Stadt · Spanien

La Palma

Wer morgens am Hafen von Santa Cruz bei 21 Grad frühstückt, steht zwei Stunden später am Roque de los Muchachos über dem Wolkenmeer und friert im T-Shirt.

6 Stadtviertel10 Sehenswürdigkeiten9 Hotels
Überblick

Deine La Palma-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
La Palma ist dank des milden Atlantikklimas ganzjährig bereisbar, mit Temperaturen meist zwischen 18 und 26 Grad. Frühling und Herbst sind ideal zum Wandern, da es dann weder zu heiß noch zu feucht ist. Für die Sternenbeobachtung sind klare Nächte entscheidend, die es das ganze Jahr über gibt; in den Höhenlagen ist es nachts deutlich kühler als an der Küste.
Über La Palma

Reisen nach La Palma

La Palma ist die nordwestlichste der Kanarischen Inseln und mit rund 708 Quadratkilometern die fünftgrößte im Archipel – vor allem aber die steilste: Auf 47 Kilometern Länge von Nord nach Süd schiebt sie 2.426 Höhenmeter bis zum Roque de los Muchachos zusammen. In ihrer Mitte klafft die Caldera de Taburiente, ein von Kanarenkiefern ausgekleideter Gebirgskessel mit Wänden von über 1.500 Metern, seit 1954 Nationalpark. Nach Süden zieht sich der schmale Grat der Cumbre Vieja, auf dem 1971 der Teneguía und 2021 der Tajogaite ausbrachen; nach Norden fällt die Insel in tief eingeschnittene Barrancos ab, in denen der Passat die Lorbeerwälder von Los Tilos und La Galga feucht hält. Die gesamte Insel ist UNESCO-Biosphärenreservat, der Himmel darüber seit 1988 durch ein eigenes Lichtschutzgesetz geschützt, und auf dem Gipfelkamm arbeitet mit dem Observatorium am Roque de los Muchachos eine der wichtigsten Teleskopanlagen der Nordhalbkugel. Gebadet wird an schwarzen Sandstränden und in Meerwasserbecken im Lavafels, gewandert auf über 1.000 Kilometern markierter Wege. La Palma ist damit kein Ziel für zwei Wochen am Pool, sondern für Tage, die im Nebelwald beginnen und unter der Milchstraße enden.

La Palma – Karte
Reiseführer

La Palma von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Der Weg vom Flughafen ins Aridane-Tal führt durch einen Tunnel, und was danach kommt, erklärt La Palma in dreißig Sekunden. Auf der einen Seite des Bergkamms drückt der Passat ein zähes Wolkenmeer gegen die Hänge, auf der anderen liegt das Tal in der Sonne, Bananenterrassen bis ans Meer, dahinter nichts als Atlantik. Diese Insel misst 47 Kilometer von Nord nach Süd und stapelt auf dieser Strecke 2.426 Höhenmeter übereinander. Wer hier Urlaub macht, plant nicht nach Kilometern, sondern nach Höhenmetern und Wolkenlage – und merkt spätestens am dritten Tag, dass ein Badehandtuch hier weniger nützt als eine Fleecejacke im Rucksack.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf La Palma

Die Liste der Ziele ist überschaubar, die Wege dorthin sind es nicht – für jedes einzelne rechnest du eine Anfahrt über Serpentinen ein.

Das Zentrum von allem ist der Nationalpark Caldera de Taburiente, einer der größten Erosionskessel der Erde. Von der Aussichtsplattform La Cumbrecita auf rund 1.300 Metern siehst du den kompletten Talkessel auf einmal: Kanarenkiefern an fast senkrechten Wänden, der Roque de los Muchachos am oberen Rand, in der Tiefe der Barranco de las Angustias als einziger Ausgang. Für den Parkplatz an der Cumbrecita gilt eine Reservierungspflicht, weil die Plätze streng begrenzt sind – kümmere dich darum, bevor du losfährst, sonst stehst du an der Schranke und drehst wieder um. Das Besucherzentrum des Nationalparks liegt an der Durchgangsstraße bei El Paso und ist der richtige erste Stopp für Karten, Wetterlage und Wegzustand.

Der zweite Fixpunkt ist der Roque de los Muchachos, mit 2.426 Metern der höchste Punkt der Insel und Standort eines internationalen Observatoriums. Die Straße windet sich vom Kamm aus über Kiefernwald und Ginsterhänge nach oben, meist durch die Wolkendecke hindurch, und endet auf einer Hochfläche, auf der die weißen Kuppeln wie Bojen im Nebelmeer stehen. Oben ist es auch im Sommer empfindlich kühl und windig, im Winter kann Schnee liegen. Vom Aussichtspunkt direkt am Kraterrand blickst du bei klarer Sicht über die Caldera hinweg bis nach La Gomera, Teneriffa und El Hierro – an sehr klaren Tagen liegen alle drei gleichzeitig am Horizont.

Im Süden übernimmt der Vulkanismus. Bei Fuencaliente liegen die Salinas de Fuencaliente, ein noch arbeitendes Meersalzwerk, dessen rosa und weiß schimmernde Verdunstungsbecken sich als Schachbrett zwischen schwarzes Lavagestein und Atlantik schieben; daneben stehen der alte und der neue Leuchtturm der Südspitze, und im Wasser davor liegt ein Meeresschutzgebiet. Ein paar Kilometer bergauf beginnt das Gelände des Vulkans Teneguía, der 1971 ausbrach und der Insel neues Land bescherte, sowie des älteren San Antonio mit seinem begehbaren Kraterrand und einem Besucherzentrum. Rund um beide reifen Malvasía-Reben auf schwarzer Asche.

