Die Casa Romei ist ein außergewöhnlich gut erhaltenes Beispiel für eine großbürgerliche Wohnkultur im 15. Jahrhundert. Erbaut wurde das Stadthaus Mitte des Jahrhunderts vom Bankier und Kaufmann Giovanni Romei, der später Polissena d'Este heiratete und damit in die Familie des herrschenden Hofes einheiratete. Diese Verbindung von Geld- und Adelswelt prägt das Haus, das den Wohlstand und Anspruch eines erfolgreichen Bürgers der Renaissancezeit greifbar macht. Architektonisch steht die Casa Romei am Übergang von der Spätgotik zur Renaissance, was sie zu einem besonders aufschlussreichen Bau macht. Der Arkadenhof mit seinem Terrakotta-Dekor zeigt noch spätgotische Formen, während andere Bauteile bereits die klaren Linien der Renaissance vorwegnehmen. Damit lässt sich an einem einzigen Gebäude der Stilwandel dieser Epoche ablesen. Im Inneren haben sich bemerkenswerte Ausstattungsstücke erhalten. Die freskierte Sala delle Sibille, der Saal der Sibyllen, gehört zu den Höhepunkten, ebenso die Wohnräume mit ihren originalen Kaminen. Diese erhaltenen Details vermitteln einen seltenen Eindruck davon, wie eine vornehme Familie der Frührenaissance tatsächlich wohnte – jenseits der repräsentativen Säle der großen Fürstenpaläste. Heute beherbergt das staatliche Museum in der Casa Romei zusätzlich Fresken und Skulpturen, die aus aufgelassenen Kirchen der Stadt hierher gebracht wurden. So verbindet der Besuch die Wohnkultur des 15. Jahrhunderts mit einer Sammlung sakraler Kunst aus Ferrara. Das Haus liegt in der Via Savonarola im Süden der Altstadt, in der Nähe des Palazzo Schifanoia, und ist Teil des UNESCO-Welterbes der Stadt.
Du besichtigst ein gut erhaltenes großbürgerliches Stadthaus des 15. Jahrhunderts mit Arkadenhof, freskierter Sala delle Sibille und Wohnräumen mit originalen Kaminen. Der Bau lässt den Übergang von Spätgotik zu Renaissance ablesen. Ergänzend zeigt das Museum Fresken und Skulpturen aus aufgelassenen Kirchen Ferraras.
Giovanni Romei, Bankier und Kaufmann, ließ das Haus Mitte des 15. Jahrhunderts errichten und heiratete später Polissena d'Este. Der Bau zeigt den Übergang von Spätgotik zu Renaissance. Heute ist die Casa Romei ein staatliches Museum mit Werken aus aufgelassenen Kirchen.
