Stadt · Italien

Como

Am frühen Morgen hängt noch Dunst über dem Seebecken, die erste Funicolare klettert bereits den Hang nach Brunate hinauf, und auf der Piazza Cavour dreht jemand die Caféstühle Richtung Wasser.

4 Stadtviertel7 Sehenswürdigkeiten7 Hotels
Überblick

Deine Como-Reise auf einen Blick

Beste Reisezeit
April bis Juni und September bis Oktober sind die besten Reisemonate für Como. Das Wetter ist mild, die Seen spiegelglatt und die Touristenströme noch überschaubar. Im Juli und August ist der Comer See stark frequentiert, Preise steigen und Fähren sind voll. Der Winter ist ruhig und günstig – die Altstadt wirkt in der Nebelsaison besonders atmosphärisch, auch wenn viele Bootstouren nicht fahren.
Mobilität vor Ort
Como ist gut mit Zug, Bus und Boot erreichbar. Das Stadtzentrum ist kompakt und zu Fuß gut erschließbar. Ein Auto ist in der Altstadt eher hinderlich als hilfreich.
Nahverkehr
Lokale Buslinien verbinden das Zentrum mit den Außenbezirken. Die Funicolare fährt regelmäßig nach Brunate. Fähren und Aliscafi bedienen den gesamten Comer See.
Vom Flughafen
Vom Flughafen Malpensa erreicht man Como per Shuttlebus oder mit Umstieg in Mailand per Zug. Von Milano Centrale fährt der Regionalexpress in rund 40 Minuten nach Como San Giovanni.
Über Como

Reisen nach Como

Como sitzt am südwestlichen Zipfel des Comer Sees, dort wo der Ramo di Como blind endet und die Berge ohne Vorwarnung aus dem Wasser steigen. Die Stadt ist dabei deutlich älter als ihr Ruf als Seedestination: Das Straßenraster der Città Murata folgt bis heute dem römischen Castrum, das um 59 v. Chr. unter Julius Caesar als Novum Comum angelegt wurde, und die 1192 errichtete Porta Torre steht noch immer als südliches Tor der Altstadt. In diesem Rechteck aus Gassen drängen sich der Duomo, an dem von 1396 bis 1744 gebaut wurde und dessen Kuppel Filippo Juvarra entwarf, die romanische Basilica di San Fedele am alten Kornmarkt und das weiß-grau-rosa gestreifte Broletto von 1215. Zwei Namen haben Como weit über die Lombardei hinaus bekannt gemacht: Alessandro Volta, hier geboren und am Ufer mit einem neoklassizistischen Rundtempel geehrt, und der in Como aufgewachsene Giuseppe Terragni, dessen rationalistische Bauten aus den 1920er und 1930er Jahren bis heute Architekturreisende anziehen. Dazu kommt die Seide – seit dem 16. Jahrhundert wird hier gesponnen, gefärbt und bedruckt, und ein guter Teil dessen, was in den Mailänder Schaufenstern hängt, ist vorher durch Comer Betriebe gelaufen. Von der Piazza Cavour legen die Boote der Navigazione ab, ein paar Schritte weiter östlich klettert die Standseilbahn von 1894 in rund sieben Minuten nach Brunate, und mit dem Zug stehst du in etwa 40 Minuten in Mailand. Genau diese Mischung macht Como zur praktischsten Basis, die der See zu bieten hat: eine echte Stadt mit rund 85.000 Einwohnern, die abends weiterlebt, wenn die Tagesgäste in den Dörfern am Ufer längst wieder abgefahren sind.

Como – Karte
Reiseführer

Como von A bis Z

Aktualisiert August 2026

Um kurz nach acht liegt die Piazza Cavour noch im Schatten der Berge, das erste Boot der Navigazione macht die Leinen los, und vom Dom her klingen die Glocken über einen Platz, auf dem sich der See direkt an die Häuserzeile schiebt. Como ist keine Kulisse am Wasser, sondern eine Stadt mit römischem Straßenraster, Seidenfabriken am Stadtrand und einer Standseilbahn von 1894, die mitten aus dem Alltag heraus 500 Höhenmeter in den Himmel klettert. Wer sie als bloßes Eingangstor zum Comer See behandelt, verpasst genau die Stunden, in denen sie interessant wird – nämlich die nach 18 Uhr, wenn die Tagesbusse weg sind.

Sehenswürdigkeiten

Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten in Como

Fast alles liegt in einem Rechteck von wenigen hundert Metern – vom Dom zum Seeufer brauchst du keine fünf Minuten.

Der Duomo di Como, offiziell Santa Maria Assunta, ist der Ort, an dem sich die Baugeschichte der Stadt am deutlichsten ablesen lässt. Begonnen wurde 1396 in gotischen Formen, weitergebaut über die Renaissance und den Barock, und erst 1744 stand die Kuppel nach dem Entwurf Filippo Juvarras fertig da – ihr Architekt hatte die Vollendung selbst nicht mehr erlebt, und für den Bau waren knapp dreieinhalb Jahrhunderte vergangen. Die Marmorfassade der Rodari-Werkstatt trägt eine Besonderheit, die man leicht übersieht: Links und rechts des Hauptportals sitzen in eigenen Nischen Plinius der Ältere und Plinius der Jüngere, zwei heidnische Römer aus Como, an einer katholischen Kathedrale. Im Inneren hängen zwischen den Pfeilern großformatige Wandteppiche aus dem 16. und 17. Jahrhundert; nimm dir Zeit für den Wechsel vom düsteren gotischen Langhaus in den hellen, kuppelüberwölbten Vierungsraum.

Direkt neben dem Dom steht das Broletto von 1215, das alte Rathaus, mit gestreiftem Mauerwerk aus weißem, grauem und rosafarbenem Marmor und einer offenen Loggia im Erdgeschoss, unter der früher Recht gesprochen und Handel getrieben wurde. Daneben schließt das Teatro Sociale an, 1813 eröffnet und bis heute Comos Opernhaus. Ein paar Gassen weiter westlich öffnet sich die Piazza San Fedele, der mittelalterliche Kornmarkt, an dem noch Fachwerkhäuser mit vorkragenden Obergeschossen stehen. Die Basilica di San Fedele dahinter stammt aus dem 12. Jahrhundert und war lange vor dem Dom die Hauptkirche der Stadt; ihr kleeblattförmiger Chor und das archaische Portal an der Nordseite gehören zum Eigenwilligsten, was die lombardische Romanik hervorgebracht hat.

