Stadt · Italien

Sirmione

Vier Kilometer weit schiebt sich Sirmione als schmale Landzunge in den Gardasee hinaus, und an ihrer Spitze liegen römische Villenmauern über einem Wasser, das sich über hellem Fels türkis färbt.

4 Stadtviertel6 Sehenswürdigkeiten7 Hotels
Überblick

Deine Sirmione-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
April bis Juni und September bis Oktober sind die idealen Reisemonate: Das Wetter ist warm genug für den See, die Gassen sind nicht überfüllt, und die Vegetation rund um die Grotte di Catullo steht in voller Pracht. Juli und August locken mit Badesaison und Veranstaltungen, bringen aber auch das höchste Besucheraufkommen. Im Winter schließen viele Restaurants und Hotels; die Halbinsel wirkt dann fast verlassen – für Ruhesuchende durchaus reizvoll.
Mobilität vor Ort
Sirmione ist für den privaten Autoverkehr weitgehend gesperrt. Besucher parken auf den Parkplätzen am Eingang der Halbinsel und erkunden den Ort zu Fuß. Die Altstadt ist in wenigen Gehminuten vollständig erschlossen.
Nahverkehr
ATV-Busse verbinden Sirmione mit Desenzano del Garda und Peschiera del Garda. Fähren der Navigazione Lago di Garda legen am Hafen an.
Vom Flughafen
Flughafen Verona (VRN) liegt ca. 35 km entfernt, Fahrtzeit rund 40 Minuten. Flughafen Bergamo (BGY) ist etwa 80 km entfernt.
Über Sirmione

Reisen nach Sirmione

Sirmione liegt auf einer stellenweise nur wenige hundert Meter breiten Halbinsel, die vom Südufer des Gardasees nach Norden ins Wasser reicht. Der Zugang führt über eine Zugbrücke: davor das Festland mit Parkplätzen und Uferstraße, dahinter das Castello Scaligero mit Schwalbenschwanzzinnen, Wassergraben und einem der wenigen erhaltenen befestigten Hafenbecken Europas. Hinter dem Burgtor beginnt eine autofreie Altstadt aus engen Gassen, Eisdielen und Terrassen über dem See, und wer sie durchquert, steigt zwischen Olivenbäumen zur Kirche San Pietro in Mavino hinauf und weiter zu den Grotte di Catullo, den Resten der größten bekannten römischen Villenanlage Norditaliens auf dem Felssporn an der Nordspitze. Direkt darunter fällt die Jamaica Beach als Fläche heller Kalkplatten ins flache Wasser, an der Ostflanke folgt das Lido delle Bionde mit Kies, Stegen und Strandbar. Dazu kommt, was den Ort seit der Antike prägt: Rund 300 Meter vor dem Ufer steigt schwefelhaltiges Thermalwasser aus dem Seegrund auf und speist heute die Bäder und Hotels der Terme di Sirmione. Südlich der Halbinsel, rund um Colombare, Lugana und Rovizza, wird es deutlich ruhiger – dort stehen die Rebzeilen des Lugana und beginnt der flache Radweg Richtung Peschiera del Garda.

Sirmione – Karte
Reiseführer

Sirmione von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um halb acht morgens gehört die Zugbrücke noch den Lieferwagen, in der Gasse dahinter riecht es nach frischem Brot, und draußen an der Spitze liegt der See so glatt, dass man die hellen Platten unter Wasser bis in drei Meter Tiefe zählen kann. Vier Stunden später schiebt sich der Strom der Tagesgäste durch dieselbe Gasse, vor der Eisdiele stehen zwanzig Leute an, und auf der Jamaica Beach liegt Handtuch an Handtuch. Sirmione ist beides, und der Unterschied entscheidet sich nicht am Ort, sondern an der Uhrzeit. Wer hier übernachtet statt nur vorbeizuschauen, bekommt die stillere Hälfte gratis dazu.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Sirmione

Vom Burgtor bis zur Halbinselspitze sind es keine anderthalb Kilometer – alles Wichtige liegt an einem einzigen Fußweg entlang.

Das Castello Scaligero steht dort, wo die Halbinsel am schmalsten ist, und riegelt den Ortskern seit dem 13. Jahrhundert nach Süden ab. Die Veroneser Familie Della Scala ließ die Anlage in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts errichten, und weil ringsum Wasser aus dem See in den Graben läuft, führt der einzige Landzugang bis heute über eine Zugbrücke. Auffällig sind die Schwalbenschwanzzinnen auf den Mauerkronen und vor allem die Darsena an der Rückseite: ein ummauertes Hafenbecken, in dem die Scaliger ihre Flotte geschützt liegen hatten – eine Bauform, von der in Europa nur wenige Beispiele erhalten sind. Wer die Stufen des Bergfrieds nimmt, sieht von oben die Dächer der Altstadt, den Burghafen und die ganze Landzunge bis zur Spitze.

Am anderen Ende der Halbinsel liegen die Grotte di Catullo, und der Name führt in die Irre: Es handelt sich nicht um Höhlen, sondern um die Reste einer riesigen römischen Villenanlage aus der frühen Kaiserzeit, der größten bekannten ihrer Art in Norditalien. Über einem Felssporn wurde sie auf mehreren Terrassen angelegt, mit gewölbten Substruktionen, die heute wie Grotten wirken – daher der Name, den Humanisten im 15. Jahrhundert vergaben, als sie die Anlage dem Dichter Catull zuschrieben. Catull besang Sirmio tatsächlich in einem seiner Gedichte als schönste der Halbinseln, dass ihm die Villa gehörte, ist allerdings nicht belegt. Über dem Gelände stehen rund anderthalbtausend Olivenbäume, dazu ein kleines Museum mit Fresken- und Mosaikfragmenten.

Zwischen beiden liegt die Kirche San Pietro in Mavino auf dem höchsten Punkt der Halbinsel, umgeben von Olivenbäumen und im Kern das älteste Gotteshaus des Ortes. Die Anfänge gehen auf langobardische Zeit zurück, der Glockenturm trägt eine Datierung ins 11. Jahrhundert, das heutige Kirchenschiff stammt im Wesentlichen aus dem 14. Jahrhundert. Innen lohnen die mittelalterlichen Fresken, vor allem der Christus in der Apsis. Näher am Burgtor steht die Pfarrkirche Santa Maria della Neve, auch Santa Maria Maggiore genannt, aus dem 15. Jahrhundert: Im Portikus wurde eine antike Säule verbaut, im Inneren haben sich Freskenreste erhalten. Beide Kirchen sind klein, kostenlos zugänglich und im Hochsommer die kühlsten Räume der Halbinsel.

