Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Teneriffa
Rechne die Ziele dieser Insel nicht in Kilometern, sondern in Fahrzeit – vierzig Kilometer auf der Karte können eine Stunde Serpentine bedeuten.
Der Teide-Nationalpark ist der Grund, warum Teneriffa keine gewöhnliche Badeinsel ist. Über eine Passstraße erreichst du auf rund 2.100 Metern die Caldera Las Cañadas, einen etwa sechzehn Kilometer weiten Kessel aus erstarrter Lava, aus dem der Vulkankegel noch einmal anderthalb Kilometer aufragt – 3.715 Meter, der höchste Punkt Spaniens. Seit 2007 steht der Park auf der UNESCO-Welterbeliste. Der Rundweg um die Roques de García dauert mit dreieinhalb Kilometern gut zwei Stunden und führt am Roque Cinchado vorbei, dem schmalen Felsfinger, der auf jedem zweiten Inselfoto steht. Nimm eine Jacke mit: Oben liegen die Temperaturen im Winter oft zehn bis fünfzehn Grad unter denen an der Küste, und die Sonne brennt auf dieser Höhe deutlich härter.
Im Nordosten steht dem die grüne Gegenwelt gegenüber. Das Anaga-Gebirge, seit 2015 UNESCO-Biosphärenreservat, ist ein zerfurchter Kamm aus einem der ältesten Gesteinsmassive der Insel, über dem der Passat fast täglich Wolken staut – daraus lebt ein Lorbeer-Nebelwald, wie er in Europa nur noch auf wenigen Inseln existiert. Am Besucherzentrum Cruz del Carmen beginnen die drei kurzen Schleifen des Sendero de los Sentidos, ideal für einen ersten Eindruck ohne große Planung. Eine Viertelstunde talwärts, aber gefühlt in einem anderen Jahrhundert, liegt San Cristóbal de La Laguna: ein Schachbrett-Grundriss aus dem 16. Jahrhundert, seit 1999 Welterbe, weil dieser Stadtplan zur Vorlage für unzählige Kolonialstädte in Lateinamerika wurde. Geh die Calle San Agustín entlang und schau in die Innenhöfe der Herrenhäuser.
Santa Cruz de Tenerife, die Hauptstadt, wird von Urlaubern aus dem Süden gern übersprungen und ist genau deshalb die ehrlichste Stadt der Insel. Am Hafen schwingt sich das Auditorio de Tenerife von Santiago Calatrava als weißer Betonbogen über dem Hafenbecken auf, ein paar Schritte weiter liegt die Plaza de España mit dem flachen Wasserbecken, das Herzog & de Meuron entworfen haben; dieselben Architekten zeichnen für das Kunstzentrum TEA verantwortlich. Im Mercado Nuestra Señora de África stapeln sich Ziegenkäse, Bananen und Fisch unter Kolonialarkaden, im Museo de la Naturaleza y Arqueología liegen die Mumien der Guanchen, der Ureinwohner der Insel. Und im Februar kippt die ganze Stadt in einen Karneval, der als einer der größten der Welt gilt.
Der Nordwesten sammelt die Orte, die man sich merkt. In Puerto de la Cruz baute César Manrique Ende der Siebziger die Meerwasserlandschaft Lago Martiánez in die Brandung, gleich dahinter wächst im Jardín Botánico seit 1788 eine tropische Sammlung, die auf königliche Anordnung hin an das kanarische Klima gewöhnt werden sollte; am Ortsrand liegt der Loro Parque. In Icod de los Vinos steht der Drago Milenario, der größte Drachenbaum der Welt – sein Alter wird oft mit tausend Jahren angegeben, vorsichtige Schätzungen liegen darunter, beeindruckend bleibt er trotzdem. Garachico verlor 1706 seinen Hafen unter einem Lavastrom und badet heute in den Felsbecken, die derselbe Strom hinterließ. Und in La Orotava reihen sich die geschnitzten Holzbalkone der Casas de los Balcones aus dem 17. Jahrhundert übereinander.










































