Im Santuario di Santa Rosa wird der unversehrt erhaltene Leichnam der Stadtheiligen verwahrt, die 1251 mit nur 18 Jahren starb. Santa Rosa ist die zentrale Identifikationsfigur Viterbos, und das Heiligtum auf dem Hügel des gleichnamigen Viertels ist das ganze Jahr über Ziel von Pilgern, die ihr Grab und ihre Reliquie besuchen. Die eigentliche Berühmtheit verdankt die Heilige jedoch dem größten Fest der Stadt. Am Abend des 3. September tragen rund hundert Männer, die Facchini di Santa Rosa, die Macchina di Santa Rosa durch die Altstadt: einen rund 30 Meter hohen, beleuchteten Turm, der im Laufschritt durch die engen Gassen bis vor das Heiligtum gebracht wird. Dieser Brauch ist von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt – Teil eines Netzwerks traditioneller italienischer Prozessionen mit Schultergerüsten. Die heutige Kirche ist ein Bau des 19. Jahrhunderts, der den älteren Vorgängerort ersetzte. Sie liegt im Norden der Altstadt auf dem Hügel des Viertels Santa Rosa und ist auch außerhalb der Festtage ein ruhiges, würdevolles Ziel für einen Besuch. Wer Viterbo Anfang September besucht, erlebt die Stadt in einem Ausnahmezustand: Die Vorbereitungen, der nächtliche Transport der Macchina und die Menschenmenge entlang der Strecke prägen das Bild. Doch auch zu jeder anderen Zeit lohnt der Weg hinauf zum Heiligtum, um die Verbindung von Stadtgeschichte, Glaube und lebendiger Tradition zu verstehen.
Die Fassade des Heiligtums vom Vorplatz aufnehmen.






























