Stadt · Spanien

Santander

Santander biegt sich als heller Häuserbogen um seine Bucht, und der Uferweg von der Kathedrale bis zum Leuchtturm auf den Klippen misst keine sieben Kilometer.

5 Stadtviertel10 Sehenswürdigkeiten8 Hotels
Überblick

Deine Santander-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
Ende Mai bis September, mildes Atlantikklima
Sprache
Spanisch (Kastilisch)
Region
Kantabrien, Nordspanien
Flughafen
Seve Ballesteros (SDR), 5 km, ALSA-Bus ~15 Min.
Fähre
Brittany Ferries nach Plymouth (~20 Std.) & Portsmouth
Zeitzone
Europe/Madrid (MEZ/MESZ)
Über Santander

Reisen nach Santander

Santander ist die Hauptstadt Kantabriens und eine der wenigen spanischen Städte, die das Meer nicht an den Rand schiebt, sondern mitten hindurchlaufen lässt: Die Bucht liegt vor der Stadt wie ein Binnensee, dahinter beginnt das offene Kantabrische Meer. Im Centro, das nach dem Großbrand von 1941 fast vollständig neu entstand, steht die gotische Catedral de Santander über römischem Mauerwerk, fünf Gehminuten hangabwärts die gusseiserne Markthalle Mercado de la Esperanza von 1904. Am Wasser haben die Jardines de Pereda seit 2017 einen Nachbarn aus hunderttausenden Keramikscheiben bekommen, das Centro Botín von Renzo Piano. Weiter östlich schiebt sich die bewaldete Península de la Magdalena mit ihrem königlichen Sommerpalast in die Bucht, dann folgen die Goldsandstrände des Sardinero mit Casino, Grandhotels und Belle-Époque-Villen, und ganz am Ende steht der Faro de Cabo Mayor von 1839 über der Brandung. Dazwischen: frittierte rabas, Sardellen aus dem nahen Santoña und Pinchos-Bars rund um die Plaza de Cañadío.

Santander – Karte
Reiseführer

Santander von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Am Paseo de Pereda liegt der Vormittag schräg unter den Arkaden, vor dem Centro Botín drehen Jogger ihre Runden über die Holzstege, und an der Plaza de Cañadío tragen die ersten Kellner Teller mit rabas nach draußen. Santander ist keine Stadt, die man abhakt – es ist eine Stadt, die man abläuft, immer am Wasser entlang, von der Markthalle über das Yachtbecken und die Königshalbinsel bis zu den Stränden am offenen Meer. Wer aus dem heißen Süden Spaniens hier ankommt, merkt den Unterschied zuerst an der Luft. Sie ist kühler und salziger, und über den Hügeln im Rücken steht Grün statt Staub.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Santander

Fast alles, was du sehen willst, liegt auf einer einzigen Linie – dem Uferweg zwischen Markthalle und Leuchtturm.

Der logische Anfang ist das Centro Botín, das seit 2017 am Rand der Jardines de Pereda über dem Hafenbecken steht. Renzo Piano hat den Bau in zwei Volumen geteilt, auf Stützen über das Wasser geschoben und mit hunderttausenden kleinen Keramikscheiben verkleidet, die je nach Wetter grau, silbrig oder fast rosé wirken. Für das Projekt wurde die Uferstraße unter die Erde verlegt, seither reichen die Jardines de Pereda ohne Unterbrechung bis ans Wasser – aus einer Verkehrsschneise ist der zentrale Stadtpark geworden. Auf die Freitreppen, Stege und Terrassen des Baus kommst du auch ohne Ticket, und genau dort steht der beste Blick der Stadt: quer über die Bucht auf die grünen Hügel von Pedreña und Somo. Für die Ausstellungen im Inneren, moderne und zeitgenössische Kunst in wechselnden Zusammenstellungen, brauchst du eine Eintrittskarte.

Zwei Straßen landeinwärts beginnt das ältere Santander. Die Catedral de Santander steht auf einer Anhöhe über dem Hafen und ist genau genommen eine Doppelkirche: unten die niedrige, gedrungene Unterkirche mit dem Cristo, in deren Boden hinter Glas römisches Mauerwerk aus der Zeit des antiken Hafens liegt, darüber die gotische Oberkirche mit ihrem Kreuzgang. Dort ist der Philologe Marcelino Menéndez Pelayo bestattet, dessen Bibliothek und Wohnhaus ein paar Schritte weiter zu besichtigen sind. Dass ringsum kaum etwas Mittelalterliches steht, hat einen Grund: In der Nacht zum 16. Februar 1941 trieb ein föhniger Südwind ein Feuer zwei Tage lang durch die Altstadt und zerstörte den größten Teil der historischen Bausubstanz. Das Centro, das du heute durchläufst, ist der Wiederaufbau der Jahre danach.

Zum Alltag der Stadt kommst du im Mercado de la Esperanza hinter dem Rathaus, einer Markthalle aus Gusseisen und Glas von 1904, die den Brand überstanden hat. Auf der einen Ebene liegen Fisch und Meeresfrüchte auf Eis, auf der anderen Fleisch, Obst, Käse und Konserven – Sardellenfilets aus Santoña, Käse aus den Tälern des Hinterlands, sobaos in Papierförmchen. Vormittags ist der Betrieb am dichtesten, sonntags bleibt die Halle zu. Fünf Gehminuten entfernt steht mit dem Mercado del Este eine zweite historische Markthalle, in der das Museum für Vorgeschichte und Archäologie Kantabriens (MUPAC) seine Sammlung gezeigt hat – die beste Vorbereitung auf einen späteren Ausflug zu den Höhlenmalereien im Umland. Das Museum zieht allerdings in einen deutlich größeren Neubau um; prüfe vor dem Besuch, an welchem Standort es gerade geöffnet ist. Und wenn dir die Hügel zu steil werden: Der Funicular Río de la Pila zieht dich kostenlos vom Zentrum auf den Höhenrücken hinauf, oben wartet ein Aussichtspunkt über Dächer und Bucht.