Der Rest verteilt sich auf die Ränder. Im Norden zieht der Bosque de Los Tilos als Lorbeerwald mit Baumfarnen und tropfenden Felswänden alle an, die Grün statt Lava sehen wollen; im Kulturpark La Zarza bei Garafía haben die Ureinwohner Spiralen und Mäander in den Basalt geschlagen. An der Westküste öffnet sich unterhalb von Tijarafe die Felshöhle von Porís de Candelaria, in der weiß getünchte Fischerhäuser unter dem überhängenden Gestein kleben – die Zufahrt ist schmal, steil und nichts für nervöse Fahrer. Und über dem Aridane-Tal steht der Mirador El Time rund 600 Meter über der Mündung des Barranco de las Angustias, mit dem besten Blick auf Tazacorte, die Bananenterrassen und den halben Westen der Insel.

Sehenswürdigkeiten in La Palma

Alle 10 Sehenswürdigkeiten
Caldera de Taburiente

Die Caldera de Taburiente und die Wege in den Kessel

Von oben wirkt der Kessel wie eine Landschaftsaufnahme, von innen wie ein eigener Kontinent – und zwischen beidem liegen 1.000 Höhenmeter.

Caldera de Taburiente
Caldera de Taburiente

Der Name führt in die Irre: Die Caldera de Taburiente ist kein Einsturzkrater, sondern ein Erosionskessel, den Wasser über Jahrhunderttausende aus dem alten Inselvulkan herausgewaschen hat. Rund acht Kilometer misst sie im Durchmesser, ihre Wände steigen von der Sohle bis auf den Kammrand über 1.500 Meter an, und der einzige natürliche Ausgang ist der Barranco de las Angustias im Westen. Seit 1954 steht das Gebiet als Nationalpark unter Schutz. Was im Inneren wächst, ist überwiegend Kanarenkiefer, ein Baum, der Waldbrände übersteht und danach direkt aus dem verkohlten Stamm wieder austreibt – die schwarz gestreiften Stämme mit frischem grünem Nadelbüschel sind auf der ganzen Insel ein vertrautes Bild.

Wer den Kessel ohne Wanderung sehen will, fährt zur La Cumbrecita am Südrand. Von der Straße bei El Paso zweigt eine schmale Bergstraße ab, oben stehen mehrere Aussichtsplattformen mit unterschiedlicher Perspektive, und kurze Rundwege führen am Hang entlang. Wichtig ist die Parkplatzreservierung, die vorab online erfolgt und ohne die du nicht auf die Zufahrtsstraße gelassen wirst; die Kontingente sind knapp, in der Hauptsaison entsprechend früh vergeben. Wer keinen Platz mehr bekommt, hat mit dem Mirador de los Andenes oben am Kammweg oder dem Roque de los Muchachos zwei Alternativen mit Blick von der Gegenseite.

Die klassische Tageswanderung führt in umgekehrter Richtung. Ab Los Llanos bringen dich Allrad-Sammeltaxis auf einer Piste hinauf zum Ausgangspunkt Los Brecitos am Nordwestrand des Kessels; von dort läufst du überwiegend abwärts durch den Pinienwald zur Zeltplatzsenke, weiter am Bachbett entlang und schließlich durch die enge Schlucht des Barranco de las Angustias wieder hinaus zum Parkplatz La Viña. Unterwegs liegen die Cascada de Colores, ein von Eisenoxiden bunt gefärbter Wasserfall, und mehrere Furten, bei denen du die Schuhe ausziehst oder nasse Füße einkalkulierst. Die Strecke misst rund 15 Kilometer und braucht mit Pausen einen langen Tag.

Ein paar Punkte solltest du dabei ernst nehmen. Im Kessel gibt es keine Verpflegung, kein Netz auf weiten Abschnitten und nur an wenigen Stellen Trinkwasser – nimm mehr mit, als dir sinnvoll erscheint. Übernachten ist ausschließlich auf dem ausgewiesenen Zeltplatz und nur mit vorab beantragter Genehmigung erlaubt. Und der Barranco de las Angustias ist ein Sturzbachbett: Nach starken Regenfällen, vor allem im Winter, kann er Wasser führen und wird dann gesperrt. Frag den Zustand am Morgen im Besucherzentrum bei El Paso oder beim Taxifahrer ab, statt dich auf die Wettervorhersage für die Küste zu verlassen – im Kessel gilt ein eigenes Wetter.

Wandern

Wandern auf La Palma zwischen Vulkankamm und Lorbeerwald

Über 1.000 Kilometer markierte Wege liegen auf einer Insel, die du in zwei Stunden von Nord nach Süd durchfahren kannst.

Das Wegenetz ist dreistufig aufgebaut und dadurch leicht zu lesen. Der GR 130 verläuft als alter Königsweg auf mittlerer Höhe einmal rund um die Insel und verbindet die Dörfer; der GR 131 nimmt die Kammlinie und führt vom Leuchtturm an der Südspitze von Fuencaliente über die Cumbre Vieja und den Roque de los Muchachos hinunter nach Puerto de Tazacorte an der Westküste – drei Etappen, rund 65 Kilometer, die klassische Durchquerung der Insel. Darunter liegen dutzende lokale PR-Routen, die Rundwege oder Zustiege abdecken. Markierungen sind weiß-rot beziehungsweise weiß-gelb, gut gepflegt und an Kreuzungen beschildert, oft mit Zeitangaben statt Kilometern, weil auf dieser Insel die Höhenmeter die Rechnung machen.

Die bekannteste Tagestour ist die Ruta de los Volcanes über den Kamm der Cumbre Vieja, vom Wanderheim El Pilar nach Süden bis Fuencaliente. Sie führt über Aschekegel und Lapillifelder, mit Blick auf beide Küsten gleichzeitig, und endet je nach Variante am Ortsrand von Los Canarios oder unten am Leuchtturm. Nach dem Ausbruch von 2021 waren Abschnitte im Bereich der neuen Lavafelder längere Zeit gesperrt und wurden schrittweise wieder geöffnet; prüfe den aktuellen Stand beim Cabildo oder im Besucherzentrum, bevor du die Anfahrt planst. Der Rückweg funktioniert am einfachsten per Taxi oder mit zwei Autos, weil Start und Ziel weit auseinanderliegen.

