Die Strände von Puerto Rico und der Südwestküste
Zwei Buchten, beide aufgeschüttet, beide windgeschützt – und dazwischen liegen keine zwanzig Gehminuten.
Die Playa de Puerto Rico ist der Grund, warum es diesen Ort überhaupt gibt. Zwei Molen schieben sich wie Arme in den Atlantik und nehmen der Bucht praktisch jede Welle; was bleibt, ist ein flach abfallendes Becken mit goldenem Sand, in dem auch Dreijährige ohne Schrecksekunde ins Wasser laufen. Der Sand liegt hier nicht von Natur aus – er wurde zusammen mit dem Ferienort aufgeschüttet, und man sieht es an der geometrisch sauberen Linie, die die Bucht zieht. Liegen und Schirme stehen in Reihen, dahinter beginnt sofort die Promenade mit Kiosken, Eisdielen und den Ständen der Wassersportanbieter. Wer Naturstrand erwartet, wird enttäuscht; wer verlässliche Badebedingungen sucht, findet auf Gran Canaria wenig Besseres.
Einen knappen Kilometer nordwestlich liegt die Playa de Amadores, die zweite und für viele die angenehmere Bucht. Auch sie ist künstlich angelegt, mit hellerem Sand, einer langen gepflasterten Promenade an der Rückseite und einer Bebauung, die sich deutlich stärker zurückhält als im Hauptort. Das Wasser steht meist so ruhig, dass Schwimmer bis zur Buchteinfahrt hinausziehen, und die Blaue Flagge weht hier regelmäßig. Weil Liegenreihen, Strandbars und Restaurants auf einer einzigen Achse aufgereiht sind, funktioniert Amadores für lange Tage: Frühstück, Baden, Mittagessen mit Blick aufs Wasser, ohne dass du zwischendurch ins Auto steigen musst.
Nach Nordwesten geht es an der alten Küstenstraße GC-500 weiter. Die Playa de Tauro im weiten Tal dahinter wurde mit importiertem Goldsand aufgeschüttet und bleibt die ruhigere, weniger bespielte Variante – wenig Infrastruktur, dafür Platz zwischen den Handtüchern. Noch ein Stück weiter liegt die Playa del Cura, ein kleiner Strand mit dunklem Lavasand, an dem sich vor allem Dauergäste aus den Anlagen ringsum sonnen; mittags hörst du dort eher Besteck auf Tellern als Musik. Beide erreichst du in wenigen Fahrminuten, mit dem Linienbus ebenso wie mit dem Mietwagen. Für Lavasand gehören Badeschuhe ins Gepäck – dunkler Sand heizt sich in der Mittagssonne spürbar stärker auf als heller.
Ein paar Regeln gelten an allen Buchten des Südwestens. Achte auf die Flaggen am Rettungsturm: Auch in geschützten Buchten wird bei auflandigem Wind gelegentlich rot gehisst, und an offeneren Stränden wie Tauro läuft eine Strömung, die von der Uferlinie aus harmloser aussieht, als sie ist. Gran Canaria liegt rund tausend Kilometer weiter südlich als die spanische Mittelmeerküste, die Sonne steht entsprechend höher – im Januar reicht ein unbedachter Nachmittag für einen Sonnenbrand, Lichtschutzfaktor 50 und ein Hut sind kein Übermaß. Und plane die Liegenfrage mit ein: In der Hochsaison sind die vorderen Reihen an der Playa de Puerto Rico schon am Vormittag vergeben, während sich in Amadores meist länger noch etwas findet.







































