Wenige Kilometer südlich von Otranto liegt eine der ungewöhnlichsten Sehenswürdigkeiten Apuliens: die Cava di Bauxite, eine ehemalige Bauxitgrube. Bis in die 1970er-Jahre wurde hier das aluminiumhaltige Erz abgebaut, das der Landschaft ihre charakteristische rostrote Farbe gibt. Nach dem Ende des Abbaus lief die Grube allmählich mit Grundwasser voll, und die Natur eroberte den Ort zurück. Übrig geblieben ist ein Bild, das man eher in einem fernen Bergland vermuten würde als an der salentinischen Küste: ein smaragdgrüner See, dessen Wasser im Kontrast zu den rostroten Wänden der alten Grube fast unwirklich leuchtet. Auf den Erzwänden haben Macchia, Gräser und Wasserpflanzen Fuß gefasst, sodass sich Grün, Rot und der blasse Himmel zu einem ungewöhnlichen Farbspiel verbinden. Gerade diese Verbindung aus Industriegeschichte und zurückkehrender Natur macht den Reiz des Ortes aus. Der Zugang ist unkompliziert. Vom kleinen Parkplatz an der Straße Richtung Punta Palascìa sind es nur wenige Minuten zu Fuß bis zum Rand der Grube. Von dort blickt man von oben auf den See – und genau dieser Blick von oben ist der eindrucksvollste, denn das volle Farbspiel entfaltet sich erst aus der Höhe. Wichtig: Baden ist verboten, der See ist kein Badegewässer, sondern ein Anschauungsort. Am stärksten wirkt die Cava di Bauxite am Vormittag und in der goldenen Stunde, wenn das warme Licht die roten Wände zum Glühen bringt. Festes Schuhwerk ist sinnvoll, denn der rote Bauxitstaub färbt Schuhe und Kleidung. Ein Besuch lässt sich gut mit einem Ausflug zur Torre del Serpe und zum Leuchtturm von Punta Palascìa verbinden, die alle an derselben Küstenroute südlich der Stadt liegen.
Vom Grubenrand von oben fotografieren für das volle Farbspiel






























