Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Mailand
Vom Dom bis zum Castello Sforzesco läufst du eine gute Viertelstunde – Mailands Kernprogramm liegt enger beieinander, als der Ruf der Millionenstadt vermuten lässt.
Alles beginnt beim Duomo di Milano, an dem seit 1386 gebaut wird und der bis heute eine eigene Bauhütte beschäftigt. Der Marmor kommt seit Beginn aus demselben Steinbruch in Candoglia am Lago Maggiore, den die Visconti der Kathedrale stifteten; über 3.400 Statuen stehen an Strebepfeilern und Fialen, und auf der höchsten Spitze steht seit 1774 die vergoldete Madonnina. Das eigentliche Erlebnis wartet nicht im Kirchenschiff, sondern auf den Dachterrassen: Über rund 250 Stufen oder mit dem Aufzug kommst du zwischen die Strebebögen hinauf und läufst auf dem Dach zwischen Wasserspeiern herum, an klaren Tagen mit den Alpen am Horizont. Kauf das Ticket online mit Zeitfenster und nimm den frühen Morgen oder den letzten Slot am Abend, dann steht die Sonne flach auf dem Marmor und du teilst die Terrasse mit deutlich weniger Leuten.
Von der Nordseite der Piazza führt die Galleria Vittorio Emanuele II unter einer Kuppel aus Glas und Eisen zur Piazza della Scala. Sie wurde 1867 nach Plänen von Giuseppe Mengoni für den Verkehr geöffnet und erst zehn Jahre später vollendet – am 30. Dezember 1877, am Vorabend der offiziellen Einweihung des Triumphbogens am Eingang, stürzte Mengoni vom Baugerüst und starb. Im Mosaikboden der Vierung liegen die Wappen der italienischen Städte, und Generationen von Besuchern haben mit dem Absatz auf dem Stier von Turin gedreht, bis dort ein Loch entstand – das Ritual soll Glück bringen und wird bis heute pflichtschuldig ausgeführt. Am Dom-Eingang der Passage steht seit 1915 das Camparino mit Jugendstil-Mosaiken und Messingtresen, die Geburtsstätte des Mailänder Aperitivo-Rituals. Am anderen Ende wartet das Teatro alla Scala, 1778 von Giuseppe Piermarini gebaut, mit sechs Rängen in Rot und Gold; wenn nicht geprobt wird, lässt dich das Museo Teatrale für ein paar Minuten in eine Loge blicken.
Drei Gehminuten nördlich der Scala liegt der Palazzo Brera mit der Pinacoteca di Brera, unter Napoleon aus säkularisierten Klöstern zusammengetragen und heute eine der bedeutendsten Sammlungen Italiens. In den Sälen hängen Mantegnas extrem verkürzte Beweinung Christi, Raffaels Vermählung Mariens, Piero della Francescas Pala di Brera mit dem schwebenden Straußenei und Hayez' Der Kuss; im selben Gebäude arbeiten Kunstakademie und Nationalbibliothek, hinter dem Hof liegt der Botanische Garten von 1774. Weiter westlich schließt das Castello Sforzesco an, ab dem 15. Jahrhundert Residenz der Sforza. Die Höfe sind frei zugänglich, drinnen stehen Michelangelos unvollendete Pietà Rondanini und Leonardos gemaltes Baumgeflecht in der Sala delle Asse. Direkt dahinter beginnt der Parco Sempione mit dem Arco della Pace und der Triennale.
Wer über das Pflichtprogramm hinaus will, findet die stilleren Schichten der Stadt. Die Basilika Sant'Ambrogio geht auf den Stadtpatron Ambrosius zurück, der sie im 4. Jahrhundert gründen ließ; der heutige romanische Bau mit dem vorgelagerten Säulenhof und den zwei ungleich hohen Türmen ist eines der wichtigsten Bauwerke der Lombardei. Ein paar Straßen weiter versteckt sich hinter einer schmucklosen Fassade San Maurizio al Monastero Maggiore, dessen Wände Bernardino Luini und seine Werkstatt vollständig bemalt haben – der Eintritt kostet nichts und trotzdem stehen selten mehr als zehn Menschen im Raum. Dazu die 16 römischen Säulen vor San Lorenzo Maggiore, das Museo del Novecento am Arengario mit Futuristen und Fontanas Neonarabeske vor dem beleuchteten Dom, und im Norden der Cimitero Monumentale, ein Freiluftmuseum aus Grabskulptur des 19. und 20. Jahrhunderts.








