Die vierte Sehenswürdigkeit ist der Ort selbst. Hinter dem Burgtor gibt es keinen Durchgangsverkehr, die Gassen sind so schmal, dass zwei Menschen mit Einkaufstaschen sich arrangieren müssen, und zwischen den Häusern blitzt immer wieder der See auf. Die Hauptachse Via Vittorio Emanuele ist mittags eine einzige Schlange aus Eisdielen und Souvenirläden; wer zwei Gassen weiter in die Via Santa Maria Maggiore oder die Via San Salvatore abbiegt, hat plötzlich Ruhe. Rechne für den kompletten Rundgang mit Burg, beiden Kirchen und Grotte einen guten halben Tag – und leg ihn auf den frühen Morgen oder die Stunden nach 17 Uhr, wenn die Busse wieder abgefahren sind.

Sehenswürdigkeiten in Sirmione

Strände & Baden

Die Strände von Sirmione zwischen Felsplatten und Kiesbuchten

Sand gibt es hier nicht – dafür helle Kalkplatten, feinen Kies und Wasser, das über dem hellen Grund ins Türkise kippt.

Jamaica Beach
Jamaica Beach

Der bekannteste Badeplatz ist die Jamaica Beach, italienisch Spiaggia Giamaica, ganz oben an der Nordspitze unterhalb der Grotte di Catullo. Statt eines Strandes findest du dort eine weite Fläche flach liegender, glatt geschliffener Kalkplatten, die sich unter Wasser noch zwanzig, dreißig Meter weiter fortsetzt – man steht knöcheltief auf hellem Stein, und genau dieser Untergrund erzeugt die Farbe, wegen der die Bucht auf allen Fotos ist. Erreichbar ist sie ausschließlich zu Fuß, vom Burgtor sind es rund zwanzig Minuten. Infrastruktur gibt es kaum, Schatten fast keinen, und ohne Badeschuhe wird der Weg ins Wasser über den nassen, teils algigen Fels zur Rutschpartie. Früh morgens hast du die Platten fast für dich.

Deutlich alltagstauglicher ist das Lido delle Bionde an der Ostflanke der Halbinsel, gut zehn Gehminuten von der Altstadt entfernt. Hier wechseln sich heller Kies und Felsplatten ab, ins Wasser führen Holzstege, es gibt eine Strandbar, Liegen und Sonnenschirme zum Mieten sowie in der Saison Tret- und Ruderboote. Der Einstieg fällt flach ab, was das Lido zum praktischsten Badeplatz für Familien in Laufweite macht. Nachteil: Der Platz ist überschaubar und ab Mitte Juli mittags voll. Wer mit Kindern kommt, nimmt den Vormittag oder den späten Nachmittag und packt Wasserschuhe ein, denn auch hier ist der Grund steinig statt sandig.

Am Übergang vom Festland auf die Halbinsel, im Ortsteil Colombare, liegt der bequemste Zugang zum See: ein öffentlicher Uferstreifen mit Liegewiese, Bäumen und Kiesabschnitten, direkt neben Parkplätzen, Supermarkt und Bushaltestelle. Hier musst du weder Eintritt zahlen noch eine halbe Stunde laufen, und mit Kinderwagen, Kühltasche und Sonnenschirm ist das der einzige Badeplatz, der ohne Logistikplanung funktioniert. Weiter östlich, Richtung Rovizza und Lugana, zieht sich das Ufer flach am Radweg entlang, mit weiteren Liegewiesen und Kiesbuchten zwischen Schilf und Pappeln – dort verlieren sich die Tagesgäste, und im Juni oder September triffst du auf ganze Abschnitte, an denen kaum jemand liegt.

Zwei praktische Punkte gehören dazu. Erstens ist der Gardasee ein Bergsee: Er wird im Frühjahr spät warm, erreicht im Juni je nach Jahr um die 21 bis 23 Grad und im August um die 25 Grad, kühlt dafür bis in den Oktober hinein nur langsam ab. Zweitens dreht am Südufer regelmäßig der Wind: Morgens weht mit dem Peler ein Nordwind, der seine Kraft im engen Nordbecken entfaltet und im weiten Südteil meist nur schwach ankommt – das Wasser vor der Halbinsel liegt dann oft spiegelglatt. Ab Mittag frischt die Ora aus dem Süden auf und baut Wellen an den südexponierten Ufern und um die Halbinselspitze auf. Für ruhiges Wasser badest du also vormittags, nachmittags suchst du dir eine windabgewandte Bucht. Bewachte Abschnitte mit Rettungsschwimmern sind die Ausnahme, Aufsicht bleibt Elternsache.

Thermalwasser & Spa

Terme di Sirmione und die Schwefelquelle im Seegrund

Die Quelle sprudelt nicht an Land, sondern draußen im See – rund 300 Meter vor dem Ufer und in etwa 20 Metern Tiefe.

Terme di Sirmione
Terme di Sirmione

Dass in Sirmione heißes Wasser aus dem Boden kommt, war schon in der Antike bekannt; die römische Villenanlage an der Spitze hatte ihre eigenen Badeanlagen. Erschlossen wurde die Quelle im modernen Sinn erst Ende des 19. Jahrhunderts, als ein Taucher das aufsteigende Wasser vor der Halbinsel fasste und an Land leiten ließ. Die Fonte Boiola liefert schwefel-, brom- und jodhaltiges Thermalwasser, das an der Quelle deutlich über Badetemperatur liegt und für die Becken heruntergekühlt wird. Der Geruch nach Schwefel gehört dazu, gerade an den Zuläufen – wer das nicht mag, sollte es vorher wissen, denn er hängt an manchen Tagen auch über der Uferstraße.

Für Tagesgäste ist die Aquaria Thermal SPA in der Altstadt die naheliegende Adresse: eine Badelandschaft direkt am Wasser, mit Innen- und Außenbecken, in denen du bis an die Kante schwimmst und den See vor Augen hast, dazu Saunen, Dampfbäder und Ruhezonen. Die Anlage arbeitet mit Zeitfenstern und ist an Wochenenden und in der Hochsaison regelmäßig ausgebucht – reservier online, bevor du anreist, und rechne damit, dass abends die Slots am schnellsten weggehen. Im Ortsteil Colombare liegt mit dem Thermalzentrum Virgilio ein weiteres Haus der Gruppe, das stärker auf Kuranwendungen, Inhalationen und therapeutische Behandlungen ausgerichtet ist als auf Badevergnügen; ein drittes Haus, die Terme Catullo, steht im Ortskern und arbeitet ebenfalls therapeutisch statt als Badelandschaft.