Für das älteste Bauwerk musst du die Altstadt verlassen. Die Basilica di Sant'Abbondio wurde 1095 geweiht und liegt heute etwas unscheinbar südwestlich der Mauern zwischen Universitätsgebäuden und Wohnblocks. Innen erwartet dich ein fünfschiffiger Raum von großer Strenge, zwei schlanke Glockentürme flankieren den Chor, und die Apsis trägt einen Freskenzyklus des 14. Jahrhunderts mit Szenen aus dem Leben Christi. Wer den Weg dorthin geht, kann ihn mit dem Aufstieg zum Castel Baradello verbinden: Der Turm auf dem bewaldeten Hügel im Süden geht auf eine Befestigung aus der Zeit Friedrich Barbarossas zurück und liefert den Blick über Stadt, See und die Ebene Richtung Mailand. Die Öffnung des Turms ist saisonal geregelt – prüfe das vorher, der Weg hinauf lohnt aber auch ohne Innenbesichtigung.

Am Wasser übernimmt Alessandro Volta die Regie. Der Tempio Voltiano, ein neoklassizistischer Rundbau von 1927, wurde zum hundertsten Todestag des Physikers errichtet und zeigt Instrumente und Nachbauten aus seinen Laboratorien – der Mann, nach dem die Einheit Volt benannt ist, wurde 1745 in Como geboren und hier begraben. Von dort führt die Uferpromenade nach Westen an den Villen Saporiti und Gallia vorbei bis zur Villa Olmo, dem größten der Comer Stadtpaläste, ab 1782 von Simone Cantoni für die Odescalchi gebaut; der Park am Wasser bleibt frei zugänglich, das Haus selbst ist wegen einer umfassenden Restaurierung geschlossen und eingerüstet. Rechne also nicht mit einer Ausstellung im Inneren, sondern prüfe den Stand kurz vor der Reise auf den Seiten der Stadt Como. In die andere Richtung, hinter dem Monumento ai Caduti und dem Yachthafen, endet die Mole mit Life Electric, einer Stahlskulptur von Daniel Libeskind aus dem Jahr 2015 – ebenfalls Volta gewidmet und der beste Standort für den Rundblick über das Becken.

Sehenswürdigkeiten in Como

Alle 7 Sehenswürdigkeiten
Rundgang & Tagesplan

Como an einem Tag – ein Rundgang durch die Città Murata

Ein Tag reicht für die Stadt, wenn du morgens im Kern anfängst und die Wege ans Ufer und den Berg nicht doppelt läufst.

Beginne am Dom, solange die Piazza davor noch leer ist und die Reisegruppen von den Bootsanlegern erst unterwegs sind; Sonne bekommt die Marmorfassade erst im Lauf des Nachmittags, für Fotos kommst du also besser noch einmal am frühen Abend vorbei. Nach der Kirche zwei Schritte weiter zum Broletto, dann nordöstlich am Dom vorbei und über die Bahnlinie zur Casa del Fascio an der Piazza del Popolo – dieser Sprung von 1396 nach 1936 in fünf Gehminuten ist das prägnanteste Bild, das Como zu bieten hat. Danach westwärts in die Gassen: Via Vittorio Emanuele II als Hauptachse, links hinein zur Piazza San Fedele mit der romanischen Basilika, weiter durch die Via Vitani mit ihren mittelalterlichen Holzbalkonen. Wer eine Altstadtführung mitmacht, bekommt hier das römische Raster und die Spuren der Seidenindustrie erklärt, die man allein leicht übersieht.

Am südlichen Ende der Altstadt steht die Porta Torre von 1192, das mächtigste erhaltene Stadttor. Von dort sind es zehn Minuten nach Sant'Abbondio, und wer Kondition und Zeit hat, hängt den Aufstieg zum Castel Baradello an – rechne mit rund einer Stunde für Auf- und Abstieg, festes Schuhwerk vorausgesetzt. Alternativ kürzt du hier ab und gehst durch die Altstadt zurück Richtung Wasser. Für den Mittag bietet sich die Gegend um den Dom an: Die Osteria del Gallo in der Via Vitani führt eine täglich wechselnde Karte, das Ristorante Sociale an der Flanke des Theaters serviert lombardische Klassiker unter alten Gewölben. Beide sind klein – geh früh oder reserviere.

Der Nachmittag gehört dem Ufer. Von der Piazza Cavour aus nach Westen an den Tempio Voltiano, dann die Passeggiata Lino Gelpi entlang bis zur Villa Olmo, gut zwanzig bis fünfundzwanzig Minuten Fußweg an Villen und Bootshäusern vorbei, mit dem gesamten ersten Seebecken im Blick. Im Park der Villa kannst du dich hinsetzen, im Sommer nebenan ins Lido di Villa Olmo. Zurück gehst du denselben Weg oder nimmst ein Boot der Navigazione, das an mehreren Stellen anlegt. Wer lieber auf die andere Seite will: Östlich der Piazza Cavour führt die Promenade am Monumento ai Caduti und am Stadion vorbei zur Villa Geno mit ihrem Springbrunnen im Wasser.

Für den späten Nachmittag bleibt die Funicolare. Sieben Minuten hinauf nach Brunate, oben eine Runde durch das Dorf und, wenn die Beine mitmachen, weiter zum Faro Voltiano – von dort siehst du das ganze Seebecken und bei klarer Luft die Alpenkette dahinter. Plane die letzte Talfahrt bewusst ein und prüfe die Zeiten am Automaten unten, bevor du hochfährst. Zurück in der Stadt beginnt der Aperitivo an der Piazza Cavour, wo die Sonne zuletzt steht. Wer zwei Tage hat, nimmt am nächsten Morgen das Boot nach Bellagio oder Varenna; drei Tage decken zusätzlich einen Tagesausflug nach Mailand oder ins schweizerische Lugano ab.

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Brunate & Funicolare

Mit der Funicolare hinauf nach Brunate und zum Faro Voltiano

Die Bergstation liegt gut 500 Meter über dem Ufer, und der Unterschied ist im Sommer nicht nur optisch – oben ist es spürbar kühler.

Funicolare nach Brunate
Funicolare nach Brunate

Die Standseilbahn zwischen Como und Brunate fährt seit 1894 und ist kein nachträglich gebautes Touristenspielzeug, sondern die Erschließung eines Dorfes, das damals zum Sommerfrische-Ziel des Mailänder Bürgertums wurde. Auf gut einem Kilometer Strecke überwindet sie rund 500 Höhenmeter, im steilsten Abschnitt mit über 50 Prozent Steigung, und braucht dafür etwa sieben Minuten. Die Talstation liegt am östlichen Ende des Lungolago, wenige Gehminuten von der Piazza Cavour entfernt. Setz dich auf der Bergfahrt an das untere Ende des Wagens und schau zurück – die Stadt kippt förmlich weg, und das Seebecken öffnet sich mit jedem Meter weiter. Tickets gibt es an der Talstation; an Sommerwochenenden und bei gutem Wetter musst du mit Wartezeit rechnen.

