Die Piazza Maggiore ist seit dem 13. Jahrhundert das Wohnzimmer Bolognas – ein weites Rechteck, gerahmt von den großen Palazzi der Stadtgeschichte: dem Palazzo d'Accursio (dem Rathaus) mit seinem Uhrturm, dem mittelalterlichen Palazzo del Podestà, dem Palazzo dei Banchi und der gewaltigen, halb unvollendeten Backsteinfassade der Basilica di San Petronio. Hier schlägt das öffentliche Herz der Stadt. In der Mitte des Platzes liegt ein leicht erhöhter Bereich, den die Bologneser „crescentone" nennen – eine Art Bühne im Alltag, auf der sich Studierende, Marktgänger, Familien und Reisende kreuzen. Im Sommer verwandelt sich die Piazza in ein Open-Air-Kino, wenn abends auf einer großen Leinwand Filme laufen und sich hunderte Menschen auf Klappstühlen versammeln; im Winter glitzert sie im Weihnachtslicht. Ein Detail für Neugierige: Unter den Arkaden des Palazzo del Podestà liegt das berühmte „Telefono", ein Flüstergewölbe, in dem man von einer Ecke zur diagonal gegenüberliegenden flüstern und sich dennoch verstehen kann. Wer Bologna verstehen will, setzt sich hier eine Stunde auf die Stufen von San Petronio und schaut dem Treiben zu. Von der Piazza Maggiore gehen die wichtigsten Achsen der Altstadt ab: die Via dell'Indipendenza Richtung Bahnhof, die Marktgassen des Quadrilatero und der Weg zu den Due Torri. Der Platz ist frei zugänglich, autofrei und der natürliche Ausgangspunkt jedes Stadtrundgangs – das urbane Zentrum, an dem alle Wege beginnen und enden.
Du betrittst einen weiten, autofreien Platz, gerahmt von historischen Palazzi und der mächtigen Fassade von San Petronio. Im Zentrum liegt der erhöhte crescentone, auf dem das öffentliche Leben der Stadt zusammenläuft. Rundum laden Stufen und Arkaden zum Verweilen ein; unter dem Palazzo del Podestà wartet das Flüstergewölbe.
Ab dem 13. Jahrhundert legte die Stadt den Platz als Zentrum von Markt und Macht an und ließ ringsum die großen Palazzi errichten. Über die Jahrhunderte blieb er der Schauplatz des öffentlichen Lebens, von Märkten und Versammlungen bis zu Festen und politischen Kundgebungen.
