Gleich hinter der Brücke, die aufs die Altstadtinsel Ortigia führt, liegen die Reste des Apollon-Tempels. Errichtet im frühen 6. Jahrhundert v. Chr., gilt das Bauwerk nach gängiger Lehrmeinung als der älteste große dorische Peripteraltempel Siziliens – ein Tempel also, der ringsum von Säulen umgeben war. Damit steht hier eines der frühesten monumentalen Zeugnisse der griechischen Kolonisation der Insel. Wer den Tempel betrachtet, blickt auf ein Bauwerk mit vielen Leben. Über die Jahrhunderte wurde der Tempel umgenutzt – von der byzantinischen Kirche über die arabische Moschee bis hin zur militärischen Kaserne reicht seine Geschichte. Geblieben sind heute mächtige monolithische Säulenstümpfe und die Fundamente, die den Grundriss der einstigen Tempelhalle erahnen lassen. Diese Reste vermitteln trotz ihres fragmentarischen Zustands die ursprüngliche Wucht der Anlage. Die Ruine liegt offen und ist rund um die Uhr frei einsehbar. Man kann sie nicht betreten, aber von der umlaufenden Brüstung aus jederzeit betrachten – ein idealer erster Halt direkt am Eingang zur Altstadtinsel, der die antike Tiefe von Syrakus sofort spürbar macht. Ein Ticket ist nicht erforderlich. Besonders eindrücklich ist die unmittelbare Nähe von Antike und Alltag. Direkt neben dem Tempel beginnt der Markt von Ortigia, mit seinem Treiben aus Fischständen, Gemüse und Stimmen. Antike und Alltag liegen in Syrakus selten weiter als eine Straßenbreite auseinander – und nirgends zeigt sich das deutlicher als hier, wo ein über 2.500 Jahre alter Tempel an das lebendige Marktleben grenzt.
Die Säulenstümpfe im seitlichen Morgen- oder Abendlicht fotografieren






