Wer das Thermalwasser nicht nur für ein paar Stunden will, übernachtet in einem der Häuser, die direkt daran angeschlossen sind. Das Grand Hotel Terme liegt am Eingang der Altstadt, nur durch den Burggraben von der Scaligerburg getrennt, mit Uferpark und beheiztem Pool. Das Hotel Sirmione e Promessi Sposi steht zwischen Burg und Ufer wenige Schritte von der Aquaria entfernt, das Hotel Fonte Boiola an der Uferstraße trägt den Namen der Quelle, die vor dem Haus aus dem Seegrund aufsteigt. Etwas abseits, im grünen oberen Teil der Halbinsel nahe San Pietro in Mavino, liegt das Hotel Olivi Thermae mit eigener Pool- und Saunalandschaft zwischen Olivenbäumen.

Praktisch heißt das: Bademantel und Badeschuhe stellen die Häuser in der Regel, Handtücher für den Außenbereich nicht immer – frag nach, statt zwei Sätze einzupacken. Die Thermalbetriebe laufen anders als die Hotellerie am See auch außerhalb der Sommersaison, was Sirmione zu einem der wenigen Gardasee-Orte macht, in denen ein verlängertes Wochenende im November oder Februar Sinn ergibt: Draußen liegt Nebel über dem Wasser, im Außenbecken steht der Dampf, und die Altstadt gehört dir. Für Kuranwendungen im engeren Sinn gelten eigene Regeln und ärztliche Voraussetzungen; das klärst du vorab direkt mit dem Haus, nicht über ein Buchungsportal.

Aktivitäten & Touren

Aktivitäten in Sirmione vom Boot bis in die Lugana-Reben

Die Halbinsel zeigt sich am besten von außen – und dorthin kommst du nur mit dem Boot.

Die klassische Bootsrundfahrt startet am kleinen Anleger neben der Scaligerburg und umrundet die Halbinsel in einer knappen halben Stunde. Sie führt am ummauerten Burghafen vorbei, an den Zypressenparks der alten Villen an der Westflanke, unter dem Felssporn der Grotte di Catullo hindurch und an den hellen Platten der Jamaica Beach entlang – die einzige Perspektive, aus der man begreift, wie schmal diese Landzunge tatsächlich ist. Mehrere kleine Anbieter fahren nebeneinander, Karten kaufst du direkt am Steg, verbindliche Abfahrtszeiten gibt es außerhalb der Hochsaison nicht immer. Am schönsten ist die Runde in der letzten Stunde vor Sonnenuntergang, wenn das Licht flach auf die Westseite fällt.

An Land lohnt ein geführter Altstadt-Rundgang, der in rund zwei Stunden von der Zugbrücke über San Pietro in Mavino bis zu den Grotte di Catullo führt. Der Mehrwert liegt weniger in den Wegen – die findest du auch allein – als in der Einordnung: warum die Scaliger hier eine Burg mit eigenem Hafen brauchten, wie eine römische Villa dieser Größe an einen See kam, was die Terrassenmauern an der Spitze einmal getragen haben. Deutschsprachige Termine gibt es in der Saison regelmäßig, außerhalb solltest du vorher anfragen oder auf eine englische Führung ausweichen. Für Familien funktioniert das erfahrungsgemäß besser als ein Audioguide, weil die Burg die Kinder ohnehin abholt.

Landeinwärts beginnt der Weinbau. Die Ebene südlich der Halbinsel gehört zum Anbaugebiet Lugana, einer der ältesten kontrollierten Herkunftsbezeichnungen Italiens, in dem auf schweren Lehmböden die Turbiana-Traube wächst. Der Wein daraus ist ein trockener, mineralisch geprägter Weißwein, der jung frisch schmeckt und in den besseren Lagen auch ein paar Jahre aushält. Rund um Lugana di Sirmione und weiter Richtung Pozzolengo und Peschiera liegen die Kellereien, viele davon nur wenige Fahrminuten vom Ortskern entfernt. Verkostungen mit Kellerführung sind üblich, laufen aber praktisch immer nach Voranmeldung – spontan vor der Tür zu stehen funktioniert selten.

Für aktive Tage ist das Südufer die flachste Ecke des ganzen Sees. Von Sirmione über Rovizza und die Lugana-Rebzeilen nach Peschiera del Garda sind es rund zwölf Kilometer fast ohne Steigung, gut für Familien und für alle, die kein Rennrad im Kofferraum haben; Leihräder und E-Bikes gibt es im Ort. Wer weiter will, hängt die Uferroute nach Lazise an oder folgt dem Mincio-Radweg südwärts Richtung Mantua. Auf dem Wasser lassen sich Tretboote, Kajaks und Stand-up-Paddles mieten, und weil das südliche Becken breit und offen ist und die Ora am Nachmittag zuverlässig aufkommt, ist Segeln zwischen Desenzano und Peschiera fest etabliert – die windstarken Surf- und Kitereviere liegen dagegen weit im Norden um Campione und Torbole.

Aktivitäten & Touren in Sirmione

Tagesplan

Ein Tag in Sirmione von der Zugbrücke bis zur Spitze

Ein Tag reicht für die ganze Halbinsel, wenn du ihn früh anfängst – zwei Tage reichen für die Halbinsel und den See davor.

Fang vor neun an. Um diese Zeit stehen an der Zugbrücke noch keine Gruppen, das Castello Scaligero hat gerade geöffnet, und die Stufen im Bergfried gehören dir. Von oben siehst du die Route des Tages als Ganzes: unter dir der Burghafen, davor die Dächer der Altstadt, dahinter der Olivenhügel mit dem Kirchturm von San Pietro in Mavino und ganz am Ende der Felssporn mit den Villenmauern. Danach durch das Burgtor in die Gassen, Kaffee im Stehen an einer Bar an der Piazza Carducci, ein Blick in die Pfarrkirche Santa Maria della Neve mit der antiken Säule im Portikus – bis hierher hast du keine Stunde gebraucht.

