Hinter der zurückhaltenden neoklassizistischen Fassade von 1778 verbirgt sich einer der bedeutendsten Opernsäle der Welt. Das Teatro alla Scala, kurz „La Scala“, gehört zu den wichtigsten Bühnen der Operngeschichte; sein Name steht international für höchste Ansprüche an Gesang, Inszenierung und Tradition. Von außen wirkt das Haus an der Piazza della Scala fast bescheiden – die Pracht entfaltet sich erst im Inneren. Der Zuschauerraum ist das Herzstück: Sechs Logenränge in Rot und Gold steigen hufeisenförmig in die Höhe, gekrönt von einem großen Lüster. Das Mailänder Publikum gilt als eines der anspruchsvollsten und leidenschaftlichsten überhaupt; Premieren werden hier gewissermaßen zur Staatsaffäre, und der Erfolg oder Misserfolg eines Sängers kann sich an einem einzigen Abend entscheiden. Diese Mischung aus künstlerischem Anspruch und gesellschaftlichem Ereignis macht den besonderen Ruf des Hauses aus. Die Geschichte der Scala ist mit großen Namen verbunden. Giuseppe Verdi feierte hier wichtige Erfolge, der Dirigent Arturo Toscanini prägte das musikalische Niveau über Jahrzehnte, und die Sopranistin Maria Callas schrieb auf dieser Bühne Operngeschichte. Bis heute zieht das Haus die führenden Künstler der Opernwelt an. Wer keine Karte für einen Abend bekommt – die begehrten Vorstellungen sind oft lange ausverkauft –, kann das angeschlossene Museo Teatrale alla Scala besuchen. Dort werden Kostüme, Instrumente und Erinnerungsstücke gezeigt, und von einigen Logen aus fällt der Blick direkt in den Saal. Die Opernsaison eröffnet traditionell am 7. Dezember, dem Festtag des Stadtheiligen Ambrosius (Sant'Ambrogio) – ein Datum, das in Mailand als gesellschaftlicher Höhepunkt des Jahres gilt.
Der Zuschauerraum lässt sich vom Museo Teatrale aus aus den Logen einfangen.






























