Auf einem geführten Rundgang erschließt sich die Città Alta am schnellsten und mit dem meisten Hintergrundwissen. Die übliche Route beginnt mit der Fahrt in der historischen Standseilbahn hinauf in die Oberstadt und führt von dort über die Corsarola, die zentrale Flaniergasse, zur Piazza Vecchia – dem Herzen der Altstadt, das viele für einen der schönsten Plätze Italiens halten. Von der Piazza Vecchia geht es weiter zur Piazza Duomo, wo die Basilica di Santa Maria Maggiore mit ihrem überraschend prachtvollen Inneren und die marmorne Cappella Colleoni nebeneinanderstehen. Lokale Guides erzählen unterwegs die Geschichten, die diese Bauten verbinden: vom Festungsbau der Republik Venedig über den Söldnerführer Bartolomeo Colleoni bis zu Gaetano Donizetti, dem in Bergamo geborenen Opernkomponisten, dessen Grab in der Basilika liegt. Zum Abschluss führt der Rundgang meist ein Stück über die venezianische Mauerpromenade, von der aus sich der Blick über die Città Bassa und die weite Po-Ebene öffnet. Ein wiederkehrendes Thema sind die 100 Glockenschläge des Campanone, mit denen einst die Stadttore geschlossen wurden – ein Detail, das die Erzählung der mittelalterlichen und venezianischen Stadt anschaulich macht. Die übliche Dauer liegt bei rund zwei Stunden, der Start ist meist an der Bergstation der Funicolare. Ein Rundgang eignet sich besonders zu Beginn eines Aufenthalts, weil er die wichtigsten Orte, ihre Lage zueinander und ihre Geschichte in kompakter Form vermittelt – eine gute Grundlage, um die Oberstadt anschließend selbst weiter zu erkunden.
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