Dann nach Norden, weg vom Hauptstrom. Die Gassen steigen sanft an, zwischen den Mauern beginnen Olivengärten, und nach zehn Minuten stehst du an San Pietro in Mavino, der ältesten Kirche der Halbinsel, mit mittelalterlichen Fresken im kühlen Inneren. Weiter oben liegt der Eingang zu den Grotte di Catullo: Plan mindestens eine Stunde ein, besser anderthalb, weil der Rundweg über mehrere Terrassen führt und das kleine Museum am Eingang die Funde einordnet. Wichtig im Sommer – auf dem Gelände gibt es fast keinen Schatten, Kappe und Wasserflasche gehören in den Rucksack, und die späten Vormittagsstunden sind auf den offenen Terrassen die härtesten.

Nachmittags gehörst du ins Wasser. Direkt unterhalb der Grotte führt der Weg hinunter zur Jamaica Beach mit ihren hellen Platten – Badeschuhe anziehen, eine Stunde im flachen Türkis stehen, dann zurück. Alternativ nimmst du auf dem Rückweg das Lido delle Bionde an der Ostflanke, wo es Stege, Liegen und eine Bar gibt und der Einstieg bequemer ist. Wer lieber Dampf als See mag, geht stattdessen für zwei Stunden in die Aquaria Thermal SPA am Ufer der Altstadt, am besten mit vorab gebuchtem Zeitfenster. Beides zusammen an einem Tag geht sich aus, wenn du auf das lange Mittagessen verzichtest und stattdessen unterwegs ein Panino nimmst.

Der Abend ist die beste Zeit des Tages. Gegen 17 Uhr leert sich die Halbinsel schlagartig, die Reisebusse rollen zurück, und die Gassen bekommen wieder Luft. Steig jetzt in eine Bootsrunde um die Halbinsel, wenn das Licht flach auf die Westflanke fällt, und geh danach essen – an der Piazza Carducci für den Blick aufs Treiben, an der Uferpromenade für den Blick auf Burg und Wasser oder zwei Gassen weiter in eine Trattoria für den ruhigeren Abend. Wer zwei Tage hat, nimmt am nächsten Morgen das Schiff nach Desenzano oder Peschiera und ist mittags zurück, bevor der Tagesgästestrom seinen Höhepunkt erreicht.

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Ortsteile

Die Ortsteile von Sirmione zwischen Altstadt und Lugana

Der Ort besteht aus zwei sehr verschiedenen Hälften – der schmalen Halbinsel und dem flachen Land davor.

Castello Scaligero
Castello Scaligero

Das Centro Storico beginnt hinter der Zugbrücke und endet an der Spitze der Landzunge. Auf diesem guten Kilometer drängen sich die Burg, beide Kirchen, die Grotte di Catullo, die Aquaria, die meisten Hotels und praktisch alle Restaurants mit Seeblick. Autos kommen nur mit Genehmigung herein, alles läuft zu Fuß, und die Wege sind so kurz, dass du kein Verkehrsmittel brauchst. Der Preis dafür ist der Betrieb: Zwischen elf und siebzehn Uhr schiebt sich in der Hochsaison eine dichte Menschenmenge durch die Hauptgasse. Wer hier wohnt, richtet seinen Tagesablauf um dieses Zeitfenster herum und hat dann den schönsten Ortsteil des ganzen Südufers.

Colombare liegt am Festlandende, direkt vor der Halbinsel, und ist der Teil, in dem Sirmione Alltag hat. Hier stehen Supermärkte, Apotheken, Campingplätze und Hotels ohne Altstadtaufschlag, hier halten die Busse, und hier findest du den bequemsten öffentlichen Zugang zum Wasser mit Liegewiese und Parkplätzen in Laufweite. Am Ufer Richtung Desenzano reihen sich Uferpromenade, Bars und einige der besten Restaurants der Gemeinde – das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Tancredi zum Beispiel liegt hier und nicht in der Altstadt. Bis zur Zugbrücke sind es je nach Unterkunft zehn bis zwanzig Gehminuten, im Sommer ist der Fußweg oft schneller als jede Fahrt.

Landeinwärts, südlich der Uferstraße, beginnt Lugana. Die Ebene aus schwerem Lehm zwischen Sirmione, Peschiera und Pozzolengo ist Weinland: Auf ihr wächst die Turbiana-Traube, aus der der Lugana gekeltert wird, einer der bekanntesten Weißweine Norditaliens. Zwischen den Rebzeilen liegen Kellereien und Agriturismi, die Zimmer, Verkostungen und häufig einen Pool anbieten – die günstigste Art, in Sirmione zu übernachten, wenn ein Auto zur Verfügung steht. Sehenswürdigkeiten im engeren Sinn gibt es hier keine, dafür Ruhe, Sternenhimmel und den kürzesten Weg zu einem Glas Wein, das im Umkreis von zwei Kilometern gewachsen ist.

Rovizza schließlich ist der östlichste Ortsteil, ein ruhiger Wohnbereich am Südufer zwischen Sirmione und Peschiera del Garda. Wer den Trubel der Halbinsel bewusst hinter sich lassen will, findet hier Ferienwohnungen, kleine Anlagen mit Garten und flache Uferabschnitte, an denen sich im Juni oder September kaum jemand einfindet. Der flache Radweg am Südufer läuft direkt vorbei, sodass du von hier in einer guten halben Stunde gemütlich nach Peschiera radelst. Ohne Rad oder Auto wird es allerdings unpraktisch – bis in die Altstadt sind es mehrere Kilometer, und der Bus fährt nicht im Minutentakt.

Übernachten

Hotels in Sirmione und die passende Lage auf der Halbinsel

Die entscheidende Frage lautet nicht Sterne, sondern Seite der Zugbrücke – davor oder dahinter macht den ganzen Aufenthalt aus.

Ganz oben stehen zwei Häuser, die im Charakter unterschiedlicher kaum sein könnten und trotzdem beide fünf Sterne tragen. Das Grand Hotel Terme liegt gleich hinter der Zugbrücke, nur durch den Burggraben von der Scaligerburg getrennt, gehört zur Gruppe Terme di Sirmione und verbindet Uferpark, beheizten Pool und Thermal-Spa mit der zentralsten Lage im Ort. Das Palace Hotel Villa Cortine dagegen versteckt sich in einer neoklassizistischen Villa mitten in einem weitläufigen Privatpark auf der Halbinsel, mit eigenem Steg, Seeterrasse und Badebereich – von der Gasse aus sieht man davon nichts, und genau das ist der Punkt. Beide sind teuer, und beide sind es aus unterschiedlichen Gründen wert.

