Stadt · Italien

Mailand

Über der Piazza del Duomo steht ein Gebirge aus Candoglia-Marmor, und drei Metrostationen weiter wachsen bewaldete Wohntürme in den Himmel.

5 Stadtviertel9 Sehenswürdigkeiten9 Hotels
Überblick

Deine Mailand-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
April–Juni & September–Oktober; im August schließen viele Lokale (Ferragosto)
Anreise
Flughäfen Malpensa (MXP), Linate (LIN) & Bergamo (BGY); Malpensa Express in ca. 50 Min. nach Cadorna oder Centrale
Lage
Norditalien, Po-Ebene – Hauptstadt der Lombardei
Mit dem Zug
Milano Centrale am Hochgeschwindigkeitsnetz: Rom ca. 3 Std., Florenz ca. 2 Std., Zürich ca. 3,5 Std.
Zeitzone
Europe/Rome (MEZ/MESZ)
Vor Ort unterwegs
Fünf Metrolinien (M1–M5), dichtes Tramnetz, Leihräder; das Zentrum ist gut zu Fuß machbar
Über Mailand

Reisen nach Mailand

Mailand ist die Stadt, die man auf den ersten Blick nicht mag und nach drei Tagen nicht mehr hergeben will. Über der Piazza del Duomo steht die gotische Kathedrale aus Candoglia-Marmor, an der seit 1386 gebaut wird, und über ihrer höchsten Fiale wacht seit 1774 die vergoldete Madonnina. Nebenan führt die Galleria Vittorio Emanuele II unter Glas und Eisen hinüber zur Scala, deren Opernsaison traditionell am 7. Dezember eröffnet wird. Ein paar Minuten weiter westlich hängt im Refektorium neben Santa Maria delle Grazie Leonardos Abendmahl, für das du ein Zeitfenster brauchst, das oft Wochen vorher vergeben ist. Dahinter beginnt das andere Mailand: Brera mit Kopfsteingassen, Antiquaren und der Pinacoteca, das Quadrilatero della Moda mit den teuersten Schaufenstern des Landes, die Navigli, an deren Kanälen sich abends die halbe Stadt zum Aperitivo trifft, und Porta Nuova, wo die begrünten Türme des Bosco Verticale über einer Skyline stehen, die es vor zwanzig Jahren noch nicht gab.

Mailand – Karte
Reiseführer

Mailand von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um kurz vor neun steht die Piazza del Duomo noch halb im Schatten, ein Mann im Anzug trinkt seinen Espresso im Stehen und ist nach vierzig Sekunden wieder draußen, während über ihm 135 Marmorfialen in den Himmel stechen. Mailand wirbt nicht um dich. Die Stadt arbeitet, sie ist schnell, sie sieht auf den Stadtplan aus wie ein Ring aus Boulevards um einen sehr alten Kern – und dann biegst du in Brera in eine Kopfsteingasse ein oder sitzt abends mit einem Glas an einem Kanal, der älter ist als die Kathedrale, und verstehst, warum die Mailänder finden, dass hier Italiens Puls schlägt.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Mailand

Vom Dom bis zum Castello Sforzesco läufst du eine gute Viertelstunde – Mailands Kernprogramm liegt enger beieinander, als der Ruf der Millionenstadt vermuten lässt.

Alles beginnt beim Duomo di Milano, an dem seit 1386 gebaut wird und der bis heute eine eigene Bauhütte beschäftigt. Der Marmor kommt seit Beginn aus demselben Steinbruch in Candoglia am Lago Maggiore, den die Visconti der Kathedrale stifteten; über 3.400 Statuen stehen an Strebepfeilern und Fialen, und auf der höchsten Spitze steht seit 1774 die vergoldete Madonnina. Das eigentliche Erlebnis wartet nicht im Kirchenschiff, sondern auf den Dachterrassen: Über rund 250 Stufen oder mit dem Aufzug kommst du zwischen die Strebebögen hinauf und läufst auf dem Dach zwischen Wasserspeiern herum, an klaren Tagen mit den Alpen am Horizont. Kauf das Ticket online mit Zeitfenster und nimm den frühen Morgen oder den letzten Slot am Abend, dann steht die Sonne flach auf dem Marmor und du teilst die Terrasse mit deutlich weniger Leuten.

Von der Nordseite der Piazza führt die Galleria Vittorio Emanuele II unter einer Kuppel aus Glas und Eisen zur Piazza della Scala. Sie wurde 1867 nach Plänen von Giuseppe Mengoni für den Verkehr geöffnet und erst zehn Jahre später vollendet – am 30. Dezember 1877, am Vorabend der offiziellen Einweihung des Triumphbogens am Eingang, stürzte Mengoni vom Baugerüst und starb. Im Mosaikboden der Vierung liegen die Wappen der italienischen Städte, und Generationen von Besuchern haben mit dem Absatz auf dem Stier von Turin gedreht, bis dort ein Loch entstand – das Ritual soll Glück bringen und wird bis heute pflichtschuldig ausgeführt. Am Dom-Eingang der Passage steht seit 1915 das Camparino mit Jugendstil-Mosaiken und Messingtresen, die Geburtsstätte des Mailänder Aperitivo-Rituals. Am anderen Ende wartet das Teatro alla Scala, 1778 von Giuseppe Piermarini gebaut, mit sechs Rängen in Rot und Gold; wenn nicht geprobt wird, lässt dich das Museo Teatrale für ein paar Minuten in eine Loge blicken.

Drei Gehminuten nördlich der Scala liegt der Palazzo Brera mit der Pinacoteca di Brera, unter Napoleon aus säkularisierten Klöstern zusammengetragen und heute eine der bedeutendsten Sammlungen Italiens. In den Sälen hängen Mantegnas extrem verkürzte Beweinung Christi, Raffaels Vermählung Mariens, Piero della Francescas Pala di Brera mit dem schwebenden Straußenei und Hayez' Der Kuss; im selben Gebäude arbeiten Kunstakademie und Nationalbibliothek, hinter dem Hof liegt der Botanische Garten von 1774. Weiter westlich schließt das Castello Sforzesco an, ab dem 15. Jahrhundert Residenz der Sforza. Die Höfe sind frei zugänglich, drinnen stehen Michelangelos unvollendete Pietà Rondanini und Leonardos gemaltes Baumgeflecht in der Sala delle Asse. Direkt dahinter beginnt der Parco Sempione mit dem Arco della Pace und der Triennale.

