Die Piazza del Campo ist das Zentrum Sienas und einer der eindrucksvollsten Plätze Italiens. Anders als die rechteckigen Plätze vieler Städte hat das „Campo“ die Form einer Muschel: Es fällt in neun Pflastersegmenten sanft zum Palazzo Pubblico hin ab. Die Zahl Neun verweist auf den Rat der Neun, die mittelalterliche Regierung, unter der Siena im 13. und 14. Jahrhundert seine Blütezeit erlebte. Gesäumt wird der Platz von den geschlossenen Fassaden vornehmer Palazzi aus rotbraunem Backstein, über die der schlanke Turm Torre del Mangia hinausragt. Am oberen Rand steht die Fonte Gaia, ein Brunnen mit Reliefs nach den Entwürfen Jacopo della Quercias; die Originale werden in Santa Maria della Scala bewahrt, auf dem Platz stehen Kopien. Das Campo ist das Wohnzimmer der Stadt. Morgens liegt es oft still da, tagsüber sitzen Reisende und Sienesen auf dem warmen, leicht geneigten Pflaster, am Abend füllt es sich zur Passeggiata mit Leben. Die Cafés und Restaurants ringsum sind eher für die Aussicht als für die Küche berühmt – doch ein Aperitivo mit Blick auf den Palazzo Pubblico gehört zum Besuch dazu. Ihren Ausnahmezustand erlebt die Piazza zweimal im Jahr, am 2. Juli und am 16. August, wenn der Palio ausgetragen wird. Dann wird der Platzring mit einer Schicht Tuffsand bedeckt, und zehn der siebzehn Contraden lassen ihre Pferde in einem knapp anderthalbminütigen Wettrennen drei Runden über das Campo jagen. Es ist kein Touristenspektakel, sondern ein zutiefst lokales Ereignis, das das ganze Jahr über vorbereitet wird. Wer außerhalb dieser Tage kommt, erlebt das Campo ruhiger – und kann sich vorstellen, wie sich die Tribünen und Fenster an den Renntagen füllen.
Ein weiter, muschelförmiger Platz aus rotbraunem Backsteinpflaster, der sanft zum Palazzo Pubblico abfällt. Tagsüber sitzen Besucher und Einheimische auf dem geneigten Boden, ringsum laden Cafés zum Aperitivo ein. Über allem ragt die Torre del Mangia auf, am oberen Rand sprudelt die Fonte Gaia. Frei zugänglich und das lebendige Zentrum der Stadt.
Der Platz entstand im 13. und 14. Jahrhundert, als Siena unter dem Rat der Neun seine wirtschaftliche und kulturelle Blüte erlebte. Die neun Pflastersegmente erinnern an diese Regierung. Der Palazzo Pubblico und die Torre del Mangia entstanden im 14. Jahrhundert, die Fonte Gaia im frühen 15. Jahrhundert. Der Palio wird seit Jahrhunderten hier ausgetragen.
