
◆ STADT · EXTREMADURA
Trujillo.wo die Neue Welt ihre Heimatadresse hat
Über den ockergoldenen Häusern der Extremadura ragt eine maurische Burg in den weiten Himmel, und unten, auf einer der schönsten Renaissance-Plätze Spaniens, reitet Francisco Pizarro in Bronze für die Ewigkeit. Trujillo ist ein Granithügel voller Paläste, die Konquistadoren mit dem Gold Perus bauen ließen — eine kleine Stadt, die einmal ein halbes Weltreich entsandte und heute mit Störchen auf den Türmen, Schafskäse auf den Tischen und einer fast filmischen Stille zwischen den Steinen verzaubert.

Eine Stadt, die Amerika erobern half und ihre Beute in Granit verwandelte
Wer von der weiten Dehesa heraufkommt, sieht Trujillo lange bevor man es erreicht: eine Silhouette aus Türmen und Zinnen auf einem Granitrücken, gekrönt von der maurischen Alcazaba, die einst zur Blütezeit des Kalifats von Córdoba errichtet wurde und 1232 in christliche Hände fiel. Diese Burg ist der älteste Kern der Stadt — ihre Doppeltürme und die beiden Zisternen im Innenhof erzählen von Jahrhunderten als umkämpfte Grenzfestung zwischen Maurenland und Reconquista. Von ihren Mauern fällt der Blick über ein endloses Land aus Steineichen, Schafherden und flirrender Hitze: das raue, schöne Extremadura, das so viele Männer nach Übersee trieb.
Denn Trujillo ist vor allem dies: die Wiege der Konquistadoren. Hier wurde 1478 Francisco Pizarro geboren, der mit einer Handvoll Männer das Inkareich stürzte; von hier stammte Francisco de Orellana, der erste Europäer, der den Amazonas befuhr; und Francisco de las Casas, der das honduranische Trujillo gründete. Mit dem Silber und Gold der Neuen Welt kehrten manche zurück und errichteten Stadtpaläste, deren Wappen, Loggien und Ecktürmchen heute noch von dieser kurzen, gewaltigen Epoche zeugen. Die Plaza Mayor, eine unregelmäßige, abschüssige Bühne aus Granit, versammelt sie alle — und in ihrer Mitte reitet Pizarro selbst, eine sechseinhalb Tonnen schwere Bronze, deren Zwilling auf einem Platz in Lima steht.
Doch das große Trujillo ist heute eine sehr ruhige Stadt geblieben, und gerade das ist sein Reiz. In den verwinkelten Gassen der Oberstadt, La Villa, wachsen Feigenbäume aus alten Mauern, klappern Störche auf jedem Kirchturm, und nachmittags liegt eine Stille über den Steinen, die man in den großen spanischen Städten längst verloren hat. Man steigt zur Iglesia de Santa María la Mayor hinauf, sitzt bei einem Glas Wein und einem Stück Torta del Casar unter den Arkaden, und versteht plötzlich, warum dieser kleine Ort in der Extremadura einen so unverhältnismäßig großen Schatten in der Weltgeschichte wirft.
01 · Auf einen Blick
Gut zu wissen.
Karte
Auf der Karte
- Sehenswürdigkeiten
- Restaurants
- Hotels
- Aktivitäten
- Castillo de TrujilloSehenswürdigkeit
- Plaza MayorSehenswürdigkeit
- Iglesia de Santa María la MayorSehenswürdigkeit
- Casa-Museo de PizarroSehenswürdigkeit
- Palacio de la ConquistaSehenswürdigkeit
- Iglesia de SantiagoSehenswürdigkeit
- Iglesia de San MartínSehenswürdigkeit
- Murallas y Aljibe ÁrabeSehenswürdigkeit
- Torre del AlfilerSehenswürdigkeit
- Convento de San Francisco el RealSehenswürdigkeit
- Mesón La TroyaRestaurants
- Mesón AlbercaRestaurants
- Corral del ReyRestaurants
- El 7 de SilleríasRestaurants
- Mesón La CadenaRestaurants
- La AbadíaRestaurants
- Parador de TrujilloHotels
- Eurostars Palacio Santa MartaHotels
- Hotel Izan TrujilloHotels
- Hotel Boutique Casa de OrellanaHotels
- Hotel Boutique Posada Dos OrillasHotels
- Hotel VictoriaHotels
- Geführter Rundgang durch die mittelalterliche VillaAktivität
- Free Tour Histórico y MonumentalAktivität
- Aufstieg zur Burg & WehrgangAktivität
- Käse- und Weinverkostung im Museo del Queso y el VinoAktivität
- Feria Nacional del QuesoAktivität
- Vogelbeobachtung im Nationalpark MonfragüeAktivität
· Stadtviertel
Wo wohnen, wo ausgehen.
· Sehenswürdigkeiten
Das musst du gesehen haben.
