Als die päpstliche Kurie Mitte des 13. Jahrhunderts von Rom nach Viterbo zog, entstand auf dem Colle del Duomo der Palazzo dei Papi. Berühmt ist vor allem seine Loggia, die von schlanken Doppelsäulen getragen wird und als eines der elegantesten gotischen Bauwerke der Stadt gilt. Für einige Jahrzehnte war Viterbo damit ein Zentrum der christlichen Welt. Die größte Bedeutung erhielt der Palast durch ein Ereignis, das die Kirchengeschichte prägte. Im großen Saal fand von 1268 bis 1271 die längste Papstwahl der Geschichte statt. Die Kardinäle konnten sich über Jahre nicht einigen, bis die Einwohner Viterbos zu drastischen Mitteln griffen: Sie schlossen die Kardinäle ein, kürzten ihnen die Verpflegung und deckten schließlich das Dach des Saales ab. Erst dann wurde Gregor X. gewählt – ein Vorgang, der als Geburtsstunde des Konklaves gilt, der bis heute üblichen Form der abgeschlossenen Papstwahl. Wer den Palast besucht, steht damit an einem Ort, an dem eine bis heute gültige kirchliche Institution entstand. Die Geschichte vom abgedeckten Dach und der eingeschlossenen Kardinalsversammlung ist in Viterbo allgegenwärtig und macht den Besuch besonders anschaulich. Der Palazzo dei Papi liegt unmittelbar neben der Kathedrale San Lorenzo und der Loggia, sodass sich der Besuch gut per Kombiticket mit der Kathedrale und dem Museo Colle del Duomo verbinden lässt. So entsteht aus dem gesamten Ensemble auf dem Hügel ein zusammenhängender Rundgang durch die päpstliche Epoche Viterbos.
Die Loggia mit ihren Doppelsäulen vom Vorplatz auf dem Colle del Duomo aufnehmen.






























