg, sonntags füllt der Markt die Altstadt. Sechs Kilometer weiter liegt die geschützte Bucht von Port de Pollença mit langem Sandstrand, verlässlichem Wind für Segler und der Tramuntana als Kulisse.Ideal für: Bergkulisse & Wassersport2–4 TageAlcúdia & Port d'AlcúdiaAlcúdia & Port d'AlcúdiaHinter einem fast vollständigen mittelalterlichen Mauerring liegt eine Altstadt mit Markttagen dienstags und sonntags, direkt daneben die römischen Grabungen von Pollentia. Am Hafen beginnt der flachste und längste Sandstrand der Insel, dahinter das Feuchtgebiet S'Albufera.Ideal für: Familien & Strand3–5 Tage
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Mallorca im Jahreslauf

Zwischen der Mandelblüte im Februar und dem letzten warmen Badetag Ende Oktober liegen auf Mallorca acht sehr unterschiedliche Reisemonate.

Mallorca hat mediterranes Klima mit milden, feuchten Wintern und heißen, extrem trockenen Sommern. Die Werte unten gelten für Palma und den Süden; in der Serra de Tramuntana liegt es je nach Höhe mehrere Grad kühler und deutlich regenreicher, im Winter fällt auf dem Puig Major regelmäßig Schnee. Wichtig ist der Nachlauf des Meeres: Am kältesten ist das Wasser im Februar und März mit ungefähr 14 bis 15 Grad, am wärmsten im August und September mit 26 bis 27 Grad – der September ist deshalb der bessere Bademonat als der Juni. Der meiste Regen fällt zwischen Oktober und Dezember, oft in wenigen kräftigen Tagen statt als Dauerregen.

Jan15°5°still, Sant Antoni und Sant Sebastià
Feb16°5°Mandelblüte, Radsaison beginnt
Mär18°6°Wanderwetter, Meer noch kalt
Apr20°8°grüne Tramuntana, Radhochsaison
Mai24°12°warm, Wandern und erstes Baden
Jun28°16°lange Tage, Wasser um 22 Grad
Jul31°19°heiß und voll, Bergtouren tabu
Aug31°19°Höhepunkt der Saison, teuer
Sep28°17°warmes Meer, leerere Buchten
Okt24°13°mild, Baden bis Monatsmitte
Nov19°9°regenreich, Hotels schließen
Dez16°6°ruhig, Palma bleibt geöffnet

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Mallorca sind Mai, Juni, September und die erste Oktoberhälfte. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 24 und 28 Grad, das Meer ist warm genug, und in der Tramuntana lässt sich vormittags noch wandern. Der September schlägt den Juni beim Wasser, der Juni bei der Tageslänge. Juli und August funktionieren am Strand, aber nicht in den Bergen und nicht beim Budget. Februar bis April ist die Zeit für Mandelblüte, Rennrad und Fernwanderweg, November und Dezember gehören Palma, weil an der Küste vieles geschlossen hat.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Mallorca

