Die Basilica di Santa Lucia al Sepolcro erhebt sich an der Stelle, an der die Stadtheilige Lucia im Jahr 304 das Martyrium erlitt. Mit ihrem freistehenden Glockenturm prägt sie die Piazza Santa Lucia außerhalb der Altstadtinsel Ortigia. Unter dem Bau liegen ihr überliefertes Felsengrab und frühchristliche Katakomben – die Kirche ist damit eng mit den Ursprüngen des Christentums in Syrakus und mit der wichtigsten Heiligen der Stadt verbunden. Das kunsthistorische Schwergewicht des Ortes ist ein Gemälde von Caravaggio: das „Begräbnis der heiligen Lucia“ von 1608. Der Maler schuf das Werk auf seiner Flucht eigens für diese Kirche, und es zeigt in seiner dramatischen Lichtführung und der monumentalen leeren Bildfläche über den Figuren die unverwechselbare Handschrift des späten Caravaggio. Schon dieses Bild macht die Basilika zu einem Ziel von internationalem Rang. Die Verehrung der heiligen Lucia ist für Syrakus weit mehr als Kirchengeschichte. Lucia ist die Patronin der Stadt, und am 13. Dezember, ihrem Festtag, endet hier die große Lucia-Prozession – das wichtigste Fest von Syrakus, bei dem ihre silberne Statue durch die Straßen getragen wird. An diesem Tag wird die Basilika zum Mittelpunkt des städtischen Lebens. Der Zugang zur Basilika ist frei. Sie liegt etwas abseits der touristischen Hauptwege auf der Altstadtinsel und lohnt deshalb einen bewussten Abstecher – sei es wegen des Caravaggio, wegen der frühchristlichen Katakomben oder wegen der besonderen Bedeutung des Ortes für die Identität von Syrakus. Wer die Stadt jenseits von Ortigia kennenlernen möchte, findet hier einen ihrer geschichtlich dichtesten Punkte.
Den freistehenden Glockenturm an der Piazza Santa Lucia einfangen






























