Hinter den strengen romanischen Mauern der Basilica di Santa Maria Maggiore an der Piazza Duomo öffnet sich einer der überraschendsten Kirchenräume der Lombardei. Der Bau wurde 1137 begonnen, als die Bergamasken nach einer überstandenen Pestepidemie ein Gotteshaus zu Ehren der Jungfrau Maria gelobten. Von außen wirkt die Kirche karg und wehrhaft, ihr Grundriss folgt dem griechischen Kreuz, und bewusst besitzt sie kein eigenes Hauptportal zur Piazza – die Zugänge liegen seitlich, geschmückt mit Vorhallen wie der Porta dei Leoni Rossi. Der Kontrast zum Inneren könnte größer kaum sein. Im 16. und 17. Jahrhundert wurde der Raum prachtvoll ausgestattet: flämische und florentinische Wandteppiche, üppiger Stuck, vergoldete Decken und Fresken überziehen Wände und Gewölbe. Dieser barocke Reichtum legt sich über die romanische Grundsubstanz und macht die Basilika zu einem der eindrucksvollsten Sakralräume der Region. Kunsthistorisch berühmt sind die Intarsien des Chorgestühls, die nach Entwürfen von Lorenzo Lotto entstanden – einem der großen Maler der venezianischen Renaissance, der lange in Bergamo wirkte. Die in Holz eingelegten biblischen Szenen gelten als Meisterwerk der Tarsia-Kunst. In der Basilika befindet sich außerdem das Grabmal Gaetano Donizettis, des großen Opernkomponisten der Stadt, der hier seine letzte Ruhestätte fand. Der Zugang zur Basilika ist frei. Sie liegt unmittelbar neben der Cappella Colleoni und der Kathedrale und bildet mit ihnen das geistliche Zentrum der Città Alta. Wer von der Piazza Vecchia durch die Loggia tritt, steht direkt davor – ein selbstverständlicher Auftakt für jeden Rundgang durch die Oberstadt.
Außen eine wehrhafte romanische Kirche ohne Hauptportal, innen ein überraschend prunkvoller Barockraum voller Wandteppiche, Stuck und vergoldeter Decken. Highlights sind die Lotto-Intarsien des Chorgestühls und das Grabmal Donizettis. Der Besuch ist kostenlos und dauert je nach Interesse 20 bis 40 Minuten; er lässt sich nahtlos mit der benachbarten Cappella Colleoni verbinden.
Die Basilika wurde 1137 als Dank für das Ende einer Pestepidemie begonnen und über die folgenden Jahrhunderte ausgebaut. Die romanische Grundstruktur blieb erhalten, während das Innere im 16. und 17. Jahrhundert eine prachtvolle barocke Ausstattung erhielt. Lorenzo Lotto, der zwischen 1513 und 1525 in Bergamo arbeitete, lieferte die Entwürfe für die berühmten Chorintarsien. 1848 wurde Gaetano Donizetti hier beigesetzt.