Wer über das Pflichtprogramm hinaus will, findet die stilleren Schichten der Stadt. Die Basilika Sant'Ambrogio geht auf den Stadtpatron Ambrosius zurück, der sie im 4. Jahrhundert gründen ließ; der heutige romanische Bau mit dem vorgelagerten Säulenhof und den zwei ungleich hohen Türmen ist eines der wichtigsten Bauwerke der Lombardei. Ein paar Straßen weiter versteckt sich hinter einer schmucklosen Fassade San Maurizio al Monastero Maggiore, dessen Wände Bernardino Luini und seine Werkstatt vollständig bemalt haben – der Eintritt kostet nichts und trotzdem stehen selten mehr als zehn Menschen im Raum. Dazu die 16 römischen Säulen vor San Lorenzo Maggiore, das Museo del Novecento am Arengario mit Futuristen und Fontanas Neonarabeske vor dem beleuchteten Dom, und im Norden der Cimitero Monumentale, ein Freiluftmuseum aus Grabskulptur des 19. und 20. Jahrhunderts.

Sehenswürdigkeiten in Mailand

Alle 9 Sehenswürdigkeiten
Leonardo & Renaissance

Leonardos Abendmahl in Santa Maria delle Grazie

Fünfzehn Minuten bekommt jede Gruppe, mehr nicht – deshalb entscheidet sich dieser Programmpunkt Wochen vor der Abreise, nicht am Reisetag.

Leonardo da Vinci malte das Abendmahl zwischen 1495 und 1498 an die Stirnwand des Refektoriums im Dominikanerkloster Santa Maria delle Grazie, im Auftrag von Ludovico Sforza. Statt echter Freskotechnik arbeitete er mit Tempera auf trockenem Putz, weil er langsam und mit Korrekturen malen wollte – ein Verfahren, das ihm die Freiheit gab und dem Bild die Haltbarkeit nahm. Schon wenige Jahrzehnte später klagten Betrachter über abblätternde Farbe. Dass überhaupt noch etwas zu sehen ist, verdankt sich einer über zwanzigjährigen Restaurierung unter Pinin Brambilla Barcilon, die 1999 abgeschlossen wurde, und einer Portion Glück: Im August 1943 zerstörten Bomben das Dach und eine Wand des Refektoriums, die Wand mit dem Abendmahl war mit Sandsäcken gesichert und blieb stehen. Seit 1980 gehören Kirche und Refektorium zum UNESCO-Welterbe.

Der Besuch ist streng getaktet. Die Tickets gelten für ein festes Zeitfenster, du wirst in kleiner Gruppe durch mehrere Klimaschleusen geführt, die Staub und Feuchtigkeit abfangen, und stehst dann eine knappe Viertelstunde im Raum, bevor die nächste Gruppe kommt. Die offiziellen Kontingente werden blockweise freigeschaltet und sind für die Hauptsaison regelmäßig binnen Stunden vergeben – prüfe den Verkaufsstart, sobald dein Reisedatum feststeht. Wenn regulär nichts mehr frei ist, lohnt der Blick auf geführte Touren, die eigene Kontingente halten und den Kontext gleich mitliefern. Und sei überpünktlich: Wer sein Zeitfenster verpasst, kommt nicht nach, es gibt keinen Ersatztermin.

Plane den halben Tag um den Termin herum, denn das Viertel gibt mehr her als die eine Wand. Die Kirche selbst lohnt den Blick nach oben in Bramantes Vierung und den Gang in den kleinen Kreuzgang. Schräg gegenüber, in der Casa degli Atellani, lag jener Weinberg, den Ludovico Sforza dem Maler schenkte und der nach archäologischer Rekonstruktion wieder bepflanzt wurde – das Anwesen ist seit 2023 in Privatbesitz und für Besucher geschlossen, plane es also nicht als Programmpunkt ein, ohne den aktuellen Stand geprüft zu haben. Verlässlich offen sind stattdessen auf dem Corso Magenta San Maurizio al Monastero Maggiore mit den Luini-Fresken und das Archäologische Museum im ehemaligen Klosterbau, beide wenige Gehminuten entfernt. Wer noch Zeit hat, geht Richtung Dom weiter in die Pinacoteca Ambrosiana, wo Caravaggios Obstkorb, Raffaels Karton zur Schule von Athen und wechselnde Blätter aus Leonardos Codex Atlanticus liegen.

Sollte es mit dem Ticket gar nicht klappen, ist Mailand trotzdem eine Leonardo-Stadt. Er lebte fast zwei Jahrzehnte hier, entwarf Festungsbauten, Bühnenmaschinen und Wasserbauwerke und beschäftigte sich intensiv mit dem Schleusensystem der Navigli, das die Kanäle über verschiedene Höhen hinweg schiffbar machte. Im Castello Sforzesco siehst du die Sala delle Asse, im Museo Nazionale Scienza e Tecnologia Leonardo da Vinci steht eine ganze Galerie mit Modellen nach seinen Zeichnungen – dazu ein U-Boot im Hof, Dampfloks und eine der größten technikgeschichtlichen Sammlungen Europas, was den Nachmittag auch mit Kindern rettet.

Aktivitäten & Touren in Mailand

Rundgang & Tagesplan

Mailand in zwei Tagen – ein Rundgang vom Dom zu den Navigli

Zwei volle Tage reichen für das Zentrum, wenn du die Tickets vorher hast und die Wege nicht doppelt läufst.

Tag eins beginnt auf der Piazza del Duomo, am besten mit dem ersten Zeitfenster für die Dachterrassen, solange das Licht flach über den Marmor läuft und die Piazza unten noch leer ist. Danach durch die Galleria Vittorio Emanuele II hinüber zur Piazza della Scala, ein Blick ins Opernmuseum, und weiter nordwärts nach Brera. Dort gehören der Vormittag der Pinacoteca und der Rest dem Viertel selbst: Kopfsteingassen, Antiquariate, der Botanische Garten hinter dem Palazzo. Zum Mittagessen setzt du dich in eine der kleinen Küchen zwischen Via Fiori Chiari und Via Madonnina, statt auf der Piazza del Duomo das Dreifache für halb so gutes Essen zu zahlen.