Nach Osten wird es grün. Die Península de la Magdalena ist eine bewaldete Landzunge, die frei zugänglich in die Buchteinfahrt ragt, mit Rundweg an der Klippenkante, kleinen Stränden an beiden Flanken, einem Mini-Tierpark mit Seelöwen und Pinguinen und den nachgebauten Schiffen der Expeditionen von Vital Alsar. Obenauf thront der Palacio de la Magdalena, zwischen 1908 und 1912 als Geschenk der Stadt an König Alfonso XIII. gebaut und bis 1930 königliche Sommerresidenz; heute gehört er der Stadt, beherbergt im Sommer Kurse der Universidad Internacional Menéndez Pelayo und lässt sich mit Führung besichtigen. Auf dem Weg dorthin liegt an der Uferstraße das Museo Marítimo del Cantábrico mit Aquarien, dem Skelett eines Finnwals und der Geschichte einer Küste, die vom Walfang über den Kabeljau bis zum Sardellenfang gelebt hat – die verlässlichste Adresse für einen Regenvormittag. Und noch weiter nördlich, hinter dem Sardinero und den Klippen von Mataleñas, markiert der Faro de Cabo Mayor von 1839 das Ende der Stadt und den Anfang des offenen Meeres.

Sehenswürdigkeiten in Santander

Alle 10 Sehenswürdigkeiten
Strände & Baden

Die Strände von Santander vom Sardinero bis Mataleñas

Ein gutes Dutzend Strände liegt im Stadtgebiet aufgereiht, und sie werden auf dem Weg nach Norden immer wilder.

Playa del Sardinero
Playa del Sardinero

Die Reihe beginnt im Windschatten der Bucht. Die Playa de los Peligros liegt direkt an der Uferstraße, ist flach, geschützt und dank fehlender Brandung der ruhigste Ort zum Baden mit kleinen Kindern; dahinter folgen die Playa de la Magdalena und die kleine Playa de los Bikinis an der Flanke der Halbinsel, beide ebenfalls noch buchtseitig. Erst hinter der Landzunge dreht die Küste zum offenen Meer, und mit ihr der Charakter: Playa del Camello mit dem markanten Felsen davor, die kleine Playa de la Concha und dann die beiden langen Bögen des Sardinero. Der Fußweg über die Uferpromenade verbindet alle miteinander, du kannst dich also von ruhig nach rau durcharbeiten, ohne einmal in einen Bus zu steigen.

Der Sardinero ist der Strand, für den die Stadt bekannt ist: heller, feiner Sand, dahinter eine breite Promenade, das Casino von 1916, Grandhotels und Villen aus der Zeit, als der spanische Hof hier den Sommer verbrachte. Zwischen der Primera und der Segunda Playa liegen die Jardines de Piquío auf einem kleinen Felsvorsprung, mit Palmen, Bänken und dem Blick, der auf den meisten Fotos der Stadt zu sehen ist. Wichtig für die Tagesplanung: Der Tidenhub ist an dieser Küste beträchtlich. Bei Niedrigwasser hast du einen Sandplatz von der Breite eines Fußballfelds, bei Hochwasser schrumpft der Streifen an manchen Abschnitten auf wenige Meter zusammen. Ein Blick in die Gezeitentabelle entscheidet, ob du einen entspannten Strandtag hast oder eng zwischen Handtüchern sitzt.

Nördlich davon wird es einsamer. Hinter den Klippen liegen die Playa de Molinucos und die Playa de Mataleñas, eine Felsbucht, zu der du eine lange Treppe hinabsteigst, oben ein Park mit Spielplatz und dem städtischen Golfplatz auf der Kante. Weiter westlich, schon jenseits des Leuchtturms, folgen die Playa de La Maruca, der Strand an der Kapelleninsel Virgen del Mar und schließlich die Playa del Rostro – weit, ungeschützt, ohne Infrastruktur und mit einer Strömung, die dort keinen Badetag erlaubt, sondern nur Surfen für Erfahrene und lange Spaziergänge. Bewachte Abschnitte mit Flaggen und Rettungsschwimmern findest du in der Hauptsaison vor allem am Sardinero und an den Buchtstränden.

Zum Wasser selbst: Das Kantabrische Meer ist kein Mittelmeer. Im August und September klettert die Oberflächentemperatur auf rund 20 bis 22 Grad, im Frühjahr liegt sie eher bei 13 bis 15 Grad – wer im Mai baden will, braucht entweder Neopren oder Entschlossenheit. Dafür ist das Wasser klar, die Luft selbst im Hochsommer selten drückend, und ein Strandtag lässt sich hier problemlos mit einem Museumsbesuch kombinieren, weil zwischen Sand und Stadt nie mehr als eine Busfahrt liegt. Wer breite, flach abfallende Sandflächen ohne Felsen sucht, setzt mit dem Boot über die Bucht nach Somo und Loredo – dort erstreckt sich der längste zusammenhängende Strand der Umgebung.

Rundgang & Tagesplan

Santander an zwei Tagen – ein Rundgang von der Markthalle zum Sardinero

Vom Zentrum bis zum Sardinero sind es gut vier Kilometer Uferweg – zu Fuß etwa eine Stunde, mit Pausen der halbe Tag.

Tag eins beginnt im Mercado de la Esperanza, am besten vormittags, wenn die Fischtheken voll sind und die Halle nach Eis und Meer riecht. Von dort sind es fünf Minuten hinauf zur Kathedrale: erst die Unterkirche mit den römischen Mauerresten unter dem Glasboden, dann der Kreuzgang, dann hinaus auf die Terrasse mit Blick über den Hafen. Danach hinunter zum Wasser und nach Osten in die Jardines de Pereda, wo der Weg direkt auf das Centro Botín zuläuft. Plane hier bewusst Zeit ein, auch ohne Ausstellungsticket – die aufgeständerten Stege und die Aussichtsterrasse sind öffentlich, und der Blick über die Bucht sortiert die ganze Stadtgeografie für den Rest des Besuchs.

