Die Fonte Aretusa ist eines der seltsamsten und schönsten Naturphänomene auf der Altstadtinsel Ortigia. Nur wenige Meter vom Salzwasser des Porto Grande entfernt sprudelt hier eine Süßwasserquelle – ein Anblick, den die Griechen nur mit einem Mythos erklären konnten. Der Sage nach tauchte die Nymphe Arethusa auf der Flucht vor dem Flussgott Alpheios an dieser Stelle als Quelle wieder auf, nachdem sie quer durch das Meer von Griechenland nach Sizilien geflohen war. Heute zeigt sich die Quelle als halbrundes Becken direkt an der Uferpromenade. In ihm wächst echter Papyrus – eine botanische Rarität in Europa, die der Fonte Aretusa ein fast subtropisches Aussehen verleiht. Enten ziehen über das Wasser, und die dichten Papyrusstauden machen den Ort zu einer unverwechselbaren Erscheinung mitten in der steinernen Altstadt. Der Besuch ist kostenlos und jederzeit möglich, da die Quelle frei an der Promenade liegt. Sie eignet sich gut als Station bei einem Rundgang über Ortigia und lässt sich bequem mit dem nahen Castello Maniace, der Piazza Duomo oder der Hafenpromenade verbinden. Tagsüber ist die Quelle ein ruhiger, schattiger Punkt zwischen den Sehenswürdigkeiten. Am Abend verwandelt sich die Umgebung. Die Balustrade über dem Becken wird zur beliebtesten Aperitivo-Kulisse der Stadt, wenn die Sonne über dem großen Hafen versinkt. Mit Blick auf das Wasser und die untergehende Sonne wird die Fonte Aretusa zum Treffpunkt von Einheimischen und Reisenden – ein Ort, an dem sich der Mythos der Antike und das heutige Leben von Syrakus auf engstem Raum begegnen.
Den Papyrus im Gegenlicht des späten Nachmittags fotografieren






























