Rund sechs Kilometer nördlich von Otranto liegt die Baia dei Turchi, einer der bekanntesten Strände der adriatischen Salento-Küste. Hinter einem dichten Pinienwald öffnet sich plötzlich der Blick auf eine Bucht mit hellem Sand, niedrigen Kalkfelsen und einem Wasser, dessen Türkis regelmäßig in den Ranglisten der schönsten Strände Italiens auftaucht. Der flach abfallende Grund und die geschützte Lage machen die Bucht auch für Familien attraktiv. Der Name erinnert an ein dunkles Kapitel der Stadtgeschichte: Der Überlieferung nach sollen hier im Jahr 1480 die osmanischen Truppen an Land gegangen sein, bevor sie Otranto belagerten und eroberten. Aus dieser Episode leitet sich die Bezeichnung „Bucht der Türken“ ab, die der heutige Erholungsort trotz seiner friedlichen Stimmung trägt. Was die Baia dei Turchi vor vielen anderen Stränden auszeichnet, ist ihre vergleichsweise unverbaute Lage. Das Gebiet steht unter Naturschutz, Autos bleiben an den Parkplätzen der Zufahrt, und die letzten Minuten führt ein Fußweg durch den schattigen Pinienwald hinunter zur Bucht. Dieser kleine Abstieg hält die Besucherzahlen und vor allem die Bebauung in Grenzen – statt einer durchgehenden Lido-Reihe gibt es überwiegend freien Strand mit nur einzelnen bewirtschafteten Abschnitten. Gerade weil der Strand so beliebt ist, lohnt es sich im Hochsommer, früh am Morgen zu kommen, bevor sich die besten Plätze füllen und die Parkplätze voll sind. Wer ruhigere Tage sucht, reist im späten Frühjahr oder frühen Herbst an, wenn das Wasser bereits warm und der Andrang deutlich geringer ist. Sonnenschutz, Wasser und Schuhe für den Waldweg gehören zur Grundausstattung, da der freie Strand kaum Schatten bietet.
Vormittagslicht für die intensivste Türkisfarbe des Wassers






























