Die im 16. Jahrhundert begonnene Kathedrale Santa Maria Immacolata erzählt Algheros Baugeschichte im Schnelldurchlauf: Der katalanisch-gotische Chor und der achteckige Campanile gehören zur ältesten Bauphase, das Langhaus stammt aus der Spätrenaissance, und davor sitzt eine neoklassizistische Säulenvorhalle, über die die Algheresen bis heute spotten, weil sie stilistisch so gar nicht zum Rest passen will.
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Genau dieser Bruch macht die Kathedrale interessant: Wer durch das Hauptportal eintritt, wechselt von strengem Klassizismus in das lichtere Innere mit dem gotischen Chorhaupt, dem ältesten und stimmigsten Teil des Baus. Die unterschiedlichen Epochen liegen hier dicht beieinander und lassen sich beim Rundgang gut nachvollziehen – ein Lehrstück darüber, wie eine Kirche über Jahrhunderte weitergebaut wird.
Der achteckige Glockenturm ist das eigentliche Wahrzeichen. Im Sommer lässt er sich im Rahmen von Führungen besteigen. Von oben liegt das Ziegelmeer der Altstadt zu Füßen, der Blick reicht über die Dächer bis zum Meer und hinüber zum Capo Caccia. Der Aufstieg über die enge Treppe ist eine der schönsten Aussichten der Stadt.
Die Kathedrale liegt mitten in der Altstadt, nur wenige Schritte von den Bastionen und den Gassen mit den Korallenwerkstätten entfernt. Sie lässt sich gut mit einem Altstadtrundgang verbinden und ist auch ohne Turmbesteigung einen Besuch wert, schon wegen des katalanisch-gotischen Chors.