Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Santander
Fast alles, was du sehen willst, liegt auf einer einzigen Linie – dem Uferweg zwischen Markthalle und Leuchtturm.
Der logische Anfang ist das Centro Botín, das seit 2017 am Rand der Jardines de Pereda über dem Hafenbecken steht. Renzo Piano hat den Bau in zwei Volumen geteilt, auf Stützen über das Wasser geschoben und mit hunderttausenden kleinen Keramikscheiben verkleidet, die je nach Wetter grau, silbrig oder fast rosé wirken. Für das Projekt wurde die Uferstraße unter die Erde verlegt, seither reichen die Jardines de Pereda ohne Unterbrechung bis ans Wasser – aus einer Verkehrsschneise ist der zentrale Stadtpark geworden. Auf die Freitreppen, Stege und Terrassen des Baus kommst du auch ohne Ticket, und genau dort steht der beste Blick der Stadt: quer über die Bucht auf die grünen Hügel von Pedreña und Somo. Für die Ausstellungen im Inneren, moderne und zeitgenössische Kunst in wechselnden Zusammenstellungen, brauchst du eine Eintrittskarte.
Zwei Straßen landeinwärts beginnt das ältere Santander. Die Catedral de Santander steht auf einer Anhöhe über dem Hafen und ist genau genommen eine Doppelkirche: unten die niedrige, gedrungene Unterkirche mit dem Cristo, in deren Boden hinter Glas römisches Mauerwerk aus der Zeit des antiken Hafens liegt, darüber die gotische Oberkirche mit ihrem Kreuzgang. Dort ist der Philologe Marcelino Menéndez Pelayo bestattet, dessen Bibliothek und Wohnhaus ein paar Schritte weiter zu besichtigen sind. Dass ringsum kaum etwas Mittelalterliches steht, hat einen Grund: In der Nacht zum 16. Februar 1941 trieb ein föhniger Südwind ein Feuer zwei Tage lang durch die Altstadt und zerstörte den größten Teil der historischen Bausubstanz. Das Centro, das du heute durchläufst, ist der Wiederaufbau der Jahre danach.
Zum Alltag der Stadt kommst du im Mercado de la Esperanza hinter dem Rathaus, einer Markthalle aus Gusseisen und Glas von 1904, die den Brand überstanden hat. Auf der einen Ebene liegen Fisch und Meeresfrüchte auf Eis, auf der anderen Fleisch, Obst, Käse und Konserven – Sardellenfilets aus Santoña, Käse aus den Tälern des Hinterlands, sobaos in Papierförmchen. Vormittags ist der Betrieb am dichtesten, sonntags bleibt die Halle zu. Fünf Gehminuten entfernt steht mit dem Mercado del Este eine zweite historische Markthalle, in der das Museum für Vorgeschichte und Archäologie Kantabriens (MUPAC) seine Sammlung gezeigt hat – die beste Vorbereitung auf einen späteren Ausflug zu den Höhlenmalereien im Umland. Das Museum zieht allerdings in einen deutlich größeren Neubau um; prüfe vor dem Besuch, an welchem Standort es gerade geöffnet ist. Und wenn dir die Hügel zu steil werden: Der Funicular Río de la Pila zieht dich kostenlos vom Zentrum auf den Höhenrücken hinauf, oben wartet ein Aussichtspunkt über Dächer und Bucht.
Nach Osten wird es grün. Die Península de la Magdalena ist eine bewaldete Landzunge, die frei zugänglich in die Buchteinfahrt ragt, mit Rundweg an der Klippenkante, kleinen Stränden an beiden Flanken, einem Mini-Tierpark mit Seelöwen und Pinguinen und den nachgebauten Schiffen der Expeditionen von Vital Alsar. Obenauf thront der Palacio de la Magdalena, zwischen 1908 und 1912 als Geschenk der Stadt an König Alfonso XIII. gebaut und bis 1930 königliche Sommerresidenz; heute gehört er der Stadt, beherbergt im Sommer Kurse der Universidad Internacional Menéndez Pelayo und lässt sich mit Führung besichtigen. Auf dem Weg dorthin liegt an der Uferstraße das Museo Marítimo del Cantábrico mit Aquarien, dem Skelett eines Finnwals und der Geschichte einer Küste, die vom Walfang über den Kabeljau bis zum Sardellenfang gelebt hat – die verlässlichste Adresse für einen Regenvormittag. Und noch weiter nördlich, hinter dem Sardinero und den Klippen von Mataleñas, markiert der Faro de Cabo Mayor von 1839 das Ende der Stadt und den Anfang des offenen Meeres.













