Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Palma de Mallorca
Fast alles, was du in Palma sehen willst, liegt in einem Halbkreis von anderthalb Kilometern um die Kathedrale – nur zum Castell de Bellver musst du bergauf.
La Seu ist der Bezugspunkt für alles Weitere. Der Bau begann kurz nach der katalanischen Eroberung von 1229 und zog sich über Jahrhunderte hin; das Ergebnis ist ein Kirchenschiff mit einer der größten gotischen Rosetten Europas, gut zwölf Meter im Durchmesser und aus über tausend Glasstücken zusammengesetzt. Antoni Gaudí baute zwischen 1904 und 1914 im Inneren um, hängte den schmiedeeisernen Baldachin über den Hauptaltar und öffnete den Chor zum Schiff hin. 2007 kam die Capella del Santíssim von Miquel Barceló dazu, eine über die ganze Kapellenwand gezogene Keramikarbeit aus Fischen, Broten und aufgerissenem Ton. Geh am besten früh, bevor die Gruppen von den Kreuzfahrtschiffen eintreffen.
Direkt gegenüber liegt der Palau de l'Almudaina, dessen Grundmauern auf die maurische Zitadelle zurückgehen – al-mudayna heißt schlicht die Stadtburg. Nach 1229 bauten die katalanischen Könige den Komplex zum gotischen Palast um; heute verwaltet ihn Patrimonio Nacional, und die spanische Königsfamilie nutzt ihn im Sommer für Empfänge. Zu sehen sind Thronsaal, Kapelle und arabische Bäder im Untergeschoss, dazu der Königsgarten an der Außenmauer. Ein paar Gassen weiter versteckt sich hinter einer unauffälligen Tür der eindrücklichste Rest maurischer Zeit in der Stadt: die Banys Àrabs, ein kleiner Kuppelraum auf zwölf ungleichen Säulen, in den Sternlöcher der Decke das Licht fallen lassen, davor ein Garten mit Zitronenbäumen.
Nach Westen führt der Weg zur Sa Llotja am Hafenrand, der spätgotischen Handelsbörse aus dem 15. Jahrhundert, deren gedrehte Säulen sich oben zu einem Gewölbe auffächern wie ein steinerner Palmenhain; wenn eine Ausstellung läuft, kommst du meist ohne Eintritt hinein. In die andere Richtung geht es hinauf zur Plaça Major, dem rechteckigen Arkadenplatz, an dessen Stelle bis ins 19. Jahrhundert der Sitz der Inquisition stand. Von dort sind es zwei Minuten zum Mercat de l'Olivar, Palmas größter Markthalle, mit eigener Fischhalle und einer Reihe von Tapastresen, an denen mittags auch Einheimische stehen. Und in der Basílica de Sant Francesc steht hinter dem Hochaltar der Alabastersarkophag von Ramon Llull; nebenan liegt der gotische Kreuzgang mit seinen 115 Säulen um einen Garten aus Zypressen und Orangenbäumen.
Der einzige Programmpunkt außerhalb der Altstadt ist das Castell de Bellver, errichtet unter Jaume II. zu Beginn des 14. Jahrhunderts und eine der wenigen vollständig kreisrunden Burgen Europas. Es steht gut hundert Meter über der Bucht auf einem Hügel aus Aleppokiefern, beherbergt heute das Stadtgeschichtsmuseum, und vom umlaufenden Wehrgang siehst du Hafen, Kathedrale und an klaren Tagen die Serra de Tramuntana in einem Bild. Vom Viertel El Terreno hinauf brauchst du zu Fuß etwa eine halbe Stunde durch den Wald. Wer unten bleiben will, läuft stattdessen die Modernisme-Route ab, vom Gran Hotel von Lluís Domènech i Montaner über die geschwungenen Fassaden von Can Casasayas bis zum trencadís-verkleideten Can Forteza Rey.