Für den Nachmittag hältst du dich weiter am Kai. Der Paseo de Pereda führt unter Arkaden an den Handelshäusern des 19. Jahrhunderts entlang zum Yachtbecken von Puertochico, vorbei am alten Steinkran, der als Denkmal stehen geblieben ist. Von dort lässt sich der Abend planen: In den Gassen zwischen Puertochico und der Plaza de Cañadío liegt die dichteste Bar- und Restaurantzone der Stadt, mit Pinchos-Theken, Bodegas und Fischlokalen auf engem Raum. Iss dich lieber im Gehen durch mehrere Adressen, als dich früh festzulegen – abendessen tun die Einheimischen ohnehin selten vor 21 Uhr, und die Theken füllen sich erst danach.

Tag zwei gehört dem Wasser. Nimm den Uferweg nach Osten, vorbei an der Playa de los Peligros und dem Segelclub, und geh auf die Península de la Magdalena hinauf: Rundweg entlang der Klippen, Blick auf die Buchteinfahrt, dazu Tierpark und die nachgebauten Schiffe. Für den Palast selbst brauchst du eine Führung, die Termine sind begrenzt – informier dich vorab, ob am Besuchstag welche stattfinden, denn im Sommer belegt der Universitätsbetrieb Teile des Hauses. Danach über die Landzunge hinüber zum Sardinero, wo die erste Runde auf der Promenade und ein Kaffee in den Jardines de Piquío zum Programm gehören.

Den Rest des Tages entscheidet das Wetter. Bei Sonne läufst du vom Sardinero über den Klippenweg an Mataleñas vorbei zum Faro de Cabo Mayor, gut eine Stunde für die einfache Strecke, mit dem offenen Meer zur Rechten und Möwenkolonien auf den Felsnasen. Bei Regen bleibst du unten und nimmst das Museo Marítimo oder das Archäologiemuseum MUPAC, dessen Standort du wegen des laufenden Umzugs vorab prüfen solltest. Wer einen dritten Tag hat, setzt morgens mit dem Boot nach Somo über, verbringt den Vormittag am Dünenstrand und ist mittags zurück – oder fährt gleich ins Umland nach Santillana del Mar und Comillas, beide in weniger als einer Stunde erreichbar.

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Stadtviertel

Santanders Stadtviertel zwischen Centro, Puertochico und Sardinero

Die Stadt zieht sich als schmales Band zwischen Bucht und Hügelrücken – vom Centro bis zum Sardinero sind es gut vier Kilometer Uferweg.

Centro Botín
Centro Botín

Das Centro ist der Wiederaufbau von 1941 in Reinform: breite, gerade Achsen, geschlossene Häuserblocks aus Werkstein mit Schieferdächern und verglasten Galerien, Arkaden zur Wasserseite hin. Hier stehen Rathaus und Markthalle, die Kathedrale auf ihrer Anhöhe, die Einkaufsstraßen und die Jardines de Pereda mit dem Centro Botín; hier liegen auch Bahnhöfe und Fährterminal dicht beieinander, was das Viertel für Reisende ohne Auto zur praktischsten Adresse macht. Oben am Hang, entlang der Calle Alta, ist ein Stück der Vorkriegsstadt erhalten geblieben – ein Spaziergang dort oben zeigt, wie Santander vor dem Feuer ausgesehen hat.

Östlich schließt Puertochico an, benannt nach dem kleinen Yachtbecken, das dem Viertel seine Form gibt. Tagsüber maritim und ruhig, mit Booten, Kais und Uferpromenade, kippt die Gegend am Abend in den Ausgehmodus: Die Plaza de Cañadío und die Straßen ringsum bilden das gastronomische Zentrum der Stadt, von der alten Bodega mit Fassregal bis zur Marisquería mit Meeresfrüchtetheke. Wer abends kurze Wege will und Straßenlärm bis Mitternacht verträgt, wohnt hier goldrichtig; wer früh schläft, nimmt lieber ein Zimmer zur Hofseite.

El Sardinero ist das Sommergesicht der Stadt und wirkt wie ein eigener Badeort, der zufällig an Santander angewachsen ist. Zwei lange Strände, eine breite Promenade, dazwischen die Jardines de Piquío, ringsum Casino, Grandhotels und Villen aus der Wende zum 20. Jahrhundert, als aus dem Handelshafen ein mondäner Kurort wurde. Im Winter ist es hier still, im August das Gegenteil. Für einen Aufenthalt mit Strandanteil ist der Sardinero die naheliegende Basis – ins Zentrum bringt dich der Stadtbus in gut zehn Minuten, zu Fuß am Wasser entlang in knapp einer Stunde.

Die beiden anderen Viertel stehen für das Santander, das nicht in Reiseführern vorkommt. Castilla-Hermida wuchs westlich des Zentrums entlang der Hafen- und Bahnachse, ein gewachsenes Wohnquartier mit Nachbarschaftsbars und Mittagsmenüs zu ehrlichen Preisen, von dem aus es nicht weit Richtung Barrio Pesquero ist – jene Fischerecke am Hafen, in der die Stadt ihre rabas frittiert und die Einheimischen am Sonntagmittag Schlange stehen. Cuatro Caminos liegt weiter im Inneren, dicht bebaut, benannt nach einer Straßenkreuzung, mit der Stierkampfarena aus dem späten 19. Jahrhundert als Landmarke. Beide sind keine Sightseeing-Ziele, aber die richtige Adresse, wenn du einmal essen willst, wo niemand eine Speisekarte auf Englisch braucht.

Übernachten

Hotels in Santander und die passende Lage an Bucht oder Strand

Die Grundsatzfrage lautet nicht Sterne, sondern Seite: Strand am Sardinero oder Stadt am Wasser im Centro.

Am Sardinero steht die historische Hotellerie der Stadt. Das Eurostars Hotel Real thront seit 1917 auf der Anhöhe über der Bucht, gebaut für das Gefolge des Hofes, mit weitem Blick über Wasser und Halbinsel und einem großen Thalasso-Bereich – die repräsentativste Adresse Santanders. Das Gran Hotel Sardinero an der Plaza de Italia liegt dagegen unten, mitten im Belle-Époque-Ensemble und wenige Schritte vom Sand. Etwas nüchterner, dafür mit direktem Strandblick, ist das Silken Rio Santander gegenüber der Promenade, während das Hotel Chiqui an einer der ruhigeren Ecken des Viertels sitzt und das Hotel Las Brisas in einer Villa von 1900 untergebracht ist – gut ein Dutzend Zimmer statt Konferenzbetrieb, das familiärste Haus am Platz.