In der mittleren Kategorie wird die Auswahl in der Altstadt schnell übersichtlich. Das Hotel Sirmione e Promessi Sposi liegt mit Garten und Pool zwischen Burg und Ufer, wenige Schritte von der Aquaria entfernt und ebenfalls unter dem Dach der Terme-Gruppe. Das Hotel Eden steht direkt an der Piazza Carducci, hat nach einer Renovierung ein klares Designprofil, einen eigenen Steg und Zimmer mit Balkon zum Wasser – der kürzeste Weg vom Bett zum Espresso im ganzen Ort. Ruhiger und grüner wird es im Hotel Olivi Thermae im oberen Teil der Halbinsel nahe San Pietro in Mavino, mit großzügiger Pool- und Saunalandschaft zwischen Olivenbäumen. Das Hotel Fonte Boiola an der Uferstraße ist die günstigste Adresse mit eigenem Thermalwasser.

Vor der Zugbrücke wird es preislich entspannter. In Colombare und an der Bucht Richtung Desenzano stehen moderne Häuser wie das Hotel Acquaviva del Garda mit Panoramapool, Spa und eigenem Uferstreifen, dazu Campingplätze, Apartmentanlagen und Agriturismi in den Lugana-Reben. Der Tausch ist klar: Du zahlst spürbar weniger, hast dafür zehn bis zwanzig Minuten Fußweg oder eine Busfahrt bis zur Altstadt und brauchst für Ausflüge eher ein Auto. Mit Kindern, mit Hund oder für einen längeren Badeaufenthalt ist das oft die klügere Wahl, weil du Parkplatz, Supermarkt und Seezugang ohne Umweg vor der Tür hast.

Drei Dinge solltest du vor der Buchung klären. Erstens die Saison: Ein Teil der Häuser schließt zwischen November und März, die Thermalhotels laufen dagegen weitgehend durch – prüf das Datum, bevor du dich in ein Zimmer verliebst. Zweitens das Auto: Die Altstadt ist verkehrsbeschränkt, Hotels dort melden das Kennzeichen ihrer Gäste an und weisen einen Stellplatz zu, aber du musst das vorher mit dem Haus abstimmen und darfst nicht einfach hineinfahren. Drittens die Lärmlage: Zimmer zur Hauptgasse sind bis in den Abend belebt, Zimmer zum Wasser oder zum Innenhof deutlich ruhiger. Für Juli und August buchst du am besten Monate im Voraus, für Mai, Juni und September reicht meist ein paar Wochen Vorlauf.

Hotels in Sirmione

Alle 7 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Sirmione und die Küche am Südufer

Zwischen Touristenmenü und Sterneküche liegen in Sirmione manchmal nur zwei Gassen – man muss nur abbiegen.

Die ambitionierteste Adresse in der Altstadt ist La Rucola 2.0, wenige Schritte hinter der Scaligerburg und im Guide Michelin gelistet; am Herd steht Gionata Bignotti, der kreative Menüs in einem eleganten, unaufgeregten Rahmen schickt, dazu eine Weinkarte, die weit über den See hinausgeht. Ein Stück weiter an der Uferpromenade liegt La Speranzina, mediterran ausgerichtet und vor allem für seine Terrasse bekannt, von der aus du Burg und Wasser gleichzeitig im Blick hast; das Haus vermietet auch Zimmer. Und in Colombare, unten am Ufer, hält das Ristorante Tancredi einen Michelin-Stern – präzise, farbenstarke Teller aus regionalen Produkten, verglaster Saal, Terrasse über dem Wasser. Für alle drei reservierst du besser Tage vorher.

Für den normalen Abend funktioniert die Ebene darunter besser, und die liegt abseits der Hauptgasse. Die Trattoria La Fiasca in der Via Santa Maria Maggiore ist klein, rustikal und macht hausgemachte Pasta, Fisch aus See und Meer sowie lombardische Klassiker – die Sorte Laden, in der der Service dich beim zweiten Besuch wiedererkennt. Die Osteria Al Torcol in der Via San Salvatore dreht regionale Küche moderner, hat eine große Auswahl an Weinen aus der Umgebung und im Sommer einen begrünten Innenhof mit einer Handvoll Tischen. Wer dagegen mitten im Geschehen sitzen will, nimmt das Ristorante Risorgimento an der Piazza Carducci, mit Tischen in erster Reihe zum Treiben der Altstadt und einem Schwerpunkt auf Gardasee-Fisch und Lugana.

Auf der Karte solltest du nach dem Fisch aus dem See suchen, nicht nach dem aus dem Meer. Der Coregone, im Deutschen Renke, kommt meist gegrillt oder in Butter und Salbei; der Lavarello ist derselbe Fisch unter anderem Namen. Der Persico, also Barsch, wird als Filet oder in einem Risotto gereicht, und wer es typisch will, bestellt Luccio in salsa, Hecht mit einer kräftigen Sauce aus Kapern, Sardellen und Olivenöl – ein Gericht, das man am Gardasee und in der Poebene isst und das nirgendwo sonst so selbstverständlich auf der Karte steht. Dazu Olivenöl vom See selbst, das an einem der nördlichsten Ränder des europäischen Olivenanbaus gepresst wird und feiner ausfällt als das aus dem Süden, sowie Casoncelli, die gefüllte Pasta aus dem Brescianer Hinterland.

Getrunken wird regional, und das ist hier keine Floskel: Der Lugana wächst buchstäblich vor dem Ort und passt zu jedem Seefisch auf der Karte. Aus dem Hinterland kommen dazu Chiaretto, der helle Rosé vom See, und Groppello, der leichte Rote der Valtènesi vom Westufer. Praktisch gilt: Warm gegessen wird in Italien abends etwa ab 19:30 Uhr, viele Küchen schließen gegen 22 Uhr, und die Mittagsküche endet vielerorts gegen 14:30 Uhr – danach läuft bis etwa 19 Uhr in vielen Häusern nur der Barbetrieb. Terrassen mit Seeblick sind an Sommerabenden ohne Reservierung praktisch nicht zu bekommen. Und ein einfacher Filter für die Hauptgasse: Wo jemand mit Speisekarte vor der Tür steht und dich anspricht, isst du selten am besten.