Brunate selbst ist eine eigenständige Gemeinde und kein Ortsteil von Como, was man dem Dorf ansieht: Es lebt seine eigene, sehr ruhige Version des Seelebens. Zwischen den Gassen stehen Villen aus der Zeit um 1900, viele mit Jugendstil-Details, Schmiedeeisen und farbigen Glasfenstern – Comos Wohlhabende ließen sich hier ihre Sommerhäuser bauen, als die Bahn neu war. Ein paar Bars und Trattorien mit Terrasse liegen direkt an der Kante, dazu Aussichtspunkte, an denen du den kompletten südwestlichen Seearm überblickst. Weil das Dorf klein ist, sind die Wege kurz: Für eine Runde durch Brunate mit Kaffeepause brauchst du kaum mehr als eine Stunde.

Der lohnendste Weg führt weiter hinauf zum Faro Voltiano, einem achteckigen Leuchtturm von 1927, der wie der Tempio Voltiano unten am See zum hundertsten Todestag Alessandro Voltas errichtet wurde. Rechne ab der Bergstation mit einer knappen halben Stunde stetig bergauf, teils über Treppen und Asphaltsträßchen. Oben blickst du über das Seebecken bis zu den Alpen, an klaren Tagen weit in die Poebene hinein; nachts leuchtet der Turm in wechselnden Farben. Kombinieren lässt sich das mit der Wallfahrtskirche Sant'Elisabetta und den Aussichtsbalkonen entlang des Weges. Feste Schuhe helfen, Sandalen sind hier die falsche Wahl.

Wer weitergehen will, findet in Brunate den Einstieg in die Dorsale, den Höhenweg über dem Triangolo Lariano. Der erste lohnende Abschnitt führt zum Monte Boletto auf rund 1.230 Metern, mit fast durchgehendem Blick auf den See und ein paar Bewirtschaftungshütten am Weg; für Hin- und Rückweg solltest du einen halben Tag einplanen. Ambitioniertere hängen Monte Bolettone und Monte Palanzone an. Und eine Alternative für den Rückweg, die kaum jemand nutzt: Statt der Bahn nimmst du den alten gepflasterten Saumpfad hinunter nach Como, rund eine knappe Stunde bergab durch Wald und an alten Villenmauern entlang – knieschonend ist das nicht, aber du kommst mitten in der Stadt heraus.

Comer See & Boote

Bootstouren ab Como auf den Comer See

Vom Wasser aus ergibt der See erst Sinn – die Villen wurden gebaut, um vom Boot aus gesehen zu werden, nicht von der Straße.

Der Comer See bildet ein umgedrehtes Y aus drei Armen, und Como liegt am Ende des südwestlichen. Mit über 400 Metern ist er der tiefste See Italiens, gemessen an der Fläche der drittgrößte, und der Comer Arm hat keinen Abfluss – der Adda verlässt den See im Nachbararm bei Lecco. Das Wasser tauscht sich hier deshalb nur träge aus, und es ist derselbe Grund, warum die Stadt bei Hochwasser als Erste nasse Füße bekommt. Die Boote der Navigazione Lago di Como legen an der Piazza Cavour und am Lungolago ab. Zwei Kategorien solltest du auseinanderhalten: die langsamen Battelli, die jedes Dorf anfahren und für die Strecke Como–Bellagio rund zwei Stunden brauchen, und die schnelleren Servizio-Rapido-Boote, die deutlich weniger Zeit benötigen und entsprechend mehr kosten. Fahrpläne wechseln saisonal stark – im Winter ist das Angebot deutlich ausgedünnt.

Auch ohne Ziel lohnt die kurze Runde: Schon auf den ersten Kilometern nach Norden reiht sich am Fenster Villa an Villa. Links Villa Olmo, dann Cernobbio mit Villa Erba, dem Sommersitz der Familie Visconti, und Villa d'Este, die seit dem 19. Jahrhundert Hotel ist; gegenüber am Ostufer Blevio und Torno, wo die Villa Pliniana in einer bewaldeten Bucht steht. Weiter oben folgen Moltrasio, Laglio und Argegno, dahinter beginnt das mittlere Seebecken. Für einen halben Tag reicht die Fahrt bis Argegno oder Torno mit Rückfahrt – das ist die günstigste Art, den See zu sehen, ohne ihn abhaken zu müssen.

Wer ins Centro Lago will, muss sich ehrlich machen: Bellagio, Varenna, Menaggio, Tremezzo mit der Villa Carlotta und Lenno mit der Villa del Balbianello liegen deutlich weiter nördlich, und mit dem langsamen Boot geht dafür der halbe Tag drauf. Drei Varianten funktionieren. Erstens das Schnellboot ab Como, wenn der Fahrplan passt. Zweitens der Linienbus am Westufer entlang bis Menaggio und von dort mit der Autofähre nach Bellagio oder Varenna. Drittens eine geführte Bootstour ab Como, die mehrere Stopps in einem Tag bündelt. Wichtig für Autofahrer: Die Autofähre verkehrt nur im mittleren Seebecken zwischen Varenna, Bellagio, Menaggio und Cadenabbia – ab Como nimmst du keinen Wagen mit aufs Schiff.

Neben dem Linienverkehr gibt es kleine Motorboote mit Skipper, die ab Como stundenweise fahren und dorthin kommen, wo kein Fahrplan hinreicht – in die Buchten unter den Villenparks, ans Ufer der Isola Comacina, der einzigen Insel des Sees, oder zum Wasserfall von Nesso. Für zwei bis sechs Personen ist das keine absurde Ausgabe, wenn man die Kosten teilt, und du bestimmst Route und Tempo selbst. Führerscheinfreie Boote lassen sich ebenfalls mieten; die üblichen Regeln gelten trotzdem, und der Wind kann am Nachmittag deutlich auffrischen. Im Hochsommer beginnst du besser vormittags, wenn die Wasseroberfläche noch glatt ist.

Aktivitäten & Touren in Como

Übernachten

Hotels in Como und die passende Lage am Seeufer

Como ist die günstigere Basis am Südende des Sees – in Bellagio oder Cernobbio zahlst du für dieselbe Kategorie meist deutlich mehr.

Die Piazza Cavour ist die zentralste Adresse der Stadt, weil hier Altstadt, Bootsanleger und Seeblick zusammenfallen. Das Vista Palazzo Lago di Como eröffnete 2018 als erstes Fünf-Sterne-Haus innerhalb der Stadt, ein kleiner Stadtpalazzo mit wenigen Zimmern und dem Rooftop-Restaurant Sottovoce über den Dächern. Deutlich traditioneller sind die beiden Nachbarn am selben Platz: das familiengeführte Hotel Metropole Suisse, dessen Seefront in den 1920er Jahren von Giuseppe Terragni überformt wurde und in dem das Ristorante Imbarcadero untergebracht ist, sowie das Hotel Barchetta Excelsior mit den kürzesten Wegen zu Schiff, Dom und Gassen. Wer hier bucht, braucht für nichts ein Verkehrsmittel – muss aber wissen, dass es an Sommerabenden bis spät belebt bleibt.