Im Zentrum wohnst du weniger am Sand, dafür mit allem in Gehweite. Das Hotel Bahia Santander liegt an der Hafenfront gegenüber dem Fährterminal, mit Zimmern zur Bucht und drei Minuten Fußweg zu Kathedrale und Centro Botín. Das Abba Santander steht direkt bei den Bahnhöfen, was für Anreisende mit Zug oder Fernbus schwer zu schlagen ist, und das Vincci Puertochico in der Calle Castelar setzt auf die Uferzeile am Yachtbecken – die beste Kombination, wenn du abends in der Gastronomiezone unterwegs sein willst, ohne ein Taxi zu brauchen. Alle drei sind so gelegen, dass du das Auto während des Aufenthalts gar nicht bewegen musst.

Die Preisfrage entscheidet in Santander der Kalender, nicht die Kategorie. Von Ende Juni bis Anfang September ist die Stadt Ferienziel für halb Spanien, und in den Wochen der Semana Grande Ende Juli sowie während des Musikfestivals im August sind die Häuser am Sardinero früh ausgebucht und deutlich teurer. Umgekehrt bekommst du im Mai, Juni oder ab Ende September dieselben Zimmer spürbar günstiger, bei Wetter, das für Stadt und Klippenwege völlig ausreicht. Wenn du im Hochsommer kommst und flexibel bist, buche früh und prüfe zusätzlich Häuser im Centro – dort ziehen die Raten weniger stark an als direkt am Strand.

Zwei praktische Punkte. Erstens das Auto: Die Innenstadt ist eng bebaut, oberirdische Stellplätze sind bewirtschaftet, und die meisten Stadthotels haben keine eigene Garage, sondern kooperieren mit einem Parkhaus in der Nähe – frag beim Buchen nach dem Tagessatz, das ist der Posten, der Kalkulationen sprengt. Zweitens die Lage zum Wasser: Ein Zimmer mit Meerblick am Sardinero bedeutet in der Hauptsaison auch Promenadenbetrieb bis in die Nacht, während die Häuser eine Straße weiter oben ruhiger liegen und trotzdem in fünf Minuten am Strand sind. Der Aufpreis für die erste Reihe lohnt vor allem dann, wenn du wirklich viel Zeit im Zimmer verbringst.

Hotels in Santander

Alle 8 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Santander und was Kantabrien auf den Teller bringt

Es gibt in Santander eine Sonntagsroutine, die alles erklärt: ir de rabas – losziehen und frittierten Tintenfisch essen.

Rabas sind in Streifen geschnittene Tintenfischarme, dünn paniert, kurz und heiß frittiert, mit Zitrone und ohne weiteres Beiwerk serviert. Sie sind das kulinarische Erkennungszeichen der Stadt, und die klassische Adresse dafür ist der Barrio Pesquero am Hafen, wo eine Reihe schlichter Fischlokale nebeneinander liegt und mittags kaum ein Tisch frei bleibt. Im Zentrum steht dafür El Machi, die älteste Fischtaverne der Stadt in der Nähe der Bahnhöfe, die neben rabas auch Reisgerichte und tagesfrischen Fang serviert. Bestell dazu ein Glas Weißwein oder ein kleines Bier und rechne damit, dass eine Portion für zwei reicht – die Teller sind hier keine Vorspeisenmengen.

Der zweite Weg durch die Stadt führt über die Theken. Casa Lita am Paseo de Pereda ist eine Pinchos-Bar mit einer Auslage in dreistelliger Sortenzahl, an der du dich zeigend statt lesend bestellst, mit Blick aufs Wasser. Rund um die Plaza de Cañadío liegen die Klassiker dicht beieinander: Cañadío als Institution des Viertels, La Conveniente in einer Bodega von 1901, in der abends jemand Klavier spielt und die Tapas zu Holzfässern und hohen Regalen serviert werden, dazu die Bodega Cigaleña von 1949, die neben ihrer Küche ein eigenes kleines Weinmuseum betreibt. Das ist der Abend, den Santander gut kann: drei, vier Stationen, jeweils ein Glas und zwei Teller, ohne dass irgendwo reserviert werden müsste.

Wer sitzen bleiben will, hat die Wahl zwischen Fisch und Feuer. El Marucho in der Calle Tetuán ist ein familiengeführtes Lokal, das seit Jahrzehnten macht, was in Nordspanien am schwersten zu verbessern ist: ganzer Fisch vom Tagesfang, gegrillt oder in Salz, ohne Schnörkel. El Serbal in Puertochico steht am anderen Ende der Skala und kocht seit 2003 die ambitionierteste moderne Küche der Stadt, mit langen Menüs und entsprechender Reservierungspflicht. Und wenn du nach drei Tagen Meer eine Gegenbewegung brauchst, liefert der Asador Lechazo Aranda kastilisches Milchlamm aus dem Holzofen – die Alternative, für die Einheimische mitten in der Fischstadt ohne Zögern einen Tisch bestellen.

Regional heißt in Kantabrien vor allem: Meer plus Berg. Aus dem Wasser kommen die Sardellen aus Santoña, die als anchoas in Öl zu den besten Spaniens zählen, dazu Seehecht, Wolfsbarsch und die marmita, ein Eintopf aus Thunfisch und Kartoffeln, den ursprünglich die Fischer an Bord kochten. Vom Land kommen der cocido montañés, ein deftiger Eintopf aus weißen Bohnen, Grünkohl und Schweinefleisch, sowie die Käse der Täler, vom milden Sahnekäse bis zum kräftigen Blauschimmel aus der Liébana. Süß wird es mit sobaos pasiegos, kleinen Butterkuchen in Papierförmchen, und der quesada pasiega, einem cremigen Quarkkuchen. Und stell dich auf spanische Zeiten ein: Mittagessen selten vor 14 Uhr, Abendessen selten vor 21 Uhr – wer um 19 Uhr essen will, landet in der Tapasbar, nicht im Restaurant.

