Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Como
Fast alles liegt in einem Rechteck von wenigen hundert Metern – vom Dom zum Seeufer brauchst du keine fünf Minuten.
Der Duomo di Como, offiziell Santa Maria Assunta, ist der Ort, an dem sich die Baugeschichte der Stadt am deutlichsten ablesen lässt. Begonnen wurde 1396 in gotischen Formen, weitergebaut über die Renaissance und den Barock, und erst 1744 stand die Kuppel nach dem Entwurf Filippo Juvarras fertig da – ihr Architekt hatte die Vollendung selbst nicht mehr erlebt, und für den Bau waren knapp dreieinhalb Jahrhunderte vergangen. Die Marmorfassade der Rodari-Werkstatt trägt eine Besonderheit, die man leicht übersieht: Links und rechts des Hauptportals sitzen in eigenen Nischen Plinius der Ältere und Plinius der Jüngere, zwei heidnische Römer aus Como, an einer katholischen Kathedrale. Im Inneren hängen zwischen den Pfeilern großformatige Wandteppiche aus dem 16. und 17. Jahrhundert; nimm dir Zeit für den Wechsel vom düsteren gotischen Langhaus in den hellen, kuppelüberwölbten Vierungsraum.
Direkt neben dem Dom steht das Broletto von 1215, das alte Rathaus, mit gestreiftem Mauerwerk aus weißem, grauem und rosafarbenem Marmor und einer offenen Loggia im Erdgeschoss, unter der früher Recht gesprochen und Handel getrieben wurde. Daneben schließt das Teatro Sociale an, 1813 eröffnet und bis heute Comos Opernhaus. Ein paar Gassen weiter westlich öffnet sich die Piazza San Fedele, der mittelalterliche Kornmarkt, an dem noch Fachwerkhäuser mit vorkragenden Obergeschossen stehen. Die Basilica di San Fedele dahinter stammt aus dem 12. Jahrhundert und war lange vor dem Dom die Hauptkirche der Stadt; ihr kleeblattförmiger Chor und das archaische Portal an der Nordseite gehören zum Eigenwilligsten, was die lombardische Romanik hervorgebracht hat.
Für das älteste Bauwerk musst du die Altstadt verlassen. Die Basilica di Sant'Abbondio wurde 1095 geweiht und liegt heute etwas unscheinbar südwestlich der Mauern zwischen Universitätsgebäuden und Wohnblocks. Innen erwartet dich ein fünfschiffiger Raum von großer Strenge, zwei schlanke Glockentürme flankieren den Chor, und die Apsis trägt einen Freskenzyklus des 14. Jahrhunderts mit Szenen aus dem Leben Christi. Wer den Weg dorthin geht, kann ihn mit dem Aufstieg zum Castel Baradello verbinden: Der Turm auf dem bewaldeten Hügel im Süden geht auf eine Befestigung aus der Zeit Friedrich Barbarossas zurück und liefert den Blick über Stadt, See und die Ebene Richtung Mailand. Die Öffnung des Turms ist saisonal geregelt – prüfe das vorher, der Weg hinauf lohnt aber auch ohne Innenbesichtigung.
Am Wasser übernimmt Alessandro Volta die Regie. Der Tempio Voltiano, ein neoklassizistischer Rundbau von 1927, wurde zum hundertsten Todestag des Physikers errichtet und zeigt Instrumente und Nachbauten aus seinen Laboratorien – der Mann, nach dem die Einheit Volt benannt ist, wurde 1745 in Como geboren und hier begraben. Von dort führt die Uferpromenade nach Westen an den Villen Saporiti und Gallia vorbei bis zur Villa Olmo, dem größten der Comer Stadtpaläste, ab 1782 von Simone Cantoni für die Odescalchi gebaut; der Park am Wasser bleibt frei zugänglich, das Haus selbst ist wegen einer umfassenden Restaurierung geschlossen und eingerüstet. Rechne also nicht mit einer Ausstellung im Inneren, sondern prüfe den Stand kurz vor der Reise auf den Seiten der Stadt Como. In die andere Richtung, hinter dem Monumento ai Caduti und dem Yachthafen, endet die Mole mit Life Electric, einer Stahlskulptur von Daniel Libeskind aus dem Jahr 2015 – ebenfalls Volta gewidmet und der beste Standort für den Rundblick über das Becken.








