Restaurants in Sirmione

Anreise & Mobilität

Anreise nach Sirmione und Parken vor der Altstadt

Sirmione liegt keine zwei Kilometer von der Autobahn entfernt – und trotzdem darfst du mit dem Auto nicht bis zum Hotel fahren.

Mit dem Auto kommst du über die A4 Mailand–Venedig, Ausfahrt Sirmione; von dort führt die Straße direkt nach Colombare und weiter zur Halbinsel. Aus dem süddeutschen Raum sind es über Brenner, Trient und Verona rund 450 Kilometer ab München, aus dem Rheinland rund 900 über die Schweiz oder Österreich. Kalkulier die Vignette für Österreich, die Sondermaut am Brenner und die italienischen Autobahngebühren ein – letztere zahlst du an Schranken, wobei Kartenzahlung an den meisten, aber nicht an allen Spuren funktioniert – etwas Bargeld gehört ins Handschuhfach, und die reinen Telepass-Spuren meidest du. Wer über die Schweiz fährt, braucht die dortige Jahresvignette. Am Anreisetag im Juli oder August solltest du die letzten Kilometer ab der Ausfahrt großzügig einplanen, dort staut es sich regelmäßig.

Das Parken ist der Punkt, an dem die meisten Besucher stolpern. Die Altstadt hinter der Zugbrücke ist verkehrsbeschränkt und für Besucher gesperrt; hineinfahren dürfen im Wesentlichen Anwohner und angemeldete Hotelgäste, deren Kennzeichen das Haus vorab registriert hat. Alle anderen stellen den Wagen auf den großen, kostenpflichtigen Parkplätzen vor dem Burgtor ab und gehen die letzten Minuten zu Fuß; in der Hochsaison sind die vorderen Flächen ab dem späten Vormittag voll, und es lohnt, gleich weiter draußen in Colombare zu parken. Zwischen Parkflächen und Ortskern verkehrt in der Saison ein kleiner Shuttlezug, der vor allem mit Gepäck oder Kinderwagen die Sache erleichtert.

Ohne Auto funktioniert Sirmione überraschend gut. Der nächste Bahnhof ist Desenzano del Garda-Sirmione an der Linie Mailand–Verona–Venedig, an der auch Fernzüge halten; von dort bringt dich eine Buslinie am Südufer in etwa einer halben Stunde nach Sirmione. Dieselbe Achse verbindet den Ort in die andere Richtung mit Peschiera del Garda, dem zweiten Bahnhof in der Nähe. Die nächstgelegenen Flughäfen sind Verona-Villafranca, rund 40 Kilometer entfernt und passenderweise nach dem Dichter Catull benannt, sowie Bergamo-Orio al Serio in etwa 80 Kilometern Entfernung; Mailand und Venedig funktionieren mit Bahnanschluss ebenfalls.

Die eleganteste Anreise kommt allerdings über das Wasser. Die Schiffe der Gardasee-Schifffahrt legen am Hafen unterhalb der Scaligerburg an und verbinden Sirmione mit Desenzano, Peschiera, Lazise, Bardolino und Garda, mit den schnellen Tragflügelbooten auch weiter nach Norden Richtung Salò, Gardone und Riva. Die Fahrpläne sind saisonal, im Winter gibt es nur ein Grundangebot – schau vor der Planung in den aktuellen Aushang oder auf die Seite der Betreibergesellschaft. Vor Ort selbst brauchst du dann gar nichts mehr: Von der Zugbrücke bis zur Spitze der Halbinsel läufst du gut zwanzig Minuten, und dazwischen liegt praktisch alles, wofür du gekommen bist.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge & Schifffahrt

Ausflüge ab Sirmione und Schiffe über den Gardasee

Vom Südufer aus erreichst du in einer Stunde eine römische Villa, eine venezianische Festungsstadt und eine Opernarena.

Grotte di Catullo
Grotte di Catullo

Die beiden nächsten Ziele liegen links und rechts der Halbinsel. Desenzano del Garda im Westen ist die größte Stadt am Südufer, mit lebendigem Altstadtkern, einem hübschen alten Hafenbecken und der Villa Romana, deren Bodenmosaike aus spätrömischer Zeit zu den besten Norditaliens gehören – die inhaltliche Ergänzung zu den Grotte di Catullo. Peschiera del Garda im Osten wiederum ist eine venezianische Festungsstadt, deren sternförmige Bastionen seit 2017 als Teil einer länderübergreifenden Welterbestätte geschützt sind; man umrundet sie zu Fuß auf den Wällen und läuft dabei über mehrere Kanalbrücken. Beide Orte erreichst du mit Schiff, Bus, Bahn oder Rad.

Für einen Tag Stadt fährst du nach Verona, rund vierzig Kilometer entfernt und mit Bahn oder Bus unkompliziert zu erreichen. Die römische Arena mitten auf der Piazza Bra ist im Sommer Spielstätte des Opernfestivals, die Piazza delle Erbe der schönste Marktplatz der Region, und die Scaliger, die auch Sirmiones Burg gebaut haben, liegen dort in ihren Grabmälern hinter kunstvollen Gittern. Südlich davon lohnt Valeggio sul Mincio mit dem Weiler Borghetto an der alten Mühlenzeile und dem Parco Giardino Sigurtà, einem der größten Landschaftsgärten Italiens – im Frühling mit Tulpenblüte, im Sommer mit weiten Rasenflächen und Wasserspielen.

Mit Kindern liegt der Freizeitpark-Cluster am Ostufer praktisch vor der Haustür. Gardaland bei Castelnuovo del Garda ist der größte Freizeitpark Italiens und von Sirmione in einer knappen halben Stunde erreichbar, direkt daneben liegt ein Sea-Life-Aquarium, wenige Kilometer nördlich bei Lazise dazu ein Filmpark, in Bussolengo ein großer Zoo- und Safaripark. Rechne im Sommer mit langen Wartezeiten und plan die Anreise früh; für Gardaland gibt es auch eine Bahnstation mit Shuttle, was das Parkplatzthema erledigt. Ein Gegenprogramm für müde Familientage ist der Vormittag am Lido delle Bionde und ein Nachmittag im Thermalbecken.

