◆ STADT · EXTREMADURA
Hinter dem Sternenbogen liegt eine der besterhaltenen mittelalterlichen Altstädte Europas: ein Gassenlabyrinth aus römischem Fundament, almohadischen Wehrtürmen und plateresken Renaissance-Palästen, über dem im Frühjahr die Störche klappern. Cáceres trägt das UNESCO-Welterbe-Siegel seit 1986 - und seit den Dreharbeiten zu Game of Thrones auch den Beinamen Königsmund.
Cáceres beginnt unter der Erde. Die Römer gründeten hier um 25 v. Chr. die Kolonie Norba Caesarina, an der Silberstraße zwischen Mérida und dem Norden. Was wir heute als Ciudad Monumental bewundern, steht buchstäblich auf diesem Fundament: Als die Almohaden ihre Stadtmauer um 1180 in ihrer letzten Ausbauform errichteten, mauerten sie römische Quader gleich mit ein. Spaziert man heute den Adarve de la Estrella entlang, liegt unter dem mittelalterlichen Wehrgang noch immer antikes Mauerwerk.
Das Mittelalter machte aus dem Felssporn eine Stadt der drei Kulturen. Christen, Mauren und Juden lebten hier vom 13. bis ins 15. Jahrhundert Wand an Wand - das alte Judenviertel verbirgt sich heute im verwinkelten Barrio de San Antonio mit seinen weiß getünchten, halb in den Granit gehauenen Häuschen, ein abrupter Kontrast zu den steinernen Adelspalästen darüber. Nach der Reconquista wetteiferten Familien wie die Golfines und die Ovando mit Wappentürmen und plateresken Fassaden um Prestige; der Palacio de los Golfines de Abajo zeigt bis heute, wie weit dieser Ehrgeiz in Stein reichte.
Dass über all dem die Zeit stehengeblieben scheint, hat einen Grund: Cáceres wurde nie von der industriellen Moderne überrollt. Kein störendes Kabel, kaum ein modernes Schild verstellt den Blick - weshalb HBO 2016 die Ciudad Monumental kurzerhand zu Königsmund und Altsass machte. Wer durch den Arco de la Estrella tritt, betritt dieselbe Kulisse, in der Euron Graufreud einritt und Jaime Lennister durch die Gassen ritt. Über allem aber bleiben die wahren Hausherren die Störche, die hier auf jedem Turm ihre Horste bauen.
01 · Auf einen Blick
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02 · Was tun
Welterbe zu Fuß
Vom Arco de la Estrella auf der Plaza Mayor hinauf zur Plaza de Santa María mit der gotischen Concatedral, weiter zur stillen Plaza de San Jorge und zum wehrhaften Palacio de los Golfines de Abajo. Ein verwinkelter Pfad durch Wappentürme, Innenhöfe und das halb in den Fels gehauene Barrio de San Antonio.
Westeros in Stein
Die Ciudad Monumental diente in Staffel 7 als Königsmund und Altsass. Wieder erkennt man den Arco de la Estrella, die Plaza de Santa María und die engen Gassen, durch die die Lennisters zogen - und im nahen Los Barruecos das Schlachtfeld der Beutezug-Schlacht.
Geschmack der Dehesa
Cremige Torta del Casar mit dem Löffel aus dem Laib gelöffelt, hauchdünner Jamón Ibérico de Bellota von eichelgemästeten Schweinen, deftige Migas und als krönender Abschluss das Zwei-Sterne-Atrio von Toño Pérez direkt an der Stadtmauer.
Stadt der Feste
Im Mai verwandelt das kostenlose Weltmusikfestival WOMAD die Plätze der Altstadt in Bühnen; an Semana Santa ziehen Prozessionen durch dieselben Gassen, und im Frühjahr klappern überall die Störche - der heimliche Soundtrack der Stadt.
03 · Wann
Cáceres liegt im heißen, trockenen Binnenland Extremaduras. Die Sommer brennen, die Übergangsjahreszeiten sind das eigentliche Geschenk - dann steht der honigfarbene Stein in weichem Licht und der Festkalender läuft auf Hochtouren.
04 · Häufige Fragen
Die Ciudad Monumental wurde 1986 eingeschrieben, weil sie eine der besterhaltenen mittelalterlichen Altstädte Europas ist - ein nahezu unverfälschtes Ensemble aus römischem Fundament, almohadischer Stadtmauer (in der heutigen Form um 1180) sowie gotischen und plateresken Adelspalästen, in dem Christen, Mauren und Juden Jahrhunderte lang nebeneinander lebten.
In Staffel 7 diente die Altstadt als Königsmund und als Altsass. Wiederzuerkennen sind unter anderem der Arco de la Estrella und die Plaza de Santa María - hier ritt Euron Graufreud in Königsmund ein. Die berühmte Beutezug-Schlacht (Loot Train Battle) entstand im nahen Naturmonument Los Barruecos bei Malpartida, rund 14 Kilometer außerhalb.
Am bequemsten mit dem Renfe-Zug ab Madrid-Puerta de Atocha in etwa drei Stunden. Alternativ fährt Avanza Fernbusse, und mit dem Auto erreicht man die Stadt über die A-5 in rund drei Stunden (etwa 300 Kilometer). Die kompakte Altstadt erkundet man danach komplett zu Fuß.
Die beiden Stars der Extremadura sind die cremige Torta del Casar - ein Rohmilch-Schafskäse mit Ursprungsbezeichnung, den man löffelt - und der Jamón Ibérico de Bellota von eichelgemästeten Schweinen aus der Dehesa. Dazu kommen deftige Migas. Für besondere Anlässe lohnt das mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnete Atrio direkt an der Stadtmauer.
April bis Mitte Juni sowie Mitte September bis Mitte Oktober. Dann ist das Wetter mild, das Licht weich und der Festkalender voll - im Mai etwa das kostenlose Weltmusikfestival WOMAD. Den Hochsommer mit Spitzen um 34 Grad sollte man eher meiden oder auf die frühen Morgen- und Abendstunden ausweichen.
Für die Ciudad Monumental genügt ein gut geplanter Tag. Wer aber den Sonnenuntergang über dem honigfarbenen Stein erleben, abends auf der Plaza Mayor essen und am nächsten Tag nach Los Barruecos oder ins Vostell-Museum nach Malpartida ausflügeln möchte, plant besser zwei Tage mit Übernachtung ein.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Caceres.
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