Das Gegenprogramm liegt im Norden. Von Los Tilos aus führt der Weg zu den Quellen von Marcos y Cordero durch mehr als ein Dutzend handgeschlagene Wassertunnel, die zum Teil so eng und nass sind, dass Stirnlampe und Regenjacke keine Empfehlung, sondern Ausrüstung sind – ein Teil der Gruppe wird trotzdem klatschnass. Der Zustieg erfolgt üblicherweise per Allradtaxi bis zur Casa del Monte, danach geht es die ganze Strecke bergab. Wer es kürzer mag, bleibt auf den Rundwegen um das Besucherzentrum von Los Tilos oder wandert im Barranco de la Galga bei Puntallana durch denselben Lorbeerwald ohne Tunnelpassagen.

Praktisch heißt Wandern auf La Palma vor allem: Höhenmeter und Wolken einkalkulieren. Zwischen Küste und Kamm liegen bis zu 2.400 Meter, und wo der Passat gegen die Ostflanke drückt, hängt der Nebel oft zwischen 800 und 1.500 Metern fest, während es 300 Meter höher wolkenlos ist. Für den Kamm gehören eine Windjacke, lange Hosen und Kopfbedeckung ins Gepäck, für die Lorbeerwälder rutschfeste Sohlen. Die Sonne ist auf dieser Breite auch bei 20 Grad kräftig. Und weil viele Routen Streckenwanderungen sind, plane den Rücktransport mit ein, statt darauf zu hoffen, dass am Zielort ein Bus wartet.

Aktivitäten & Touren in La Palma

Sterne & Observatorium

Sternenhimmel über La Palma und das Observatorium am Roque

Über dem Wolkenmeer steht eine Milchstraße, die viele Besucher zum ersten Mal in ihrem Leben als durchgehendes Band sehen.

Roque de los Muchachos
Roque de los Muchachos

Dass der Himmel hier so dunkel ist, hat drei Gründe, und keiner davon ist Zufall. Erstens liegt der Beobachtungsstandort über der Passatinversion, also über der Wolkenschicht, die Feuchtigkeit und Streulicht unter sich festhält. Zweitens sorgt der stabile Nordostpassat für eine ruhige, klare Luftschichtung – Astronomen sprechen vom guten Seeing. Und drittens schützt seit 1988 ein eigenes Gesetz zum Schutz der astronomischen Qualität des Himmels die Insel vor Lichtverschmutzung: Außenbeleuchtung ist in Bauart und Ausrichtung reguliert, weshalb Dörfer nachts nach unten leuchten statt in den Himmel. La Palma trägt deshalb auch die Auszeichnung als Starlight-Reservat.

Auf dem Kamm arbeitet ein internationales Observatorium mit Teleskopen mehrerer Länder, darunter das Gran Telescopio Canarias, eines der größten Spiegelteleskope der Welt. Der Betrieb ist Forschung, kein Freizeitpark – nachts ist der Bereich für Besucher weitgehend tabu, tagsüber gibt es geführte Besichtigungen, die vorab gebucht werden müssen und je nach Saison unterschiedlich häufig stattfinden. Wer nachts hinauffährt, hält sich an die Regeln: kein Fernlicht auf der Zufahrt, keine Taschenlampen Richtung Kuppeln, nicht auf Sperrflächen parken. Die Zufahrtsregelungen ändern sich gelegentlich, ein Blick auf die aktuellen Hinweise vor der Fahrt spart Ärger.

Für das eigentliche Sternegucken braucht es den Gipfel gar nicht. Über die Insel verteilt liegen mehrere ausgewiesene astronomische Aussichtspunkte mit Info-Tafeln und Sternkarten – etwa Llano del Jable oberhalb von El Paso, Los Andenes und Fuente Nueva am oberen Kammweg oder La Muralla im Süden. Geführte Astro-Touren mit Teleskop und deutschsprachiger oder englischsprachiger Erklärung starten meist am Abend ab Los Llanos oder Santa Cruz und dauern einige Stunden. Manche Hotels der Insel haben eigene Beobachtungsplattformen; das Berghotel bei Barlovento im Norden betreibt sogar ein kleines eigenes Observatorium.

Drei Dinge entscheiden über den Erfolg. Erstens der Mond: Bei Vollmond siehst du deutlich weniger, plane wenn möglich um Neumond herum. Zweitens die Kleidung – auf 2.000 Metern fällt die Temperatur nach Sonnenuntergang schnell in den einstelligen Bereich, Mütze und Handschuhe sind auch im Juli keine Übertreibung. Drittens die Dunkeladaption: Die Augen brauchen zwanzig Minuten, bis sie sich umgestellt haben, und ein einziger Blick aufs Handydisplay setzt diese Zeit zurück. Stelle dein Telefon auf Rotlicht oder lass es in der Tasche, dann siehst du nach einer halben Stunde Dinge, die du vorher nicht für möglich gehalten hättest.

Vulkane

Vulkane im Süden und die Spuren des Ausbruchs von 2021

Auf keiner anderen Kanareninsel liegt die jüngste Erdgeschichte so frisch und so nachvollziehbar herum.

Salinas de Fuencaliente
Salinas de Fuencaliente

Die geologische Achse der Insel ist die Cumbre Vieja, ein schmaler Grat, der sich vom Zentrum nach Süden zieht und auf dem sich die Ausbrüche der letzten Jahrhunderte aufreihen. 1971 öffnete sich an der Südspitze der Teneguía, förderte gut drei Wochen lang Lava und schob die Küstenlinie ein Stück weiter ins Meer hinaus – bis 2021 war er der jüngste an Land entstandene Vulkan Spaniens. Sein älterer Nachbar San Antonio brach 1677 aus; sein Krater lässt sich auf einem Rundweg umgehen, ein Besucherzentrum am Rand erklärt die Vulkanologie der Insel. Auf der Asche dazwischen wächst der Malvasía, dessen Reben von den Bodegas in Fuencaliente verarbeitet werden.

