Florenz ist ein Freilichtmuseum aus Stein und Licht, in dem die Renaissance nicht hinter Glas liegt, sondern den Alltag durchzieht. Über der Altstadt erhebt sich Brunelleschis ziegelrote Domkuppel, ein technisches Wunderwerk des 15. Jahrhunderts, das bis heute jede Silhouette der Stadt bestimmt. Daneben streben Giottos Campanile und das achteckige Baptisterium mit seinen vergoldeten Bronzetüren in den toskanischen Himmel.
Wer hierherkommt, kommt der Kunst wegen. In den Uffizien hängen Botticellis „Geburt der Venus“ und sein „Frühling“, Werke von Leonardo, Raffael und Michelangelo Tür an Tür; in der Galleria dell’Accademia steht Michelangelos „David“ in makelloser Wucht. Doch Florenz lässt sich auch zu Fuß lesen: über die Ponte Vecchio, wo sich seit Jahrhunderten die Goldschmiede aneinanderreihen, durch das Viertel Oltrarno mit seinen Werkstätten und dem weitläufigen Palazzo Pitti samt Boboli-Gärten, vorbei am Palazzo Vecchio, der noch immer das Rathaus ist.
Die Stadt war einst das Reich der Medici, jener Bankiersfamilie, die Künstler förderte und Europa Kredit gab. Ihr Mäzenatentum hat Florenz das dichteste Ensemble früher Renaissance-Kunst beschert, das es gibt. Zwischen den Palästen aber pulsiert ein ganz heutiges Leben: In den Trattorien dampft die „bistecca alla fiorentina“, am Mercato Centrale stapeln sich Pecorino und frische Pasta, und in den Bars wird der „Negroni“ getrunken, der hier seinen Ursprung hat.
Am Ende steigt man hinauf zum Piazzale Michelangelo. Von dort breitet sich der berühmteste Postkartenblick der Toskana aus: der Arno, die Brücken, die Kuppel – und das Verständnis, dass Florenz nicht groß durch seine Fläche ist, sondern durch das, was auf wenigen Quadratkilometern Weltgeschichte schrieb.
Commonists (CC BY-SA 4.0) · WikimediaGalleria dell'Accademia (Michelangelos David)
Die Galleria dell’Accademia beherbergt Michelangelos rund 5,20 Meter hohen David und gehört zu den meistbesuchten Museen von Florenz.
Michelangelos David, rund 5,20 Meter hohes Marmororiginal













