Als der vom Architekten Stefano Boeri entworfene Bosco Verticale, der „Vertikale Wald“, 2014 fertiggestellt wurde, war die Skepsis groß. Das Konzept, ganze Wälder an die Fassaden von Hochhäusern zu hängen, galt vielen als technisch riskant und schwer zu pflegen. Heute sind die beiden Wohntürme jedoch das meistfotografierte Symbol des neuen Mailand und wurden international vielfach ausgezeichnet. Das Besondere liegt in der Begrünung: Auf den auskragenden Balkonen der beiden Türme wachsen hunderte Bäume und tausende Stauden und Sträucher. Die Bepflanzung verändert sich mit den Jahreszeiten, sodass die Fassaden im Frühjahr und Sommer dicht grün, im Herbst bunt und im Winter kahl erscheinen. Die Pflanzen verbessern das Mikroklima, binden Feinstaub und bieten Vögeln und Insekten einen Lebensraum mitten in der Stadt – ein Modellprojekt für grüne Architektur, das weltweit Nachahmer gefunden hat. Die Türme stehen im Viertel Porta Nuova, dem modernen Hochhausareal Mailands, das in den vergangenen Jahren rund um die Piazza Gae Aulenti entstanden ist. Hier trifft der Bosco Verticale auf eine Skyline aus Glas und Stahl, die einen starken Kontrast zum historischen Mailand rund um den Dom bildet. Das angrenzende Viertel Isola, einst ein Arbeiterquartier, hat sich zu einem lebendigen Wohn- und Ausgehgebiet entwickelt. Das Innere der Wohntürme lässt sich nicht besichtigen, da es sich um private Wohngebäude handelt. Der beste Blick ist ohnehin öffentlich und kostenlos zugänglich: Aus dem Park Biblioteca degli Alberi, der „Bibliothek der Bäume“, zu Füßen der Türme lassen sich die begrünten Fassaden in ganzer Höhe überblicken. Der Park zwischen der Piazza Gae Aulenti und dem Viertel Isola ist der ideale Ort, um das Bauwerk zu betrachten und zu fotografieren.
Zwei begrünte Wohntürme, deren auskragende Balkone hunderte Bäume und tausende Stauden tragen. Die Bepflanzung wechselt mit den Jahreszeiten und macht die Fassaden zu einem lebendigen, sich wandelnden Bild. Das Innere ist als privates Wohngebäude nicht zugänglich; betrachtet und fotografiert wird der Bosco Verticale am besten vom umgebenden Park und der modernen Skyline von Porta Nuova aus.
Der Bosco Verticale entstand als Teil der städtebaulichen Erneuerung des Viertels Porta Nuova und wurde 2014 nach dem Entwurf von Stefano Boeri fertiggestellt. Trotz anfänglicher Skepsis an der technischen Umsetzbarkeit wurde das Projekt zu einem international beachteten Modell für grüne Hochhausarchitektur und vielfach ausgezeichnet.
