Auf dem geführten Mosaiken-Rundgang erschließen lokale Guides die Welterbe-Bauten der Innenstadt in einem zusammenhängenden Bogen: die Basilica di San Vitale mit ihren byzantinischen Goldmosaiken, das Mausoleum der Galla Placidia mit der berühmten Sternenkuppel, das Battistero Neoniano mit der Taufe Christi und die Basilica di Sant'Apollinare Nuovo mit ihren langen Mosaikprozessionen. Statt die Monumente einzeln und ohne Zusammenhang abzulaufen, entsteht so ein durchgehendes Bild der Stadtgeschichte. Die Guides erklären, wie die Mosaizisten Glas, Gold und Stein setzten, warum gerade Ravenna dreimal zur Hauptstadt aufstieg – als weströmische Residenz, unter dem Ostgotenkönig Theoderich und als byzantinisches Exarchat – und woran sich die byzantinische Bildsprache erkennen lässt. Details, die man allein leicht übersieht, treten in den Vordergrund: die getilgten Hände im Palatium-Mosaik, die Symbolik der Schafe und Sterne, die feinen Stilunterschiede zwischen den Epochen. Wer den Kontext kennt, sieht in denselben Bildern plötzlich sehr viel mehr. Die Touren dauern meist zwei bis drei Stunden und beinhalten in der Regel das Kombiticket der Monumente, sodass man sich nicht selbst um den Einlass kümmern muss. Die Gruppen sind klein gehalten, was in den teils engen Räumen wie dem Mausoleum ein echter Vorteil ist. In der Hochsaison empfiehlt es sich, früh zu buchen, da die Plätze begrenzt sind. Für Reisende, die Ravenna in begrenzter Zeit verstehen wollen, ist der geführte Rundgang die effizienteste Art, die Stadt zu erschließen: Man bekommt nicht nur die Bilder zu sehen, sondern auch den roten Faden, der sie verbindet.
Lokaler, fachkundiger Guide





