Der Nachmittag gehört dem Castello Sforzesco, dessen Höfe du ohne Ticket durchqueren kannst, und der Pietà Rondanini, für die zwanzig Minuten reichen und die trotzdem länger nachhallt als vieles im Museumsverbund nebenan. Dahinter läufst du quer durch den Parco Sempione zum Arco della Pace, ein guter Ort, um die Beine hochzulegen. Für den Abend zwei Möglichkeiten: entweder Aperitivo in Brera und Abendessen im Viertel, oder mit der Metro hinauf nach Porta Nuova, wo du unter dem Bosco Verticale stehst, über die Piazza Gae Aulenti läufst und in Isola isst – dort kochen die interessanteren Küchen der Stadt zu Preisen, die im Zentrum niemand mehr aufruft.

Tag zwei startet mit dem gebuchten Zeitfenster im Refektorium von Santa Maria delle Grazie. Danach den Corso Magenta zurück Richtung Zentrum, mit Halt in San Maurizio al Monastero Maggiore, und weiter zur Basilika Sant'Ambrogio. Mittags bist du wieder in Dom-Nähe und hast die Wahl zwischen dem Museo del Novecento am Arengario und der Pinacoteca Ambrosiana – beides passt in anderthalb Stunden, beides nicht am selben Tag. Wer lieber shoppt oder schaut, nimmt stattdessen die Runde durchs Quadrilatero della Moda zwischen Via Montenapoleone, Via della Spiga und Via Sant'Andrea, wo auch ohne Kaufabsicht die Schaufenster und die Palazzo-Innenhöfe ihr Geld wert sind.

Der zweite Abend gehört den Navigli. Mit der Metro bis Porta Genova oder zu Fuß über die wieder freigelegte Darsena kommst du an den Naviglio Grande, einen der ältesten Schifffahrtskanäle Europas. Lauf erst die Alzaia auf der einen Seite hinaus bis zum Vicolo dei Lavandai, wo die alten Waschsteine unter einem Holzdach liegen, und komm auf der Ripa di Porta Ticinese zurück – dazwischen liegen Galerien, Werkstatthöfe und mehr Bars, als ein Abend schafft. Wer einen dritten Tag hat, hängt entweder Fondazione Prada und Pirelli HangarBicocca für Gegenwartskunst an oder fährt raus nach Como oder Bergamo. Beides ist von der Stazione Centrale in unter einer Stunde erreichbar.

zoomen mit KlickSehenswürdigkeitenErlebnisse
Stadtviertel

Mailands Stadtviertel von Brera bis Porta Nuova

Mailand ist in Ringen gebaut, und fast alles, was du sehen willst, liegt innerhalb des innersten Rings oder eine Metrostation dahinter.

Galleria Vittorio Emanuele II
Galleria Vittorio Emanuele II

Im Centro Storico rund um Dom, Galleria und Piazza Mercanti liegt die Substanz von zwei Jahrtausenden auf engstem Raum. Hier stehen die Kathedrale, das Opernhaus, das Museo del Novecento und die mittelalterliche Kaufmannspiazza mit dem Palazzo della Ragione, dazwischen Bankhäuser, Verlage und die Fußgängerachsen Corso Vittorio Emanuele II und Via Dante. Tagsüber ist das Viertel voll, abends leert es sich schnell, weil kaum jemand mehr dort wohnt. Für Erstbesucher ist die Lage trotzdem die bequemste: Du läufst zu allem, und wenn dir am dritten Tag der Trubel reicht, bist du in fünf Minuten in einem ruhigeren Viertel.

Nördlich davon schließt Brera an, das Viertel um die Kunstakademie, mit unregelmäßigem Grundriss, grobem Pflaster und einer Dichte an Galerien, Antiquaren und Restauranttischen auf dem Gehsteig, die in Mailand einmalig ist. Östlich angrenzend beginnt das Quadrilatero della Moda, das goldene Viereck aus Via Montenapoleone, Via della Spiga, Via Sant'Andrea und Via Manzoni – hinter den Schaufenstern der großen Modehäuser liegen Stadtpalais mit Höfen, und mit dem Museo Poldi Pezzoli und dem Palazzo Morando stehen zwei Museen mittendrin, in die kaum jemand geht. Beide Viertel sind teuer, aber sie sind auch das, wofür Mailand seinen Ruf hat.

Im Süden, jenseits der Darsena, liegen die Navigli, Mailands Kanalviertel. Der Naviglio Grande führt seit dem 12. Jahrhundert Wasser aus dem Tessin heran und transportierte einst den Marmor für den Dombau bis fast an die Baustelle; heute reihen sich an Alzaia und Ripa Bars, Trattorien, Ateliers und Antiquitätenhändler aneinander, und am letzten Sonntag im Monat zieht sich ein großer Antikmarkt den Kanal entlang. Abends ist hier die lauteste Ecke der Stadt. Wer ruhiger wohnen will, aber trotzdem den Kanal vor der Tür haben möchte, sucht Richtung Naviglio Pavese oder an den Seitenstraßen ein paar Blöcke landeinwärts.

Im Norden hat sich das Stadtbild am stärksten verändert. In Porta Nuova entstand auf einer jahrzehntelangen Brache zwischen Hauptbahnhof und Corso Como ein komplettes Hochhausquartier mit der Piazza Gae Aulenti, dem Unicredit Tower und dem Bosco Verticale, gleich daneben behauptet sich das alte Arbeiterviertel Isola mit Werkstätten, Weinbars und Küchen, die Mailänder Klassiker anders lesen. Wenn du noch mehr neue Architektur willst, fährst du weiter nach Westen ins CityLife-Quartier mit den drei Türmen von Isozaki, Hadid und Libeskind. Und für Gegenwartskunst geht es nach Süden zur Fondazione Prada oder nach Nordosten in die Pirelli HangarBicocca, wo Anselm Kiefers Sieben Himmlische Paläste in einer Fabrikhalle stehen.

Übernachten

Hotels in Mailand und die passende Lage für deinen Aufenthalt

In Mailand entscheidet weniger die Adresse über den Preis als das Datum – zur Möbelmesse und zu den Modewochen kostet dasselbe Zimmer ein Vielfaches.