Am 19. September 2021 riss die Erde dann oberhalb von El Paso auf. Der Ausbruch des Tajogaite dauerte 85 Tage bis Mitte Dezember, warf wochenlang Asche über den Westen der Insel und schickte Lavaströme durch bewohntes Gebiet zum Meer hinunter. Der Ort Todoque verschwand fast vollständig, Teile von La Laguna ebenfalls; über tausend Gebäude sowie Straßen, Bananenplantagen und Bewässerungsanlagen wurden zerstört, und an zwei Stellen wuchs die Insel um neues Land, wo die Lava den Atlantik erreichte. Für die Menschen im Aridane-Tal ist das keine Sehenswürdigkeit, sondern ein Einschnitt, dessen Folgen bis heute den Alltag bestimmen.

Genau deshalb lohnt es sich, den Besuch mit Rücksicht zu planen. Vom Mirador de Tajuya und vom Llano del Jable oberhalb von El Paso überblickst du den neuen Kegel und die erstarrten Ströme aus der Distanz, ohne durch bewohntes Gebiet zu fahren; der Mirador El Time zeigt die Dimension des Lavafeldes im Verhältnis zum ganzen Tal. Das Betreten des Lavafeldes selbst ist nur in freigegebenen Bereichen und meist mit Führung möglich, weil der Untergrund instabil ist und stellenweise noch Restwärme und Gase austreten. Geführte Touren mit lokalen Guides sind hier nicht nur die sichere, sondern auch die inhaltlich ergiebigere Variante.

Ein Punkt betrifft die Reiseplanung direkt: Nach dem Ausbruch traten in tief liegenden Küstenorten im Bereich der Lavaströme, vor allem in Puerto Naos und La Bombilla, über längere Zeit hohe Kohlendioxid-Konzentrationen aus dem Boden aus, weshalb die Orte evakuiert und gesperrt wurden. Seit 2023 werden sie zonenweise nach Messwerten wieder freigegeben, und Stand 2026 sind Puerto Naos und La Bombilla weitgehend zurück im Betrieb; einzelne Bereiche bleiben je nach Gaswerten gesperrt. Wenn du eine Unterkunft oder einen Strandtag in diesem Bereich planst, prüfe vor der Buchung den aktuellen Stand beim Gastgeber oder über die Inselverwaltung – und halte dich an Absperrungen, auch wenn nebenan längst wieder Betrieb herrscht. Der Rest der Insel ist davon nicht betroffen.

Strände & Baden

Die Strände auf La Palma und wo du am besten badest

Der Sand ist schwarz, das Wasser fällt steil ab, und die schönsten Badestellen sind oft gar keine Strände, sondern Becken im Lavafels.

Schwarze Strände
Schwarze Strände

Erwarte keine Dünenlandschaft. La Palma ist geologisch jung und steil, ihre Strände sind kurze Buchten aus dunklem Vulkansand oder Kiesel zwischen Klippen, und das Wasser wird schon wenige Meter vom Ufer entfernt tief. Der schwarze Sand heizt sich in der Mittagssonne so stark auf, dass Badeschuhe keine Übervorsicht sind. Dafür ist das Wasser klar, es gibt keine überfüllten Liegenreihen, und an den größeren Stränden sorgen Flaggensysteme und in der Saison Rettungsschwimmer für Sicherheit – beachte die Beflaggung ernsthaft, der Atlantik hat hier deutlich mehr Kraft als das Mittelmeer.

Der bequemste Badeort ist Los Cancajos an der Ostküste, wenige Minuten südlich von Santa Cruz und unweit des Flughafens. Eine flache Bucht mit dunklem Sand, eine ruhige Promenade mit Cafés, Hotels in Gehweite und mehrere Tauchbasen machen den Ort zur unkompliziertesten Wahl für alle, die abends nicht mehr fahren wollen. An der Westküste liegt Puerto de Tazacorte am Ende einer tief eingeschnittenen Schlucht: ein breiter schwarzer Strand, ein Fischerhafen, von dem Bootstouren zu Delfinen und an die Steilküste starten, und eine Reihe von Fischlokalen an der Promenade. Von den Sonnenstunden her ist das der begünstigtste Fleck der Insel.

Weiter südlich schließt Puerto Naos an, vor dem Ausbruch der größte Badeort der Insel mit dem längsten Sandstrand. Nach 2021 war der Ort wegen austretender Gase lange gesperrt; inzwischen sind Ort und Strand weitgehend wieder freigegeben, einzelne Bereiche bleiben je nach Messwerten zu – prüfe den aktuellen Stand, bevor du dort Strandtage oder eine Unterkunft einplanst. Unabhängig davon lohnen sich im Süden die kleinen Buchten bei Fuencaliente, etwa Playa de la Zamora unterhalb der Klippen und der junge Strand bei Echentive, der erst durch die Lava von 1971 entstanden ist. Im Nordosten liegt mit der Playa de Nogales bei Puntallana ein langer, wilder Strand unter hohen Wänden, der spektakulär aussieht, aber wegen Strömung und Brandung ein Ort zum Anschauen bleibt.

Die entspannteste Art zu baden sind die Naturschwimmbecken, die überall dort angelegt wurden, wo Lavazungen ins Meer laufen. Charco Azul bei San Andrés y Sauces und La Fajana bei Barlovento sind die bekanntesten: befestigte Becken mit Leitern, Duschen und meist einem Kiosk, in denen bei rauer See ruhiges Wasser steht, während draußen die Brandung gegen den Fels schlägt. Sie liegen im feuchteren Norden, also plane sie an einem Tag ein, an dem die Sonne durchkommt. Bei starkem Seegang werden die Becken überspült und sind dann tabu – ein Blick auf die Wellen und auf das Verhalten der Einheimischen genügt meist als Entscheidungshilfe.

Inselrunde & Route

Mit dem Mietwagen über La Palma in einer Woche

Fünf bis sieben Tage reichen für die ganze Insel, wenn du dir zwei Standquartiere gönnst statt jeden Abend umzuziehen.