Der schönste Ausflug bleibt aber der über das Wasser nach Norden. Mit dem Tragflügelboot bist du in gut einer Stunde in Gardone Riviera, wo über dem Ort das Vittoriale degli Italiani liegt – die eigenwillige Anlage aus Villa, Park, Freilichttheater und einem ganzen Kriegsschiff im Hang, die sich der Dichter Gabriele D'Annunzio in den 1920er Jahren einrichten ließ. Nebenan liegt Salò mit langer Uferpromenade, weiter nördlich verengt sich der See zwischen steilen Felswänden bis Limone und Riva del Garda. Auf halbem Weg lockt die Isola del Garda mit ihrer neugotischen Villa, die nur im Rahmen angemeldeter Führungen zugänglich ist.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Sirmione – und welches zu dir passt

Centro StoricoCentro StoricoHinter der Zugbrücke der Scaligerburg beginnt der autofreie Ortskern, der sich auf einem knappen Kilometer bis zum Olivenhügel zieht. Burg, beide Kirchen, die Thermalbäder und fast alle Restaurants mit Seeblick liegen hier – dafür schiebt sich mittags der ganze Tagesgästestrom durch dieselbe Hauptgasse.Ideal für: Erste Basis ohne Auto1–2 TageColombareColombareAm Festlandende vor der Halbinsel liegt der alltäglichere Teil des Ortes, mit Supermärkten, Campingplätzen, Bushaltestellen und dem bequemsten öffentlichen Seezugang der Gemeinde. Am Ufer Richtung Desenzano stehen Bars, eine Promenade und einige der besten Restaurants – bis zur Altstadt sind es zehn bis zwanzig Gehminuten.Ideal für: Familien & Preis-Leistung2–4 TageLuganaLuganaSüdlich der Uferstraße beginnt das Weinland: eine flache Ebene aus schwerem Lehm, auf der die Turbiana-Traube für den Lugana wächst. Zwischen den Rebzeilen liegen Kellereien und Agriturismi mit Zimmern, Verkostungen und Pool – die ruhigste und oft günstigste Art, in Sirmione zu übernachten, wenn ein Auto dabei ist.Ideal für: Wein & Ruhe½ TagRovizzaRovizzaDer östlichste Ortsteil zieht sich als ruhiger Wohnbereich am Südufer Richtung Peschiera del Garda hin, mit Ferienwohnungen, Gärten und flachen Uferabschnitten, an denen im Juni oder September kaum jemand liegt. Der flache Radweg am Südufer führt direkt vorbei – ohne Rad oder Auto wird es hier allerdings unpraktisch.Ideal für: Radfahren & Abstand1–2 Tage
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Sirmione mit Wetter und Wassertemperaturen

Das Südbecken des Gardasees ist die wärmste Ecke des Sees – und die einzige, in der auch der Winter einen Grund hat.

Sirmione liegt im breiten, flachen Südteil des Gardasees, den die Alpen im Norden vor der kalten Luft abschirmen und den die riesige Wassermasse über das Jahr ausgleicht. Deshalb wachsen hier Oliven und Zypressen, obwohl die Alpen keine hundert Kilometer weiter nördlich beginnen: Die Wassermasse des Sees speichert die Sommerwärme bis weit in den Winter und hält die Fröste vom Ufer fern. Die Sommer sind warm bis heiß, mit Höchstwerten um 30 Grad im Juli, hoher Luftfeuchte und abends gelegentlichen Gewittern aus den Bergen. Frühling und Frühherbst fallen mild aus, die Winter bleiben frostarm, aber grau und feucht. Anders als die reinen Badeorte am See hat Sirmione dank der Thermalbetriebe auch in der Nebensaison geöffnet – die Frage ist deshalb weniger, ob offen ist, sondern was du vorhast.

Jan7°0°still, Therme statt See
Feb9°1°kühl, Altstadt fast leer
Mär14°4°erste Terrassen öffnen
Apr18°8°grün, Radsaison startet
Mai23°12°warm, See noch frisch
Jun27°16°Badewetter, lange Abende
Jul30°18°Hochsaison, Gassen voll
Aug29°18°wärmstes Wasser, teuer
Sep24°14°mild, Wasser noch warm
Okt18°10°Lugana-Lese, klare Sicht
Nov12°5°feucht, Thermalzeit
Dez8°1°ruhig, Nebel über dem See

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Sirmione sind Mai, Juni und September. Dann liegen die Höchstwerte zwischen 23 und 27 Grad, der See erreicht im Juni und September rund 21 bis 23 Grad, die Altstadt ist belebt statt verstopft, und die Hotels kosten deutlich weniger als in der Hochsaison. Juli und August bringen das wärmste Wasser mit rund 24 bis 26 Grad, dafür Hitze, volle Gassen und die höchsten Preise des Jahres. Oktober lohnt für Kultur, Wein und klare Fernsicht, und von November bis März ist Sirmione dank der Thermalbäder einer der wenigen Gardasee-Orte, in denen ein Wochenende auch ohne Badewetter Sinn ergibt.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Sirmione

