Die Cappella Colleoni gehört zu den großen Meisterwerken der lombardischen Frührenaissance und steht direkt neben der Basilica di Santa Maria Maggiore an der Piazza Duomo der Città Alta. Errichten ließ sie der berühmte Söldnerführer Bartolomeo Colleoni, der jahrzehntelang in venezianischen Diensten stand und sich gegen Ende seines Lebens eine standesgemäße Grabstätte wünschte. Ab 1472 entstand sie nach Plänen von Giovanni Antonio Amadeo, der für den Bau einen Teil der bestehenden Sakristei der Basilika abreißen ließ. Schon die Fassade ist ein Schaustück: Roter, weißer und schwarzer Marmor ist zu einem dichten Geflecht aus Medaillons, gedrehten Säulchen, Pilastern und Reliefs verarbeitet, die alttestamentarische und antike Szenen erzählen. Die feingliedrige Rosette und die figürlichen Friese machen die Schauseite zu einem der meistfotografierten Motive Bergamos – ein bewusster Kontrast zur strengen romanischen Mauer der benachbarten Basilika. Das Innere setzt die Pracht fort. Über dem Grabmal Colleonis erhebt sich seine vergoldete Reiterstatue aus Holz, ein Sinnbild seiner militärischen Karriere. Im 18. Jahrhundert ergänzte Giambattista Tiepolo die Decke mit Fresken, die Szenen aus dem Leben des heiligen Johannes des Täufers und der heiligen Bartholomäus und Markus zeigen – Lichtmalerei des venezianischen Rokoko in einem frührenaissancezeitlichen Raum. Auch das Grabmal von Colleonis früh verstorbener Tochter Medea findet hier seinen Platz. Der Besuch ist kostenlos und lässt sich mühelos mit der angrenzenden Basilica di Santa Maria Maggiore und dem benachbarten Baptisterium verbinden. Wer das künstlerische Bergamo verstehen will, beginnt am besten hier, wo Bildhauerkunst, Architektur und Malerei aus drei Jahrhunderten auf engstem Raum zusammenkommen.
Eine reich verzierte Grabkapelle in zwei Erlebnissen: außen die marmorne Schaufassade mit Medaillons, Säulchen und Reliefs, innen das Grabmal Colleonis mit vergoldeter Reiterstatue unter den Deckenfresken Tiepolos. Der Raum ist eng, weshalb die Besucherzahl begrenzt wird. Der Besuch dauert meist nur 15 bis 20 Minuten und lässt sich nahtlos mit der angrenzenden Basilika verbinden.
Bartolomeo Colleoni, der bedeutendste Condottiere seiner Zeit im Dienst Venedigs, beauftragte 1472 den Bildhauer und Architekten Giovanni Antonio Amadeo mit dem Bau seiner Grabkapelle. Dafür wurde eigens ein Teil der Sakristei der benachbarten Basilica di Santa Maria Maggiore abgetragen. Die Marmorfassade wurde zum Vorbild für die lombardische Renaissancearchitektur. Im 18. Jahrhundert schuf Giambattista Tiepolo die Deckenfresken, die der älteren Architektur eine venezianische Lichtmalerei hinzufügten.