Die Straßenkarte ist schnell erklärt. Die LP-1 zieht als Ringstraße vom Nordosten über Barlovento, Garafía und Puntagorda einmal um die Nordhälfte herum und läuft im Westen nach Tazacorte und Los Llanos aus. Die LP-2 verbindet Santa Cruz über Fuencaliente mit dem Westen und deckt damit den Süden ab. Und die LP-3 quert als Verbindungsachse mit einem Tunnel den Bergkamm zwischen der Hauptstadt und El Paso, was Ost- und Westseite auf eine knappe halbe Stunde zusammenrücken lässt. Alles andere sind schmale Bergstraßen mit engen Kehren, gelegentlichem Nebel und Fahrzeiten, die deutlich über dem liegen, was eine Kartenapp verspricht.

Ein bewährter Wochenrhythmus sieht so aus: Die ersten Tage im Osten mit Standquartier in Santa Cruz oder Los Cancajos – Altstadtbummel an Calle Real und Avenida Marítima, ein Nachmittag am Strand, ein Tag im Norden mit Los Tilos, Charco Azul und den Felsgravuren von La Zarza. Danach der Wechsel über den Tunnel ins Aridane-Tal, von wo aus Caldera-Wanderung, Mirador El Time, Puerto de Tazacorte und die Vulkanlandschaft des Südens jeweils in unter einer Stunde erreichbar sind. Den Roque de los Muchachos legst du auf einen Tag mit klarer Vorhersage, unabhängig davon, wo du gerade wohnst.

Die Reihenfolge innerhalb eines Tages entscheidet über die Qualität. Fahr Aussichtspunkte auf der Ostseite früh an, bevor der Passat die Wolkenbank gegen den Hang schiebt. Am Kamm und am Gipfel stehst du dagegen meist über der Wolkendecke – dort bleibt die Sicht auch am späten Nachmittag verlässlich, und du fährst genau dann hinauf, wenn unten längst alles dicht hängt. Den Westen mit Tazacorte und Fuencaliente hebst du dir für den Nachmittag auf, wenn die Sonne von vorn auf die Küste fällt. Und plane pro Tag höchstens zwei größere Ziele – wer drei Punkte auf entgegengesetzten Inselseiten in einen Tag presst, verbringt ihn im Auto.

Zum Mietwagen selbst: Er ist auf dieser Insel praktisch unverzichtbar, weil die Ausgangspunkte der Wanderungen, die Miradores und die Dörfer im Norden mit dem Bus kaum oder nur zu unpassenden Zeiten erreichbar sind. Nimm die kleinste Klasse, die dein Gepäck fasst, denn auf den Bergstraßen und in den Dorfdurchfahrten ist schmal ein Vorteil. Buche früh, gerade zu deutschen Ferienzeiten und im Winter, wenn viele Wandergäste kommen. Tankstellen gibt es in den größeren Orten, im dünn besiedelten Nordwesten dagegen kaum – dort fährst du besser mit halb vollem Tank los als mit Reserve.

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Übernachten

Hotels auf La Palma und die passende Basis für deinen Urlaub

Große Ferienanlagen gibt es hier nur eine Handvoll, dafür kleine Häuser mit Charakter und sehr viele Ferienhäuser im Grünen.

La Palma hat den Bettenburgen der Nachbarinseln nie nachgeeifert, und das prägt das Angebot. Das einzige Fünf-Sterne-Haus der Insel ist das Hotel Hacienda de Abajo in Tazacorte, ein Adults-only-Hotel in einer historischen Hacienda, in dem Antiquitäten und Gemälde in jedem Gang hängen und ein alter Zuckerrohrbetrieb den baulichen Kern bildet. Auf der Ostseite steht mit dem Parador de La Palma ein staatliches Haus im Kanarenstil mit Pool und großem Garten, hoch über der Küste bei Breña Baja und jeweils wenige Autominuten von Santa Cruz und vom Flughafen entfernt – zu Fuß erreichst du von hier weder das eine noch das andere. Beide sind eher Ziel als Zwischenstation – wer sie bucht, plant Abende auf der Terrasse ein.

Für Badetage ist die Ostküste um Los Cancajos die praktischste Adresse. Das H10 Taburiente Playa liegt direkt an der Bucht, die Bungalowanlage Hacienda San Jorge im kolonialen Stil ein Stück dahinter im Garten; beide sind zu Fuß am Strand, an den Tauchbasen und an der Promenade. Im vulkanischen Süden bei Fuencaliente liegt mit dem La Palma & Teneguía Princess das größte Wellnessresort der Insel, weit weg von allem außer Lavafeldern, Weinbergen und Sternenhimmel. Und im grünen Norden bei Barlovento betreibt das Hotel La Palma Romántica ein eigenes kleines Observatorium – die naheliegende Wahl, wenn Astronomie der Reisegrund ist.

In der Hauptstadt wohnst du am besten klein. Das Hotel San Telmo bringt wenige Zimmer in einem rund 350 Jahre alten Altstadthaus unter, und an der Calle Real gibt es Apartmentanlagen in traditionellen Kanarenhäusern, aus denen du in zwei Minuten auf der Fußgängerachse und in fünf am Hafen stehst. In Puerto Naos an der Westküste waren das große Hotel und die umliegenden Apartments nach dem Ausbruch längere Zeit geschlossen; inzwischen läuft der Betrieb wieder, während einzelne Zonen des Ortes je nach Gasmesswerten gesperrt bleiben können – prüfe den Stand, bevor du dort buchst. Frag im Zweifel direkt beim Haus nach, nicht nur im Buchungsportal.

Die eigentliche Stärke der Insel sind aber die Casas Rurales: restaurierte Landhäuser mit Steinmauern, Holzbalkonen und Terrasse, oft mitten in Bananen- oder Weinterrassen und mit einem Blick, für den man auf dem Festland eine Suite bezahlt. Sie werden meist wochenweise vermietet, brauchen zwingend ein Auto und liegen häufig am Ende einer schmalen Piste – dafür bekommst du Ruhe, einen eigenen Sternenhimmel über der Terrasse und Preise, die im Vergleich zu Teneriffa oder Gran Canaria angenehm ausfallen. Buche früh für die Weihnachts- und Osterwochen sowie für den Frühling, wenn die Wandersaison auf dem Höhepunkt ist.

