Die schönsten Strände auf Fuerteventura von Corralejo bis Cofete
Auf gut 100 Kilometern von Nord nach Süd kommen über hundert Strände zusammen – die Frage ist nie, ob du einen findest, sondern ob du Windschatten oder Welle willst.

Der bekannteste Abschnitt liegt im Norden: Südlich von Corralejo zieht sich der Parque Natural de las Dunas de Corralejo über gut neun Kilometer am Wasser entlang, ein Wanderdünen-System aus hellem, muschelkalkfeinem Sand, das seit 1982 unter Schutz steht. Die FV-1 läuft mittendurch, sodass du unterwegs einfach anhalten und über einen Sandpfad zum Wasser laufen kannst – je weiter südlich, desto weniger Leute. Zwei Dinge solltest du wissen: Das Wasser fällt hier zügig ab und es kann Strömung stehen, und der Passat bläst am Nachmittag so verlässlich, dass ohne Windschutz aus Steinen oder einem Muschelwall kein entspanntes Liegen möglich ist. Genau dafür haben Generationen von Gästen die kreisrunden Steinmäuerchen aufgeschichtet, die du überall im Sand siehst.
Die familienfreundlichste Alternative liegt eine halbe Autostunde weiter westlich. Nördlich von El Cotillo haben Basaltriffe eine Kette flacher Lagunen abgeriegelt – Playa de la Concha und die Los Lagos genannten Becken dahinter –, in denen das Wasser bei auflaufender Flut handwarm über den hellen Grund läuft und selbst kleine Kinder noch stehen können. Ein paar Hundert Meter südlich des Ortes kippt das Bild komplett: Dort beginnen die langen, ungeschützten Sandstrände, an denen sich die Atlantikdünung ohne Riff bricht. Bei Welle steht dort eine kräftige Shorebreak, die Schwimmer regelmäßig unterschätzen. Achte auf die Flaggen, und wenn keine gesetzt sind, geh bei bewegter See nur bis zu den Knien.
Im Süden hat die Halbinsel Jandía den längsten zusammenhängenden Sand der Insel. Die Playa de Sotavento erstreckt sich über rund neun Kilometer von Costa Calma nach Süden, und bei Risco del Paso passiert bei jedem Gezeitenwechsel das, wofür die Insel auf Fotos steht: Eine flache Lagune läuft zwischen Sandbank und Küste voll, türkis und knietief, während draußen die Kiter über dem offenen Wasser stehen. Weiter südlich reihen sich Esquinzo, Butihondo und schließlich die Playa del Matorral vor Morro Jable aneinander, hinter der das Saladar-Salzmarschgebiet als geschütztes Feuchtgebiet liegt. Der Süden ist die sonnigste und wärmste Ecke Fuerteventuras – deshalb sitzen hier auch die großen Hotels. Windstill ist er allerdings nur dort, wo der Jandía-Kamm den Passat abfängt, also rund um Morro Jable; am Sotavento ist es genau umgekehrt, dort beschleunigt der Wind am Massiv, und davon leben die Kiter.
Und dann die wilde Seite. Playa de Cofete auf der Westflanke von Jandía ist zwölf Kilometer lang, hat keine Strandbar, keinen Rettungsschwimmer und keinen verlässlichen Handyempfang, dafür eine Brandung, die schon Erfahrene aus dem Stand umwirft – tiefes Waten oder Schwimmen ist dort schlicht keine gute Idee, geh hin für die Kulisse, nicht zum Baden. Die einzige Einkehr weit und breit ist das schlichte Restaurante Cofete oben im Weiler; nimm für alles andere Wasser und Proviant mit. Ähnlich kompromisslos ist die Westküste bei Ajuy, wo schwarzer Vulkansand unter senkrechten Klippen liegt. Und zwischen El Cotillo und Corralejo findest du an der Nordküste die Playa del Bajo de la Burra, die alle nur Popcorn Beach nennen: Der weiße Belag besteht aus fossilen Kalkalgen, sogenannten Rhodolithen. Sie sehen aus wie Popcorn, sind aber ein sich nur sehr langsam erneuerndes Naturgut – die Inselverwaltung bittet ausdrücklich darum, sie liegen zu lassen.








































