El Hierro ist die kleinste der sieben Hauptinseln der Kanaren und liegt am westlichsten Rand des Archipels – lange Zeit galt sie den Seefahrern als das Ende der bekannten Welt, der Nullmeridian verlief hier, bevor Greenwich die Rolle übernahm. Auf rund 270 Quadratkilometern entfaltet sich eine Landschaft, die nichts mit den Strandpromenaden der großen Schwesterinseln gemein hat. Im Norden öffnet sich das halbmondförmige Tal El Golfo wie ein gewaltiges Amphitheater zum Atlantik, eingefasst von einer steilen Felswand, die der Überrest eines kollabierten Vulkans ist. An den Hängen reifen Trauben für die kräftigen Inselweine, während sich weiter oben der Nebelwald El Sabinal mit seinen vom Passatwind zu Boden gebogenen Wacholderbäumen erstreckt – eines der eindringlichsten Naturbilder der Insel. Wer nach El Hierro kommt, sucht Ruhe statt Trubel. Anstelle von Sandstränden gibt es glasklare Naturpools, die das erkaltete Lavagestein gebildet hat: La Maceta und Charco Azul im El Golfo, der Charco Manso im äußersten Norden. Im Süden, im kleinen Fischerort La Restinga, beginnt das Meeresschutzgebiet Mar de las Calmas – ein Tauchparadies mit kristallklarem Wasser, in dem Zackenbarsche, Rochen und Schildkröten zu Hause sind und das regelmäßig zu den besten Tauchrevieren Europas gezählt wird. Die Insel trägt seit dem Jahr 2000 den Titel eines UNESCO-Biosphärenreservats und ist seit 2014 als UNESCO-Geopark anerkannt. El Hierro hat sich zudem das Ziel gesetzt, sich vollständig aus erneuerbaren Energien zu versorgen – das Pumpspeicherkraftwerk Gorona del Viento kombiniert Wind- und Wasserkraft und macht die Insel zu einem viel beachteten Vorbild für nachhaltige Energie. Wanderwege wie der historische Camino de Jinama, alte Pilgerpfade und der Mirador de la Peña, gestaltet vom kanarischen Künstler César Manrique, vervollständigen das Bild einer Insel, die ihre Ursprünglichkeit bewahrt hat.