Entlang des östlichen Ufers, am Lungo Lario Trieste, liegen die klassischen Seefronthotels. Das Palace Hotel Como hat Zimmer direkt zum Wasser und den Anleger vor der Tür; das Albergo Terminus residiert in einem Liberty-Palazzo aus dem frühen 20. Jahrhundert und liegt nur wenige Schritte von der Talstation der Funicolare entfernt – praktischer geht es kaum, wenn Brunate auf dem Plan steht. Beide Häuser bringen den Vorteil mit, dass du morgens vor dem Frühstück auf der Promenade stehst, bevor der Verkehr auf der Uferstraße einsetzt. Zimmer zur Rückseite sind hier die ruhigere Wahl, weil die Uferstraße direkt vor den Seefrontzimmern verläuft – dafür fehlt der Blick.

Westlich der Altstadt zieht sich Borgo Vico Richtung Cernobbio, und dort wird es großzügiger. Das Hilton Lake Como an der Via Borgo Vico ist das modernste Haus der Stadt, mit Spa, Innenpool und der Dachterrasse Terrazza 241, die auch Nicht-Hausgästen offensteht. Ein paar hundert Meter weiter, an der Uferstraße Richtung Cernobbio, liegt das Hotel Villa Flori in einer Villa des 19. Jahrhunderts mit Restaurantterrassen über dem Wasser und eigenem Bootssteg – die romantischere, aber auch fußläufig weiter entfernte Variante. Von hier sind es zum Dom rund zwanzig Minuten zu Fuß am See entlang, was als Abendspaziergang eher ein Argument als ein Nachteil ist.

Drei praktische Punkte zur Buchung. Erstens die Saison: Von Ostern bis Ende September ist Como teuer und früh ausgebucht, im November und Januar zahlst du für dieselben Zimmer einen Bruchteil. Zweitens das Auto – die Città Murata ist Zona a Traffico Limitato, kameraüberwacht, und jede unerlaubte Durchfahrt wird einzeln abgerechnet. Frag beim Buchen nach der Parklösung des Hauses und fahr im Zweifel eines der Parkhäuser am Rand der Altstadt an, statt dem Navi zu folgen. Drittens die Alternative oben am Berg: In Brunate gibt es einige wenige Häuser mit Panoramalage, kühleren Nächten und deutlich mehr Ruhe – dafür bist du an die Betriebszeiten der Standseilbahn gebunden.

Hotels in Como

Alle 7 Hotels

Ferienhäuser & Villen mit Pool

Die beliebteste Wahl in der Region — privates Ferienhaus oder Villa mit Pool, oft mitten in den Weinbergen.

Agriturismi & Weingüter

Urlaub auf dem Land: übernachten auf einem Weingut oder Bauernhof, mit Wein und Öl aus eigener Ernte.

Essen & Trinken

Restaurants in Como und was der Comer See auf den Teller bringt

Die Küche hier ist keine Meeresküche – was auf den Teller kommt, stammt aus dem See, aus den Bergen dahinter und aus der lombardischen Ebene.

Die ambitionierteste Küche der Stadt steht nicht in der Altstadt, sondern draußen im Grünen: Das Ristorante Navedano bei Camnago Volta wird seit dem späten 19. Jahrhundert von der Familie Casartelli geführt, liegt am Stadtrand zwischen Gärten und ist die Adresse, die Comasker für den besonderen Abend nennen – die Terrasse im Grünen ist im Sommer die halbe Miete. Reservierung ist Pflicht, und für den Weg brauchst du ein Taxi oder den Wagen; rechne den Rückweg gleich mit ein. Bei der Spitzengastronomie im Zentrum lohnt ein Blick auf den aktuellen Stand, bevor du planst: In den vergangenen Jahren haben hier Häuser geschlossen und neue eröffnet, ältere Restaurantlisten führen deshalb Adressen, die es nicht mehr gibt.

Für den normalen Abend funktionieren die Klassiker in der Altstadt besser. Das Ristorante Sociale hinter dem Dom, an der Flanke des Teatro Sociale, serviert lombardische Küche unter alten Gewölben und gehört zu den Adressen, die Comasker selbst nennen. Die Osteria del Gallo in der mittelalterlichen Via Vitani ist der kleinste und ehrlichste Vertreter der Gattung, mit täglich wechselnder Karte und einem Weinladen im Vorderraum. La Colombetta in der Via Diaz ist die Ausnahme im Programm: ein sardisches Fischrestaurant, das drei Schwestern aus Sardinien gründeten und das seit Jahrzehnten Comos Adresse für Meeresfisch ist. Und am Wasser bleibt das Ristorante Imbarcadero an der Piazza Cavour mit verglaster Veranda und Terrassentischen der Platz mit dem besten Blick.

Regional heißt am Comer See vor allem Süßwasserfisch. Der Lavarello, eine Renkenart, kommt gebraten oder in Butter geschwenkt; Filetti di pesce persico, die kleinen Barschfilets, werden in der Pfanne gebraten und traditionell mit Safranrisotto serviert – das Gericht, an dem du eine Küche am See messen kannst. Missoltini sind gesalzene und getrocknete Agoni, ein archaisch schmeckendes Konservierungsprodukt, das mit Polenta und Essig auf den Tisch kommt und nicht jedem beim ersten Versuch zusagt. Dazu Polenta in allen Varianten, Käse aus der Valsassina und, wenn du Glück mit dem Termin hast, die Resta di Como, ein süßes Hefegebäck, in dem traditionell ein Olivenzweig steckt.

Zum Trinken bestellst du lombardisch statt toskanisch: Aus der Valtellina im Nordosten kommen die Nebbiolo-Weine mit Lagennamen wie Sassella, Grumello oder Inferno, kräftig genug für Fleisch und trotzdem schlank; wer Weißwein will, greift zu Lugana vom Gardasee. Der Aperitivo beginnt zwischen 18 und 19 Uhr, an der Piazza Cavour und rund um den Dom stehen die Tische dann dicht. Zwei praktische Hinweise: Küchenzeiten sind in Norditalien enger als in der Vorstellung vieler Gäste – wer erst um 22 Uhr essen will, findet außerhalb der Hochsaison oft geschlossene Küchen vor. Und an Wochenenden im Sommer sind die bekannten Häuser am See voll; reservier lieber ein, zwei Tage vorher, statt abends von Tür zu Tür zu gehen.

