Los Llanos de Aridane liegt im sonnenverwöhnten Westen von La Palma, eingebettet zwischen weiten Bananenplantagen und den gewaltigen Steilwänden der Caldera de Taburiente. Mit Abstand die größte Stadt der Westseite, ist sie das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum der Insel, die ihre Bewohner liebevoll Isla Bonita nennen. Anders als die malerische Inselhauptstadt Santa Cruz mit ihren bunten Holzbalkonen wirkt Los Llanos städtischer und alltagsnäher – ein Ort, an dem man sieht, wie auf La Palma wirklich gelebt wird. Im Mittelpunkt steht die Plaza de España, ein schattiger Platz, auf dem mächtige Lorbeerfeigen seit Generationen ihre Kronen über die Bänke spannen. Rundherum liegen die klassizistische Kirche Nuestra Señora de los Remedios und die Häuser der wohlhabenden Plantagenbesitzer aus der Blütezeit des Zuckerrohr- und Bananenhandels. Durch die Gassen der Altstadt führt ein Rundgang vorbei an dutzenden großformatigen Murales – Wandbilder internationaler Künstler, die Los Llanos zu einem Freilichtmuseum der Street Art gemacht haben. Die Stadt ist auch ein praktischer Ausgangspunkt: Von hier sind es nur wenige Minuten hinunter zum schwarzen Lavastrand von Puerto Naos und hinauf zu den Wanderwegen der Caldera de Taburiente, einem der großen Nationalparks Spaniens. Im Aridanetal reift unter der Sonne ein Großteil der palmerischen Bananen, deren Plantagen das Bild der Umgebung prägen. Der Vulkanausbruch des Tajogaite im Jahr 2021 hat den Süden des Aridanetals tief getroffen und ganze Ortsteile unter Lava begraben. Los Llanos selbst blieb verschont und wurde zum Anker für die Region – ein Ort, der zeigt, wie eine Gemeinschaft mit einer Naturkatastrophe umgeht und sich neu aufstellt. Wer La Palma jenseits der Postkartenmotive verstehen will, beginnt am besten hier.




