Das Castello Sforzesco war im 15. Jahrhundert die Residenz der Sforza, der Herzöge von Mailand, und gehört zu den größten Burganlagen Europas. Die mächtige Backsteinfestung mit ihren Türmen und Innenhöfen prägt das Stadtbild zwischen dem historischen Zentrum und dem grünen Parco Sempione. Heute beherbergt sie einen ganzen Museumsverbund, die Musei del Castello Sforzesco, der von antiker Kunst über Möbel bis zu Musikinstrumenten reicht. Zwei Werke ziehen die meisten Besucher an. Das erste ist Michelangelos Pietà Rondanini, eine unvollendete Skulptur, an der der Bildhauer bis wenige Tage vor seinem Tod arbeitete. Die ringende, fast aufgelöste Form unterscheidet sich stark von seinen früheren, perfekt durchgearbeiteten Werken und gilt als sein künstlerisches Vermächtnis. Sie ist in einem eigens gestalteten Raum innerhalb der Festung ausgestellt. Das zweite Schlüsselwerk ist die Sala delle Asse, ein Saal, dessen Gewölbe Leonardo da Vinci während seiner Mailänder Jahre ausmalte. Er verwandelte die Decke in eine Laube aus verschlungenen Maulbeerbäumen, deren Äste und Wurzeln zu einem dichten, ornamentalen Geflecht verwoben sind – ein seltenes Beispiel für Leonardos Wandmalerei, das eng mit seiner Zeit am Hof der Sforza verbunden ist. Die weitläufigen Innenhöfe der Festung sind frei zugänglich und laden zum Durchschreiten ein, auch ohne Museumsbesuch. Hinter dem Castello öffnet sich der Parco Sempione, der größte Park des Stadtzentrums, der bis zum klassizistischen Friedensbogen Arco della Pace reicht. Damit verbindet sich ein Besuch der Festung gut mit einem Spaziergang im Grünen – ein Kontrast zur dichten Innenstadt rund um den Dom.
Die Innenhöfe bieten symmetrische Blicke auf die Backsteinarchitektur.






