Restaurants in Como

Seide & Architektur

Seide, Rationalismus und Comos zweites Gesicht

Zwischen Dom und Bahnhof liegt das Como, das nicht auf Postkarten kommt – und ausgerechnet dort erklärt sich die Stadt am besten.

Piazza Cavour und Lungolago
Piazza Cavour und Lungolago

Seide wird in Como seit dem 16. Jahrhundert verarbeitet. Anfangs standen Maulbeerbäume an den Hängen über dem See und die Raupenzucht lief in den Dörfern; später verschwand die Rohstoffproduktion, und was blieb, war das Können: Weben, Färben und vor allem Bedrucken. Comer Betriebe – Namen wie Mantero oder Ratti gehören zu den bekanntesten – beliefern seit Jahrzehnten internationale Modehäuser, und ein erheblicher Teil der Krawatten und Foulards, die als italienische Seide verkauft werden, hat den Weg durch diese Stadt genommen. Sichtbar ist davon im Alltag wenig, weil die Betriebe im Gewerbegürtel liegen. Wer trotzdem etwas mitnehmen will, findet in der Altstadt mehrere Läden mit Tüchern und Krawatten aus lokaler Produktion.

Die Geschichte selbst erzählt das Museo della Seta an der Via Castelnuovo, südlich der Altstadt in der Nähe der historischen Seidenfachschule. Auf mehreren Etagen stehen dort historische Webstühle, Zwirnmaschinen, Färbebottiche und Druckwalzen, und der Rundgang folgt dem Weg vom Kokon bis zum fertig bedruckten Tuch. Das ist kein hübsch dekoriertes Erlebnismuseum, sondern eine Sammlung echter Maschinen mit Erklärtafeln – wer sich für Handwerk und Industriegeschichte interessiert, bleibt anderthalb Stunden, wer nicht, ist in vierzig Minuten durch. Für Familien mit älteren Kindern ist es die beste Schlechtwetteroption der Stadt.

Das andere unterschätzte Thema ist die Architektur der Zwischenkriegszeit. Giuseppe Terragni, aufgewachsen in Como, baute hier zwischen 1927 und 1940 eine Handvoll Gebäude, die in jedem Standardwerk zur europäischen Moderne auftauchen. Die Casa del Fascio von 1932 bis 1936 steht als weißer Marmorquader wenige Gehminuten nordöstlich hinter dem Dom an der Piazza del Popolo und wird heute von der Guardia di Finanza genutzt; das Wohnhaus Novocomum am Viale Sinigaglia von 1927 bis 1929 sorgte mit seinen gerundeten Glasecken für einen Skandal und trägt seither den Spitznamen Transatlantico. Dazu kommt der Asilo Sant'Elia, ein Kindergartenbau, der bis heute als Referenz für lichtdurchflutete Schularchitektur gilt. Die Häuser sind in der Regel nur von außen zu sehen – für den Nachvollzug reicht das.

Den Bogen schlägt das Seeufer. Das Monumento ai Caduti, der kantige Steinturm zwischen Stadion und Yachthafen, entstand Anfang der 1930er Jahre nach einer Zeichnung von Antonio Sant'Elia, dem Futuristen aus Como, der 1916 im Ersten Weltkrieg fiel und dessen visionäre Stadtentwürfe nie gebaut wurden. Gleich daneben stehen das Stadio Sinigaglia von 1927 und das Bootshaus der Ruderer, beide aus derselben Aufbruchsphase. Und ganz am Ende der Mole markiert Life Electric von Daniel Libeskind aus dem Jahr 2015, dass die Stadt diese Linie fortschreibt. Ein Rundgang zu diesen Bauten dauert zwei Stunden und führt dich durch Ecken von Como, in die kein Reisebus fährt.

Anreise & vor Ort

Anreise nach Como aus Deutschland und unterwegs vor Ort

Como liegt fünf Kilometer vor der Schweizer Grenze an der Hauptachse zwischen Zürich und Mailand – bequemer erreicht man kaum einen italienischen See.

Mit der Bahn ist Como einer der einfachsten Zugänge nach Italien überhaupt. Die Stadt hat zwei Bahnhöfe: Como San Giovanni liegt an der internationalen Strecke Mailand–Chiasso–Lugano–Zürich und wird von den EuroCity-Zügen zwischen der Schweiz und Mailand bedient; ab Milano Centrale bist du in etwa 40 Minuten dort. Der zweite Bahnhof, Como Lago, liegt wenige Gehminuten von der Piazza Cavour entfernt am Largo Leopardi und wird von der Regionalbahn nach Milano Cadorna angefahren, die länger braucht, dafür aber mitten in der Stadt endet. Aus Deutschland führt der klassische Weg über München oder Stuttgart nach Zürich und von dort weiter Richtung Mailand – ein Umstieg, sonst nichts.

Mit dem Auto kommst du über den Gotthard oder den San Bernardino und die A2 durch die Schweiz bis Chiasso, dann auf die A9 Richtung Mailand; die Ausfahrten nach Como folgen unmittelbar. Für die Schweizer Autobahnen brauchst du die Vignette, für Italien fällt streckenabhängig Maut an. Wichtiger als die Route ist, was du am Ziel machst: Die Altstadt ist Zona a Traffico Limitato, kameraüberwacht, und jede unberechtigte Einfahrt wird einzeln in Rechnung gestellt – oft erst Wochen später per Post. Steuere von vornherein eines der Parkhäuser am Rand der Città Murata an und geh die letzten Minuten zu Fuß. Am Ufer und in Bahnhofsnähe gibt es zusätzlich bewirtschaftete Parkflächen.

Per Flugzeug landest du in Mailand. Malpensa ist mit rund 60 Kilometern der nächstgelegene große Flughafen; zwischen Flughafen und Como verkehren Direktbusse, alternativ fährst du mit dem Malpensa Express nach Mailand und dort weiter mit dem Zug. Bergamo Orio al Serio wird aus Deutschland von Billigfluglinien angeflogen, liegt aber östlich von Mailand und verlangt mindestens einen Umstieg. Linate ist der stadtnächste, aber kleinste der drei. Für alle drei gilt: Ohne Mietwagen ist der Weg über Mailand Hauptbahnhof mit anschließendem Regionalzug meist die verlässlichste Variante, weil die Züge Richtung Chiasso dicht getaktet fahren.

In Como selbst brauchst du kein Fahrzeug. Vom Bahnhof San Giovanni sind es zu Fuß gut zehn Minuten bergab zur Piazza Cavour – auf dem Rückweg entsprechend bergauf, was mit Gepäck spürbar ist; Taxis stehen am Bahnhofsvorplatz. Innerhalb der Altstadt gehst du ohnehin überall zu Fuß, ans Ufer und nach Borgo Vico ebenfalls. Für Brunate nimmst du die Standseilbahn, für die Uferdörfer das Boot oder die Busse, die am Westufer entlang bis Menaggio und weiter nach Colico fahren. Fahrräder sind auf der engen Uferstraße Richtung Cernobbio nur bedingt entspannt – der Verkehr ist dicht und die Straße schmal.

