In der Via delle Belle Arti, mitten im Universitätsviertel, versammelt die Pinacoteca Nazionale di Bologna sieben Jahrhunderte Malerei mit einem klaren Schwerpunkt auf der Kunst Bolognas und der Emilia. Das Museum erzählt die Geschichte einer Stadt, die um 1600 zur Malerhauptstadt Europas wurde – und tut das in vergleichsweise ruhigen Sälen, fern vom Andrang der großen Touristenmuseen. Zu den Höhepunkten zählt ein Polyptychon von Giotto, das den Übergang zur neuzeitlichen Malerei markiert, sowie Raffaels Ekstase der heiligen Cäcilia, die eigens für eine Bologneser Kapelle gemalt wurde und bis heute zu den berühmtesten Werken des Museums gehört. Den Kern bilden jedoch die großen Säle der Bologneser Schule: die Carracci – Ludovico, Agostino und Annibale –, die mit ihrer Akademie die Malerei reformierten, dazu Guido Reni mit seinen klaren, idealisierten Figuren und Guercino mit seinem dramatischen Helldunkel. Die Pinacoteca liegt günstig im Herzen des Studentenviertels, in unmittelbarer Nähe der Universität und der Via Zamboni. Anders als die überlaufenen Häuser in Florenz oder Rom ist sie selten überfüllt: Zwei Stunden reichen, um die Höhepunkte zu sehen, Kunstfreunde bleiben gern länger. Wer Bologna nicht nur als Stadt der Türme und der Küche, sondern auch als Kunstmetropole verstehen will, findet hier den Schlüssel – ein Museum, das die kulturelle Bedeutung der Stadt eindrücklich belegt.
Du erwartet ein ruhiges, übersichtliches Museum mit sieben Jahrhunderten Malerei, gegliedert von der Gotik über die Renaissance bis zum Barock. Die Säle der Bologneser Schule – Carracci, Guido Reni, Guercino – bilden den Kern, ergänzt um Giottos Polyptychon und Raffaels heilige Cäcilia. Die Wege sind klar, der Andrang gering.
Die Sammlung wuchs aus Beständen aufgelöster Kirchen und Klöster sowie der alten Kunstakademie der Stadt. Sie dokumentiert den Aufstieg Bolognas zur Malerhauptstadt um 1600, als die Carracci ihre einflussreiche Akademie gründeten und Schüler wie Guido Reni und Guercino die europäische Malerei prägten.