Restaurants in Santander

Alle 8 Restaurants
Aktiv am Wasser

Surfen, Kajak und Klippenwege rund um Santander

Santander gehört zu den Orten, an denen das Surfen in Spanien überhaupt erst anfing – und der Einstieg liegt bis heute mitten in der Stadt.

Die Segunda Playa del Sardinero ist der Stadtstrand mit Wellen: Surfschulen und Verleihstationen sitzen direkt an der Promenade, Kurse laufen von Frühjahr bis Herbst, und im Wasser mischen sich Anfängerkurse mit Einheimischen, die vor der Arbeit noch eine Stunde nehmen. Wer schon steht, findet an derselben Küste anspruchsvollere Spots, etwa nördlich hinter den Klippen, wo Strömung und Felsen Erfahrung verlangen. Für den ersten Kurs ist allerdings das andere Buchtufer die bessere Wahl: Bei Somo und Loredo laufen die Wellen über einen langen, flachen Sandstrand aus, hier liegt die 2012 ausgewiesene erste Surfreserve Spaniens, und die Dichte an Schulen ist entsprechend hoch. Neopren gehört ganzjährig dazu, auch im August.

Ruhiger, aber nicht weniger lohnend ist die Bucht selbst. Weil sie nach außen von der Magdalena-Halbinsel abgeschirmt wird, bleibt das Wasser innen fast immer glatt, was sie zum idealen Revier für geführte Kajak- und SUP-Touren macht – vorbei an vertäuten Booten, den Marschen am Südufer und den Sandbänken, die bei Ebbe auftauchen. Wer lieber trocken bleibt, nimmt eine Rundfahrt mit einem der Ausflugsboote und sieht die Stadt von der Wasserseite, mit dem Centro Botín, dem Palast auf der Landzunge und den Kränen des Handelshafens in einer einzigen Blickachse. Beide Varianten funktionieren auch bei bedecktem Himmel, solange kein Wind steht.

Zu Fuß führt der beste Weg nach Norden. Vom Ende der Segunda Playa steigt der Klippenpfad hinauf zum Park von Mataleñas, mit Golfplatz auf der Kante und einer Treppe hinunter in die Felsbucht, und läuft dann weiter zum Faro de Cabo Mayor, wo der Leuchtturm von 1839 über der Buchteinfahrt steht und im Nebengebäude ein Kunstzentrum untergebracht ist. Für die einfache Strecke rechnest du gut eine Stunde, der Untergrund ist unproblematisch, aber ungeschützt – bei auflandigem Wind wird es ruppig. Kürzer und ebenso schön ist der Rundweg über die Península de la Magdalena, rund vierzig Minuten am Klippenrand entlang, mit Blick auf die Einfahrt und die Wellen, die gegen die Felsen der Isla de Mouro laufen.

Mit Kindern hat die Stadt eine unschlagbare Kombination: Auf der Magdalena-Halbinsel liegen der kleine Tierpark mit Seelöwen und Pinguinen und die nachgebauten Schiffe aus den Expeditionen von Vital Alsar praktisch nebeneinander, dazwischen fährt im Sommer eine Bimmelbahn über das Gelände, und ein flacher Badestrand ist nur ein paar Meter entfernt. Bei Regen sind das Museo Marítimo del Cantábrico mit seinen Aquarien und dem Finnwalskelett sowie das Archäologiemuseum MUPAC (Standort vorab prüfen, das Museum zieht um) die Rettung. Und für einen halben Tag außerhalb lohnt der Parque de la Naturaleza de Cabárceno südlich der Stadt, wo Tiere in einer ehemaligen Tagebaulandschaft auf großen Flächen leben und eine Seilbahn über das Gelände führt.

Aktivitäten & Touren in Santander

Anreise & vor Ort

Anreise nach Santander und unterwegs in der Stadt

Der Flughafen liegt fünf Kilometer vom Zentrum – aber aus Deutschland führt der bequemste Weg meist über Bilbao.

Santander hat mit dem Aeropuerto Seve Ballesteros einen eigenen Flughafen, rund fünf Kilometer südwestlich der Stadt auf der anderen Seite des inneren Buchtarms – über die Straße sind es etwa sieben Kilometer, und ein Linienbus fährt in etwa einer Viertelstunde zum zentralen Busbahnhof. Direktflüge aus Deutschland gibt es dorthin allerdings nur sporadisch, sodass die meisten Reisenden über Bilbao kommen: gut hundert Kilometer entfernt, mit deutlich dichterem Flugplan und einer Fernbusverbindung, die den Flughafen in etwa anderthalb Stunden mit Santander verbindet. Die dritte Variante ist Madrid mit anschließender Bahnfahrt. Wer aus Großbritannien anreist, hat es am einfachsten: Brittany Ferries legt von Portsmouth und Plymouth direkt im Hafen von Santander an, mitten in der Stadt.

Mit der Bahn erreichst du Santander aus Madrid in gut vier Stunden mit dem Alvia; der Bahnhof liegt zusammen mit dem Bahnhof der Schmalspurstrecke und dem Busbahnhof in einem Block im Centro, sodass du vom Zug in wenigen Minuten am Wasser stehst. Die alte Schmalspurbahn, die früher FEVE hieß und heute zum Renfe-Netz gehört, ist selbst eine kleine Attraktion: Sie schlängelt sich an der Küste entlang nach Bilbao im Osten und nach Oviedo im Westen, langsam, aber mit Ausblicken, die kein Autobahnkilometer bietet. Für Tagesausflüge ins nähere Umland ist dagegen der Fernbus meist die schnellere Wahl.

Mit dem Auto führt der Weg über die A-8, die als weitgehend mautfreie Küstenautobahn von der französischen Grenze über Bilbao nach Santander und weiter nach Asturien läuft. Rechne ab der Grenze bei Irún mit rund zweieinhalb Stunden. In der Stadt selbst brauchst du den Wagen dann nicht mehr: Das Zentrum ist eng, die oberirdischen Stellplätze sind bewirtschaftet, und die Parkhäuser summieren sich über mehrere Tage. Wenn du das Umland erkunden willst – Santillana del Mar, Comillas, die Picos de Europa –, ist ein Mietwagen für ein, zwei Tage sinnvoller als für die ganze Reise.