Die Luxusadressen konzentrieren sich zwischen Scala und Quadrilatero. Das Four Seasons Hotel Milano sitzt in einem ehemaligen Konvent des 15. Jahrhunderts an der stillen Via Gesù, mit begrüntem Kreuzgang und Spa in alten Gewölben. Das Mandarin Oriental, Milan verbindet an der Via Andegari vier Stadtpalais des 18. Jahrhunderts, Innenhöfe inklusive, und beherbergt das Restaurant Seta von Antonio Guida. Das Bulgari Hotel Milano liegt an einer Privatstraße mit eigenem, 4.000 Quadratmeter großem Garten am Botanischen Garten von Brera. Und das Grand Hotel et de Milan an der Via Manzoni empfängt seit 1863 vor allem Opernpublikum – Giuseppe Verdi bewohnte hier jahrelang eine Suite und starb 1901 im Haus.

Wer den Dom vor der Tür haben will, hat zwei besonders naheliegende Adressen. Das Park Hyatt Milano residiert in einem Palazzo von 1870 an der Via Tommaso Grossi, einen Schritt vom Seiteneingang der Galleria und zwei Gehminuten vom Dom, mit der Glaskuppel-Lounge La Cupola als Wohnzimmer. Das Room Mate Giulia an der Via Silvio Pellico liegt praktisch an derselben Ecke, ist aber ein Boutique-Haus mit Zimmern von Patricia Urquiola in Terrazzo und warmen Hölzern – die günstigere Art, mitten im Zentrum zu wohnen. Ebenfalls im Herzen der Stadt, an der Via Manzoni 31, hat Giorgio Armani in einem rationalistischen Palazzo der 1930er das Armani Hotel Milano bis ins Detail selbst gestaltet.

Etwas außerhalb des Kerns wird es entspannter. Das Hotel Principe di Savoia von 1927 steht an der Piazza della Repubblica zwischen Hauptbahnhof und Quadrilatero, ein Grandhotel mit neoklassizistischer Fassade und Dachpool, ideal für alle, die mit dem Zug anreisen und schweres Gepäck haben. An den Navigli führt die Maison Borella an der Alzaia Naviglio Grande vor, wie eine Mailänder casa di ringhiera funktioniert: ein Haus des 18. Jahrhunderts mit umlaufenden Laubengängen um den Innenhof, Zimmer mit Holzbalken, unten der Kanal. Dort wohnst du im Ausgehviertel – gut, wenn du abends draußen sein willst, weniger gut, wenn du früh schlafen musst.

Praktisch heißt das für die Buchung: Erstbesucher nehmen das Centro Storico oder Brera, Bahnreisende die Achse Centrale–Porta Nuova, Nachtmenschen die Navigli, Architekturfans Porta Nuova oder Isola. Wichtiger als alles davon ist der Kalender. Rund um den Salone del Mobile im April und die Modewochen im Februar, März, Juni und September sind die guten Häuser Monate vorher ausgebucht und die Raten steigen deutlich; in denselben Wochen ziehen auch die Preise für Taxis und Restaurants an. Umgekehrt bekommst du im Januar, im heißen August und an gewöhnlichen Wochentagen im November dieselben Zimmer zu einem Bruchteil. Und beachte: Mailand erhebt eine Übernachtungssteuer pro Person und Nacht, die je nach Hotelkategorie gestaffelt ist und fast immer erst vor Ort dazukommt.

Hotels in Mailand

Alle 9 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Mailand und das Ritual des Aperitivo

Zwischen sechs und neun am Abend füllt sich die Stadt an den Tresen, und ein Getränk kommt fast überall mit etwas zu essen auf den Tisch.

Die Mailänder Küche ist gelb, gehaltvoll und älter als der Ruf der Stadt als Finanzplatz. Das Risotto alla milanese wird mit Rinderbrühe, Butter und Safran gekocht, klassisch mit Mark angesetzt; es kommt entweder als eigener Gang oder als Bett unter dem Ossobuco, der geschmorten Kalbshaxe mit Gremolata aus Zitronenschale, Petersilie und Knoblauch. Die Cotoletta alla milanese ist ein paniertes Kalbskotelett mit Knochen, in Butter gebraten und bewusst dick – die dünne, flächige Variante heißt in Mailand orecchia d'elefante und ist eine andere Sache. Im Winter kommt die Cassoeula dazu, ein deftiger Eintopf aus Schweineteilen und Wirsing, dazu Mondeghili, die Frikadellen aus Fleischresten. Und zu Weihnachten gehört der Panettone, der hier erfunden wurde und den du am besten in einer Pasticceria kaufst, nicht im Supermarkt.

Für die Klassiker gehst du dorthin, wo sie seit Generationen gekocht werden. Die Antica Trattoria della Pesa steht seit 1880 an derselben Adresse, mit Holzvertäfelung, alten Öfen und einer Karte, die Risotto, Ossobuco, Cotoletta und Cassoeula führt, als hätte sich seither nichts geändert. Bice an der Via Borgospesso ist seit 1926 die Institution zwischen den Modehäusern, gegründet von einer Toskanerin und bis heute Treffpunkt von Branche und Mailänder Familien. Am Vicolo dei Lavandai an den Navigli kocht El Brellin in einem Haus des 18. Jahrhunderts lombardisch, im Sommer im Gartenhof. Und Il Luogo di Aimo e Nadia im Westen der Stadt, 1962 als Trattoria gegründet, gehört bis heute zu den prägenden Adressen der italienischen Hochküche.

Nach oben hin ist die Auswahl groß. Carlo Cracco bespielt in der Galleria Vittorio Emanuele II mehrere Etagen, unten Café und Pasticceria, oben das Restaurant mit Blick in die Passage. Seta by Antonio Guida im Mandarin Oriental trägt zwei Michelin-Sterne und verbindet süditalienische Herkunft mit französischer Technik. Die Langosteria an der Via Savona hat Mailands Verhältnis zu Meeresfrüchten neu sortiert, mit Austern, rohen Gamberi rossi und Königskrabbe – hier reservierst du früh, das Haus ist über die Stadtgrenzen hinaus bekannt. Für alle diese Adressen gilt: Reservieren vor der Anreise, besonders während Messen und Modewochen, wenn die halbe Branche in Mailand isst.

Der Aperitivo ist kein Trinkritual, sondern eine Tageszeit. Zwischen etwa 18 und 21 Uhr bestellst du an der Bar einen Negroni, einen Americano oder einen Spritz, und dazu kommt ungefragt eine Kleinigkeit – von Oliven und Chips bis zu einem ganzen Buffet, für das die Mailänder das Wort apericena erfunden haben. Aus einer Mailänder Bar der 1960er-Jahre stammt auch der Negroni Sbagliato, der „verpatzte“ Negroni, bei dem Spumante an die Stelle des Gins tritt. Bezahlt wird meist der Drink, das Essen ist Zugabe, aber achte auf den Aufschlag am Tisch gegenüber dem Preis an der Theke. Die dichteste Auswahl findest du an den Navigli, die stilvollste in Brera und im Camparino in Galleria, wo alles begann.

