Der Palazzo Pubblico steht am unteren Rand der Piazza del Campo und ist seit dem 14. Jahrhundert Sitz der Stadtregierung Sienas. Hinter der gotischen Backsteinfassade verbirgt sich im Museo Civico eine der bedeutendsten Sammlungen profaner Wandmalerei des Mittelalters – Bilder, die nicht für eine Kirche, sondern für die Regierenden geschaffen wurden. Der berühmteste Raum ist die Sala dei Nove, der Saal des Rats der Neun. Hier malte Ambrogio Lorenzetti um 1338 die Allegorie des Guten und Schlechten Regiments: ein umfassendes politisches Bildprogramm, das auf mehreren Wänden zeigt, wie kluge, gerechte Herrschaft Stadt und Land blühen lässt – und wie Tyrannei beides in Verfall und Krieg stürzt. Die Fresken gelten als frühes Manifest bürgerlicher Selbstregierung und sind eine der wichtigsten Bildquellen zum mittelalterlichen Alltag überhaupt. In der Sala del Mappamondo hängen weitere Schlüsselwerke: Simone Martinis monumentale Maestà, eine thronende Madonna im Kreis der Heiligen, sowie das ihm zugeschriebene Reiterbildnis des Feldherrn Guidoriccio da Fogliano. Weitere Säle zeigen Fresken und Tafeln aus mehreren Jahrhunderten sienesischer Kunst sowie historische Räume der Stadtverwaltung. Wer den Palazzo besucht, sollte den Aufstieg auf die Torre del Mangia einplanen, die zum selben Gebäudekomplex gehört und den weitesten Blick über Campo, Dächer und Hügel bietet. Das Museo Civico und der Turm haben jeweils eigene Tickets; in der Hochsaison empfiehlt sich frühes Kommen, da der Turmzugang kontingentiert ist. Die Lage direkt am Campo macht den Besuch zum natürlichen Mittelpunkt eines Tages in der Altstadt.
Ein gotischer Stadtpalast, dessen Innenräume als Museo Civico zugänglich sind. Man durchwandert historische Säle der Stadtverwaltung und steht in der Sala dei Nove vor Lorenzettis berühmten Regierungsfresken sowie in der Sala del Mappamondo vor Simone Martinis Maestà. Der Aufstieg auf die zugehörige Torre del Mangia ist gesondert möglich.
Der Palazzo Pubblico wurde im frühen 14. Jahrhundert als Sitz der Regierung des Rats der Neun errichtet. In dieser Blütezeit entstanden auch die berühmten Fresken Lorenzettis und Martinis. Über Jahrhunderte blieb das Gebäude Zentrum der städtischen Verwaltung; das Museo Civico macht heute seine Kunst und Geschichte zugänglich.