Hotels in La Palma

Alle 9 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Wein

Essen und Trinken auf La Palma von Mojo bis Malvasía

Die Küche der Insel ist bäuerlich, salzig und satt – und der Wein wächst auf Asche, in der sonst nichts wächst.

Die Basis ist kanarisch. Papas arrugadas, in stark gesalzenem Wasser mit Schale gegarte kleine Kartoffeln, kommen mit den beiden Mojos auf den Tisch: rot und pikant aus Paprika und Chili, grün und milder aus Koriander oder Petersilie. Dazu Gofio, das geröstete Getreidemehl der Ureinwohner, das mal als Beilage, mal als Nachtisch auftaucht. Die Inselspezialität ist der Queso Palmero, ein Ziegenkäse mit geschützter Herkunftsbezeichnung, den es frisch, gereift und vor allem geräuchert gibt – über Mandel- oder Kiefernholz geräucherter Palmero, dünn geschnitten und mit Mojo serviert, ist die ehrlichste Vorspeise der Insel.

Beim Fleisch dominiert der Grill. Restaurante Chipi-Chipi in den grünen Höhen von Velhoco oberhalb der Hauptstadt ist die traditionsreichste Adresse dieser Kategorie, mit Holzkohle, kanarischen Beilagen und einem Publikum, das zur Hälfte von der Insel kommt. Ähnlich funktioniert der Bodegón Tamanca an der Westküste, dessen Speisesaal in eine Lavahöhle gebaut ist und der Fleisch vom Grill mit eigenem Inselwein kombiniert. An der Küste kehrt sich das Verhältnis um: In den Lokalen der Hafenorte bestellt man Fisch des Tages nach Gewicht, dazu papas und einen Salat, und La Chalana steht für diese Art von Fischküche mit Meeresfrüchten.

Kreativer wird es im Aridane-Tal. El Rincón de Moraga kocht in einem historischen Kanarenhaus im Llano de Argual eine moderne Interpretation der Inselküche, El Duende del Fuego in Los Llanos setzt auf Bio-Produkte und arbeitet auffällig sorgfältig mit Allergien und Unverträglichkeiten, und Restaurante Franchipani deckt die spanisch-mediterrane Linie mit ungewöhnlich großer Auswahl für Vegetarier ab. In Santa Cruz sitzt La Placeta auf einem historischen Plätzchen der Altstadt und ist die Adresse für einen ruhigen Abend zwischen Kirchen und Balkonhäusern. Im Süden hat El Jardín de la Sal die spektakulärste Lage: Terrasse mitten in den Salinen, mit Blick auf Becken, Leuchtturm und Atlantik.

Getrunken wird lokal. Die Weine der DO La Palma wachsen zwischen Küste und 1.400 Metern, im Süden vor allem Malvasía auf vulkanischer Asche – Verkostungen in den Bodegas von Fuencaliente lassen sich meist als Halbtagesprogramm buchen. Eine Besonderheit gibt es nur im Norden: den Vino de Tea, der in Fässern aus harzreichem Kanarenkiefernholz ausgebaut wird und deutlich nach Harz schmeckt, was man mag oder nicht. Dazu kommen Rum aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft, eine Rarität in Europa, die honigsüßen Rapaduras aus Santa Cruz, die Schokoladen-Mandel-Creme Príncipe Alberto als Dessertklassiker und Bananen, die hier nicht Deko sind, sondern Wirtschaftsgrundlage.

Restaurants in La Palma

Alle 9 Restaurants
Anreise & vor Ort

Anreise nach La Palma mit Flug und Fähre

Der Flughafen liegt an der Ostküste wenige Kilometer südlich von Santa Cruz, direkt hinter Los Cancajos – und von dort bist du in gut einer halben Stunde durch den Tunnel auf der anderen Inselseite, in den Norden dauert es deutlich länger.

Der Flughafen La Palma trägt das Kürzel SPC und liegt wenige Kilometer südlich der Hauptstadt direkt an der Küste. Direktflüge aus Deutschland gibt es, allerdings deutlich seltener als nach Teneriffa oder Gran Canaria und überwiegend saisonal – prüfe die Verbindungen für deinen Reisezeitraum früh, sie ändern sich von Saison zu Saison. Die Alternative ist der Umstieg: Von den großen Kanarenflughäfen bringt dich eine regionale Fluggesellschaft in einem kurzen Inselhüpfer nach La Palma. Kalkuliere beim Umsteigen genügend Puffer ein, weil Gepäck bei einem Wechsel zwischen zwei separat gebuchten Tickets nicht automatisch durchgecheckt wird.

Per Schiff kommst du ebenfalls an. Fähren verbinden Santa Cruz de La Palma mit Teneriffa, teils über La Gomera, und legen mitten in der Hauptstadt an. Die Überfahrt dauert je nach Schiffstyp und Route mehrere Stunden, die Fahrpläne ändern sich saisonal – schau sie kurz vor der Reise nach, statt dich auf ältere Angaben zu verlassen. Interessant ist die Fähre vor allem, wenn du mehrere Inseln kombinierst oder ein eigenes Fahrzeug mitnehmen willst; für die reine Anreise aus Deutschland ist der Flug schneller und meist auch günstiger.

Vor Ort führt kaum ein Weg am Mietwagen vorbei. Es gibt ein öffentliches Busnetz, das die Hauptorte entlang der großen Straßen verbindet und für die Strecke Santa Cruz–Los Llanos brauchbar ist; abseits davon wird es dünn, und die Ausgangspunkte der Wanderungen liegen fast nie an einer Linie. Für einzelne Streckenwanderungen sind Taxis die pragmatische Lösung, für Los Brecitos und Marcos y Cordero die spezialisierten Allradtaxis, die man am Vortag bestellt. Wer die Insel nur als Standurlaub mit gelegentlichen Ausflügen sieht, kommt auch mit geführten Tagestouren ab den Hauptorten aus.

