Auf dem Land zwischen Alghero und dem Flughafen bewirtschaftet eine Hirtenfamilie aus der Barbagia den Agriturismo Sa Mandra – eine Institution für das große sardische Hirtenessen. Die Familie stammt aus dem bergigen Inselinneren, wo die Tradition der Schafhaltung und der Hofküche ihren Ursprung hat, und bringt diese Küche hier an den Tisch.
Serviert wird ein festes Menü vom Hof, ohne Wahl aus einer Karte. Den Anfang machen hausgemachte Antipasti, gefolgt von Ravioli und Gnocchetti – den typischen sardischen Pastaformen. Höhepunkt ist der Porceddu, das über Stunden gegarte Spanferkel, das in Sardinien als Festtagsgericht gilt. Dazu kommen Pecorino, der sardische Schafskäse, sowie zum Abschluss Seadas, die mit Käse gefüllten und mit Honig beträufelten Teigtaschen, und Cannonau, der rote Hauswein der Insel.
Das Konzept des Agriturismo verbindet Landwirtschaft und Gastronomie: Vieles, was auf den Tisch kommt, stammt vom eigenen Hof oder aus der Region. Das macht das Essen authentisch und erklärt, warum Sa Mandra über Alghero hinaus bekannt ist. Es geht hier nicht um ein schnelles Mittagessen, sondern um ein ausgedehntes Mahl in der Tradition der sardischen Gastfreundschaft.
Der Hof liegt rund zehn Minuten außerhalb von Alghero und ist mit dem Auto gut erreichbar. Eine Reservierung ist nötig, da das feste Menü vorbereitet wird. Wer einmal verstehen will, warum die sardische Landküche so gerühmt wird, fährt die kurze Strecke hinaus – und plant Zeit für das Mehrgängemenü ein.