Wer Ravenna kennt, denkt zuerst an Mosaike, Byzantiner und Unesco-Welterbe. Doch nur knapp zehn Kilometer östlich der Altstadt beginnt eine völlig andere Welt: Marina di Ravenna, der Küstenvorort, der sich zwischen dem Hafen des Canale Candiano und den Pinienstreifen des Parco del Delta del Po entfaltet. Hier riecht die Luft nach Salz und Sonnenöl, die Promenade füllt sich schon am Vormittag mit Radfahrern und Familien, und die Tage folgen dem Rhythmus von Ebbe und Flut statt dem der Museumsöffnungszeiten.
Das Viertel selbst ist bescheiden und authentisch geblieben. Entlang der Via dei Mille reihen sich kleine Pensionen, Fischrestaurants und Eiscafés, während der Lungomare Cristoforo Colombo den Blick über die breite Adriaküste freigibt. Der Strand ist in private Stabilimenti balneari und freie Abschnitte aufgeteilt – wer einen Liegestuhl mit Sonnenschirm möchte, findet entlang der Strandpromenade zahlreiche Bagni. Wer lieber ungestört ist, radelt ein Stück Richtung Punta Marina oder in die andere Richtung nach Porto Corsini, wo der Hafen noch nach echtem Fischerdorf aussieht.
Besonders reizvoll ist Marina di Ravenna für all jene, die Strand und Kultur kombinieren wollen. Morgens Mosaike in der Basilica di San Vitale oder im Mausoleo di Galla Placidia bestaunen, nachmittags ins Meer – das ist hier tatsächlich machbar, denn der Bus verbindet den Küstenort regelmäßig mit dem Stadtzentrum. Abends kehrt man dann an die Promenade zurück, wo die Osterie frische Romagna-Küche servieren und das Ausgehen in Marina di Ravenna seinen entspannten Sommer-Charakter entfaltet: keine Großstadthektik, aber genug Betrieb, um bis in die Nacht draußen zu sitzen.
Der nahe gelegene Pinienwald, Teil des weitläufigen Küstenwaldes der Emilia-Romagna, lädt zu Radtouren ein und schafft eine natürliche Pufferzone zwischen Strand und Hinterland. Wer die Region erkunden will, nutzt Marina di Ravenna ideal als ruhige Basis – mit Meer vor der Tür und Weltkulturerbe in Reichweite.

Spiaggia di Marina di Ravenna
Lebendigster der neun Lidi an Ravennas Küste: ein breiter, feinsandiger Adria-Strand mit Bagni, Strandbars, langer Hafenmole und dem schattigen Pinienwald dahinter. Freier Zugang.
Breiter, feinsandiger Adria-Strand, der lebendigste der neun Lidi