Vor Ort kommst du erstaunlich weit zu Fuß. Vom Centro bis zum Sardinero läufst du am Wasser entlang gut vier Kilometer, und dieser Weg ist selbst schon Programm. Für alles Weitere fahren die Stadtbusse der TUS, die das Zentrum mit Sardinero, Cabo Mayor und den Wohnvierteln verbinden; es gibt außerdem ein städtisches Leihradsystem und mit dem Funicular Río de la Pila einen kostenlosen Schrägaufzug auf den Hügelrücken. Und die schönste Verbindung der Stadt ist ohnehin keine Straße: Vom Anleger an den Jardines de Pereda setzen kleine Passagierboote in rund zwanzig Minuten nach Somo und Pedreña über.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge in Kantabrien

Ausflüge ab Santander nach Santillana del Mar und Comillas

Kantabrien ist klein genug, dass Steinzeitkunst, Gaudí-Architektur und Dreitausender alle im Radius eines Tagesausflugs liegen.

Der klassische erste Ausflug führt rund dreißig Kilometer nach Westen ins mittelalterliche Santillana del Mar, dessen Kopfsteingassen, Kollegiatskirche und Adelshäuser praktisch vollständig erhalten sind – entsprechend voll ist der Ort mittags. Komm früh oder spät, dann gehören dir die Gassen. Am Ortsrand liegt das Museum von Altamira mit der Neocueva, einer originalgetreuen Nachbildung der berühmten Höhle: Das Original ist zum Schutz der Malereien für den normalen Besucherbetrieb geschlossen, die Kopie zeigt die Bisons an der Deckenwölbung so präzise, dass der Unterschied nur die Fachwelt stört. Wer echte Höhlen mit Originalmalereien sehen will, fährt stattdessen nach Puente Viesgo zu den Höhlen des Monte Castillo, ebenfalls Welterbe und mit Führung zugänglich.

Zwanzig Kilometer weiter westlich folgt Comillas, ein Ort, der für seine Größe eine erstaunliche Dichte an Architektur der Jahrhundertwende hat: El Capricho, ein früher Bau von Antoni Gaudí mit dem berühmten Sonnenblumen-Kachelband, der Palacio de Sobrellano und die riesige Universidad Pontificia auf dem Hügel. Danach führt die Küstenstraße weiter nach San Vicente de la Barquera mit seiner Burg, der langen Brücke über die Ría und den weiten Stränden von Oyambre dazwischen. Diese drei Orte lassen sich zu einem vollen, aber gut machbaren Tag verbinden – mit dem Auto, denn der Bus deckt zwar Santillana und Comillas ab, kostet aber Flexibilität.

Nach Süden wird es grün und steil. Der Parque de la Naturaleza de Cabárceno, eine gute halbe Stunde vom Zentrum entfernt, nutzt eine ehemalige Eisenerz-Tagebaulandschaft als weitläufiges Tiergehege mit Seilbahn über die Karstfelsen – der zuverlässigste Familientag der Region. Wer weiter fährt, erreicht in etwa zwei Stunden Fuente Dé am Fuß der Picos de Europa, wo eine Seilbahn in wenigen Minuten fast achthundert Höhenmeter überwindet und oben eine Hochkarstlandschaft mit Wanderwegen beginnt. Auf dem Weg dorthin liegt Potes, das Zentrum der Liébana, bekannt für seinen Blauschimmelkäse und den orujo, den lokalen Tresterbrand.

Im Osten schließlich lohnt Santoña, keine Stunde entfernt: der Ort, aus dem die Sardellen kommen, mit Konservenmanufakturen, dem langen Strand von Berria und dem Naturschutzgebiet der Marismas, in dem im Winter zehntausende Zugvögel rasten. Direkt daneben liegt Laredo mit seiner mehrere Kilometer langen Strandbucht. Und wenn dir nach Großstadt ist: Bilbao mit dem Guggenheim-Museum und der Altstadt erreichst du in gut anderthalb Stunden über die A-8 oder mit dem Fernbus – ein Tagesausflug, der sich lohnt, aber ehrlich gesagt genug hergibt, um dafür eine eigene Übernachtung einzuplanen.

Feste & Veranstaltungen

Semana Grande, Baños de Ola und der Festivalsommer

Zwischen Mitte Juli und Ende August verwandelt sich die Stadt in ihre eigene Hochsaison-Version – mit allem, was das an Preisen bedeutet.

Península de la Magdalena
Península de la Magdalena

Der Höhepunkt des Jahres ist die Semana Grande rund um den 25. Juli, den Tag des Apostels Jakobus, des Schutzpatrons Spaniens. Santanders eigene Stadtpatrone sind dagegen die Märtyrer Emeterio und Celedonio, deren Tag Ende August liegt und aus deren Namen – Sant Emeter – die Stadt ihren eigenen bezieht. Eine Woche lang laufen Konzerte, Umzüge, Regatten in der Bucht und ein Programm auf mehreren Bühnen, dazu gehören Feuerwerksabende, bei denen die Salven von einer Position im Wasser gezündet werden und die halbe Stadt an der Promenade und auf den Klippen der Magdalena steht. Wer diese Woche bewusst sucht, bucht Monate vorher; wer sie meiden will, sollte sie ebenso bewusst umgehen, denn in den Nächten ist es in Zentrumsnähe laut und Zimmer sind knapp.

Etwas leiser, dafür charmanter sind die Baños de Ola im Juli, ein Fest, das die Ursprünge Santanders als Seebad des 19. Jahrhunderts nachspielt: Kostüme der Jahrhundertwende, historische Badekarren, Konzerte und Umzüge zwischen Zentrum und Sardinero. Es ist die Veranstaltung, die am meisten über die Stadt erzählt – Santander wurde nicht zum Ferienziel, weil jemand einen Strand vermarktete, sondern weil im 19. Jahrhundert die Ärzte das Meerwasserbad verschrieben und der Hof kurz darauf nachzog. Aus dieser Bewegung entstanden das Casino, die Villen am Sardinero und schließlich der Palast auf der Halbinsel.