Restaurants in Mailand

Alle 8 Restaurants
Mode & Shopping

Shopping in Mailand vom Quadrilatero bis zum Corso Buenos Aires

Mailand hat für jedes Budget eine eigene Straße, und die Entfernung zwischen der teuersten und der pragmatischsten beträgt zwei Metrostationen.

Navigli
Navigli

Das Quadrilatero della Moda ist das obere Ende der Skala: Via Montenapoleone, Via della Spiga, Via Sant'Andrea und Via Manzoni bilden ein Viereck aus wenigen hundert Metern, in dem die großen italienischen Häuser ihre Stammadressen haben. Die Via Montenapoleone gilt seit einigen Jahren als eine der teuersten Einkaufsstraßen der Welt, gemessen an der Miete pro Quadratmeter. Auch ohne Kaufabsicht lohnt der Spaziergang, weil hinter den Fassaden Stadtpalais mit Höfen stecken und weil zwei sehr gute Museen mitten drin liegen: das Museo Poldi Pezzoli an der Via Manzoni mit der Sammlung eines Adligen des 19. Jahrhunderts und der Palazzo Morando mit Mailänder Stadtansichten und historischer Kleidung.

Eine Etage darunter beginnt das Mailand, in dem tatsächlich eingekauft wird. Der Corso Vittorio Emanuele II direkt am Dom und die Via Torino bündeln die großen Ketten, der Corso Buenos Aires im Nordosten ist eine der längsten Einkaufsstraßen Europas und funktioniert dank Metrolinie M1 als kompletter Nachmittag. Für Design gehst du in den Corso Monforte und die Umgebung der Via Durini, wo die Möbelhersteller ihre Schauräume haben – während der Design Week im April sind viele davon Ausstellungsorte und für alle offen. Wer Vintage und kleine Labels sucht, findet sie im Corso di Porta Ticinese Richtung Navigli und in den Seitenstraßen von Brera und Isola.

Zwei Termine bestimmen den Preis. Die staatlich geregelten saldi laufen im Winter ab Anfang Januar und im Sommer ab Anfang Juli über mehrere Wochen; die Startdaten werden regional festgelegt und stehen kurz vorher fest, die Rabatte steigen von Woche zu Woche. Außerhalb der Saison lohnen die Outlets im Umland, allen voran das große Designer-Outlet bei Serravalle, zu dem ab dem Zentrum Shuttlebusse fahren. Und für alles Handfeste zum Mitnehmen sind die Märkte da: der Antiquitätenmarkt am Naviglio Grande am letzten Sonntag im Monat, der Wochenmarkt an der Viale Papiniano und die kleinen Feinkostläden in Brera für Grana, Salumi und einen guten Panettone.

Anreise & vor Ort

Anreise nach Mailand und unterwegs mit Metro und Tram

Mailand hat drei Flughäfen, zwei Fernbahnhöfe und fünf Metrolinien – ein Auto brauchst du in der Stadt an keinem einzigen Tag.

Aus Deutschland fliegst du meist nach Malpensa im Nordwesten, von wo der Malpensa Express etwa alle 30 Minuten in rund 50 Minuten zu den Bahnhöfen Cadorna oder Centrale fährt. Der Stadtflughafen Linate liegt im Osten und ist seit dem Ausbau der Metrolinie M4 direkt und ohne Umsteigen mit dem Zentrum verbunden – für kurze Städtetrips die entspannteste Variante. Der dritte Flughafen liegt bei Bergamo und wird vor allem von Billigfluglinien angeflogen; von dort pendeln Shuttlebusse mehrerer Anbieter in etwa einer Stunde zur Stazione Centrale. Prüfe vor der Buchung, welcher Flughafen wirklich gemeint ist, denn Bergamo wird gern als Mailand verkauft und liegt rund 50 Kilometer entfernt.

Mit der Bahn ist Mailand aus dem deutschsprachigen Raum gut erreichbar: Von München fährt ein Eurocity über den Brenner und Verona, von Zürich der EuroCity durch den Gotthard-Basistunnel. Innerhalb Italiens ist die Stazione Centrale der wichtigste Knoten – Turin, Bologna, Florenz, Rom und Venedig hängen alle an der Hochgeschwindigkeitsstrecke, für die du Sitzplätze reservieren musst. Regionalzüge nach Como, Bergamo, Pavia und an den Lago Maggiore starten je nach Linie auch ab Porta Garibaldi oder Cadorna. Wer mit dem Auto kommt, sollte wissen, dass der Kern der Stadt als Area C gebührenpflichtig und der gesamte Stadtbereich als Area B eine Umweltzone ist – stell den Wagen an einem Park-and-Ride an einer Metro-Endstation ab.

In der Stadt selbst fährst du mit ATM. Fünf Metrolinien decken alles ab, was du besuchen willst, dazu kommen Straßenbahnen und Busse; auf der Tramlinie 1 sind noch die hölzernen Ventotto-Wagen unterwegs, die ab 1928 gebaut wurden, und eine Fahrt darin ist billiger als jede Stadtrundfahrt und deutlich stimmungsvoller. Ein Einzelticket gilt zeitbasiert für Metro, Tram und Bus im Stadtgebiet, Tages- und Mehrtagestickets gibt es an jedem Automaten. Am bequemsten ist das kontaktlose Bezahlen: Du hältst dieselbe Karte oder dasselbe Handy beim Einsteigen an den Leser und in der Metro beim Aussteigen ebenfalls, das System rechnet am Tagesende automatisch den günstigsten Tarif ab.

Zwei praktische Hinweise für vor Ort. Erstens sind die Wege im Zentrum kürzer, als der Stadtplan glauben macht – vom Dom nach Brera oder zum Castello läufst du jeweils eine gute Viertelstunde, und weil dabei ständig etwas am Wegrand steht, lohnt sich Laufen fast immer mehr als zwei Metrostationen. Nimm Schuhe, die Kopfsteinpflaster vertragen. Zweitens ist Mailand eine Stadt mit ausgebauten Radwegen und einem dichten Leihradnetz, aber der Verkehr ist zügig und Straßenbahnschienen sind bei Nässe tückisch. Wer sich unsicher fühlt, bleibt bei Metro und Tram – beide fahren dicht getaktet bis kurz nach Mitternacht, danach übernehmen Nachtbusse.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge in die Lombardei

Ausflüge ab Mailand an die Seen und in die Lombardei

Den Comer See und die Oberstadt von Bergamo erreichst du mit dem Regionalzug in jeweils rund einer Stunde, Monza in einer Viertelstunde.