Mietwagen

Die schönsten Orte liegen abseits von Bahn und Bus — mit dem Mietwagen bist du flexibel.

Ausflüge am See

Tagesausflüge ab Como nach Bellagio, Mailand und Lugano

Von Como aus liegen eine Weltstadt, ein zweites Land und das halbe Seeufer jeweils innerhalb einer Stunde.

Duomo di Como
Duomo di Como

Der naheliegendste Ausflug beginnt fünf Kilometer weiter nördlich in Cernobbio, das du mit Bus, Boot oder in gut einer Stunde zu Fuß am Ufer entlang erreichst. Der kleine Ort lebt von zwei Villen: Villa d'Este, seit dem 19. Jahrhundert ein Hotel und regelmäßig Schauplatz internationaler Konferenzen, und Villa Erba, der Sommersitz der Familie Visconti, in dem der Regisseur Luchino Visconti Teile seiner Kindheit verbrachte und deren Park heute für Messen und Veranstaltungen genutzt wird. Dazu ein Platz am Wasser mit Bars und eine Uferpromenade – ein halber Tag reicht, und der Weg dorthin ist Teil des Programms.

Weiter nördlich beginnt das eigentliche Comer-See-Programm. Bellagio auf der Landzunge zwischen den beiden Südarmen ist der bekannteste Ort mit Treppengassen und dem Park der Villa Melzi; Varenna gegenüber am Ostufer punktet mit der Uferpromenade Passeggiata degli Innamorati und der Villa Monastero samt Botanischem Garten; Tremezzo trägt mit der Villa Carlotta einen der wichtigsten Gärten des Sees, und in Lenno steht die Villa del Balbianello auf einer Landzunge, die aus jedem Blickwinkel funktioniert. Von Como aus ist das keine Nebenbei-Unternehmung: Plane für Bellagio oder Varenna einen ganzen Tag, prüfe die Fahrpläne vorher und entscheide bewusst zwischen langsamem und schnellem Boot.

In die Gegenrichtung liegt Mailand. Vierzig Minuten mit dem Zug ab Como San Giovanni, und du stehst am Duomo – die Kombination aus Seetagen und einem Stadttag funktioniert deshalb ausgesprochen gut. Wenn du Leonardos Abendmahl in Santa Maria delle Grazie sehen willst, buche das Zeitfenster Wochen im Voraus; die Kontingente sind klein und regelmäßig ausverkauft. Ohne Vorbuchung bleiben Dom mit Dachterrassen, Galleria Vittorio Emanuele II, das Castello Sforzesco und die Brera. Fahr am besten früh los und abends zurück – die Verbindungen sind dicht, und du sparst dir einen Hotelwechsel.

Und dann die Schweiz, die vor der Haustür liegt. Chiasso ist die Grenzstation fünf Kilometer nördlich, Lugano erreichst du mit dem Zug in gut einer halben Stunde: eine mediterran wirkende Schweizer Stadt am eigenen See, mit Seepromenade, dem Kunst- und Kulturzentrum LAC und Bergbahnen auf Monte Brè und San Salvatore. Nimm Reisepass oder Personalausweis mit, es finden Grenzkontrollen statt, und rechne mit deutlich höheren Preisen für Essen und Getränke. Wer lieber wandert, findet ab Brunate direkt vor der Tür Höhenwege; wer den See zu Fuß erleben will, nimmt Boot oder Bus nach Colonno und läuft die Greenway del Lago di Como bis Griante, rund zehn Kilometer am Westufer entlang durch Dörfer und Villengärten.

Stadtviertel

Comos Stadtviertel von der Città Murata bis Borgo Vico

Die Stadt ist so kompakt, dass zwischen dem entferntesten Viertel und dem Dom kaum mehr als zwanzig Gehminuten liegen.

Villa Olmo
Villa Olmo

Der Kern ist die Città Murata, das von der mittelalterlichen Mauer umschlossene Rechteck auf dem römischen Straßenraster. Hier stehen Dom, Broletto, Teatro Sociale und San Fedele, hier liegen die Gassen mit den Seidenläden und den kleinen Osterien, und hier ist der Verkehr weitgehend draußen. Wenn du zum ersten Mal in Como bist und kurze Wege willst, ist das die richtige Adresse – die Piazza Cavour mit den Bootsanlegern liegt am Nordrand direkt am Wasser. Der Preis dafür ist Betrieb: An Sommerwochenenden schieben sich hier die Tagesgäste durch, und ruhig wird es erst am späten Abend.

Westlich schließt Borgo Vico an, das alte Uferquartier Richtung Cernobbio. Hier wird es sofort weiter und grüner: baumbestandene Promenaden am Wasser, Villen mit Gärten bis an den See, dazwischen normale Wohnstraßen mit Bäckereien und Bars, in denen niemand Englisch spricht. Villa Olmo mit ihrem frei zugänglichen Park liegt an diesem Abschnitt, ebenso das Lido und mehrere Hotels mit Seelage. Bis zum Dom sind es je nach Ausgangspunkt fünfzehn bis fünfundzwanzig Minuten zu Fuß, immer am Wasser entlang – ein Weg, den man gern zweimal am Tag geht.

Östlich der Altstadt liegt Sant'Agostino, benannt nach der gotischen Kirche am Ufer, mit dem Lungo Lario Trieste als Rückgrat. Der Abschnitt ist städtischer als Borgo Vico, mit Seefronthotels, der Talstation der Standseilbahn und Wohnblocks dahinter, in denen sich das Alltagsleben abspielt. Wer hier wohnt, hat den kürzesten Weg nach Brunate und trotzdem nur wenige Minuten in die Altstadt. Weiter östlich läuft die Promenade zur Villa Geno mit ihrem Springbrunnen aus – am späten Nachmittag der ruhigere Gegenpol zur Piazza Cavour, mit Blick zurück auf die Stadt und die Berge dahinter.

Und dann das Viertel, das keines ist: Brunate liegt rund 500 Höhenmeter über dem See, ist eine eigenständige Gemeinde und trotzdem für Como so etwas wie der Balkon. Von der Bergstation der Funicolare aus überblickst du das gesamte Seebecken; zwischen Villen aus der Zeit um 1900 führen schmale Straßen zu Aussichtspunkten, zum Faro Voltiano und zu den Höhenwegen der Dorsale. Übernachten kannst du hier ebenfalls, mit dem Vorteil kühlerer Sommernächte und dem Nachteil, dass du abends an die Betriebszeiten der Bahn gebunden bist oder den Saumpfad hinunterläufst.

