Die Piazza Vecchia ist das Herz der Città Alta und für viele einer der schönsten Plätze Italiens. Schon Le Corbusier soll von der Harmonie ihres Ensembles geschwärmt haben – einem Zusammenspiel aus Architektur mehrerer Jahrhunderte, das den Platz zu einer Bühne der bergamasker Geschichte macht. Wer aus den engen Gassen der Corsarola heraustritt, steht plötzlich in einem weiten, von hellen Fassaden gefassten Raum, der das Leben der Oberstadt seit dem Mittelalter bündelt. An der Südseite erhebt sich der Palazzo della Ragione aus dem 12. Jahrhundert, einer der ältesten Kommunalpaläste Italiens. Seine offene Loggia im Erdgeschoss verbindet die Piazza Vecchia mit der dahinterliegenden Piazza Duomo, an der Kathedrale, Basilika und Cappella Colleoni stehen. Über dem Palazzo wacht der Campanone, der mittelalterliche Stadtturm, der jeden Abend seine 100 Glockenschläge über die Dächer schickt. Gegenüber leuchtet die weiße Fassade der Biblioteca Angelo Mai, die im 17. Jahrhundert als Palazzo Nuovo begonnen und erst im 20. Jahrhundert vollendet wurde. In der Mitte des Platzes plätschert der Contarini-Brunnen, 1780 vom venezianischen Podestà Alvise Contarini gestiftet. Seine weißen Marmorsphingen, Löwen und Schlangen sind ein beliebter Treffpunkt und ein Lieblingsmotiv jedes Bergamo-Besuchers. Rund um den Brunnen stellen die Cafés ihre Tische auf – am schönsten am frühen Abend, wenn das Licht warm wird und die Einheimischen zum Aperitivo erscheinen. Die Piazza Vecchia ist frei zugänglich und der natürliche Ausgangspunkt für jeden Rundgang durch die Oberstadt. Von hier sind es nur wenige Schritte zur Basilica di Santa Maria Maggiore, zum Aufstieg auf den Campanone und zu den venezianischen Mauern – ein Platz, an dem man sich immer wieder neu orientiert und an dem man am Ende des Tages gern noch einmal sitzen bleibt.
Von der Loggia des Palazzo della Ragione blickt man frontal über den Platz.






