Wie viele Tage sollte man für Mallorca einplanen?
Eine Woche reicht für einen Landesteil plus Palma, also etwa Tramuntana und Nordküste oder Südosten und Hauptstadt. Zehn Tage decken beides ab, ohne dass du jeden zweiten Abend packst. Für einen reinen Städtetrip nach Palma genügen drei bis vier Tage, inklusive Bahnfahrt nach Sóller.
Wann ist die beste Reisezeit für Mallorca?
Das hängt vom Vorhaben ab. Zum Baden sind Juni bis Anfang Oktober verlässlich, wobei das Meer im September mit 26 Grad wärmer ist als im Juni. Zum Wandern in der Tramuntana eignen sich Oktober bis Mai, im Hochsommer ist es dort zu heiß. Rennradfahrer kommen von Februar bis April, zur Mandelblüte im Februar.
Braucht man auf Mallorca wirklich einen Mietwagen?
Für Palma und einen reinen Hotelurlaub nicht – die Stadt erkundest du zu Fuß, in die großen Ferienorte fahren Expressbusse ab Flughafen. Sobald du Tramuntana, Inselinneres oder die kleinen Buchten sehen willst, ja: Dorthin fahren Busse selten und mit langen Umsteigezeiten. Buche für Juli und August Monate im Voraus.
Wie kommt man vom Flughafen Palma zum Hotel?
Ins Zentrum von Palma fährt die Stadtbuslinie 1 die rund acht Kilometer in etwa 20 Minuten, in die größeren Ferienorte im Norden, Osten und Süden gibt es Flughafen-Expressbusse. Taxis stehen direkt vor der Ankunftsebene. Mietwagenstationen liegen teils im Terminalgebäude, teils auf externen Parkplätzen mit Shuttle – prüfe das bei der Buchung.
Welche Strände auf Mallorca sind für Kinder geeignet?
Der Norden: Playa de Muro und Playa de Alcúdia fallen über hundert Meter hinaus flach ab und haben Bademeister, Duschen und Schatten in Reichweite. Auch die Bucht von Port de Pollença ist geschützt und ruhig. Weniger geeignet sind die engen Felsbuchten im Südosten, weil dort Zugang, Schatten und Sanitäranlagen fehlen.
Wie warm ist das Meer auf Mallorca?
Am kältesten ist es im Februar und März mit rund 14 bis 15 Grad, am wärmsten im August und September mit 26 bis 27 Grad. Im Mai liegt das Wasser bei etwa 18 bis 19 Grad, was viele noch als frisch empfinden, im Juni bei rund 22. Der Oktober ist bis zur Monatsmitte oft noch angenehmer als der Juni.
Wann blühen auf Mallorca die Mandelbäume?
Meist von Ende Januar bis Anfang März, mit dem Höhepunkt in den ersten drei Februarwochen. Zuerst blühen die geschützten Lagen um Bunyola und Santa Maria del Camí, danach die Ebene Es Pla. Der genaue Termin schwankt jährlich mit dem Wetter, und die Blüte hält pro Baum nur rund zwei Wochen.
Wie kommt man nach Sa Calobra?
Entweder über die Stichstraße Ma-2141 von der Ma-10 hinunter, zwölf Kilometer Serpentinen mit gut zwei Dutzend Kehren, oder mit dem Ausflugsboot ab Port de Sóller, was Nerven spart. Wer fährt, sollte früh los sein: Mittags ist der Parkplatz voll und die Straße von Bussen und Radgruppen belegt.
Wo liegt der Ballermann und wie weit ist er von Palma entfernt?
An der Playa de Palma, dem Strand zwischen Ca'n Pastilla und S'Arenal, rund zehn Kilometer östlich der Innenstadt. Die Strandlokale sind von 1 bis 15 durchnummeriert, gemeint ist der Abschnitt um den Balneario 6. Aus Palma fahren die EMT-Buslinien 23 und 25 an diese Küste. Ruhiger wird es zum Ca'n-Pastilla-Ende hin und ganz im Osten hinter S'Arenal.
Lohnt sich Mallorca im Winter?
Ja, aber mit anderem Programm. Palma bleibt ganzjährig geöffnet, die Tramuntana ist im Winter grün und zum Wandern ideal, im Januar laufen die Feuerfeste, und ab Ende Januar blühen die Mandelbäume. Rechne mit 15 bis 16 Grad, kurzen Tagen und damit, dass in vielen Ferienorten Hotels und Restaurants geschlossen sind.
Was kostet die Kurtaxe auf Mallorca?
Die balearische Übernachtungssteuer, die Ecotasa, fällt pro Person und Nacht ab 16 Jahren an und ist nach Unterkunftskategorie gestaffelt – vom Campingplatz bis zum Fünf-Sterne-Haus. Die Höhe hängt außerdem von der Saison ab und ist im Sommer am größten, ab dem neunten Übernachtungstag gibt es einen Nachlass. Weil die Staffel zuletzt mehrfach geändert wurde, prüfe die aktuellen Sätze bei der Agència Tributària de les Illes Balears; auf der Hotelrechnung steht die Steuer separat und wird meist vor Ort gezahlt.
Was sollte man auf Mallorca unbedingt probieren?
Pa amb oli mit Sobrassada, die streichbare Paprikawurst der Insel, dazu Tumbet aus Kartoffeln, Auberginen und Paprika. Zum Kaffee eine Ensaïmada, das spiralförmige Schmalzgebäck, oder Gató, den Mandelkuchen mit Mandeleis. Getrunken wird Wein aus Binissalem und zum Abschluss ein Glas Hierbas.
In welcher Gegend übernachtet man auf Mallorca am besten?
Palma für Kultur und ganzjährigen Betrieb, die Tramuntana zwischen Valldemossa und Sóller für Berge und Ruhe, der Norden um Alcúdia und Pollença für Familien mit flachem Wasser, der Südosten um Santanyí für die Felsbuchten und der Südwesten um Port d'Andratx für Segeln und Golf. Zwei Basen statt einer Rundreise mit täglichem Wechsel.

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MallorcaHinter dem Sóller-Tunnel öffnet sich ein Tal voller Orangenbäume, und die Insel, die aus dem Flugzeug nur aus Hotelbuchten bestand, stellt plötzlich 1.400 Meter Kalkgebirge vor den Horizont.

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