Stadtviertel

Die Stadtviertel von Como – und welches zu dir passt

Città MurataCittà MurataDas von der mittelalterlichen Mauer umschlossene Rechteck folgt bis heute dem römischen Straßenraster. Dom, Broletto, Teatro Sociale und die Basilica di San Fedele liegen wenige Schritte auseinander, dazwischen Gassen wie die Via Vitani mit Seidenläden und kleinen Osterien. Am Nordrand öffnet sich die Piazza Cavour direkt zum See.Ideal für: Altstadt & erste Orientierung1 TagBorgo VicoBorgo VicoWestlich der Altstadt zieht sich das alte Uferquartier Richtung Cernobbio, mit baumbestandenen Promenaden, Villengärten bis ans Wasser und Wohnstraßen, in denen der Comer Alltag stattfindet. Der frei zugängliche Park der Villa Olmo, das Lido und mehrere Hotels mit Seelage liegen an diesem Abschnitt.Ideal für: Uferspaziergang & Villen½ TagSant'AgostinoSant'AgostinoBenannt nach der gotischen Kirche am Wasser, erstreckt sich das Quartier östlich der Altstadt entlang des Lungo Lario Trieste. Hier stehen die klassischen Seefronthotels, hier startet die Standseilbahn nach Brunate, und dahinter liegen Wohnblocks ohne jede Kulisse. Die Promenade läuft weiter zur Villa Geno mit ihrem Springbrunnen.Ideal für: Seefront & Funicolare½ TagBrunateBrunateRund 500 Höhenmeter über dem Ufer und in sieben Minuten per Standseilbahn erreichbar liegt Brunate, eine eigenständige Gemeinde, die für Como wie ein Balkon funktioniert. Zwischen Villen aus der Zeit um 1900 führen schmale Straßen zu Aussichtspunkten, zum Faro Voltiano von 1927 und zu den Höhenwegen der Dorsale.Ideal für: Aussicht & Wandern½ Tag
Beste Reisezeit & Wetter

Beste Reisezeit für Como mit Wetter und Saison im Jahreslauf

Der See wirkt als Wärmespeicher – deshalb sind die Winter milder und die Sommernächte länger warm, als die Lage am Alpenrand vermuten lässt.

Das Klima in Como ist gemäßigt mit deutlich kontinentalem Einschlag: kühle, oft neblige Winter, ein grünes und wechselhaftes Frühjahr, heiße und schwüle Sommer mit Nachmittagsgewittern aus den Bergen und ein langer, klarer Herbst. Zwei Dinge unterscheiden den Comer See von den mediterranen Zielen weiter südlich. Erstens fällt hier viel Niederschlag, mit Schwerpunkten im Mai und im Herbst; ein Regentag gehört bei längerem Aufenthalt fast dazu. Zweitens hat die Stadt ein altes Wasserproblem, das gerade neu sortiert wird: Nach jahrelanger Baustelle sind die Hochwasserbarrieren am Seeufer fertiggestellt, und der Lungolago von Sant'Agostino bis zu den Giardini ist wieder durchgehend begehbar. Erledigt ist das Thema damit nicht – bei Starkregen kann das Wasser über die Kanalisation zurück auf die tiefliegende Piazza Cavour drücken, meist im Herbst und im Frühjahr. Es lohnt sich, nach einer nassen Woche kurz zu prüfen, wie es am Ufer aussieht.

Jan6°0°still, oft Hochnebel
Feb8°1°kalt, Altstadt fast leer
Mär13°4°erste Sonnenstunden am Ufer
Apr17°8°Gärten öffnen, Ostern voll
Mai22°12°warm und grün, Schauer möglich
Jun26°16°lange Abende am Lungolago
Jul29°18°heiß und schwül, Hochsaison
Aug28°18°voll, Gewitter am Nachmittag
Sep23°14°mild, See noch badewarm
Okt17°10°klare Fernsicht von Brunate
Nov11°5°regenreich, Hochwasser möglich
Dez7°1°Lichtfestival rund um den Dom

Beste Reisezeit · Balken = Tageshöchstwert

Die beste Reisezeit für Como reicht von April bis Juni und noch einmal von September bis Oktober. Der April ist die kühlere Randempfehlung: Die Villengärten öffnen, die Stadt ist außerhalb der Osterwoche ruhig, dafür brauchst du abends eine Jacke. Im Mai und Juni stehen 22 bis 26 Grad auf dem Thermometer, die Villengärten sind auf dem Höhepunkt und die Abende reichen bis weit nach neun; im September ist der See mit rund 22 Grad noch badewarm, während der Andrang deutlich nachlässt. Der Oktober liefert die klarste Fernsicht des Jahres – von Brunate siehst du dann bis in die Alpen. Juli und August sind heiß, schwül und teuer, funktionieren aber gut, wenn Baden im Vordergrund steht. Von November bis Februar ist Como eine ruhige, oft neblige Stadt mit ausgedünnten Bootsfahrplänen – dafür gehören dir Dom und Gassen fast allein.