Casa-Museo de Pizarro
Museum · Ticket nötig
Herrenhaus aus dem 15. Jahrhundert in der Oberstadt, gewidmet dem Peru-Eroberer Francisco Pizarro.
Castillo de Trujillo
Schloss · Ticket nötig
Maurische Festung des 9. Jahrhunderts über der Stadt mit Wehrgang und weitem Panorama.
Convento de San Francisco el Real
Sakralbau · Eintritt frei
Franziskanerkloster des 15. Jahrhunderts an der Puerta de la Coria, heute Kulturstiftung.
Iglesia de San Martín
Sakralbau · Ticket nötig
Gotisch-Renaissance-Pfarrkirche direkt an der Plaza Mayor mit barocker Orgel von 1762.
José Luis Filpo Cabana (CC BY 3.0) · WikimediaIglesia de Santa María la Mayor
Sakralbau · Ticket nötig
Gotische Hauptkirche der Oberstadt mit dem Gallego-Altar und der besteigbaren Torre Julia.
Iglesia de Santiago
Sakralbau · Eintritt frei
Spätromanische Kirche der Oberstadt neben dem Palacio Viejo de la Cadena.
· Hotels
Wo übernachten.
Eurostars Palacio Santa Marta
4-Sterne-Hotel
Vier-Sterne-Palasthotel in einem Renaissance-Stadtpalais nahe Plaza Mayor und Burg, mit Pool.
Hotel Boutique Casa de Orellana
4-Sterne-Hotel
Boutique-Hotel im Geburtshaus des Amazonas-Entdeckers Francisco de Orellana, mit Wehrturm und Pool.
Hotel Boutique Posada Dos Orillas
3-Sterne-Hotel
Boutique-Posada in einer Postkutschen-Herberge des 16. Jahrhunderts, 400 m von der Plaza Mayor.
Hotel Izan Trujillo
4-Sterne-Hotel
Vier-Sterne-Hotel im barocken Konvent San Antonio am Plaza del Campillo, mit Kreuzgang und Außenpool.
Hotel Victoria
3-Sterne-Hotel
Drei-Sterne-Hotel in einer Jugendstil-Villa am Plaza del Campillo, 500 m von der Plaza Mayor.
Parador de Trujillo
4-Sterne-Hotel
Vier-Sterne-Parador im Renaissancekloster Santa Clara mit zwei Kreuzgängen, Pool und Blick über die Dächer.
· Restaurants
Wo essen.
Corral del Rey
BBQ · €€€
Traditioneller Asador im Renaissancepalast Piedras Albas, nur einen Steinwurf von der Plaza Mayor.
El 7 de Sillerías
Tapas · €€
Tapas, Grillgerichte und Weine in der Altstadt – Tapas-Bar, Speisesaal und Innenhof-Terrasse.
La Abadía
Tapas · €€
Extremenische Küche im einstigen Augustiner-Hospital – Terrasse mit Brunnen und Blick zur Burg.
Mesón Alberca
Spanisch · €€€
Bib-Gourmand- und Sol-Repsol-Lokal im Casco histórico – extremenische Brasas-Küche von Mario Clemente.
Mesón La Cadena
Spanisch · €€
Familienlokal im historischen Casa de la Cadena an der Plaza Mayor – Terrasse mit Blick auf den Platz.
Mesón La Troya
Spanisch · €€
Hundertjähriges Lokal an der Plaza Mayor, berühmt für riesige Portionen und Migas extremeñas zum Festpreis.
· Aktivitäten
Was erleben.
Aufstieg zur Burg & Wehrgang
Wanderung · Leicht
Aufstieg durch die Oberstadt zum Castillo mit Wehrgang und weitem Panoramablick.
Feria Nacional del Queso
Kulinarische Tour
Nationales Käsefestival auf der Plaza Mayor, eine der größten Käsemessen Europas.
Free Tour Histórico y Monumental
Stadtführung
Kostenfreier Stadtrundgang nach dem Trinkgeldprinzip durch das historische Trujillo.
Geführter Rundgang durch die mittelalterliche Villa
Kulturführung
Offizielle Stadtführung durch Oberstadt, Burg und Adelspaläste mit Monumenten-Eintritten.
Käse- und Weinverkostung im Museo del Queso y el Vino
Weinprobe
Verkostung regionaler Käse und Weine im historischen Museum für Käse und Wein der Extremadura.
Vogelbeobachtung im Nationalpark Monfragüe
Wanderung
Geier- und Adlerbeobachtung im nahen Nationalpark Monfragüe, einem der besten Vogelreviere Europas.
· Entdecken & Buchen
Was es zu buchen gibt.
02 · Was tun
Trujillo in Routen vom Plaza-Pflaster bis hinauf zur Burg
Der Klassiker
Auf den Spuren der Konquistadoren
Von der Plaza Mayor mit Pizarros Reiterstandbild hinauf durch La Villa: das Casa-Museo Pizarro im Geburtsviertel, der Palacio del Marqués de la Conquista mit seiner berühmten Plateresken Eckloggia und der Palacio de los Duques de San Carlos, in dem Felipe II. logierte. Eine halbtägige Zeitreise in die Epoche, als Trujillo ein halbes Weltreich entsandte.