Im August übernimmt das Festival Internacional de Santander, eines der ältesten Musikfestivals Spaniens, mit Konzerten und Opernabenden im Palacio de Festivales am Wasser und an weiteren Spielstätten in ganz Kantabrien. Parallel läuft an der Magdalena der Sommerbetrieb der Universidad Internacional Menéndez Pelayo, deren Kurse seit den 1930er Jahren im Palast stattfinden und der Stadt im Hochsommer ein zusätzliches Publikum bescheren. Wer Karten will, kauft sie vorab; wer nur den Rahmen mitnehmen möchte, findet in diesen Wochen fast täglich etwas im öffentlichen Raum.

Der Rest des Jahres ist ruhiger, aber nicht leer. Der Karneval im Februar wird in Santander deutlich gefeiert, mit Umzügen und der Beerdigung der Sardine als Abschluss, und im Dezember zieht der Weihnachtsbetrieb Lichter und Märkte ins Zentrum. Praktisch heißt das für die Planung: Prüfe vor der Buchung, ob dein Termin auf eine der großen Wochen fällt. Die Stadt ist in diesen Tagen intensiver, aber auch teurer und voller – und ein ruhiger Städtetrip mit leeren Klippenwegen ist zwischen Ende September und Anfang Juni jederzeit zu haben.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Santander – und welches zu dir passt

CentroCentroNach dem Brand von 1941 neu aufgebaut, mit breiten Achsen, Arkaden am Paseo de Pereda und der Kathedrale auf ihrer Anhöhe. Markthalle, Bahnhöfe, Fährterminal, Einkaufsstraßen und das Centro Botín liegen in Gehweite zueinander – die praktischste Basis für alle ohne Auto.Ideal für: Erste Orientierung1 TagPuertochicoPuertochicoRund um das kleine Yachtbecken östlich des Zentrums liegt die dichteste Gastronomiezone Santanders. Tagsüber maritim und ruhig, abends der Ort, an dem die Stadt anfängt: Bodegas, Pinchos-Theken und Marisquerías rund um die Plaza de Cañadío, dazu die Uferpromenade Richtung Magdalena.Ideal für: Abends ausgehen½ TagEl SardineroEl SardineroZwei lange Goldsandstrände, die Jardines de Piquío dazwischen, das Casino von 1916 und Sommervillen aus der Zeit, als der Hof hier logierte. Wer morgens ins Wasser will und abends kurze Wege zur Promenade sucht, wohnt hier richtig – ins Zentrum sind es gut vier Kilometer am Wasser entlang.Ideal für: Strand & Belle Époque1 TagCastilla-HermidaCastilla-HermidaGewachsenes Wohnviertel westlich des Zentrums, entlang der Hafen- und Bahnachse. Keine Sehenswürdigkeiten, dafür Nachbarschaftsbars, Mittagsmenüs zu ehrlichen Preisen und der kurze Weg Richtung Barrio Pesquero, wo die Stadt ihre rabas frittiert.Ideal für: Alltag & günstig essen½ TagCuatro CaminosCuatro CaminosDicht bebautes Wohnquartier im Inneren der Stadt, benannt nach einer Straßenkreuzung, mit der Stierkampfarena aus dem späten 19. Jahrhundert als Landmarke. Läden, Bäckereien und Bars für die Nachbarschaft – hierher kommst du wegen des Alltags, nicht wegen der Aussicht.Ideal für: Santander wie es lebt½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Santander mit Wetter und Wassertemperatur

Hier liegt das grüne Spanien mit milden Wintern, kühlen Sommern und einem Regen, der sich über das ganze Jahr verteilt, statt sich in einer Saison zu bündeln.

Das Klima in Santander ist gemäßigt ozeanisch und hat mit dem Spanien der Postkarten wenig zu tun. Die Sommer bleiben kühl – selbst im August liegen die Höchstwerte meist bei 23 Grad –, die Winter sind mild und frostfrei, und Niederschlag fällt in jedem Monat, insgesamt gut 1.100 Millimeter im Jahr. Typisch ist der feine Dauernieselregen, den man in Spanien calabobos nennt, und ebenso typisch ist der viento sur, ein föhniger Südwind, der die Stadt selbst im Winter für ein paar Tage auf frühlingshafte Werte hebt. Kurze Schauer solltest du in jeder Reisewoche einplanen, Dauerregen über Tage dagegen ist die Ausnahme.

Jan13°8°mild, Museen und Markthalle
Feb13°8°nass, Karneval, viento sur
Mär15°9°wechselhaft, leere Klippenwege
Apr16°10°grün, Schauer und Sonne im Wechsel
Mai18°12°angenehm, Meer noch kalt
Jun21°15°lange Abende, Saisonstart
Jul23°17°Semana Grande, Stadt voll
Aug23°18°wärmster Monat, Festivalzeit
Sep22°16°Meer am wärmsten, ruhiger
Okt19°14°goldenes Licht, erster Swell
Nov16°11°regenreichster Monat
Dez14°9°grau und mild, wenig Andrang

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Santander sind Juni, Juli, August und September. Dann liegen die Höchstwerte bei 21 bis 23 Grad, das Meer erreicht im August und September mit rund 20 bis 22 Grad seine wärmsten Werte, und die Promenade am Sardinero bleibt bis spät besetzt. Juli und August bringen mit Semana Grande und Musikfestival allerdings die vollsten Wochen und die höchsten Zimmerpreise – Juni und September sind die entspannteren Ränder derselben Saison. Für eine reine Städtereise mit Klippenwanderung funktionieren auch Mai und Oktober gut; eine wasserdichte Jacke gehört in jedem Monat ins Gepäck.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Santander