Gut zu wissen

Häufige Fragen zu Como

Wie viele Tage sollte man für Como einplanen?
Für die Stadt selbst reicht ein voller Tag: Dom, Città Murata, Lungolago mit Tempio Voltiano und Villa Olmo sowie die Funicolare nach Brunate passen bequem hinein. Am zweiten Tag kommt eine Bootstour ins erste Seebecken oder nach Bellagio dazu, am dritten ein Ausflug nach Mailand oder Lugano. Drei Nächte sind das sinnvolle Minimum, wenn Como nicht nur Durchgangsstation sein soll.
Lohnt sich Como als Basis für den Comer See – oder besser Bellagio?
Como ist die praktischere und meist günstigere Basis: eigener Bahnanschluss nach Mailand und Zürich, Bootsanleger mitten im Zentrum, Restaurants und Bars, die auch im November offen haben. Bellagio und Varenna liegen näher am mittleren Seebecken und sind hübscher, aber teurer, kleiner und ohne Auto oder Boot schnell isoliert. Wer Stadt und See kombinieren will, wohnt in Como.
Wie kommt man von Como nach Bellagio?
Mit den Booten der Navigazione Lago di Como ab Piazza Cavour. Das langsame Battello braucht rund zwei Stunden und legt unterwegs überall an, die schnelleren Servizio-Rapido-Boote sind deutlich zügiger und teurer. Alternativ fährst du mit dem Bus am Westufer nach Menaggio und von dort mit der Autofähre hinüber. Die Fahrpläne wechseln saisonal stark – prüfe sie am Abfahrtstag.
Lohnt sich die Funicolare nach Brunate?
Ja, und zwar unabhängig vom Wetter unten. Die Bahn von 1894 überwindet in rund sieben Minuten etwa 500 Höhenmeter, und schon die Fahrt selbst mit dem Blick zurück auf die Stadt rechtfertigt das Ticket. Oben lohnt der halbstündige Aufstieg zum Faro Voltiano, dem Leuchtturm von 1927 mit Rundblick über See und Alpen. Prüfe vor der Bergfahrt die Zeit der letzten Talfahrt.
Kann man im Comer See bei Como baden?
Ja. Direkt an der Stadt liegen zwei städtische Lidos, das Lido di Villa Olmo im Westen und das Lido di Villa Geno im Osten, beide mit Liegewiese und Zugang zum Wasser. Die Wassertemperatur erreicht im Hochsommer etwa 22 bis 24 Grad, im September ist der See oft noch angenehm warm. Der Seegrund fällt vielerorts steil ab – für kleine Kinder sind die Lidos die bessere Wahl als das freie Ufer.
Wo parkt man in Como am besten?
Auf keinen Fall in der Altstadt: Die Città Murata ist Zona a Traffico Limitato und kameraüberwacht, jede unberechtigte Durchfahrt wird einzeln abgerechnet und trifft dich Wochen später per Post. Nutze die Parkhäuser am Rand der Altstadt oder die bewirtschafteten Flächen am Ufer und in Bahnhofsnähe. Wer im Hotel bucht, fragt vorab nach der hauseigenen Parklösung – die wenigsten Häuser im Zentrum haben eigene Stellplätze.
Wann ist die beste Reisezeit für Como?
April bis Juni sowie September und Oktober. Der April ist noch kühl, dafür öffnen die Villengärten und die Stadt ist ruhig; im Frühsommer liegen die Höchstwerte bei 22 bis 26 Grad, die Gärten stehen voll und die Abende sind lang; der September bringt noch badewarmes Wasser bei deutlich weniger Andrang, der Oktober die klarste Fernsicht des Jahres. Juli und August sind heiß, schwül und teuer. Von November bis Februar ist es ruhig und oft neblig, dafür günstig.
Was isst man in Como typischerweise?
Süßwasserfisch aus dem See: Lavarello, eine Renkenart, sowie Filetti di pesce persico, kleine Barschfilets, die klassisch mit Safranrisotto serviert werden. Missoltini sind gesalzene und getrocknete Agoni und werden mit Polenta gegessen. Dazu Polenta in vielen Varianten und Käse aus der Valsassina. Getrunken wird Nebbiolo aus der Valtellina mit Lagennamen wie Sassella oder Inferno.
Wie kommt man vom Flughafen Mailand-Malpensa nach Como?
Zwischen Malpensa und Como verkehren Direktbusse, die für die rund 60 Kilometer etwa eine Stunde brauchen. Alternativ nimmst du den Malpensa Express nach Mailand und dort einen der dicht getakteten Züge Richtung Chiasso bis Como San Giovanni – das dauert länger, ist aber flexibler. Prüfe die Busabfahrten vor der Buchung, denn sie sind an die Flugzeiten gekoppelt und nicht durchgehend im Angebot.
Was kann man in Como bei Regen machen?
Der Dom, die Basilica di San Fedele und Sant'Abbondio sind ohnehin Innenräume und füllen einen Vormittag. Das Museo della Seta an der Via Castelnuovo zeigt historische Webstühle und Druckmaschinen und erklärt, warum die Stadt Seidenstadt heißt; dazu kommen die städtischen Museen in den Palazzi der Altstadt. Und bei Dauerregen ist ein Zug nach Mailand mit 40 Minuten Fahrtzeit die naheliegendste Ausweichlösung.
Ist Como mit Kindern eine gute Idee?
Ja, weil die Wege kurz sind und drei Dinge zuverlässig funktionieren: die Standseilbahn nach Brunate, eine Bootsfahrt auf dem See und im Sommer ein Nachmittag im Lido di Villa Olmo. Der Park der Villa Olmo ist frei zugänglich und bietet Platz zum Toben. Kinderwagen sind in der Altstadt machbar, auf dem Kopfsteinpflaster aber mühsam – eine Trage ist auf dem Weg zum Faro Voltiano die bessere Wahl.
Ist Como teuer?
Como liegt spürbar unter dem Niveau von Bellagio, Cernobbio oder Varenna und ungefähr auf dem einer norditalienischen Provinzhauptstadt. Teuer wird es an den Seefronthotels der Piazza Cavour und in der Hochsaison zwischen Ostern und Ende September. Wer im November, Januar oder Februar reist, zahlt für dieselben Zimmer einen Bruchteil, und ein Mittagessen in einer Osteria der Altstadt bleibt ganzjährig moderat.
Lohnt sich ein Abstecher in die Schweiz?
Die Grenze liegt fünf Kilometer nördlich bei Chiasso, Lugano erreichst du mit dem Zug in gut einer halben Stunde. Dort erwarten dich eine Seepromenade, das Kulturzentrum LAC und Bergbahnen auf Monte Brè und San Salvatore. Nimm ein gültiges Ausweisdokument mit, da an der Grenze kontrolliert wird, und stell dich auf deutlich höhere Preise für Essen und Getränke ein.

Entdecken

Sehenswürdigkeiten in Como – Duomo & Villa Olmo vom gotischen Dom bis zum Tempio Voltiano

Der historische Kern ist kompakt und zu Fuß machbar – plane den Duomo und die Kirchen am Vormittag ein, dann mit der Funicolare hinauf nach Brunate für den Blick über See und Stadt.

Übernachten

Hotels in Como – am Seeufer & in der Città Murata vom Stadthaus bis zur Villa mit Seeblick

In der Città Murata wohnst du mitten im Geschehen, nur Schritte vom See; ruhiger und seenah liegt Borgo Vico, während Brunate auf dem Berg für Aussicht und Stille steht.

Alle · 6HotelsBoutiqueDesignLuxus

Genießen

Restaurants in Como – Lombardei trifft Lago Seefisch, Risotto und ein Glas Lugana dazu

Comer Küche heißt Seefisch wie Lavarello, Risotto und Polenta. Trattorien rund um Sant'Agostino und die Gassen der Città Murata servieren bodenständig, die Uferlokale eher für den Abend.

Erleben

Aktivitäten & Touren in Como – See & Brunate mit der Funicolare hinauf, per Boot zurück

Das Wasser ist der Hauptdarsteller: Bootstouren zu den Villen am Westufer, Stand-up-Paddling oder einfach die Fähre als Aussichtsplattform – dazu die Funicolare nach Brunate.

ComoAm frühen Morgen hängt noch Dunst über dem Seebecken, die erste Funicolare klettert bereits den Hang nach Brunate hinauf, und auf der Piazza Cavour dreht jemand die Caféstühle Richtung Wasser.

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