Das um 520 errichtete Mausoleum Theoderichs des Großen ist der einzige erhaltene Grabbau eines germanischen Königs aus der Völkerwanderungszeit – allein das macht es zu einem singulären Monument. Während sich Ravennas Ruhm sonst auf die leuchtenden Goldmosaiken gründet, steht hier ein Bauwerk im Mittelpunkt, das ganz aus Stein und Konstruktion spricht. Anders als die Backsteinkirchen der Stadt wirkt der helle Quaderbau aus istrischem Kalkstein beinahe archaisch, fast wuchtig. Sein eigentliches Rätsel ist die Kuppel: Sie besteht aus einem einzigen, gewaltigen Monolithen, einem Steinblock von mehreren hundert Tonnen Gewicht, den die Baumeister auf den zehneckigen Unterbau hoben. Wie das mit den Mitteln der Zeit gelang, beschäftigt Bauforscher bis heute. Zwölf Henkel am Rand des Blocks, jeder mit dem Namen eines Apostels versehen, dienten vermutlich dem Transport – ein stummer Hinweis auf die enorme logistische Leistung. Im Obergeschoss steht die Porphyrwanne, die als Sarkophag des Königs gedient haben soll. Theoderich, der Ostgotenkönig, der Italien von Ravenna aus regierte, ließ sich hier einen Grabbau errichten, der bewusst an antike Vorbilder anknüpfte und zugleich die Eigenständigkeit seiner Herrschaft betonte. Das Mausoleum liegt etwas außerhalb des Zentrums im Grünen und gehört zu den acht Welterbe-Bauten Ravennas. Es bildet einen reizvollen Kontrast zu den Mosaiken-Monumenten: kein Gold, keine Bilder, sondern die nackte Wucht eines Steinbaus, der seit anderthalb Jahrtausenden steht. Wer den Bogen von der byzantinischen Bildkunst zur gotischen Baukunst schlagen will, sollte den kurzen Weg hierher nicht scheuen.
Ein heller, fast archaisch wirkender Quaderbau aus istrischem Kalkstein, deutlich anders als die Backsteinkirchen der Stadt. Erwarten Sie keine Mosaiken, sondern die nackte Wucht der Steinarchitektur: einen zehneckigen Unterbau und darüber die berühmte Kuppel aus einem einzigen Monolithen, an dessen Rand zwölf Henkel mit Apostelnamen sitzen. Im Obergeschoss steht die Porphyrwanne, die als Sarkophag gedient haben soll.
Theoderich der Große, der Ostgotenkönig, der Italien von Ravenna aus regierte, ließ das Mausoleum um 520 errichten. Der Bau knüpft an antike Vorbilder an und betont zugleich die Eigenständigkeit gotischer Herrschaft. Seine monolithische Kuppel ist eine bautechnische Sondertat der Spätantike. Heute gehört das Mausoleum zu den acht frühchristlichen und gotischen Monumenten Ravennas, die zum UNESCO-Welterbe zählen.