Der naheliegendste Ausflug ist der Comer See. Nach Como fahren Regionalzüge von Cadorna und Centrale und brauchen je nach Linie etwa 40 Minuten bis eine Stunde; wer weiter in den mittleren Seearm will, nimmt den Zug nach Varenna und von dort die Fähre nach Bellagio hinüber. Diese Kombination aus Bahn und Schiff ist die beste Art, den See an einem Tag zu erleben, weil du die Ufer vom Wasser aus siehst und nicht auf den engen Uferstraßen im Stau stehst. Plane die letzte Rückfahrt bewusst ein: Fähren und Regionalzüge werden am Abend deutlich dünner, und im Sommer sind sie an Wochenenden voll.

Bergamo liegt in ähnlicher Entfernung nach Nordosten und ist ein völlig anderer Ausflug. Die Città Alta liegt auf einem Hügel innerhalb der venezianischen Mauern, die zum UNESCO-Welterbe gehören, und wird von der Unterstadt aus mit einer Standseilbahn erschlossen. Oben stehen die romanische Basilika Santa Maria Maggiore, die reich ausgestattete Cappella Colleoni und die Piazza Vecchia, die Le Corbusier für einen der schönsten Plätze Europas hielt. Ein halber Tag reicht für die Oberstadt, ein ganzer, wenn du die Accademia Carrara mit ihrer Sammlung venezianischer und lombardischer Malerei dazunimmst.

Wer sich für Architektur und Kirchenbau interessiert, fährt nach Süden zur Certosa di Pavia, einem Kartäuserkloster aus dem späten 14. Jahrhundert mit einer Fassade, die als eines der Hauptwerke der lombardischen Renaissance gilt; Regionalzüge nach Pavia halten in der Nähe, ein Bus fährt ab Pavia hin. Nach Norden liegt der Lago Maggiore mit Stresa und den Borromäischen Inseln, gut eine Stunde mit dem Zug und ab Stresa mit dem Schiff. Und Monza ist mit dem Regionalzug in einer Viertelstunde erreicht – mit der Villa Reale, einem der größten ummauerten Parks Europas und der Rennstrecke, die im Herbst das Formel-1-Wochenende ausrichtet.

Für längere Sprünge nutzt du die Hochgeschwindigkeitszüge. Turin liegt eine knappe Stunde entfernt, mit Mole Antonelliana, Ägyptischem Museum und Arkadenstraßen, Verona gut anderthalb Stunden, Venedig rund zweieinhalb, Bologna knapp eine. Damit lässt sich Mailand gut als Auftakt oder Abschluss einer Italienreise legen, ohne dass du für den Ortswechsel einen ganzen Tag verlierst. Buche diese Züge im Voraus, dann sind sie deutlich günstiger als am Automaten – und rechne am Bahnhof Centrale genug Zeit ein, das Gebäude von 1931 ist monumental und die Wege sind entsprechend lang.

Feste & Veranstaltungen

Design Week, Modewochen und der Kalender der Stadt

Viermal im Jahr kippt Mailand in den Ausnahmezustand, und wer davon nichts weiß, wundert sich über Hotelpreise und ausgebuchte Restaurants.

Mailänder Dom
Mailänder Dom

Der größte Termin ist der Salone del Mobile im April, die weltweit wichtigste Möbelmesse, die auf dem Messegelände in Rho stattfindet. Interessanter für Reisende ist das, was parallel in der Stadt passiert: Unter dem Namen Fuorisalone bespielen Hersteller, Designer und Marken für eine Woche Höfe, Werkstätten, leerstehende Gebäude und Schauräume, konzentriert im Brera Design District, in der Zona Tortona, rund um die Via Durini und in Isola. Vieles davon ist frei zugänglich, oft mit Schlangen und immer mit Programmheft. Wer in dieser Woche anreist, sollte Monate vorher buchen und sich darauf einstellen, dass die Stadt anders funktioniert als sonst.

Die Modewochen verteilen sich über das Jahr: Die großen Frauenmode-Wochen liegen im Februar oder Anfang März und im September, die Herrenmode im Januar und Juni. Die Schauen selbst sind geschlossene Veranstaltungen, spürbar sind sie trotzdem überall – volle Hotels, reservierte Restaurants, Fotografen vor den Schauorten und Läden mit verlängerten Öffnungszeiten. Wenn du Trubel und Menschen beobachten willst, ist das die richtige Zeit; wenn du in Ruhe Museen sehen willst, planst du bewusst daneben. Sichtbar bleiben außerdem die Winterspiele Milano Cortina 2026, deren Eröffnungsfeier im Stadion San Siro stattfand: Im Südosten ist mit der Arena in Santa Giulia eine neue Großhalle für Sport und Konzerte entstanden, und am ehemaligen Bahngelände von Porta Romana steht das Olympische Dorf, das anschließend zu Studentenwohnungen umgebaut wird.

Der 7. Dezember gehört Sant'Ambrogio, dem Stadtpatron, und ist in Mailand Feiertag. Am selben Abend eröffnet die Scala ihre Opernsaison, das gesellschaftliche Ereignis des Jahres, das im Fernsehen übertragen und auf der Piazza del Duomo auf Leinwand gezeigt wird. Rund um den Feiertag findet der Markt Oh bej! Oh bej! statt, der traditionsreichste Weihnachtsmarkt der Stadt, seit rund zwanzig Jahren rund um das Castello Sforzesco. Danach übernimmt der Advent mit Beleuchtung im Zentrum, Panettone in jeder Pasticceria und einer Stadt, die im Dezember ihre freundlichste Seite zeigt.

