Wenige Kilometer östlich von Viterbo, im Ortsteil Bagnaia, ließ Kardinal Gianfrancesco Gambara ab den 1560er Jahren einen der vollkommensten Gärten des italienischen Manierismus anlegen. Der Entwurf wird dem Architekten Jacopo Barozzi da Vignola zugeschrieben, einem der wichtigsten Baumeister seiner Zeit. Das Ergebnis ist eine Gartenanlage, in der Architektur, Wasser und Bepflanzung zu einer streng durchdachten Komposition verschmelzen. Das Herzstück ist das Spiel des Wassers, das den Garten von oben nach unten durchzieht. Über mehrere Terrassen fließt es durch eine steinerne Kette, die catena d'acqua, von Brunnen zu Brunnen hinab, bis es die große Anlage der Quattro Mori erreicht. Flankiert wird die unterste Ebene von zwei symmetrischen Gartenpalästen, die das Bild der Geometrie vollenden. Jede Stufe des Gartens hat ihren eigenen Wasserlauf und ihre eigene Idee. Gerade die strenge Ordnung ist es, die Villa Lante von anderen Gärten der Region abhebt. Anders als im nahen Park von Bomarzo, wo monströse Steinfiguren das Unregelmäßige und Verstörende feiern, regiert hier vollkommene Symmetrie. Beide Anlagen entstanden in derselben Epoche und in derselben Gegend – und stehen doch für gegensätzliche Vorstellungen vom Garten. Für Reisende ist Villa Lante ein Höhepunkt jeder Tuscia-Reise und zugleich ein angenehm kühler Ort, selbst im Hochsommer, wenn das Wasser und der Schatten der alten Bäume für ein mildes Klima sorgen. Der Besuch lässt sich gut mit einem Tag in Viterbo verbinden, da Bagnaia nur eine kurze Fahrt entfernt liegt.
Die catena d'acqua entlang der Achse fotografieren, um die Perspektive zu betonen.






