Zum Fahren selbst zwei Hinweise. Erstens ist der Straßenzustand insgesamt gut, aber die Streckenführung anspruchsvoll: enge Kehren, Gefälle, unbeleuchtete Tunnel und im Bereich des Kamms häufig Nebel mit Sichtweiten unter fünfzig Metern. Rechne für 40 Kilometer auf Bergstraßen eine gute Stunde. Zweitens ist Parken in den Ortszentren von Santa Cruz und Los Llanos knapp, weil die Altstadtgassen schmal und teils Einbahnstraßen sind – nutze die Parkplätze am Rand und geh die letzten Minuten zu Fuß. Auf Bergstraßen gilt außerdem die einfache Regel, dass das bergauf fahrende Fahrzeug Vorrang hat, wenn eine Ausweichstelle nötig wird.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von La Palma – und welches zu dir passt

Santa Cruz de La PalmaSanta Cruz de La PalmaDie 1493 gegründete Inselhauptstadt drängt sich zwischen Meer und Steilhang: geschnitzte Holzbalkone an der Avenida Marítima, die Calle Real als Fußgängerachse, ein sternförmiges Hafenkastell und alle fünf Jahre der Ausnahmezustand der Bajada de la Virgen.Ideal für: Altstadt & Hafen1–2 TageLos Cancajos & Breña BajaLos Cancajos & Breña BajaDer unkomplizierteste Badeort der Insel liegt in einer geschützten Bucht mit schwarzem Sand, wenige Minuten vom Flughafen und von der Hauptstadt entfernt. Ruhige Promenade, Hotels in Gehweite, mehrere Tauchbasen und klares Wasser über Lavaformationen.Ideal für: Baden & Tauchen2–4 TageLos Llanos de AridaneLos Llanos de AridaneDer größte Ort der Insel liegt im sonnigen Aridane-Tal vor der Kulisse des Bergkamms und ist die praktischste Basis für Wanderungen. Schattige Plätze unter Lorbeerfeigen, eine Route bemalter Hauswände und kurze Wege zu den Zustiegen in die Caldera de Taburiente.Ideal für: Basis zum Wandern2–3 TageTazacorteTazacorteDie kleinste Gemeinde der Insel gilt als einer der sonnenreichsten Orte Spaniens. Vom oberen Dorf windet sich die Straße hinunter zum Hafen mit breitem schwarzem Strand, Fischlokalen an der Promenade und Bootstouren zu Delfinen und an die Steilküste.Ideal für: Strand & Bootstouren1–2 TageFuencalienteFuencalienteDie südlichste Gemeinde zeigt das vulkanischste Gesicht der Insel: die Krater von San Antonio und Teneguía, die rosa schimmernden Salinen an der Südspitze mit ihren Leuchttürmen und Malvasía-Reben, die direkt auf schwarzer Asche wachsen.Ideal für: Vulkane & Wein1–2 TageBarlovento & InselnordenBarlovento & InselnordenRund um Barlovento, San Andrés y Sauces und das abgelegene Garafía liegt die grünste Seite der Insel. Hier stehen der Lorbeerwald von Los Tilos und die Felsgravuren von La Zarza, hier liegen die Naturbecken von Charco Azul und La Fajana im Lavafels.Ideal für: Lorbeerwald & Ruhe2–3 Tage
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für La Palma mit Wetter und Wanderwochen im Jahreslauf

Die Küstenwerte schwanken übers Jahr nur um wenige Grad – entscheidend ist, was 2.000 Meter höher passiert.

Das Klima auf La Palma ist subtropisch und durch den Nordostpassat geprägt, der die Ostseite und den Norden feuchter und grüner hält, während das Aridane-Tal im Westen deutlich mehr Sonnenstunden bekommt. An der Küste liegen die Höchstwerte ganzjährig zwischen etwa 21 und 28 Grad, Regen fällt fast ausschließlich im Winterhalbjahr. Wichtiger als das Thermometer ist für die Reiseplanung die Höhe: Auf dem Kamm ist es zehn bis fünfzehn Grad kühler als unten, im Winter kann dort Schnee liegen, und die Wolkenbank hängt oft zwischen 800 und 1.500 Metern fest. Dazu kommt der Calima, ein heißer Saharastaubwind, der vor allem im späten Winter und Frühjahr für ein paar diesige Tage sorgen kann.

Jan21°15°mild, im Norden Regenschauer
Feb21°15°Mandelblüte, Karneval
Mär22°16°wechselhaft, mögliche Calima
Apr22°16°trocken, ideale Wandertage
Mai23°17°stabil, klare Sicht am Kamm
Jun25°19°warm, lange Abende
Jul27°20°Hochsommer, viel Passatwind
Aug28°21°wärmster Monat, volle Küste
Sep27°21°warmes Meer, ruhiger
Okt26°20°warm und trocken, top zum Wandern
Nov24°18°erste Regenfronten im Norden
Dez22°16°mild, Hochsaison über Weihnachten

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für La Palma sind April, Mai und Oktober: 22 bis 26 Grad an der Küste, wenig Regen, stabile Sicht am Kamm und angenehme Temperaturen für lange Wandertage. September ist die Wahl, wenn das Meer möglichst warm sein soll, Juni und November funktionieren als günstigere Randmonate. Juli und August sind nicht zu heiß, aber die Küstenorte sind voll und der Passat bläst kräftig. Der Winter bleibt mild und ist die klassische Zeit für Sonne und Sterne, bringt im Norden aber Regentage – und über Weihnachten und Ostern sind Unterkünfte auf der Insel früh vergeben.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu La Palma