Wie viele Tage sollte man für Sirmione einplanen?
Für Burg, Altstadt und Grotte di Catullo reicht ein gut geplanter Tag, wenn du vor neun Uhr anfängst. Zwei Tage sind die bessere Wahl, weil dann ein Badenachmittag, eine Bootsrunde um die Halbinsel und ein Besuch in der Aquaria dazupassen. Als Standquartier für das Südufer mit Verona, Peschiera und Desenzano funktioniert Sirmione auch eine ganze Woche.
Hat Sirmione einen Sandstrand?
Nein. Die Ufer der Halbinsel bestehen aus hellen Kalkplatten, Fels und feinem Kies, dazu kommen Liegewiesen. Genau dieser helle Untergrund erzeugt die türkise Färbung des flachen Wassers. Badeschuhe sind deshalb kein Extra, sondern Grundausstattung – der nasse Fels ist rutschig und der Kies unter den Füßen kantiger, als er aussieht.
Welcher Strand in Sirmione ist der schönste?
Optisch die Jamaica Beach an der Nordspitze unterhalb der Grotte di Catullo, mit ihren flachen Platten im Türkiswasser – dafür nur zu Fuß erreichbar, ohne Schatten und ohne Infrastruktur. Praktischer ist das Lido delle Bionde an der Ostflanke mit Stegen, Bar und Liegen. Am bequemsten liegt der öffentliche Uferstreifen in Colombare direkt neben Parkplatz und Bushaltestelle.
Darf man mit dem Auto in die Altstadt von Sirmione fahren?
Nein, die Altstadt hinter der Zugbrücke ist verkehrsbeschränkt. Hinein dürfen im Wesentlichen Anwohner und Hotelgäste, deren Kennzeichen ihr Haus vorher angemeldet hat. Wenn du in der Altstadt übernachtest, klär die Zufahrt vor der Anreise mit dem Hotel ab. Alle anderen parken vor dem Burgtor und legen die letzten Minuten zu Fuß zurück.
Wo parkt man in Sirmione am besten?
Auf den kostenpflichtigen Parkflächen vor dem Burgtor, die im Sommer aber schon am späten Vormittag voll sind. Dann lohnt es, gleich weiter draußen in Colombare zu parken und die letzten zehn bis fünfzehn Minuten zu laufen oder in der Saison den kleinen Shuttlezug zu nehmen. Kostenfreie Stellplätze in Ortsnähe gibt es in der Hauptsaison praktisch nicht.
Wie kommt man ohne Auto nach Sirmione?
Per Bahn bis Desenzano del Garda-Sirmione an der Strecke Mailand–Verona–Venedig oder bis Peschiera del Garda, von dort weiter mit der Buslinie am Südufer. Alternativ nimmst du ab Desenzano oder Peschiera das Schiff, das direkt am Hafen unterhalb der Scaligerburg anlegt. Vor Ort brauchst du dann kein Verkehrsmittel mehr, die Halbinsel läuft man in zwanzig Minuten ab.
Fahren Schiffe von Sirmione zu den anderen Orten am Gardasee?
Ja, der Hafen unterhalb der Burg wird von der Gardasee-Schifffahrt bedient, mit Verbindungen nach Desenzano, Peschiera, Lazise, Bardolino und Garda sowie mit schnellen Tragflügelbooten weiter nach Norden Richtung Salò, Gardone und Riva. Die Fahrpläne sind saisonal und im Winter stark ausgedünnt – prüf sie vor der Planung im aktuellen Aushang.
Kann man die Terme di Sirmione ohne Hotelbuchung besuchen?
Ja, die Aquaria Thermal SPA in der Altstadt nimmt auch Tagesgäste auf und arbeitet mit gebuchten Zeitfenstern. An Wochenenden und in der Hochsaison ist sie regelmäßig ausgebucht, deshalb reservierst du besser vor der Anreise. Wer eine Kuranwendung im medizinischen Sinn plant, klärt Voraussetzungen und Termine direkt mit dem Haus, nicht über ein Buchungsportal.
Ist Sirmione mit Kindern geeignet?
Ja, wenn du die Wege einplanst. Die Burg mit Zugbrücke, Zinnen und Turm zieht Kinder sofort an, das Lido delle Bionde hat flachen Einstieg und Stege, und die Bootsrunde um die Halbinsel dauert nur eine gute halbe Stunde. Anstrengend sind die schattenlosen Terrassen der Grotte di Catullo mittags und die Distanz vom Parkplatz bis zur Spitze – mit kleinen Kindern lohnt der Shuttlezug.
Was sollte man in Sirmione auf keinen Fall auslassen?
Das Castello Scaligero mit seinem ummauerten Burghafen, die römische Villenanlage der Grotte di Catullo an der Spitze und die Kirche San Pietro in Mavino im Olivenhain dazwischen. Dazu eine Stunde auf den hellen Platten der Jamaica Beach, eine Bootsrunde um die Halbinsel im Abendlicht und ein Glas Lugana zum Seefisch.
Wo wohnt man in Sirmione am besten?
In der Altstadt hinter der Zugbrücke, wenn dir kurze Wege und Seeblick wichtiger sind als der Preis und du den Mittagstrubel vor der Tür akzeptierst. In Colombare, wenn du Parkplatz, Supermarkt und Seezugang direkt brauchst und günstiger fahren willst. In den Lugana-Reben, wenn du ein Auto hast und Ruhe, Pool und Weingut vorziehst.
Wie warm wird der Gardasee bei Sirmione?
Im Juni und September liegt die Wassertemperatur meist bei 21 bis 23 Grad, im Juli und August bei rund 24 bis 26 Grad. Der flache Südteil des Sees erwärmt sich schneller als das tiefe Nordbecken, und über den hellen Platten an der Halbinselspitze fühlt sich das Wasser noch einmal wärmer an. Im Mai ist Baden möglich, aber deutlich frisch.
Lohnt sich Sirmione außerhalb der Badesaison?
Ja, und zwar aus einem Grund, den die anderen Orte am See nicht haben: Die Thermalbetriebe laufen ganzjährig. Im November oder Februar liegt Nebel über dem Wasser, im Außenbecken steht der Dampf, und die Gassen sind leer. Burg und Grotte haben in der Regel auch im Winter geöffnet, allerdings mit verkürzten Zeiten – prüf die aktuellen Angaben vor der Anreise.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Sirmione – Burg & Grotte di Catullo Römerruinen und Wassergraben auf einer Spitze

Beginne früh am Tag an der Spitze der Halbinsel: Grotte di Catullo und Castello Scaligero füllen sich ab dem späten Vormittag. Für die Burg lohnt ein Online-Ticket, für die Ruinen festes Schuhwerk.

Übernachten

Hotels in Sirmione – mit Blick auf den Gardasee vom Thermalresort bis zur Pension in der Altstadt

Wer abends durch die Gassen schlendern möchte, bucht im Centro Storico; ruhiger und mit mehr Parkplatz wohnt man in Colombare oder Lugana am Eingang der Halbinsel, ideal für Familien und Autoreisende.

Alle · 6HotelsBoutiqueDesignLuxus

Genießen

Restaurants in Sirmione – Seeblick & Lugana-Weine frischer Gardasee-Fisch und Pasta am Hafen

Auf den Tisch kommen Seefisch wie Felchen und Lavarello, dazu der trockene Weißwein Lugana von den umliegenden Hügeln. Gegessen wird in den Trattorien der Altstadt und an den Stränden.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Sirmione – Bootstour & Therme baden am Jamaica Beach, Bummel durch die Gassen

Eine Bootstour rund um die Halbinsel zeigt Sirmione von seiner schönsten Seite, vorbei an den Thermalquellen. Wer mag, badet am Jamaica Beach oder mietet ein Rad für die Uferwege Richtung Süden.

SirmioneVier Kilometer weit schiebt sich Sirmione als schmale Landzunge in den Gardasee hinaus, und an ihrer Spitze liegen römische Villenmauern über einem Wasser, das sich über hellem Fels türkis färbt.

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