
◆ STADT · KANAREN
Am nördlichen Tor zur Halbinsel Jandía liegt ein Ort, der seinem Namen alle Ehre macht: Hier weht der Passat nicht aufs Land, sondern von ihm fort, drückt die Brandung flach und legt einen kilometerlangen, golden schimmernden Sandstreifen frei. Costa Calma ist kein gewachsenes Dorf mit Altstadt und Kirchplatz, sondern eine Hotelzone, die ab Ende der 1970er-Jahre buchstäblich aus dem Wüstenboden gestampft wurde. Was daraus entstand, ist eine eigentümlich ruhige, sonnensichere Adresse, an der man Deutsch bestellt, barfuß zur Lagune läuft und die Calima-Wolken am Horizont beobachtet, ohne den Strandtag zu unterbrechen.

Wer in Costa Calma nach einer historischen Altstadt sucht, sucht vergebens. Der Ort hieß ursprünglich Cañada del Río und war bis in die 1970er-Jahre kaum mehr als trockenes Hügelland über einem außergewöhnlichen Strand. 1977 wurde mit dem Solyventura das erste Hotel fertig, und von da an wuchs entlang der windgeschützten Bucht Anlage um Anlage. Auf manchen Straßenschildern taucht der alte Name bis heute auf - ein kleiner Riss in der Glätte der Retortenstadt, der daran erinnert, dass hier nichts zufällig steht.
Das Erstaunlichste an Costa Calma ist sein Grün. In einer Landschaft, die ringsum aus Stein, Geröll und Sand besteht, legte man 1986 mitten in den Ort eine großzügige Zone aus Kasuarien und Palmen - bewässert mit dem geklärten Abwasser der örtlichen Kläranlage. So entstand die schattige Allee, die das Zentrum durchzieht und es spürbar kühler macht als das gleißende Umland. Die Hotels verteilen sich auf mehrere parallele Straßen statt auf eine klassische Strandpromenade; vom Zimmer geht es über Stufen und durch Pinien hinab zum Wasser.
Heute leben hier rund 5.600 Menschen, ein großer Teil davon deutschstämmig, und genau das prägt die Atmosphäre. Bäcker, Wirte und Wassersportschulen sprechen Deutsch, die Speisekarten reichen von Schnitzel bis Pizza, und echte kanarische Lokale muss man bewusst aufsuchen. Costa Calma verkauft keine Folklore - es verkauft Verlässlichkeit: garantierte Sonne, ein flach abfallendes Meer, kurze Wege und einen Strand, der bei Ebbe zur Lagune wird. Für viele Stammgäste ist genau das der Reiz.
01 · Auf einen Blick
· Stadtviertel
· Sehenswürdigkeiten
· Aktivitäten
· Entdecken & Buchen
02 · Was tun
Strand & Lagune
Zu Fuß südwärts am Wasser entlang: Erst der breite Hausstrand vor den Hotels, dann öffnet sich die Playa de Sotavento. Bei Niedrigwasser legt der Atlantik eine warme, hüfttiefe Lagune frei, die sich kilometerweit zieht. Hinter zwei hohen Dünen wartet Risco del Paso mit seinem Chiringuito - ein kühles Bier, während vor dem Sonnenuntergang Hunderte Kites am Himmel stehen.
Wind & Wasser
Die Lagune von Sotavento ist stehtief, flach und konstant beweht - das ideale Anfängerrevier. Wer es ernst meint, schaut zur Playa de la Barca, wo seit 1986 der PWA-Weltcup im Windsurfen und Kitesurfen ausgetragen wird. Deutschsprachige Surfschulen vor Ort vermieten Material und geben Kurse vom ersten Stand bis zur Halse.
Natur & Ausflug
Der Süden gehört dem Naturpark Jandía, seit 1994 geschützt. Von Costa Calma führt die Straße nach Morro Jable; von dort bringt ein 4x4 oder der Linienbus über kurvige Serpentinen ins abgelegene Cofete - ein menschenleerer, vom Brandungsdunst umwehter Kilometerstrand unter dem Pico de la Zarza, dem höchsten Berg der Insel.
03 · Wann
Fuerteventura liegt vor der Küste der Sahara, und das merkt man: heißes Wüstenklima, rund 3.000 Sonnenstunden im Jahr und nur etwa 35 Regentage. Costa Calma ist damit kein Sommerziel, sondern ein Ganzjahresziel - die Frage ist weniger ob, sondern wofür man kommt. Der Atlantik bleibt das ganze Jahr eher frisch, dreht aber im Herbst auf seine wärmsten Werte. Wer empfindlich auf Hitze und Staub reagiert, sollte den gelegentlichen Calima im Kalender haben.
04 · Häufige Fragen
Costa Calma liegt im Süden Fuerteventuras, am nördlichen Beginn der Halbinsel Jandía, und gehört zur Gemeinde Pájara. Vom Flughafen Fuerteventura (FUE) bei Puerto del Rosario sind es rund 65 Kilometer Richtung Süden - etwa 55 Minuten mit dem Mietwagen.
Der Name bedeutet 'ruhige Küste'. Er bezieht sich auf den ablandigen Passatwind, der von Land aufs Meer weht und die Wellen flach hält. Dadurch fällt der Strand sanft ab und das Wasser bleibt ruhig - ideal für Familien und Wassersport-Einsteiger. Auf alten Schildern findet man noch den ursprünglichen Namen Cañada del Río.
Sehr gut sogar. Der Hausstrand fällt flach ins Meer ab, die Wellen sind durch den ablandigen Wind klein, und bei Ebbe entsteht eine warme, seichte Lagune zum Planschen. Dazu kommen kurze Wege, viele familienfreundliche Hotels und eine ruhige, übersichtliche Ortsstruktur.
Vom Flughafen fährt ein Direktbus für rund 8 Euro in etwa 70-74 Minuten. Alternativ nimmt man die Linie 3 zum Busbahnhof Puerto del Rosario und steigt dort in die Linie 1 Richtung Süden um. Auch organisierte Flughafentransfers und Taxis stehen zur Verfügung.
Ja, die Lagune von Sotavento ist eines der bekanntesten Reviere Europas: flach, konstant beweht und perfekt zum Lernen. An der nahen Playa de la Barca wird seit 1986 der PWA-Weltcup im Windsurfen und Kitesurfen ausgetragen. Mehrere, oft deutschsprachige Surfschulen bieten Material und Kurse an.
Man muss sie gezielt suchen. Weil der Ort von deutschen Urlaubern geprägt ist, dominieren internationale und deutsche Speisekarten. Echte kanarische Klassiker wie Papas Arrugadas mit Mojo, der DOP-geschützte Ziegenkäse Queso Majorero oder die beliebte Vieja gibt es aber in einzelnen Lokalen - oft mittags als Menú del día für 10-14 Euro.
05 · In der Nähe
Sagen Sie uns, worauf Sie Lust haben — wir planen Ihre Tage in Costa Calma.
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