Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Sirmione
Vom Burgtor bis zur Halbinselspitze sind es keine anderthalb Kilometer – alles Wichtige liegt an einem einzigen Fußweg entlang.
Das Castello Scaligero steht dort, wo die Halbinsel am schmalsten ist, und riegelt den Ortskern seit dem 13. Jahrhundert nach Süden ab. Die Veroneser Familie Della Scala ließ die Anlage in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts errichten, und weil ringsum Wasser aus dem See in den Graben läuft, führt der einzige Landzugang bis heute über eine Zugbrücke. Auffällig sind die Schwalbenschwanzzinnen auf den Mauerkronen und vor allem die Darsena an der Rückseite: ein ummauertes Hafenbecken, in dem die Scaliger ihre Flotte geschützt liegen hatten – eine Bauform, von der in Europa nur wenige Beispiele erhalten sind. Wer die Stufen des Bergfrieds nimmt, sieht von oben die Dächer der Altstadt, den Burghafen und die ganze Landzunge bis zur Spitze.
Am anderen Ende der Halbinsel liegen die Grotte di Catullo, und der Name führt in die Irre: Es handelt sich nicht um Höhlen, sondern um die Reste einer riesigen römischen Villenanlage aus der frühen Kaiserzeit, der größten bekannten ihrer Art in Norditalien. Über einem Felssporn wurde sie auf mehreren Terrassen angelegt, mit gewölbten Substruktionen, die heute wie Grotten wirken – daher der Name, den Humanisten im 15. Jahrhundert vergaben, als sie die Anlage dem Dichter Catull zuschrieben. Catull besang Sirmio tatsächlich in einem seiner Gedichte als schönste der Halbinseln, dass ihm die Villa gehörte, ist allerdings nicht belegt. Über dem Gelände stehen rund anderthalbtausend Olivenbäume, dazu ein kleines Museum mit Fresken- und Mosaikfragmenten.
Zwischen beiden liegt die Kirche San Pietro in Mavino auf dem höchsten Punkt der Halbinsel, umgeben von Olivenbäumen und im Kern das älteste Gotteshaus des Ortes. Die Anfänge gehen auf langobardische Zeit zurück, der Glockenturm trägt eine Datierung ins 11. Jahrhundert, das heutige Kirchenschiff stammt im Wesentlichen aus dem 14. Jahrhundert. Innen lohnen die mittelalterlichen Fresken, vor allem der Christus in der Apsis. Näher am Burgtor steht die Pfarrkirche Santa Maria della Neve, auch Santa Maria Maggiore genannt, aus dem 15. Jahrhundert: Im Portikus wurde eine antike Säule verbaut, im Inneren haben sich Freskenreste erhalten. Beide Kirchen sind klein, kostenlos zugänglich und im Hochsommer die kühlsten Räume der Halbinsel.
Die vierte Sehenswürdigkeit ist der Ort selbst. Hinter dem Burgtor gibt es keinen Durchgangsverkehr, die Gassen sind so schmal, dass zwei Menschen mit Einkaufstaschen sich arrangieren müssen, und zwischen den Häusern blitzt immer wieder der See auf. Die Hauptachse Via Vittorio Emanuele ist mittags eine einzige Schlange aus Eisdielen und Souvenirläden; wer zwei Gassen weiter in die Via Santa Maria Maggiore oder die Via San Salvatore abbiegt, hat plötzlich Ruhe. Rechne für den kompletten Rundgang mit Burg, beiden Kirchen und Grotte einen guten halben Tag – und leg ihn auf den frühen Morgen oder die Stunden nach 17 Uhr, wenn die Busse wieder abgefahren sind.







































