Cala d'Or ist kein gewachsenes Fischerdorf, sondern eine Idee, die 1932 Form annahm: Der ibizenkische Künstler Josep Costa Ferrer setzte würfelförmige, kalkweiße Häuser an den zerklüfteten Südosten Mallorcas und taufte das Ensemble „Goldene Bucht“. Diese Handschrift prägt den Ort bis heute. Die niedrigen, im ibizenkischen Stil gehaltenen Bauten geben Cala d'Or eine ruhige Einheitlichkeit, die man an der oft wild bebauten Mittelmeerküste selten findet. Das eigentliche Kapital sind die Buchten. Auf wenigen Kilometern reihen sich Cala Gran, Cala Esmeralda, Cala Ferrera und die kleine, von Felsen umrahmte Caló de ses Dones aneinander – schmale Sandzungen mit puderfeinem Sand, gesäumt von Aleppokiefern, die bis ans Wasser reichen. Das Meer leuchtet hier in einem Türkis, das fast unwirklich wirkt, weil der helle Sandgrund das Licht zurückwirft. Wer früh kommt, hat die kleineren Calas oft noch fast für sich. Herzstück des Ortes ist der Naturhafen Cala Llonga, ein langgezogener, geschützter Fjord, in dem Segelyachten und Motorboote dicht an dicht liegen. Entlang der Marina reihen sich Restaurants und Bars, abends spiegeln sich die Lichter im stillen Wasser. Von hier starten Bootsausflüge zur benachbarten Naturbucht Cala Mondragó und in den gleichnamigen Naturpark, dessen unbebaute Strände und Pinienwälder zeigen, wie diese Küste vor dem Tourismus aussah. Cala d'Or lebt von einer Mischung, die selten ausgewogen gelingt: Familien finden flach abfallende, bewachte Strände, Paare die ruhigeren Felsbuchten, eine jüngere Riege die Bars rund um die Avinguda de Bélgica. Das nahe Santanyí mit seinem Wochenmarkt und der honigfarbenen Sandsteinkirche liefert die mallorquinische Note, die dem geplanten Ferienort selbst fehlt. So wird Cala d'Or zum bequemen Ausgangspunkt für den gesamten Südosten der Insel – zwischen Badetag, Hafenbummel und Markttag.



