Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf Gran Canaria
Die Höhepunkte der Insel liegen nicht beieinander – zwischen den Dünen im Süden und der Altstadt von Las Palmas im Norden liegt eine gute Autostunde.
Die Dünen von Maspalomas stehen am Anfang jeder Liste, und zwar aus einem handfesten Grund: ein vom Passat aufgeschobenes Sandfeld von rund 400 Hektar, das seit 1987 als Naturreservat geschützt ist und direkt an den Atlantik grenzt. Am westlichen Ende liegen die Lagune La Charca, ein Palmenhain und der Leuchtturm von 1890, dessen Promenade abends zum Flanieren gehört. Betreten darfst du das Dünenfeld nur auf den ausgeschilderten Querungswegen, größere Abschnitte sind zur Regeneration abgesperrt, Drohnen sind verboten. Geh früh morgens oder in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang – mittags heizt der Sand so auf, dass barfuß keine gute Idee mehr ist, und die steil stehende Mittagssonne bügelt die Kämme ohnehin flach.
Der zweite Fixpunkt steht 1.800 Meter höher. Der Roque Nublo, ein rund achtzig Meter hoher Felsmonolith, ragt aus der Hochebene wie ein abgebrochener Zahn und war für die Ureinwohner ein Kultort. Vom Parkplatz La Goleta an der GC-600 läufst du in dreißig bis fünfundvierzig Minuten hinauf, der Weg ist breit und nur mäßig steil, aber vollständig ohne Schatten. Ein Stück weiter östlich liegt der Aussichtspunkt am Pico de las Nieves, mit 1.949 Metern der höchste Aussichtspunkt der Insel – die letzten sieben Meter hält der benachbarte Morro de la Agujereada. Von dort blickst du in die Caldera de Tejeda und an klaren Tagen über den Kanal hinweg zum Teide. Nimm eine Jacke mit, hier oben ist es regelmäßig zehn Grad kühler als am Strand.
In Las Palmas beginnt die Geschichte der Insel im Viertel Vegueta, dort wurde 1478 der erste spanische Stützpunkt gegründet. Um die Plaza de Santa Ana mit ihren bronzenen Hunden gruppieren sich die 1497 begonnene Kathedrale Santa Ana, deren Turmaufzug dich über die Dächer bringt, und die Casa de Colón – der einstige Gouverneurspalast erinnert daran, dass Kolumbus 1492 hier Station machte, um das Ruder der Pinta reparieren zu lassen. Zwei Gassen weiter zeigt das Museo Canario die umfangreichste Sammlung zur Kultur der altkanarischen Bevölkerung, und im CAAM hängt Gegenwartskunst hinter einer erhaltenen Kolonialfassade.
Dazu kommen die Ziele, die auf keiner Postkarte stehen und trotzdem Halbtage füllen. Die Caldera de Bandama im Nordosten ist ein rund einen Kilometer weiter und etwa 200 Meter tiefer Krater, an dessen Rand der Pico de Bandama einen Rundblick über die halbe Insel bietet. Der Jardín Botánico Canario Viera y Clavijo terrassiert die Flora des Archipels in eine Schlucht bei Las Palmas und kostet keinen Eintritt. In Gáldar erzählt das Museum um die Cueva Pintada von der prähispanischen Siedlung darunter, in Teror zieht die Basilika der Inselpatronin Wallfahrer an, und im Barranco de Guayadeque wohnen Menschen bis heute in Höhlen, die in den Tuff geschlagen wurden.










