Stein & Glaube
Kirchen, Türme und Zisternen
Die Iglesia de Santa María la Mayor mit dem Flügelaltar von Fernando Gallego und besteigbarem Turm, die gotisch-renaissance Iglesia de San Martín an der Plaza, das maurische Wassergewölbe La Alberca und die Puerta de San Andrés im alten Mauerring — Trujillos sakrale und wehrhafte Schichten an einem Vormittag.
Genuss
Käse, Wein und Migas
Eine Schlemmerrunde durch die Bars unter den Arkaden der Plaza Mayor: Torta del Casar, die man von oben ‚enthäutet‘ und aufs Brot streicht, dazu Queso de la Serena, Ibores, ein Glas Ribera-del-Guadiana-Wein und zünftige Extremadura-Migas. Im Frühmai krönt die Feria Nacional del Queso den ganzen Platz mit Hunderten Sorten.
Höhepunkt
Aufstieg zur Alcazaba
Der Weg von der Plaza hinauf zur maurischen Burg führt durch die stillsten Gassen der Oberstadt. Oben warten Doppeltürme, zwei alte Zisternen und ein Rundblick über die endlose Dehesa der Extremadura — bei Sonnenuntergang, wenn die Störche heimkehren, einer der schönsten Ausblicke der Region.
03 · Wann
Wann nach Trujillo zwischen Frühlingsfest und glühender Dehesa
Trujillo liegt mitten in der heißesten Region Spaniens — die Wahl der Jahreszeit entscheidet darüber, ob man die Stadt genießt oder erträgt. Frühling und Herbst sind ideal, der Hochsommer fordert Hitzetoleranz, der Winter ist mild, aber feuchter.
04 · Häufige Fragen
Was Reisende am häufigsten fragen.
Wie kommt man ohne Auto nach Trujillo?
Trujillo hat keinen Bahnhof — die seit über einem Jahrhundert geplante Bahnlinie wurde nie gebaut. Am einfachsten reist man mit dem Bus an: Von Madrids Estación Sur fahren mehrmals täglich Direktbusse (Avanza) in rund 3 Stunden nach Trujillo, rund 250 km über die A-5. Alternativ nimmt man den Zug bis Cáceres (ca. 42 km entfernt) und von dort den Bus, der etwa 40 Minuten braucht.
Lohnt sich Trujillo als Tagesausflug?
Ja. Der historische Kern ist kompakt und gut an einem Tag zu erlaufen — Plaza Mayor, die Paläste, Santa María la Mayor und der Aufstieg zur Burg passen in einen vollen Tagesausflug, etwa von Cáceres aus. Wer die Stille der Abende und den Sonnenuntergang von der Alcazaba erleben will, sollte aber mindestens eine Nacht bleiben.
Was muss man in Trujillo unbedingt gesehen haben?
Die unregelmäßige Renaissance-Plaza Mayor mit Pizarros Reiterstandbild, die maurische Burg (Alcazaba) hoch über der Stadt, die Iglesia de Santa María la Mayor mit dem Altar von Fernando Gallego, die Konquistadoren-Paläste rund um den Platz (Marqués de la Conquista mit Plateresker Eckloggia, Duques de San Carlos) sowie das Casa-Museo Pizarro im Geburtsviertel.
Was sollte man in Trujillo essen?
Käse steht im Mittelpunkt: vor allem die cremige Torta del Casar aus roher Schafsmilch, die man oben ‚enthäutet‘ und aufs Brot streicht, dazu Queso de la Serena und Queso Ibores. Weitere Klassiker der Extremadura sind Migas (geröstete Brotkrümel mit Speck und Paprika), Iberico-Schinken und lokale Weine aus der Ribera del Guadiana.
Wann finden die großen Feste in Trujillo statt?
Zwei Termine prägen den Festkalender: der Chíviri am Ostersonntag, ein uraltes Frühlingsfest, zu dem die Stadt in traditioneller Hirtentracht auf der Plaza Mayor tanzt (Fest von touristischem Interesse in der Extremadura), und die Feria Nacional del Queso Anfang Mai, bei der über die Plaza Hunderte Käsesorten aus ganz Spanien und darüber hinaus verkostet werden.
Wann ist die beste Reisezeit für Trujillo?
Frühling (März–Mai) und Herbst (September–Oktober) sind ideal, mit milden Temperaturen zwischen etwa 18 und 29 °C. Der Sommer ist sehr heiß und trocken (im Juli oft um 34 °C), der Winter mild, aber regnerischer. Wer die großen Feste erleben will, plant den Ostersonntag (Chíviri) oder den Käsemarkt Anfang Mai ein.
05 · In der Nähe
Weiter erkunden.
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