Zwei lokale Eigenheiten zum Schluss. Der Carnevale Ambrosiano folgt dem ambrosianischen Ritus und endet erst am Samstag nach Aschermittwoch, Mailand feiert also einige Tage länger als der Rest Italiens – der Umzug mit Kindern und Konfetti führt traditionell auf die Piazza del Duomo. Und im August passiert das Gegenteil von Trubel: Um Ferragosto am 15. August schließen viele Restaurants, Bars und Läden für zwei bis drei Wochen, die Mailänder fahren ans Meer oder in die Berge, und wer dann kommt, findet eine leere, heiße Stadt mit kurzen Warteschlangen vor den Museen und wenig Leben in den Vierteln. Prüf vor jeder Buchung den Kalender, egal in welche Richtung deine Vorliebe geht.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Mailand – und welches zu dir passt

Centro StoricoCentro StoricoDer Kern innerhalb der alten Stadtmauern, mit Dom, Galleria, Scala und der mittelalterlichen Piazza Mercanti auf wenigen hundert Metern. Tagsüber voll, abends schnell leer, weil kaum jemand mehr dort wohnt – für Erstbesucher trotzdem die bequemste Basis, weil du zu allem läufst.Ideal für: Erste Orientierung1 TagBreraBreraZwischen Via Fiori Chiari und Via Madonnina wandert der Abend auf den Gehsteig: erst Aperitivo, dann Abendessen an Tischen, an denen kaum vier Leute Platz haben. Tagsüber gehört das Viertel den Studenten der Kunstakademie und dem Botanischen Garten von 1774 hinter dem Palazzo.Ideal für: Kunst & Abendessen½–1 TagQuadrilatero della ModaQuadrilatero della ModaVia Montenapoleone, Via della Spiga, Via Sant'Andrea und Via Manzoni bilden das goldene Viereck der italienischen Mode. Auch ohne Kaufabsicht lohnt der Gang, weil hinter den Fassaden Stadtpalais mit Höfen stecken und mit dem Museo Poldi Pezzoli ein sehr gutes Museum mittendrin liegt.Ideal für: Mode & Schaufenster½ TagNavigliNavigliMailands Kanalviertel im Süden, wo der Naviglio Grande so breit ist, dass beide Ufer ihre eigene Ausgehmeile tragen. An Alzaia und Ripa reihen sich Bars, Trattorien und Ateliers, am Vicolo dei Lavandai liegen die alten Waschsteine, und am letzten Sonntag im Monat zieht sich ein Antikmarkt am Ufer entlang.Ideal für: Aperitivo & Abende½ TagPorta Nuova & IsolaPorta Nuova & IsolaAuf einer jahrzehntelangen Brache zwischen Hauptbahnhof und Corso Como entstand Mailands neue Skyline mit Piazza Gae Aulenti, Unicredit Tower und dem begrünten Bosco Verticale. Gleich daneben hält das alte Arbeiterviertel Isola mit Werkstätten, Weinbars und guten Küchen den Maßstab am Boden.Ideal für: Architektur & Ausgehen½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Mailand: Wetter und Termine im Jahreslauf

Mailand liegt mitten in der Po-Ebene, ohne Meer und ohne Höhenluft – das bedeutet schwüle Sommer, feuchtkalte Winter und zwei sehr angenehme Übergangszeiten.

Das Klima in Mailand ist kontinental geprägt und unterscheidet sich deutlich vom Bild, das viele von Italien haben. Die Winter sind feucht und grau, mit Werten um den Gefrierpunkt und gelegentlichem Nebel über der Ebene, die Sommer heiß und schwül, weil die Luft zwischen Alpen und Apennin schlecht abzieht und Gewitter oft erst am Abend Entlastung bringen. Frühling und Herbst sind entsprechend die stärksten Reisezeiten: mild genug für lange Wege zu Fuß, warm genug für Abende im Freien. Wichtiger als das Thermometer bleibt aber der Veranstaltungskalender, der Preise und Verfügbarkeit stärker verschiebt als jedes Wetter.

Jan7°0°kalt und diesig, leere Museen
Feb10°1°Modewoche, Carnevale Ambrosiano
Mär15°4°erste Tage draußen
Apr19°8°mild, Design Week
Mai24°13°lange Abende, beste Zeit
Jun28°17°warm und schwül
Jul31°19°heiß, Sommerschlussverkauf
Aug30°19°Ferragosto, vieles geschlossen
Sep25°15°mild, Modewoche
Okt18°10°goldenes Licht, ruhig
Nov11°5°grau und nass, Museumszeit
Dez7°1°Scala-Eröffnung und Weihnachtsmarkt

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Mailand sind April, Mai, September und Oktober. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 18 und 25 Grad, du läufst die kurzen Wege zwischen Dom, Brera und Navigli bequem zu Fuß und sitzt abends draußen, ohne zu frieren oder zu schwitzen. Rechne im April mit der Design Week und im September mit der Modewoche, die beide die Hotelpreise nach oben treiben – wer flexibel ist, legt die Reise ein bis zwei Wochen daneben. Juli und August sind heiß und schwül, und um Ferragosto schließt ein großer Teil der Restaurants. Von November bis Februar ist Mailand grau, dafür günstig und ideal für alles, was drinnen stattfindet.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Mailand