Wie viele Tage sollte man für La Palma einplanen?
Fünf bis sieben Tage sind das sinnvolle Minimum, um beide Inselseiten zu sehen, ohne täglich umzuziehen. Rechne einen Tag für die Caldera, einen für den Norden mit Lorbeerwald und Naturbecken, einen für den vulkanischen Süden, einen klaren Tag für den Roque de los Muchachos und ein bis zwei ruhige Tage am Meer. Wer viel wandern will, plant eher zehn Tage.
Braucht man auf La Palma einen Mietwagen?
In der Praxis ja. Busse verbinden die Hauptorte entlang der großen Straßen brauchbar, aber die Miradores, die Wanderausgangspunkte und die Dörfer im Norden erreichst du damit kaum oder nur zu unpassenden Zeiten. Nimm ein kleines Fahrzeug, buche in der Hochsaison früh und starte im dünn besiedelten Nordwesten nicht mit Reservetank.
Welcher Ort eignet sich am besten als Standquartier auf La Palma?
Für Bad, Restaurants und kurze Wege zum Flughafen die Ostküste um Santa Cruz und Los Cancajos. Für Wanderungen und Sonnenstunden das Aridane-Tal um Los Llanos und Tazacorte, von wo aus Caldera, Westküste und Süden nah liegen. Ideal ist die Kombination aus beidem mit einem Quartierwechsel nach etwa der Hälfte der Reise.
Muss man den Parkplatz an der La Cumbrecita reservieren?
Ja. Die Zufahrt zum Aussichtspunkt am Südrand der Caldera de Taburiente ist kontingentiert, der Stellplatz muss vorab reserviert werden, und ohne Reservierung wirst du an der Schranke abgewiesen. Kümmere dich rechtzeitig darum, in der Hauptsaison sind die Zeitfenster früh vergeben. Alternativen mit Blick von der Gegenseite sind der Kammweg und der Roque de los Muchachos.
Wie kommt man in die Caldera de Taburiente hinein?
Die verbreitetste Variante ist der Zustieg per Allrad-Sammeltaxi ab Los Llanos zum Ausgangspunkt Los Brecitos und dann überwiegend abwärts durch den Kessel und den Barranco de las Angustias hinaus. Das sind rund 15 Kilometer und ein voller Tag. Bestelle das Taxi am Vortag, nimm reichlich Wasser mit und erkundige dich morgens nach dem Zustand der Schlucht.
Kann man den Vulkan Tajogaite von 2021 besichtigen?
Aus der Distanz jederzeit: Der Mirador de Tajuya und der Llano del Jable oberhalb von El Paso zeigen Kegel und Lavaströme, der Mirador El Time die Dimension im ganzen Tal. Das Lavafeld selbst darf nur in freigegebenen Bereichen und meist nur mit Führung betreten werden, weil der Untergrund instabil ist. Halte dich an Absperrungen und respektiere, dass hier Menschen ihr Zuhause verloren haben.
Ist Puerto Naos wieder zugänglich?
Weitgehend ja. Nach dem Ausbruch traten in Puerto Naos und La Bombilla über längere Zeit hohe Kohlendioxid-Werte aus dem Boden aus, weshalb beide Orte gesperrt wurden; seit 2023 sind sie zonenweise wieder freigegeben, Ort, Strand und Hotelbetrieb laufen wieder. Einzelne Bereiche können je nach Messwerten weiter gesperrt sein – kläre den Stand vor einer Buchung mit dem Gastgeber oder über die Inselverwaltung ab. Der Rest der Insel ist davon nicht betroffen.
Welche Strände auf La Palma lohnen sich zum Baden?
Los Cancajos an der Ostküste ist der unkomplizierteste Badeort mit dunklem Sand, Promenade und Tauchbasen, Puerto de Tazacorte im Westen der sonnigste. Dazu kommen die kleinen Buchten bei Fuencaliente. Sehr entspannt sind die Naturschwimmbecken Charco Azul und La Fajana im Norden, in denen auch bei rauer See ruhiges Wasser steht.
Wie warm ist das Meer auf La Palma?
Das Wasser bleibt ganzjährig badbar und schwankt grob zwischen etwa 19 Grad im Spätwinter und 23 bis 24 Grad im Spätsommer. Am wärmsten ist es von August bis Oktober. Wichtiger als die Temperatur ist die Brandung: Die Strände fallen steil ab, der Atlantik hat Kraft, und die Flaggen an den bewachten Stränden sind keine Empfehlung, sondern eine Ansage.
Welche Monate eignen sich am besten zum Wandern auf La Palma?
April, Mai und Oktober bieten die beste Mischung aus trockenem Wetter, milden Temperaturen und stabiler Sicht am Kamm. November bis März funktioniert unten an der Küste gut, oben ist es dann kühl, nass und gelegentlich sogar verschneit. Im Hochsommer wanderst du früh am Morgen los, weil die Sonne auf offenen Kammstrecken ohne Schatten kräftig zusetzt.
Lohnt sich La Palma für Familien mit Kindern?
Mit älteren Kindern sehr, mit Kleinkindern nur bedingt. Es gibt keine flach abfallenden Sandstrände wie im Süden Gran Canarias, dafür Naturschwimmbecken, Bootstouren zu Delfinen, das Sternenprogramm und kurze Waldwege im Norden. Die vielen Serpentinen können auf der Rückbank auf den Magen schlagen – plane pro Tag lieber ein Ziel als drei.
Wie kommt man am besten nach La Palma – Flug oder Fähre?
Aus Deutschland fast immer per Flug. Direktverbindungen gibt es, sie sind aber seltener und stärker saisonal als nach Teneriffa oder Gran Canaria; sonst steigst du dort auf einen kurzen Inselflug um und planst genug Umsteigepuffer ein. Die Fähre ab Teneriffa lohnt vor allem beim Inselhopping oder wenn du ein eigenes Fahrzeug mitnimmst.
Was sollte man auf La Palma unbedingt probieren?
Den geräucherten Queso Palmero mit rotem und grünem Mojo, Papas arrugadas als Beilage zu Fisch oder Grillfleisch und den Malvasía aus dem vulkanischen Süden. Dazu im Norden den harzigen Vino de Tea aus Kiefernholzfässern, als Süßes die Rapaduras und den Dessertklassiker Príncipe Alberto sowie Rum aus frisch gepresstem Zuckerrohrsaft.

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