Wie viele Tage sollte man für Santander einplanen?
Zwei Tage decken die Höhepunkte ab: einen für Kathedrale, Markthalle, Paseo de Pereda und Centro Botín, einen für Magdalena-Halbinsel, Sardinero und den Klippenweg zum Cabo Mayor. Ein dritter Tag lohnt für einen Ausflug nach Santillana del Mar und Comillas oder für einen Strandvormittag drüben in Somo.
Was sollte man in Santander auf keinen Fall auslassen?
Die öffentlich zugängliche Terrasse des Centro Botín mit Blick über die Bucht, den Rundweg um die Península de la Magdalena, die Markthalle Mercado de la Esperanza am Vormittag und den Klippenpfad vom Sardinero zum Leuchtturm Cabo Mayor. Dazu eine Portion rabas – am besten dort, wo mittags Einheimische anstehen.
Wie kommt man von Deutschland nach Santander?
Direktflüge zum Flughafen Seve Ballesteros gibt es aus Deutschland nur sporadisch. Der übliche Weg führt über Bilbao, rund hundert Kilometer entfernt, von dort weiter per Fernbus in etwa anderthalb Stunden. Alternativ über Madrid und mit dem Alvia in gut vier Stunden an die Küste. Mit dem Auto läuft die weitgehend mautfreie A-8 an der Nordküste entlang; zwischen der Grenze bei Irún und Bilbao ist es die mautpflichtige AP-8.
Wie kommt man vom Zentrum an den Strand?
Zu Fuß am Wasser entlang sind es vom Centro bis zur Playa del Sardinero gut vier Kilometer, etwa eine Stunde, und dieser Weg führt an fast allen Buchtstränden vorbei. Schneller geht es mit den Stadtbussen der TUS, die das Zentrum in gut zehn Minuten mit dem Sardinero verbinden. Die ruhigsten Badestellen liegen buchtseitig, etwa an der Playa de los Peligros.
Kann man in Santander baden und wie warm ist das Wasser?
Ja, aber es ist Atlantik. Im August und September erreicht das Wasser rund 20 bis 22 Grad, im Frühjahr liegt es eher bei 13 bis 15 Grad. Die Badesaison läuft praktisch von Ende Juni bis Ende September. Wer außerhalb dieser Zeit ins Wasser will oder surft, trägt Neopren – die Verleihstationen am Sardinero haben ganzjährig welche.
In welchem Viertel wohnt man in Santander am besten?
Im Centro, wenn du ohne Auto anreist und kurze Wege zu Bahnhof, Fähre und Sehenswürdigkeiten willst. Am Sardinero, wenn Strand und Promenade im Vordergrund stehen – dafür sind es ins Zentrum gut zehn Busminuten. Puertochico ist die Wahl für alle, die abends in der Gastronomiezone unterwegs sein wollen und Straßenlärm nicht stört.
Wo isst man in Santander am besten rabas?
Traditionell im Barrio Pesquero am Hafen, wo mehrere schlichte Fischlokale nebeneinanderliegen und sonntagmittags kaum ein Tisch frei bleibt. Im Zentrum funktioniert El Machi als älteste Fischtaverne der Stadt, und an fast jeder Bar rund um die Plaza de Cañadío bekommst du eine Portion zum Glas Wein. Eine Portion reicht meist für zwei Personen.
Wie kommt man nach Somo und Loredo zum Surfen?
Am schnellsten mit dem Passagierboot vom Anleger neben den Jardines de Pereda: rund zwanzig Minuten über die Bucht, und du stehst am Dünenstrand. Mit dem Auto müsstest du die Bucht in weitem Bogen umfahren. Somo und Loredo gehören zur 2012 ausgewiesenen ersten Surfreserve Spaniens, Surfschulen und Verleih gibt es dort reichlich.
Was kann man in Santander bei Regen machen?
Die Ausstellungen im Centro Botín, das Museo Marítimo del Cantábrico mit Aquarien und Finnwalskelett und das Archäologiemuseum MUPAC – dessen Standort du vorab prüfen solltest, weil es in einen Neubau umzieht – füllen zusammen einen ganzen Tag. Dazu die Kathedrale mit ihrer Unterkirche und die Pinchos-Runde rund um die Plaza de Cañadío, die vom Wetter ohnehin unbeeindruckt bleibt.
Lohnt sich Santander mit Kindern?
Sehr. Auf der Península de la Magdalena liegen ein kleiner Tierpark mit Seelöwen und Pinguinen, nachgebaute Expeditionsschiffe und ein flacher Badestrand nebeneinander, im Sommer fährt eine Bimmelbahn über das Gelände. Dazu die Aquarien im Museo Marítimo, der Park von Mataleñas und als Tagesausflug der Tierpark Cabárceno mit seiner Seilbahn.
Braucht man in Santander ein Auto?
In der Stadt nicht – alles Wichtige liegt am Uferweg, und für den Rest fahren Stadtbusse. Das Zentrum ist eng bebaut, Stellplätze sind bewirtschaftet, und Parkhauskosten summieren sich schnell. Für Ausflüge nach Comillas, in die Liébana oder zu den Picos de Europa lohnt dagegen ein Mietwagen für ein bis zwei Tage.
Wann ist die beste Reisezeit für Santander?
Juni bis September, mit Höchstwerten um 21 bis 23 Grad und dem wärmsten Meerwasser im August und September. Juli und August sind wegen Semana Grande und Musikfestival am vollsten und teuersten, Juni und September deutlich entspannter. Für Stadt und Klippenwege ohne Badeanspruch funktionieren auch Mai und Oktober.
Ist Santander teuer?
Im spanischen Vergleich mittleres Niveau, deutlich unter Barcelona oder San Sebastián. Der Unterschied macht die Saison: In den Wochen um Semana Grande Ende Juli und während des Augustfestivals ziehen die Hotelpreise am Sardinero stark an. Im Mai, Juni oder ab Ende September zahlst du für dasselbe Zimmer spürbar weniger.
Warum sieht die Innenstadt so modern aus?
Weil sie es ist. In der Nacht zum 16. Februar 1941 trieb ein starker Südwind ein Feuer zwei Tage lang durch die Altstadt und zerstörte den größten Teil der historischen Bausubstanz. Der Wiederaufbau der folgenden Jahre schuf die breiten Achsen und Werksteinfassaden von heute. Erhalten blieben unter anderem die Markthalle von 1904 und Teile der Calle Alta; die Kathedrale brannte aus und wurde bis 1953 wiederaufgebaut und erweitert.

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Was erleben.

SantanderSantander biegt sich als heller Häuserbogen um seine Bucht, und der Uferweg von der Kathedrale bis zum Leuchtturm auf den Klippen misst keine sieben Kilometer.

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