Der Name Ca' de Vèn bedeutet im Dialekt der Romagna so viel wie „Haus des Weins“, und genau das ist dieses Lokal seit Langem: Ravennas bekannteste Adresse für die bodenständige, herzhafte Küche der Region. Untergebracht ist es in einem Palazzo nur wenige Schritte von der Tomba di Dante, und schon der Raum erzählt Geschichte – ein hoher Saal mit Kreuzgewölben und mächtigen historischen Holzregalen, in denen einst Waren und Weine lagerten. Wer eintritt, sitzt nicht in einer beliebigen Trattoria, sondern in einer alten Kaufmannsstube, die ihren Charakter bewahrt hat.
Auf den Tisch kommt, was die Romagna ausmacht. Die Piadina, das dünne Fladenbrot der Region, wird hier klassisch mit dem cremigen Squacquerone-Käse und Rohschinken gereicht. Dazu gehören Cappelletti, die kleinen gefüllten Teigtaschen, entweder in klarer Brühe oder mit Ragù, sowie Gegrilltes als kräftiger Hauptgang. Die Gerichte sind ehrlich und ohne Schnörkel – es geht um gute Zutaten und vertraute Zubereitung, nicht um Effekte. Begleitet wird das Essen vom Sangiovese aus den Hügeln der Romagna, dem Wein, der dem Haus seinen Namen gibt.
Abends entfaltet das Ca' de Vèn seine besondere Atmosphäre: An den langen Tafeln unter den Regalen sitzen Einheimische neben Reisenden, die Stimmung ist lebhaft und gesellig. Gerade weil das Lokal so bekannt ist und zugleich von Dantes Grab und den Mosaiken nur ein kurzer Spaziergang entfernt liegt, ist es oft gut besucht.
Wer die Romagna nicht nur sehen, sondern auch schmecken will, ist hier richtig. Das Ca' de Vèn verbindet die kulinarische Identität der Region mit einem Ort, der selbst ein Stück Stadtgeschichte ist – eine Kombination, die einen Besuch über das reine Essen hinaushebt.