Die Via delle Volte gilt als eine der besterhaltenen mittelalterlichen Straßen Europas und zählt zu den eindrucksvollsten Zeugnissen des alten Ferrara. Über eine Länge von rund zwei Kilometern spannen sich zahllose Backsteinbögen über das Kopfsteinpflaster – die 'volte', also Gewölbe, die der Straße ihren Namen geben. Diese Bögen verbanden einst die Wohnhäuser der Kaufleute mit ihren dahinterliegenden Lagerhäusern.
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Die Lager öffneten sich zum alten Po-Hafen hin, denn der Fluss verlief im Mittelalter genau dort, wo heute die parallele Via Ripagrande liegt. Über die überdachten Gänge konnten Waren wettergeschützt zwischen Hafen, Speicher und Wohnhaus transportiert werden. So erzählt die Straße bis heute von der Bedeutung Ferraras als Handelsstadt am Po, lange bevor sich der Flusslauf verlagerte.
Die Atmosphäre der Via delle Volte wandelt sich im Lauf des Tages. Tagsüber ist die Gasse oft fast still und wirkt mit ihren Schatten und Bögen wie ein Stück gut erhaltenes Mittelalter. Abends, wenn die Laternen die Backsteinbögen beleuchten, entfaltet sie ihre ganze Wirkung: Licht und Schatten spielen über das Pflaster, und die langen Bogenfluchten ziehen den Blick in die Tiefe.
In den angrenzenden Seitengassen verstecken sich Osterien und Werkstätten, die zum Verweilen einladen und der Gegend Leben einhauchen. Wer Ferrara abseits der großen Paläste erleben möchte, findet hier ein authentisches Quartier. Die Via delle Volte ist frei zugänglich und Teil der historischen Altstadt, die zum UNESCO-Welterbe gehört.