Wie viele Tage sollte man für Mailand einplanen?
Zwei volle Tage decken Dom mit Dachterrassen, Galleria, Scala, Brera mit Pinacoteca, das Abendmahl und einen Abend an den Navigli ab. Der dritte Tag lohnt sich für Gegenwartskunst in der Fondazione Prada oder der Pirelli HangarBicocca, für das neue Mailand rund um Porta Nuova und CityLife oder für einen Ausflug nach Como oder Bergamo.
Was muss man in Mailand unbedingt vorab buchen?
Drei Dinge: das Zeitfenster für Leonardos Abendmahl, das oft Wochen im Voraus vergeben ist, das Dom-Ticket inklusive Dachterrassen, weil du sonst zweimal anstehst, und einen Tisch in den bekannten Restaurants. Für die Scala brauchst du Karten, sobald der Vorverkauf der jeweiligen Vorstellung startet – die Saison eröffnet traditionell am 7. Dezember.
Wie komme ich vom Flughafen Malpensa ins Zentrum?
Am schnellsten mit dem Malpensa Express, der etwa alle 30 Minuten fährt und in rund 50 Minuten die Bahnhöfe Cadorna oder Centrale erreicht. Parallel gibt es Flughafenbusse zur Stazione Centrale, die länger brauchen, aber günstiger sind. Vom Stadtflughafen Linate fährst du mit der Metrolinie M4 ohne Umsteigen ins Zentrum, von Bergamo mit dem Shuttlebus in etwa einer Stunde.
Wie funktioniert das Ticket für den Mailänder Dom?
Der Dom verkauft kombinierte Tickets mit Zeitfenster, die je nach Variante Kathedrale, Dachterrassen, Dommuseum und die Kirche San Gottardo umfassen; für die Terrassen wählst du zwischen Treppe mit rund 250 Stufen und Aufzug. Buche online im Voraus und nimm einen frühen oder späten Slot. Für das Kirchenschiff gilt eine Kleiderordnung, Schultern und Knie müssen bedeckt sein.
Bekommt man kurzfristig noch Tickets für das Abendmahl?
Regulär selten. Der Zugang ist auf kleine Gruppen im Viertelstundentakt begrenzt, die offiziellen Kontingente werden blockweise freigeschaltet und sind schnell weg. Wer zu spät dran ist, hat über geführte Touren mit eigenen Kontingenten oft noch eine Chance. Verspätungen werden nicht nachgeholt – sei mindestens zwanzig Minuten vor dem Zeitfenster da.
In welchem Viertel wohnt man in Mailand am besten?
Erstbesucher nehmen das Centro Storico rund um den Dom und laufen zu allem. Brera ist die Wahl für alle, die abends im Viertel bleiben wollen, das Quadrilatero della Moda die teuerste Adresse, die Navigli die lauteste und Porta Nuova die praktischste für Bahnreisende. Die Metro verbindet alle Viertel in wenigen Minuten, entscheidender als die Lage ist das Buchungsdatum.
Wie läuft der Aperitivo in Mailand ab?
Zwischen etwa 18 und 21 Uhr bestellst du an der Bar einen Drink, meist Negroni, Americano oder Spritz, und bekommst ohne Aufpreis etwas zu essen dazu – von Oliven und Chips bis zum Buffet, das die Mailänder apericena nennen. Bezahlt wird das Getränk. Achte auf den Unterschied zwischen Theken- und Tischpreis, am Tisch kostet dasselbe Glas fast überall mehr.
Was isst man in Mailand typischerweise?
Risotto alla milanese mit Safran und Butter, Ossobuco mit Gremolata, die dicke Cotoletta alla milanese mit Knochen und im Winter die Cassoeula aus Schweinefleisch und Wirsing. Dazu Mondeghili, die Mailänder Frikadellen, und zu Weihnachten Panettone, der hier erfunden wurde. Getrunken wird zum Aperitivo Campari, dessen Bitter zwar in Novara erfunden wurde, in Mailand aber zum Ritual geworden ist.
Braucht man in Mailand ein Auto?
Nein, und es ist eher hinderlich. Der historische Kern ist als Area C gebührenpflichtig, das ganze Stadtgebiet als Area B eine Umweltzone mit Fahrverboten für ältere Diesel, und Parkplätze sind teuer. Fünf Metrolinien, Straßenbahnen und Busse decken alles ab. Wer mit dem Auto anreist, stellt es an einem Park-and-Ride an einer Metro-Endstation ab.
Lohnt sich Mailand für ein Wochenende?
Sehr, weil die Stadt kompakt ist und sowohl Linate als auch Malpensa schnell angebunden sind. Samstagvormittag Dom und Dachterrassen, nachmittags Brera mit Pinacoteca, abends Aperitivo an den Navigli; sonntags Castello Sforzesco, Parco Sempione und ein Museum. Das Abendmahl passt dazwischen, wenn du das Zeitfenster früh gebucht hast.
Was kann man in Mailand bei Regen machen?
Mailand ist eine gute Schlechtwetterstadt. Pinacoteca di Brera, Museo del Novecento, Pinacoteca Ambrosiana und das Museo Poldi Pezzoli füllen jeweils zwei Stunden, das Museo Nazionale Scienza e Tecnologia einen ganzen Tag, gerade mit Kindern. Dazu die Galleria Vittorio Emanuele II als überdachte Passage und die Museen im Castello Sforzesco.
Wann ist die beste Reisezeit für Mailand?
April, Mai, September und Oktober mit Höchstwerten zwischen 18 und 25 Grad. Juli und August sind heiß und schwül, und um Ferragosto schließen viele Restaurants und Bars für Wochen. Im Winter ist es grau und feucht, dafür günstig. Beachte die Design Week im April und die Modewochen im Februar, März, Juni und September, die Hotelpreise deutlich anheben.
Ist Mailand teuer?
Für italienische Verhältnisse ja, ungefähr auf dem Niveau einer teuren deutschen Großstadt, bei Hotels an Messeterminen deutlich darüber. Sparen lässt sich über den Zeitpunkt und über die Viertel: Ein Abendessen in Isola oder abseits der Navigli-Uferpromenade kostet spürbar weniger als am Dom, und der Aperitivo mit Buffet ersetzt an vielen Abenden das Abendessen.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Mailand – Dom, Scala & Brera vom Marmordom zum Abendmahl in Santa Maria delle Grazie

Für Duomo, Galleria und vor allem das Abendmahl in Santa Maria delle Grazie lohnt das Online-Ticket Wochen im Voraus – die Scala und das Dachterrassen-Ticket des Doms am besten gleich mitbuchen.

Übernachten

Hotels in Mailand – Brera, Quadrilatero & Porta Nuova von der Modemeile bis ans Kanalufer der Navigli

Im Centro Storico wohnt man zwischen Dom und Scala, mittendrin und teuer; Brera ist ruhiger und charmant, Porta Nuova & Isola modern und gut angebunden, Navigli jung und lebendig für Nachtschwärmer.

Genießen

Restaurants in Mailand – Aperitivo an den Navigli Risotto giallo, Cotoletta und der Aperitivo am Kanal

Cotoletta, Risotto alla milanese und Panettone gehören auf den Plan – getafelt wird in den Trattorien von Brera, abends zieht der Aperitivo an die Kanäle der Navigli mit ihren reich gedeckten Buffets.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Mailand – Dom & Galleria aufs Domdach, ins Castello und durch das Quadrilatero

Vom Dom-Dach über den Marmorzinnen bis zur Bootsfahrt auf den Navigli reicht das Programm; Stadtspaziergänge durch die Mode-Höfe des Quadrilatero und ein Tagesausflug an den Comer See runden es ab.

MailandÜber der Piazza del Duomo steht ein Gebirge aus Candoglia-Marmor, und drei Metrostationen weiter wachsen bewaldete Wohntürme in den Himmel.

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